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Die Klinik in Eichstätt soll als Krankhaus der Grundversorgung erhalten bleiben. Fahnen vor dem Krankenhaus.

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Klinik Eichstätt soll bleiben, Kösching in reduzierter Form

Über die Zukunft der Krankenhäuser in Eichstätt und Kösching wird kontrovers diskutiert. Der Verwaltungsrat hat jetzt eine Vorentscheidung getroffen. Eichstätt soll als Krankenhaus erhalten bleiben - Kösching zumindest in Teilen.

Von
Daniela OlivaresDaniela Olivares
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Es ist eine Empfehlung, die die meisten haben kommen sehen: Der Verwaltungsrat der Kliniken Altmühltal spricht sich in seiner Beschlussvorlage für den Kreistag für Eichstätt als Krankenhaus der Grundversorgung aus. Kösching soll in Teilen als Klinik erhalten bleiben. Die Entscheidung sei nicht einstimmig, aber mit großer Mehrheit gefallen. Endgültig entschieden wird aber erst am 4. April im Kreistag. Dennoch kann man die Beschlussempfehlung als Vorentscheidung sehen. Für den Erhalt des Standortes Eichstätt sprachen nach Landrat Alexander Anetsberger mehrere Gründe.

Kooperation statt Konkurrenz mit Ingolstadt

Für Eichstätt als Grundversorger spreche vor allem die Lage, meint der Landrat. "So sind wir in der Lage, mit dem Klinikum Ingolstadt in eine Kooperation einzusteigen. Das war der Hauptgrund. Ein weiterer Grund war, dass die Notfallversorgung der Bevölkerung ohne Akuthaus in Eichstätt nicht gegeben wäre", so der Landrat. Laut Beschlussempfehlung soll die Klinik in Eichstätt dauerhaft als Krankenhaus der Grund- und Akutversorgung betrieben werden.

Klinik in Kösching in Teilen erhalten

Die Klinik in Kösching soll in Teilen erhalten bleiben. Weiterhin mit einer Notaufnahme und einer Geburtsstation – wie lang, ist noch unklar. "Die Geburtsstation wird von Belegärzten betrieben, solange die arbeiten wollen, brauchen wir da nichts zu ändern", meinte Anetsberger. Die Geburtsstation in Eichstätt wurde vor einigen Jahren geschlossen.

Wie es mit der Notaufnahme in Kösching weitergeht, ist noch unklar. Denn dafür braucht man Ersatz. Bis dieser in Ingolstadt geschaffen werden könne, würde es auch noch dauern, so der Landrat. Viel hängt auch von einem Krankenhausstrukturgutachten für die Region um Ingolstadt ab, das bis 2023 vorliegen soll. Mittelfristig sollen in Kösching und Eichstätt Gesundheitszentren entstehen. In Kösching soll zudem eine Fachklinik aufgebaut werden. "Wir werden prüfen, was in Kösching dauerhaft erhalten werden kann", meint Anetsberger.

Beschäftigungsgarantie für Personal

Den Angestellten an beiden Standorten soll eine Beschäftigungsgarantie gegeben werden. Ob Mitarbeiter von Kösching nach Eichstätt gehen werden, ist noch offen, denn so schnell wird sich für den laufenden Betrieb und die Patienten nichts ändern. "Wir werden mit jedem Mitarbeiter Gespräche führen. Aber es wird sich am Personalbedarf in den nächsten Jahren an beiden Standorten nichts ändern. Auch die Patienten müssen in dieser Zeit nicht mit Änderungen oder gar Einschnitten rechnen", erläutert der Landrat. Der Umbau der Häuser soll in den nächsten Jahren sukzessive ablaufen.

Finanzbedarf wird steigen

Auch finanziell wird sich die Situation nicht verbessern, denn in dieser Zeit muss der Landkreis erstmals investieren: in die Umbaumaßnahmen, aber auch in Infrastruktureinrichtungen wie Schwesternwohnheim, Pflegeschule und eventuell in die Anbindung der Standorte an den öffentlichen Nahverkehr. Dennoch ist Landrat Anetsberger davon überzeugt, auch die finanziellen Herausforderungen stemmen zu können.

Menschen in Kösching "mitnehmen"

Ganz aufgegeben wird der Klinik-Standort Kösching nach der Beschlussempfehlung damit nicht. Landrat Anetsberger hofft, den Menschen in Kösching entgegenzukommen, denn im Vorfeld war klar, dass die Bürger ihr Krankenhaus behalten wollen - sowohl in Eichstätt als auch in Kösching. "Wir haben ein Konzept, mit dem wir sicherstellen können, dass die Notfallversorgung und die Geburtsstation weiterhin erhalten bleiben, wenn auch in veränderter Form. Aber wir lassen niemanden im Regen stehen, und wir werden uns um alle im Landkreis kümmern", versichert Anetsberger.

Entscheidung im Kreistag am 4. April

Die Entscheidung im Verwaltungsrat fiel nicht einstimmig, aber mit großer Mehrheit aus. Das erhofft sich Landrat Anetsberger auch bei der Abstimmung im Kreistag am 4. April. Das Thema Kliniken beschäftigt den Kreistag schon seit längerer Zeit. Bereits im Jahr 2020 befassten sich Verwaltungsrat und Landkreis mit der Zukunft der Kliniken. Denn die Rahmenbedingungen machten es den kleinen Krankenhäusern schwer. Besonders betroffen seien sie laut Anetsberger vom Fachkräftemangel, der "Ambulantisierung" und gesetzlichen Vorschriften.

Auch die finanzielle Lage der Kliniken hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert. Verschiedene Gutachten wurden seit dem vergangenen Jahr immer wieder kontrovers diskutiert. Die Hoffnung der Verantwortlichen ist es, so die Abteilungen und damit auch die Gesundheitsversorgung langfristig im Landkreis Eichstätt sicherzustellen.

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