BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© pa/dpa/dpa-Zentralbild/Britta Pedersen
Bildrechte: pa/dpa/dpa-Zentralbild/Britta Pedersen

Grünen-Chefin Baerbock hat laut ARD-Deutschlandtrend gute Chancen aufs Kanzleramt

57
Per Mail sharen

    ARD-Deutschlandtrend: Grüne vor CDU und CSU

    Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, könnte Grünen-Chefin Baerbock das Kanzleramt beanspruchen. Außerdem wollen sich die meisten Befragten impfen lassen. Sofortige Lockerungen für Geimpfte lehnt die Mehrheit aber ab.

    57
    Per Mail sharen
    Von
    • Markus Langenstraß

    CDU und CSU haben heftig über die Kandidatenfrage gestritten, die Grünen stellen einfach Annalena Baerbock auf. Die Große Koalition hatte sich nicht zu langfristigem Klimaschutz durchringen können. Jetzt muss sie, weil es das Bundesverfassungsgericht so will.

    All das schlägt sich nun wohl auch in der Wählerzustimmung nieder: Wäre am Sonntag Bundestagswahl kämen CDU/CSU auf 23 Prozent (- 4 Prozentpunkte) – die Grünen auf 26 Prozent (+ 4). Drei Prozentpunkte vor der Union - das ist bisher einmalig in der Parteigeschichte der Grünen.

    © ARD / BR
    Bildrechte: ARD / BR

    ARD-Deutschlandtrend: Sonntagsfrage

    24 Prozent kennen Annalena Baerbock nicht

    Auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena hat gewaltig an Zustimmung zugelegt. Bei der Politikerzufriedenheit springt sie um zwölf Prozentpunkte auf 41 Prozent. Platz zwei nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (59 Prozent Zufriedenheit).

    Baerbock teilt sich die Position mit SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Die Grünen-Chefin hat ihm gegenüber allerdings einen Nachteil: Scholz kennen 88 Prozent der Wähler, Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sogar 90. Baerbock ist bisher nur 76 Prozent der Wähler bekannt.

    © ARD / BR
    Bildrechte: ARD / BR

    ARD-Deutschlandtrend: Politikerzufriedenheit

    Große Unzufriedenheit mit Laschet

    Laschet kann von seiner Bekanntheit in der Umfrage allerdings nicht profitieren: Zufrieden oder sehr zufrieden mit Laschets politischer Arbeit sind 24 Prozent (+ 2). Weniger bis gar nicht zufrieden damit sind 66 Prozent der Befragten.

    Wenn man den Kanzler direkt wählen könnte, würden ihn 21 Prozent wählen, genauso viele wie Olaf Scholz. Baerbock bekäme 28 Prozent der Stimmen.

    © ARD / BR
    Bildrechte: ARD / BR

    ARD-Deutschlandtrend: Direktwahl Kanzler

    Wenig Sympathien für Laschet - Sympathievorschuss für Baerbock

    Baerbock gilt den Wählern mit großem Abstand als am sympathischsten (44 Prozent). SPD-Kandidat Olaf Scholz (18 Prozent) und CDU-Kandidat Laschet (17) sind da weit abgeschlagen. Auch in Sachen Glaubwürdigkeit führt Baerbock (32 Prozent).

    Scholz und Laschet sind beide seit Jahren in Regierungsämtern und müssen ihre politische Arbeit rechtfertigen. Sie kommen auf 22 und 19 Prozent. Führungsstärke trauen die Wähler dagegen am ehesten Scholz zu (31 Prozent), gefolgt von Laschet (23) und Baerbock (20).

    © ARD / BR
    Bildrechte: ARD / BR

    ARD-Deutschlandtrend: Vergleich der Kanzlerkandidaten

    Grüne vor Union – Bleibt das so?

    Der Deutschlandtrend ist eine Momentaufnahme, die auch kurzfristige Stimmungen abbildet. Vorhersagen sind kaum möglich. Trends können sich jedoch darin abzeichnen, was die Wähler den Parteien in unterschiedlichen Bereichen zutrauen, weil sich dieses Zutrauen langsamer verändert. Auf die Frage, welche Partei Umwelt- und Klimafragen am besten löst, antworten 58 Prozent: die Grünen. Die Union kommt auf 11.

    Bei Wirtschaftsfragen traut die Mehrheit aber CDU und CSU (37 Prozent / Grüne: 8). Auch glauben 30 Prozent, dass es die Union am ehesten schafft, gut durch die Corona-Krise zu führen, weit mehr als bei den Grünen (10). Die Wähler trauen CDU und CSU sogar bei der Digitalisierung mehr zu - trotz aller negativen Schlagzeilen für die Bundesregierung (Union: 18 / Grüne: 16).

    Wählerpotenzial zeigt, der Wahlkampf wird spannend

    Das Wählerpotenzial der Parteien kann ebenfalls auf Trends hinweisen. Dazu fragte infratest-dimap im Deutschlandtrend Mai, ob sich Wähler unabhängig von ihren vergangenen Wahlentscheidungen auch vorstellen könnten, andere Parteien zu Wählen.

    Grüne, CDU und SPD sind hier sehr nah beieinander, alle liegen bei einem Gesamtpotenzial von rund 50 Prozent. Die Grünen dürften also ihr Ziel erreicht haben, als Partei der Mitte wahrgenommen zu werden. Sie spielen in einer Liga mit SPD und Union.

    © ARD / BR
    Bildrechte: ARD / BR

    ARD-Deutschlandtrend: Lockerungen für Geimpfte und Genesene

    Mehrheit will sich impfen lassen

    Auch das Thema Impfen wurde für den ARD-Deutschlandtrend wieder abgefragt. Die große Mehrheit ist grundsätzlich bereit, sich gegen Corona impfen zu lassen: 45 Prozent sagen, sie wollten die Impfung "auf jeden Fall". 30 Prozent haben bereits mindestens eine erhalten.

    Die Zahl der noch Unentschiedenen sinkt auf 17 Prozent (-9). Und auch die, die sich "auf gar keinen Fall" impfen lassen wollen, werden weniger. Im Februar waren es 12 Prozent, heute sind es noch 7.

    Ja zu Lockerungen für Geimpfte - aber nicht sofort

    Der Großteil befürwortet auch, dass vollständig Geimpfte wieder Freiheiten zurückbekommen sollen. Dass Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für vollständig Geimpfte entfallen, halten 55 Prozent für richtig, 40 Prozent sind dagegen.

    Schwierig wird es aber bei der Frage, ab wann diese Lockerungen gelten sollten: 48 Prozent wollen, dass sie sofort kommen. Die Mehrheit von 51 Prozent will dagegen warten, bis mehr Menschen eine Chance auf ein Impfangebot haben.

    So wird der ARD-Deutschlandtrend erstellt

    Der ARD-Deutschlandtrend wird von Infratest dimap im Auftrag der ARD regelmäßig erhoben. Er gilt als repräsentativ, die Grundgesamtheit sind Wahlberechtigte in Deutschland. Für den Deutschlandtrend Mai wurden 1.351 Personen befragt: 883 über Telefoninterviews und 468 über Online-Interviews. Erhebungszeitraum war vom 3. bis 5. Mai.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!