Symbolbild: Nahostkonflikt
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Nahost-Ticker: Israel - Etwa 50 Hamas-Kämpfer in Rafah getötet

Bei "gezielten Angriffen" im Osten von Rafah seien rund 50 islamistische Kämpfer getötet und dutzende Tunnel-Schächte entdeckt worden, teilte die Armee am Samstag mit. IAlle News im Ticker.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Infoblock am .

Die wichtigsten News zum Krieg in Israel und dem Gazastreifen

  • 3.800 Teilnehmer bei Palästinenser-Demo in München (18.15 Uhr)
  • Israel tötet Islamistenführer im Westjordanland (15.16 Uhr)
  • Über provisorischen US-Hafen gelieferte Hilfsgüter bereit für Verteilung (04.15 Uhr)
  • Schiff im Roten Meer nach Beschuss leicht beschädigt (03.24 Uhr)
  • Weitere Artikel und Hintergründe zum Krieg zwischen Israel und Gaza

21.00 Uhr: Ex-Verteidigungsminister Gantz stellt Netanjahu Ultimatum

Das Mitglied im israelischen Kriegskabinett Benny Gantz stellt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein Ultimatum für ein Konzept nach Ende der Kämpfe im Gazastreifen. Das Kriegskabinett solle bis zum 8. Juni einen Plan beschließen, in dem festgelegt werde, wer im Gazastreifen nach dem Krieg mit der radikal-islamischen Hamas regieren könnte, fordert der ehemalige Verteidigungsminister auf einer Pressekonferenz. Sollten seine Erwartungen nicht erfüllt werden, werde sich seine zentristische Partei aus der von Netanjahu einberufenen Notstandsregierung zurückziehen.

20.05 Uhr: Israelische Armee - etwa 50 Hamas-Kämpfer in Rafah getötet

Bei ihrem Angriff auf die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens hat die israelische Armee nach eigenen Angaben dutzende Hamas-Kämpfer getötet. Bei den "gezielten Angriffen" im Osten von Rafah seien rund 50 islamistische Kämpfer getötet und dutzende Tunnel-Schächte entdeckt worden, teilte die Armee am Samstag mit. "Hunderte terroristischer Infrastrukturen wurden zerstört", darunter auch "Einrichtungen zur Waffenproduktion", fügte die Armee hinzu.

Nach Berichten von AFP-Journalisten dauerten Artillerie-Beschuss und Luftangriffe im Osten und Nordosten von Rafah an. Bei einem Angriff wurden nach Angaben eines kuwaitischen Krankenhauses zwei Menschen in einem Flüchtlingslager getötet.

Die Al-Kuds-Brigaden, der bewaffnete Arm der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad, berichteten ebenfalls über heftige Kämpfe im Osten von Rafah. Augenzeugen, Ärzte und AFP-Journalisten berichteten auch von heftigen Gefechten im Norden des Gazastreifens in der Nacht zu Samstag in Dschabalija.

19.49 Uhr: Israelische Soldaten bergen Leiche weiterer Geisel im Gazastreifen

Israelische Soldaten haben die Leiche eines weiteren Israelis im Gazastreifen geborgen. Es handele sich um Ron Benjamin, teilt das israelische Militär mit. Unter Berufung auf Geheimdienstkreise erklärt Sprecher Daniel Hagari, Benjamin sei bei dem Überfall von Kämpfern der radikal-islamischen Hamas auf israelisches Grenzgebiet am 7. Oktober getötet worden. Die Leiche von Benjamin sei zusammen mit den Leichen dreier weiterer Opfer der Hamas gefunden worden, deren Rückführung bereits am Freitag angekündigt wurde.

19.32 Uhr: 800.000 Menschen haben Rafah seit israelischer Offensive verlassen

Nahezu 800.000 Palästinenser haben seit dem Beginn der Bodenoffensive Israels auf Rafah am 6. Mai die Stadt verlassen. Dies teilt der Leiter des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA mit.

19.12 Uhr: Verbotene Parolen bei Demonstration zum Palästinenser-Gedenktag Nakba

Bei einer Demonstration anlässlich des palästinensischen Gedenktages Nakba in Berlin-Kreuzberg ist die Polizei mehrfach gegen Demonstranten vorgegangen. Es habe am Samstag vereinzelt Böllerwürfe gegeben und Pyrotechnik sei gezündet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Weil von dem Lautsprecherwagen an der Spitze des Protestzuges verbotene Parolen gerufen worden seien, hätte das Fahrzeug nicht mehr mitfahren dürfen. Nach einer Beratung mit der Versammlungsleitung ließ die Polizei den Zug weiterlaufen. Zuvor rief sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu auf, sich besonnen zu verhalten. 

