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Ein Bach mit einem kleinen Wasserfall (Symbolbild)

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    Starkregen und Sturzflut: Sind unsere Wasserspeicher jetzt voll?

    Der viele Regen, den es heuer gibt, nutzt zumindest den Wäldern. Sie haben die letzten Jahre unter Hitze und Trockenheit gelitten und können sich nun erholen. Auch Grundwasserspeicher und die Wasserquellen füllen sich. Aber reicht der Regen schon?

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    Von
    • Renate Roßberger
    • BR24 Redaktion

    Im Bayerischen Wald sind viele Wälder momentan sattgrün. Die Bäume haben sich durch den Regen erholt und sind nicht mehr so im Trockenstress. Sie können sich momentan mit viel Harz gegen Borkenkäfer wehren, die sich in die Rinde bohren wollen. Die Forstleute haben derzeit deutlich weniger Probleme mit Borkenkäferbefall, sagt zum Beispiel Jürgen Völkl, der Leiter des Forstbetriebs Bodenmais. Für die Wasservorräte im Boden bringen die sturzflutartigen Starkregenschauer aber nicht so viel, wie man meint:

    "Das fließt mehr oder weniger nur oberflächlich ab und sickert nicht ein. Ein Platzregen versiegelt im ersten Moment sozusagen den trockenen Boden und das Wasser schießt dann oben drüber und fließt ab." Jürgen Völkl, Leiter des Forstbetriebs Bodenmais

    Landregen wäre besser

    Für die Böden wäre tagelanger leichter Landregen viel besser. Entscheidend ist auch die Schneeschmelze, sagt Völkl. Am nachhaltigsten wirkt Schnee, der auf den ungefrorenen Boden gefallen ist und im Frühjahr langsam abtaut. Das gab es heuer in manchen Regionen.

    Wasserquellen haben sich erholt, Trinkwassertalsperre ist voll

    Viele Gemeinden im Bayerischen Wald haben eigene Wasserquellen. Sie haben sich durch die Schneeschmelze im Winter und die vielen Niederschläge erholt. Auch die Trinkwassertalsperre in Frauenau, die Tausende von Menschen in Niederbayern und der Oberpfalz mit Wasser versorgt, ist gut gefüllt. Laut Wasserwirtschaftsamt Deggendorf sind darin momentan fast 20 Millionen Kubikmeter Wasser. Aber der Bayerische Wald ist insgesamt von seiner Geologie her ein schlechter Wasserspeicher. Der Untergrund besteht aus Granit und Gneis, über dem meist Lehmböden liegen. Dieser Untergrund speichert kaum Wasser. Wochenlange Hitze und Trockenheit am Stück können vor allem die Wasserquellen von Gemeinden schnell wieder absinken lassen.

    Auch Grundwasserspeicher erholen sich nur langsam

    Anders sieht es in Gebieten mit ergiebigen Grundwasserspeichern im Untergrund aus, zum Beispiel im niederbayerischen Gäuboden oder in vielen Regionen der Oberpfalz. Dort sickert das Regenwasser in die unterirdischen Speicherseen. Die Pegel sind gestiegen. Aber die Grundwasserspeicher sind nicht übervoll, heißt es beim Wasserwirtschaftsamt Regensburg. Beim sogenannten Jurakarst in der Oberpfalz liegen die Wasserstände immer noch unter dem Mittelwert, so wie die letzten sieben Jahre schon.

    Kann es wieder Appelle zum Wassersparen geben?

    Wenn es heuer mehrere Wochen am Stück wieder heiß und trocken werden würde, könnte es solche Sparappelle wieder geben, vor allem in Orten mit ausschließlich eigener Quellwasserversorgung, zum Beispiel im Bayerischen Wald. Das würde dann bedeuten, dass man zum Beispiel auf das Autowaschen und Gartenspritzen verzichten muss. Noch nicht als Problem sehen die Wasserwirtschaftsämter die Zunahme an privaten Gartenpools, die es seit dem Corona-Lockdown 2020 mit geschlossenen Freibädern in viel mehr Gärten als früher gibt. Aber den Besitzern sollte bewusst sein, dass sie diese Pools mit reinstem Trinkwasser füllen. Sollte man wieder Wasser sparen müssen, wäre die Versorgung dieser Pools zweitrangig. Wasser zum Trinken, Waschen und Kochen ginge dann vor.

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