Ein Omnibus in München
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Ein Münchner Linienbus (Symbolbild)

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Antisemitismus im Bus: Ermittlungen wegen Volksverhetzung

In einem Münchner Linienbus soll sich ein Mann antisemitisch geäußert haben. Sympathisiert habe er dafür mit der Russischen Föderation. Mitfahrer verlangten, dass der Bus anhält und der Mann aussteigt. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung.

Die Polizei ermittelt gegen einen 51-jährigen Mann, der sich in einem Münchner Linienbus antisemitisch geäußert haben soll. Wie das Polizeipräsidium in München berichtete, soll es bereits am Sonntagabend in dem Bus wegen Äußerungen des Mannes zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Der 51-Jährige soll außerdem sympathisierende Aussagen über die Russische Föderation von sich gegeben haben.

Rentnerin muss ins Krankenhaus

Andere Fahrgäste sollen den Mann nach seinen Äußerungen aufgefordert haben, den Bus zu verlassen. Es sei ein Streit zwischen mehreren Personen entstanden, teilte die Polizei mit. In der Folge habe der Fahrer den Bus angehalten.

Als dann einige Fahrgäste ausstiegen, sei eine unbeteiligte 75 Jahre alte Frau gestürzt und habe sich verletzt. Die Rentnerin wurde in ein Krankenhaus gebracht. Gegen den 51-Jährigen wird nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

  • Zum Artikel: Erneut Anstieg bei antisemitischen Straftaten in Bayern

Spaenle: Sensible Reaktion auf Antisemitismus

Nach Ansicht von Bayerns Antisemitismus-Landesbeauftragtem Ludwig Spaenle (CSU) zeigt das Geschehen in dem Linienbus, dass viele Bürger mittlerweile sehr sensibel auf Antisemitismus reagierten. "Das ist ein sehr gutes Zeichen und zeugt von einer aktiven Zivilgesellschaft und einem vorbildhaften Bürgersinn."

Dies dokumentiere auch ein Vorfall in Markt Schwaben im Landkreis Ebersberg, wo Bürger wegen antisemitischer Schreiben die Polizei eingeschaltet hätten, meinte Spaenle. Laut der "Süddeutschen Zeitung" sind dort am vergangenen Wochenende Hetz-Flugblätter in Briefkästen verteilt worden.

Wachsende Solidarität mit Jüdinnen und Juden

Die Kriminalpolizei und die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) hatte zuletzt über stark steigende Zahlen antisemitischer Taten berichtet, oftmals im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Spaenle sieht nun durch die jüngsten Vorfälle auch eine wachsende Solidarität mit Jüdinnen und Juden.

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