Unterhalb der Schanzlbrücke in Passau soll eine Flutschutzmauer entstehen. Die Parkplätze würden damit verdeckt.
Bildrechte: BR/Katharina Häringer

Unterhalb der Schanzlbrücke in Passau soll eine Flutschutzmauer entstehen. Die Parkplätze würden damit verdeckt.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Hochwasserschutz in Passau: Stahlbetonmauer an der Donaulände

Der Passauer Stadtrat hat sich mit dem Hochwasserschutz in der Altstadt befasst: An der Donaulände soll eine Stahlbetonmauer entstehen - von der Auffahrtsrampe der Schanzlbrücke bis zur Wittgasse. Sie soll ein Hochwasser wie 2013 verhindern.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Der Stadtrat von Passau hat am Montag einstimmig für den Bau einer Flutschutzmauer an der Donaulände gestimmt. In der Planung ist eine 2,50 Meter hohe Stahlbetonmauer auf einer Länge von 350 Metern, die unterhalb, beziehungsweise entlang der Schanzlbrücke entstehen soll und hauptsächlich Parkplätze verdecken würde. Sie soll einen Grundschutz für 30-jährliche Hochwasser bieten.

  • Zum Artikel: Warum große Regenmengen nicht gleich zu Hochwasser führen

Mauer soll sogar vor 100-jährlichem Hochwasser schützen

Rollt eine heftigere Flut an, können auf die Mauern mobile, 2,40 Meter hohe Wände aufgesteckt werden. Damit wären die Anwohner an der Donaulände auch vor einem 100-jährlichen Hochwasser sicher, prognostizieren die Experten des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf. Das Katastrophen-Hochwasser vor genau zehn Jahren hätte diese Konstruktion an der Donaulände abgefangen, sagen sie. Ihrer Berechnung zufolge könnten mit der Mauer sechs Einfamilien- und 18 Mehrfamilienhäuser sowie 41 Betriebe geschützt werden.

Ein 100-jährliches Hochwasser tritt statistisch gesehen mindestens einmal in 100 Jahren auf.

Einstimmiges Votum im Passauer Stadtrat

Mit dem einstimmigen Votum kann das Planfeststellungsverfahren beginnen. Ist das abgeschlossen, dürfte es rund drei Jahre dauern, bis die Mauer steht. Die Kosten schätzen die Planer auf 21 Millionen Euro, von denen rund sieben Millionen die Stadt übernehmen und der Rest vom Freistaat bezahlt würde.

Auch interessant: Trockenheit und Hochwasser: Bäche sollen renaturiert werden

Stadtrat diskutierte lange über Optik der Mauer

Die Mitglieder des Stadtrats diskutierten zwei Stunden über Funktion und vor allem Optik der Mauer. Einige Stadträte äußerten Sorgen. Letztlich waren sich aber alle darin einig, dass es an dieser Stelle einen Schutz brauche. Von der Donaulände aus hat sich beim Katastrophen-Hochwasser 2013 nämlich das Wasser bis in die Fußgängerzone geschoben.

Weniger Einigkeit gibt es hingegen beim geplanten Flutschutz am Inn. Weil hier Bäume gefällt werden müssten und weil so Passaus Flaniermeile optisch verändert würde, gibt es hier Widerstand aus der Bevölkerung. Diese Planungen ruhen derzeit.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!