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Bildrechte: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci

US-Präsident Biden will beim Klimaschutz wieder punkten, nachdem sein Vorgänger das Thema kaum beachtet hatte. Biden berät mit rund 40 weiteren Staats- und Regierungschefs über Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern.

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Biden ruft Weltgemeinschaft zu ehrgeizigeren Klimazielen auf

Joe Biden hat heute den virtuellen Klimagipfel eröffnet. Seinem Land hat er ehrgeizige neue Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase verordnet. Bundeskanzlerin Merkel und EU-Kommissions-Chefin von der Leyen begrüßen das Vorhaben.

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Von
  • BR24 Redaktion

US-Präsident Joe Biden hat sein Land und die anderen großen Industrieländer aufgerufen, mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen. Das müsse erledigt werden, sagte er zur Eröffnung eines virtuellen Klimagipfels, zu dem er 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt geladen hatte.

"In diesem Moment geht es um mehr, als den Planeten zu retten", erklärte US-Präsident Joe Biden in seiner Eröffnungsrede. "Es geht darum, eine bessere Zukunft für uns alle zu schaffen." Die wissenschaftlichen Erkenntnisse könne man nicht ignorieren. "Die Kosten des Nichthandelns steigen immer weiter."

Kampf gegen Erderwärmung

Ziel des zweitägigen Online-Treffens ist es, die größten Klimasünder zum schnelleren Handeln im Kampf gegen die Erhitzung der Erde zu motivieren. Die US-Regierung ging als Gastgeberin voran und kündigte bis 2030 eine Reduzierung der Treibhausgase um mindestens 50 Prozent gegenüber dem Wert von 2005 an.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres forderte aggressive Maßnahmen im Kampf gegen die Erderwärmung. Die Welt stehe am Rande des Abgrunds, erklärte er. Notwendig sei eine globale Koalition, um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

Merkel will Treibhausgasemission weiter reduzieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt die Ankündigung der USA, die Treibhausgasemissionen halbieren zu wollen. Dieses nationale Ziel sei ein klares Bekenntnis im Kampf gegen die Erderwärmung und ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft, dass die USA zur Bewältigung der Klimafrage wieder mit am Verhandlungstisch sitzen.

Deutschland habe seine Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 40 Prozent gesenkt. Diesen Weg werde das Land weiter beschreiten, erklärte die Bundeskanzlerin. Deutschland werde seinen Beitrag leisten, um das nun verbindliche EU-Ziel, die Treibhausgase bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent zu senken, erreichen zu können, sagte Merkel weiter.

Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität habe Deutschland bereits wichtige Maßnahmen getroffen. Ein Beispiel sei etwa der zum 1. Januar 2021 eingeführte CO2-Preis im Verkehrs- und Wärmesektor. Spätestens bis 2038 werde auch der Kohleausstieg geschafft sein. Parallel dazu investiere Deutschland weiter in erneuerbare Energien. Bereits im vergangenen Jahr seien 46 Prozent des Stroms aus sauberen Energiequellen gewonnen worden.

Entwicklungsländer sollen bei der Klimaanpassung unterstützt werden

Außerdem sei es von großer Bedeutung, den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen und 30 Prozent der Land- und Meeresflächen zu schützen, sagte Merkel. Auch die Solidarität mit Entwicklungsländern sei im Kampf gegen den Klimawandel ein zentrales Element. Die Industriestaaten hätten sich dazu bekannt, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren, um Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Klimaanpassung zu unterstützen. Diese Verpflichtung müsse mindestens bis 2025 ausgeweitet werden, sagte die Kanzlerin. Deutschland habe bereits die eigene Verpflichtung von zwei Milliarden Euro auf vier Milliarden Euro jährlich verdoppelt. Die Kanzlerin versprach, weiterhin einen fairen Beitrag leisten zu wollen.

Beim Klimaschutz fordert EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen einen weltweiten Kraftakt: "Lasst uns gemeinsam einen neuen globalen Standard für Klimaneutralität setzen". "Lasst uns zusammenarbeiten für eine gemeinsame Verpflichtung und ein geeintes Handeln zur Senkung der Emissionen bis 2030."

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sei die "Lebensversicherung der Menschheit", sagte von der Leyen. Bei der nächsten UN-Klimakonferenz in Glasgow Ende des Jahres müssten alle zeigen, dass sie das verstanden hätten. Die globale Erwärmung nähere sich gefährlich dem im Abkommen erwähnten Grenzwert von 1,5 Grad. "Die Wissenschaft sagt uns: Es ist noch nicht zu spät, aber wir müssen uns beeilen", sagte von der Leyen. "Europa macht das."

Auch Indien und China wollen CO2-Ausstoß reduzieren

Indien kündigte an, in Partnerschaft mit den USA seine Nutzung erneuerbarer Energien bis 2030 auf 450 Gigawatt zu steigern. Weitere Bestandteile der Zusammenarbeit seien die Stärkung der Energieeffizienz, Aufforstung und der Schutz der Biodiversität. Ministerpräsident Narendra Modi verwies aber auch darauf, dass der durchschnittliche CO2-Fußabdruck in Indien 60 Prozent niedriger als im weltweiten Durchschnitt sei.

Der chinesische Präsident Xi Jinping bekräftigte, dass sein Land vor 2030 mit einer Reduzierung der Kohlenstoffemissionen beginnen und dann bis 2050 das Ziel der Klimaneutralität erreichen wolle. "Die Umwelt zu verbessern, bedeutet die Produktivität zu steigern", sagte er. Xi betonte allerdings, die Industriestaaten, die für höhere Treibhausgasemissionen verantwortlich seien, sollten größere Verantwortung übernehmen. Sie müssten Veränderungen im Inland einleiten und die Entwicklungsländer finanziell bei ihrem Übergang zu einem niedrigeren CO2-Ausstoß unterstützen.

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