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Eine Studie belegt: Schwerelosigkeit lässt Mäuse unbeeindruckt.
© picture alliance/Bildagentur-online
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Eine Studie belegt: Schwerelosigkeit lässt Mäuse unbeeindruckt.

Das Team um April Ronca vom Nasa Ames Research Center hat 20 weibliche Mäuse auf die Internationale Raumstation ISS geschickt, um zu erforschen, wie sich die Schwerelosigkeit auf die Gesundheit der Tiere auswirkt. Laut ihrer Studie, die im April 2019 im Fachblatt "Nature" veröffentlicht wurde, hatte der Aufenthalt an Bord der Raumstation kaum Auswirkungen auf die 16 und 32 Wochen alten Mäuse. Aus den Erkenntnissen wollen die Forscher Rückschlüsse ziehen, inwieweit sich Langzeitaufenthalte im All auf den menschlichen Körper auswirken.

Weltall-Mäuse: 33 Tage auf der ISS

Im Leben einer Maus sind 33 Tage eine lange Zeit. Entsprechend war der Aufenthalt, den die 20 Mäuse im Auftrag der Nasa im All verbringen mussten, aus deren Sicht ein Langzeitaufenthalt. Für die Forscher aus Kalifornien ideal also, um die bei den Tieren festgestellten körperlichen Auswirkungen auf die Belastungen bei Astronauten zu übertragen.

Ausgezeichnete Gesundheit der Mäuse im All beobachtet

Das Ergebnis der Studie: Der Flug ins All hat die Mäuse wenig beeindruckt - weder körperlich noch in ihrem Verhalten. Sie überlebten alle, waren sowohl während des Fluges, als auch im All und danach bei bester Gesundheit. Ihr Gewicht hatte sich im Vergleich zu den am Boden gebliebenen Artgenossen nicht verändert.

Keine Angst im All: Arttypisches Verhalten trotz ungewohnter Umgebung

Auch die ungewohnte Umgebung und die Schwerelosigkeit brachte die Mäuse auf der ISS nicht aus dem Konzept. Wie die Forscher bei ihrem Experiment herausfanden, erkundeten die Nager unerschrocken jeden Winkel ihres Käfigs auf der ISS. Auch ihr Sozial-, Ess- und Pflegeverhalten blieb in der Schwerelosigkeit arttypisch.

Jüngere Mäuse werden im All unruhig

Nur die jüngeren Mäuse - nicht aber die älteren - entwickelten nach gut einer Woche im All eine ungewöhnliche Aktivität auf der Raumstation, die schließlich auch zu einer Gruppendynamik bei den jüngeren Tieren führte. Noch wissen die Forscher nicht, worauf dieses Verhalten zurückzuführen ist. Es könnte sich dabei um eine Stressreaktion oder eine Folge der Stimulation des Gleichgewichtssinns im Innenohr handeln. Aber vielleicht sehen die jungen Tiere ihre körperliche Aktivität auch einfach bloß als lohnende Tätigkeit an. Um dieses Rätsel zu lösen, seien noch weitere Untersuchungen nötig, heißt es von den Autoren der Studie.