Nach jüngsten Angaben der Polizei beteiligten sich etwa 6200 Menschen an dem Protestzug. Die Teilnehmerzahlen schwankten jedoch, weil Menschen kämen, andere aber die Versammlung verließen, hieß es. Unter dem Titel "Palestine will be free" (Palästina wird frei sein) wollten die Teilnehmer vom Oranienplatz in Kreuzberg Richtung Rotes Rathaus laufen.

18.40 Uhr: Bundeskanzler warnt vor umfassender Bodenoffensive in Rafah

Bundeskanzler Olaf Scholz hat vor einer möglichen umfassenden Militäroffensive in der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen gewarnt und mehr Hilfe für die palästinensische Bevölkerung gefordert. "Wir sind uns einig, wir in Deutschland, in Europa und auch die amerikanische Regierung: Es ist unverantwortlich, jetzt über einen Angriff auf Rafah nachzudenken, wo viele Millionen Flüchtlinge Zuflucht gefunden haben und ungeschützt sind", sagte der SPD-Politiker am Samstag in Karlsruhe auf einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei für die Europawahl am 9. Juni. "Das kann nicht gut ausgehen." 

Es müsse zudem ausreichend humanitäre Hilfe nach Gaza gelangen, forderte er - begleitet von den lauten Rufen Dutzender Protestierender gegen den Gaza-Krieg. "500 Lkw pro Tag sind das Mindeste. Wer einen Krieg führt, ist auch für die Humanität verantwortlich und für die Zivilbevölkerung, die Opfer des Krieges ist."  

18.15 Uhr: 3.800 Teilnehmer bei Palästinenser-Demo in München

Die Polizei hat eine positive Bilanz zur heutigen Palästina-Demo in der Münchner Innenstadt gezogen. Ein Polizeisprecher sprach auf BR-Anfrage von 3.800 Demonstranten in der Spitze, 100 Polizeibeamte seien im Einsatz gewesen. Die Demonstration war im Vorfeld mit 500 Teilnehmern bei der Stadt angemeldet worden, startete um 15 Uhr am Marienplatz, zog anschließend durch die Innenstadt und endete gegen 18 Uhr wieder am Marienplatz. Es habe keine polizei-relevanten Zwischenfälle gegeben, so der Polizeisprecher.

Die Versammlung heute war zum Gedenken an den sogenannte "Nakba"-Tag angemeldet worden, den Palästinenser am 15. Mai begehen. Mit "Nakba", arabisch für Katastrophe, wird von den Palästinensern die Flucht und Vertreibung aus dem heutigen Staatsgebiet Israels im Zuge des ersten arabisch-israelischen Krieges bezeichnet. Angesichts des derzeitigen Kriegs im Gazastreifen hatte das Gedenken heuer eine gewisse Brisanz und stand unter besonderer Beobachtung.

15.16 Uhr: Israel tötet hochrangigen Islamisten im Westjordanland

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff im Westjordanland ein hochrangiges Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad getötet. Die Al-Kuds-Brigaden, der bewaffnete Arm des Islamischen Dschihad, bestätigten am Samstag den Tod ihres "Kommandeurs" Islam Chamaiseh bei dem Angriff.

13.08 Uhr: Österreich unterstützt UN-Hilfsorganisation UNRWA wieder

Österreich gibt wieder Gelder für das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA). Für das Jahr 2024 seien Mittel in Höhe von 3,4 Millionen Euro veranschlagt, das erste Geld solle im Sommer fließen, so das österreichische Außenministerium.

Die Mittel waren nach Vorwürfen Israels, UNRWA-Mitarbeiter seien in den Hamas-Angriff vom 7. Oktober verwickelt gewesen, eingefroren worden. Inzwischen hat das Hilfswerk einen Aktionsplan vorgelegt, um Israelfeindlichkeit unter den Mitarbeitern besser vorzubeugen. Deutschland hat bereits im April erklärt, es werde seine Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation wieder aufnehmen.

