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© Nationalpark Bayerischer Wald
Bildrechte: Nationalpark Bayerischer Wald

Eine Aufnahme, die im Rahmen des Monitorings gemacht wurde, zeigt eine seltene Situation: Einen Luchs, der einer Wildkatze auf der Spur ist.

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    Wildtier-Blitzer im Nationalpark Bayerischer Wald

    Egal, wie schnell sie sind, sie werden geblitzt. Im Rahmen eines großen Fotofallen-Monitorings untersucht der Nationalpark Bayerischer Wald gerade das Verhalten von Wolf, Luchs oder Wildkatze. Spannende Erkenntnis: Die Tiere nutzen Wanderwege!

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    Von
    • Konstantin König
    • BR24 Redaktion

    Im Nationalpark Bayerischer Wald läuft aktuell ein großes Wildtier-Monitoring. Mit Hilfe von Fotofallen sollen neue Erkenntnisse über das Verhalten von Luchs, Wolf und Wildkatze gewonnen werden: Geht die Wildkatze dem Luchs aus dem Weg? Wo fühlen sich Hirsche und Rehe am wohlsten? Bleiben die Wölfe in der Kernzone des Nationalparks?

    Wildtiere bevorzugen Wanderwege für Streifzüge

    Um die geschützten Tierarten wie Luchs, Wolf und Wildkatze zu beobachten, setzt der Nationalpark schon seit vielen Jahren Kameras ein. Aktuell sind diese aber neu positioniert - direkt an Wanderwegen. Der Grund: Gerade große Beutegreifer wie der Wolf bevorzugen bei weitläufigen Streifzügen lieber Wege statt den Wald, weil sie dort schneller vorankommen, erklärt Professor Marco Heurich, Leiter des Sachgebiets Wildmonitoring.

    "Durch die Kameras am Weg können wir viel häufiger Tiere fotografieren und sie sind auch meist deutlicher zu erkennen", sagt Heurich. Gerade für die Bestimmung der Luchse, von denen jeder eine ganz individuelle Fellzeichnung hat, ist dies von Bedeutung. "Durch die Fotos können wir Rückschlüsse auf die Vorkommen der unterschiedlichen Arten ziehen und wir erfahren mehr über das Verhalten der Tiere, zum Beispiel wo sie sich bevorzugt aufhalten."

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    In Kombination mit den Kamerafallen werden angeraute Holzpfähle mit Baldriantinktur besprüht, dies lockt Wildkatzen an.

    Holzstöcke mit Baldrianduft

    Mit den Ergebnissen des Monitorings kann der Nationalpark den Wildtierschutz optimieren. Die Fotoaktion - das Monitoring - läuft noch bis November und legt besonderes Augenmerk auf die Wildkatze, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus dem Bayerischen Wald verschwunden und heimlich und unbemerkt zurückgekehrt war. Vor den Kamerafallen werden Holzpfähle mit einer Baldriantinktur besprüht. Der Duft lockt die Katzen an, die sich an dem Holz reiben und dann Haare verlieren. Anhand der Haare können genetische Analysen gemacht werden.

    Datenschutz der Wanderer gewährleistet

    Zum Thema Datenschutz erklärt die Nationalparkverwaltung, dass vor der Auswertung durch Menschen ein Computerprogramm die Aufnahmen scannt. Erkennt das Programm Menschen, werden diese sofort mit einem schwarzen Balken überdeckt, um den Datenschutz zu gewährleisten. Außerdem sind die Kameras meist so ausgerichtet, dass nur die Beine der Wanderer zu sehen sind.

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