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Yoga Entspannung oder anstrengende Gymnastik?

Fernöstliche Tempelkultur, entspannende Meditation und schonende Dehnübungen. Alles passt zusammen: Yoga fördert die innere Einstellung, Bewusstheit und Achtsamkeit. Außerdem hat Yoga auch mit Sportlichkeit zu tun. Reporterin Veronika Keller probiert es selbst einmal aus.

Von: Manuel Steiger

Stand: 24.06.2019

Yoga: Entspannung oder anstrengende Gymnastik | Bild: BR

Der Himalaya-Park steht nicht im fernen Nepal, sondern im oberpfälzischen Wiesent, gleich hinter Regensburg. Reporterin Veronika Keller schnuppert hier in einen Yogakurs hinein. Ihre Lehrerin ist die Physiotherapeutin Kasia Brenner.

"Yoga ist erst einmal eine ganz alte Tradition. Und letztendlich ist Yoga eine innere Einstellung, die mit Bewusstheit und Achtsamkeit zu tun hat. Der Yogastil, den ich unterrichte, heißt Hatha-Yoga. Und das sind hauptsächlich Körper Asanas, also Körperübungen. Dabei geht jeder natürlich ganz unterschiedlich die Herausforderungen an. Insgesamt geht es tatsächlich mehr um das Körperbewusstsein und darum, sich besser wahrzunehmen und auch die Körpergrenzen zu erfühlen."

Kasia Brenner, Physiotherapeutin

Yoga: Balance für Körper und Seele

Kasia Brenner passt die Stunden stets an ihre Schüler an. Dabei versucht sie eine Balance zwischen körperlichen Übungen und Entspannung zu finden. So hat sie eine eigene Mischung aus Yoga- und Achtsamkeitstraining kreiert. Bei ihren Schülern kommt das gut an.

Yoga-Übungen zum Einstieg

Gesundheit! Reporterin Veronika Keller lernt heute drei einfache Übungen: Den herabschauenden Hund, den Krieger II und den tanzenden Krieger. Sie sind die Grundlage und dienen als Vorbereitung für eine schwierige Übung, die später noch kommt.

Der herabschauender Hund

Kasia Brenner und Schülerin Nina machen die erste Übung vor. Sie ist eine Grundübung im Yoga, der herabschauende Hund, auch Adho Mukha Svanasana genannt.

"Der Hund ist eigentlich eine gute Stabilisierungsübung: Die Dehnung der Rückseiten der Beine und des Körpers, des Rumpfes, des Rückens. Die Übung dehnt und kräftigt zugleich."

Kasia Brenner, Physiotherapeutin

Yoga für jeden?

Zahllose Studien haben die positive Wirkung von Yoga nachgewiesen, unteren anderem bei Rückenschmerzen. Aber kann Yoga jeder machen?

"Tatsächlich kann jeder Yoga machen. Wichtig ist dabei, dass man von professionellen Yogalehrerinnen oder -lehrern angeleitet wird, dass man mit ihnen die einzelnen Übungen nochmals durchgeht. Sofern man Einschränkungen oder gesundheitliche Symptome hat, bekommt man dann entsprechende Variationen der Übungen gezeigt."

Kasia Brenner, Physiotherapeutin

Kasia Brenner ist es wichtig, die Yoga-Stellungen nicht als einzelne Fitnessübungen zu betrachten, vielmehr als Abfolge von Übungen, die möglichst fließend ineinander übergehen.

Krieger II und tanzender Krieger

Die nächste Übung heißt Krieger II. Sie sieht einfach aus, erfordert aber einiges an Konzentration. Als dritte Übung kommt dann der tanzende Krieger.

"Der tanzende Krieger ist eine körperöffnende Asana: Durch sie werden die Brust und die Körperseiten durchblutet, die Körperseiten gedehnt. Die Muskulatur der Beine wird nochmals stabilisiert und die Übung ist auch wirklich erhebend. Sie wirkt sehr energetisch auf den ganzen Körper."

Kasia Brenner, Physiotherapeutin

Was Yoga und Ayurveda verbindet

Für eine kurze Verschnaufpause und etwas Powerfood sorgt Yoga-Fan und Kochlehrerin Maria Käser-Aunkofer mit ayurvedischen Energiebällchen. Aber was hat Ernährung mit Yoga zu tun?

"In der ayurvedischen Küche wird viel mit Balance gearbeitet. Genauso wie bei Yoga auch. Körper, Seele und Geist sollen ins Gleichgewicht kommen."

Maria Käser-Aunkofer

Ayurveda ist mehr als 5.000 Jahre alt und kommt, ebenso wie Yoga, aus Indien. Eigentlich beschränkt sich Ayurveda auf drei Mahlzeiten am Tag. Die Energiebällchen sind also eigentlich eine Ausnahme.

Herausforderung Parivrtta Parsvakonasana

Gesundheit! Reporterin Veronika Keller steht jetzt ihre größte Herausforderung bevor. Kasia Brenner möchte ihr gerne Parivrtta Parsvakonasana zeigen, eine gedrehte Winkelhaltung und Gleichgewichtsübung. Die Drehhaltungen unterstützen auch die innere Freude.

"Komm mit dem linken Fuß bitte nach vorne, ganz an den Anfang der Matte. Mache einen großen Schritt mit dem hinteren Bein. Die Handflächen gegeneinander legen und schiebe das vordere Knie weit nach vorne, so dass du das Knie wirklich ablegst am Boden. Und dann den Oberkörper nach links drehen, so dass dein rechter Ellenbogen an die linke Außenkante deines rechten Knies kommt. Bleib erstmal da. Vielleicht gelingt es dir jetzt nochmal, das hintere Knie vom Boden zu lösen und die Ferse nach hinten auszustrecken. Und dann löse das Knie vom Boden ab."

Kasia Brenner, Physiotherapeutin

Es wird immer komplizierter. Kasia Brenner lässt nicht locker. Aber Veronika Keller stellt sich nicht schlecht an für das erste Mal. Und schließlich endet, wie jede Yoga-Stunde bei Kasia, auch diese mit einer Entspannungsübung. Totenstellung heißt die. Nach all der Anstrengung scheint dasd zu passen. Insgesamt kann Reporterin Veronika Keller Yoga nur empfehlen, auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend ist. Probieren Sie es doch mal aus! Gesundheit! wünscht viel Spaß dabei.


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