BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR/Sarah Beham

Für einen jungen Luchs aus dem Tierpark Lohberg im Lkr. Cham führt sein Weg in die Freiheit: Der Jungluchs wird jetzt im Rahmen eines EU-geförderten Programms in einem Nationalpark in Polen ausgewildert.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Vom Tierpark in die Wildnis: Bayerwald-Luchs wird ausgewildert

Für einen jungen Luchs aus dem Bayerwald-Tierpark Lohberg führt der Weg in die Freiheit: Der Jungluchs wird jetzt im Rahmen eines EU-geförderten Programms in einem Nationalpark in Polen ausgewildert. Kein ganz ungefährliches Unterfangen.

Per Mail sharen
Von
  • Sarah Beham
  • BR24 Redaktion

Für Tierpfleger Andreas Hupf ist es das letzte Mal, dass er seine vier Luchse zusammen im Tierpark Lohberg im Landkreis Cham sieht: Einer soll heute die Reise nach Polen antreten, um dort ausgewildert zu werden. Es ist eines der beiden Jungtiere, die das Luchs-Paar des Tierparks im vergangenen Jahr bekommen hatte.

EU-Auswilderungsprojekt: Luchs kommt in Nationalpark

Der Jung-Luchs kommt jetzt im Rahmen eines EU-geförderten Auswilderungsprogramms nach Polen in einen Nationalpark in die Wildnis.

"Ich schaue dem mit einem lachenden und tränenden Auge entgegen. Man baut eine Bindung zu den Tieren auf. Aber im Nationalpark in Polen hat er einen guten Platz, da kann man sie mit gutem Gewissen abgeben." Andreas Hupf, Tierpfleger

Aleksandra Smaga vom Auswilderungsprojekt in Polen freut sich, dass sie einen Bayerwald-Luchs in die Wildnis nach Polen mitnehmen kann: "Über 400 Jahre hatten wir keine Luchse im Freien. Das ist sehr wichtig, dass wieder freie Pinselohren in unseren Wäldern zu sehen sind."

© BR/Sarah Beham
Bildrechte: BR/Sarah Beham

Die Transportbox aus Holz steht bereit

Weg in die Freiheit mit Betäubung

Doch der Weg in die Freiheit dauert: Zunächst muss der junge Luchs betäubt werden, dafür kommt das polnische Auswilderungs-Team in den Tierpark. Die Betäubung wird vorbereitet, ebenso die Transportbox mit Stroh.

Mit einem Blasrohr wird der Jungluchs mit einem Pfeil "angeschossen" und damit betäubt. Nur ein paar Sekunden, schon legt sich der Luchs auf den Boden, wird schläfrig. "Sehr gut getroffen", so das Fazit von Tierpark-Leiterin Claudia Schuh.

© BR
Bildrechte: BR

Ein junger Luchs aus dem Tierpark in Lohberg im Landkreis Cham bekommt im Westen Polens eine neue Heimat.

Auswilderung: Pfleger riskieren ihr Leben

Doch jetzt steht der schwierigste Teil bevor: Der betäubte Luchs muss aus dem Gehege getragen werden. Tierpfleger Hupf und sein polnischer Kollege müssen rein ins Gehege, zu den anderen Luchsen. Die werden erst einmal mit Fleisch abgelenkt. Dennoch besteht Gefahr für die Tierpfleger beim Betreten des Luchs-Geheges: "Im schlimmsten Fall kann es sein, dass sie angreifen", so Hupf.

Ziel Auswilderungsprojekt: Luchspopulation in Wäldern sichern

Doch die Luchse verhalten sich ruhig, sie sind Tierpfleger Hupf gewöhnt. Alles verläuft nach Plan: Der betäubte Jungluchs wird an allen Vieren getragen und draußen auf einer Box abgelegt, nochmals betäubt, gewogen, durchgecheckt und gechipt.

Und dann geht es für den Luchs nach Polen, Richtung Freiheit. In ein paar Wochen kann der Luchs im Nationalpark jagen und sich vermehren - denn das ist das Ziel des Auswilderungsprojekts.

© BR/Sarah Beham
Bildrechte: BR/Sarah Beham

Betäubt tritt der Jungluchs die Reise nach Polen an

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!