11.58 Uhr: Gazastreifen meldet fast 35.400 Tote

Im Gazastreifen sind nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörde seit Beginn der israelischen Militäroffensive gegen die Hamas Anfang Oktober mindestens 35.386 Menschen getötet worden. Mindestens 79.366 Palästinenserinnen und Palästinenser seien verletzt worden. Die Zahlen dürften weitaus höher sein, da viele Menschen vermisst werden und zahlreiche Tote unter den Trümmern zerstörter Gebäude liegen. Die Vereinten Nationen haben die Angaben der Gesundheitsbehörde mehrfach als glaubhaft bezeichnet.

10.28 Uhr: Wieder Angriff auf Öltanker im Roten Meer gemeldet

Offenbar ist ein weiteres Schiff vor der Küste des Jemen mit einer Rakete angegriffen worden. Das meldet die britische Seeschifffahrt-Sicherheitsfirma Ambrey. An Bord des Öltankers, der unter der Flagge Panamas fahre, sei ein Feuer ausgebrochen. Der Tanker habe Hilfe erhalten und eine seiner Steuereinheiten funktioniere wohl.

10.17 Uhr: Weitere Angriffe in Rafah und im Norden von Gaza

Das israelische Militär greift nach eigenen Angaben weiter die südliche Stadt Rafah an sowie die Mitte und den Norden des Gazastreifens. Im Osten von Rafah sei ein Kommandeur des Islamischen Dschihad bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Zudem hätten israelische Truppen Waffenlager und Raketenstellungen der Islamisten zerstört. Auch die heftigen Kämpfe in der Flüchtlingssiedlung Dschabalia im Norden Gazas dauern an. In den letzten 24 Stunden seien Islamisten getötet und mehrere Tunnelschächte und eine Raketenstellung zerstört worden, so das israelische Militär..

04.15 Uhr: Über provisorischen US-Hafen gelieferte Hilfsgüter bereit für Verteilung

Die ersten Hilfsgüter, die über den von den USA errichteten provisorischen Hafen in den Gazastreifen geliefert worden sind, haben nach Angaben einer Hilfsorganisation die Lagerhäuser erreicht. Die Hilfsgüter seien zu den Depots in Deir Al Balah im Zentrum des Gazastreifens transportiert worden und seien bereit für die Verteilung, teilt das "World Food Programme" mit.

Die Vereinten Nationen hatten zuvor bekräftigt, dass Lastwagenkonvois auf dem Landweg, die in diesem Monat durch den Angriff auf Rafah unterbrochen worden sind, immer noch der effizienteste Weg seien, um Hilfsgüter zu befördern. "Um die Schrecken der Hungersnot abzuwenden, müssen wir den schnellsten und offensichtlichsten Weg nutzen, um die Menschen in Gaza zu erreichen – und dafür brauchen wir jetzt Zugang auf dem Landweg", sagt der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq.

Im Video: Hilfsgüter erreichen die Depots im Gazastreifen

Hilfsgüter erreichen die Depots im Gazastreifen
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Hilfsgüter erreichen die Depots im Gazastreifen

03.24 Uhr: Schiff im Roten Meer nach Beschuss leicht beschädigt

Ein Schiff im Roten Meer ist von einem unbekannten Objekt getroffen und leicht beschädigt worden. "Das Schiff und die Besatzung sind in Sicherheit und auf dem Weg zum nächsten Anlaufhafen", heißt es in einer Mitteilung der britischen Seeverkehrsbehörde UKMTO (United Kingdom Maritime Trade Operations). Der Vorfall ereignete sich 76 Seemeilen nordwestlich der jemenitischen Stadt Hodeidah. Weitere Einzelheiten sind noch nicht verfügbar.

00.29 Uhr: Israels Armee - Terrorist bei Luftangriff im Westjordanland getötet

Bei einem israelischen Luftangriff in Dschenin im Westjordanland ist nach Angaben der Armee ein gesuchter Terrorist getötet worden. Der Mann sei für eine Reihe von Terroranschlägen verantwortlich gewesen, darunter die Ermordung eines Israelis im Mai 2023, wie das israelische Militär in der Nacht zum Samstag bekannt gab. Auch in palästinensischen Berichten hieß es, der Mann sei bei dem Angriff auf ein Gebäude getötet worden.

Ein Kampfflugzeug und ein Hubschrauber hätten eine Kommandozentrale eines örtlichen Terrornetzwerkes angegriffen, teilte die israelische Armee weiter mit. Angeblich hätten sich darin mehrere Terroristen befunden. Einige von ihnen seien an Schießereien in der Gegend von Dschenin beteiligt gewesen. Außerdem hätten sie weitere Terroranschläge verüben wollten, behauptet die israelische Armee. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angabe nicht.

Samstag, 18. Mai 2024