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Unzählige Informationen - rund um die Uhr, Tag für Tag: Gar nicht so leicht, da zu unterscheiden: Welche Quelle ist vertrauenswürdig? Wann sollte man vorsichtig sein? Doch es gibt Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann.

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Wie erkenne ich eine seriöse Quelle?

Unzählige Informationen - rund um die Uhr, Tag für Tag. Gar nicht so leicht, da zu unterscheiden: Welche Quelle ist vertrauenswürdig? Wann sollte man vorsichtig sein? Doch es gibt Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann.

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Von
  • Tatjana Thamerus

"Bei der Corona-Impfung werden Mikrochips implantiert!" behauptet eine Internet-Seite. Der angebliche Beweis: Bill Gates habe sich im März 2020 bei einem "Ask Me Anything" auf der Plattform Reddit für "digitale Zertifikate" ausgesprochen, die Auskunft geben sollen, wer auf das Coronavirus getestet und wer geimpft wurde. Auf der besagten Website wird das so interpretiert, als sollten diese digitalen Zertifikate in implantierbaren Kapseln unter die Haut gebracht werden.

Aber: Hat Gates das wirklich gesagt? Was hat er gesagt? Und woher weiß ich überhaupt, ob ich dieser Quelle vertrauen kann? Im Netz kann schließlich jeder alles behaupten. Gegen diese Ungewissheiten können diese Anhaltspunkte helfen:

1. Gibt es ein Impressum?

In Deutschland gibt es eine Impressumspflicht. Auf der Webseite müssen eine Adresse, ein Klarname und eine Kontaktmöglichkeit angegeben sein: Eine juristische Person, die im Sinne des Presserechts belangt werden kann.

Wenn eine Internetseite kein richtiges Impressum hat, sondern nur ein vages "About", ist Vorsicht geboten. In so einem "About" sind meist nur einige Vornamen oder Pseudonyme zu finden. Es handelt sich also kaum um Wissenschaftler – sie würden mit vollem Namen im Impressum stehen.

2. Steht dahinter eine Einzelperson?

Am Impressum lässt sich auch erkennen, ob es sich bei den Betreibern um eine Einzelperson handelt oder um mehrere - vielleicht sogar um ein Netzwerk von Fachleuten. Es lohnt sich, den oder die Autoren in eine Suchmaschine einzugeben.

Expertise erkennt man daran, dass Menschen an einem anerkannten Institut oder einer Hochschule arbeiten und im Bereich der gesuchten Fragestellung forschen.

3. Hat der Autor in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht?

Falls ja, könnte das ein Qualitätsmerkmal sein. Denn wenn diese Zeitschrift einem so genannten Peer-Review-Verfahren unterliegt, bedeutet das, dass Studien vor der Veröffentlichung von unabhängigen Experten begutachtet werden. Schreibt jemand ein Sachbuch, ist das nicht unbedingt der Fall: Es wird nicht immer einem Faktencheck unterzogen.

4. Studien hinterfragen

Auch für Studien gilt: Nicht jede ist aussagekräftig. Wird die Methode näher beschrieben? Sind die Fakten mit Verweisen auf wissenschaftliche Literatur belegt? Und: Ist die Studie noch aktuell? Oder spiegelt sie einen Stand der Forschung wieder, der überholt ist?

5. Ist die Sprache neutral?

Allgemein stellt sich bei jedem Quellencheck die Frage: Wie sind die Informationen dargestellt? Wie ist der Ton, die Sprache? Wird mit Emotionen und Ängsten gespielt? Vertrauenswürdige Fachleute vermitteln ihr Wissen so objektiv und neutral wie möglich. Sie vermeiden ideologische Begriffe wie "Big Pharma" und behaupten nicht, die "absolute Wahrheit" gefunden zu haben, sondern kommunizieren offen und transparent, was bei einem Thema unsicher oder unbekannt ist. Hat der Text womöglich viele Rechtschreibfehler? Das könnte ein Hinweis auf einen fehlenden redaktionellen Prozess sein.

6. Was hat der Absender für eine Motivation?

Was sich noch überprüfen lässt: Ist transparent, wie sich der Absender finanziert? Gehört er einer politischen Gruppe oder Partei an?

Was die Mikrochips und das Gerücht um Bill Gates angeht, so zeigt eine kurze Netzrecherche, dass sich schon mehrere seriöse Faktencheck-Seiten mit der Falschmeldung beschäftigt haben. Auch der #Faktenfuchs hat sich mit dem Thema Mikrochips befasst. All diese Recherchen haben gezeigt, wie eine arglose Aussage von Bill Gates ins Bedrohliche verdreht wurde. Weil Spektakuläres gern weitererzählt wird, verbreitet sich die Falschmeldung seitdem auf vielen Wegen.

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