Die Fraunhofer Gesellschaft will in  Penzberg in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Roche und dem Klinikum der LMU München neue Viren erforschen und Therapien und Diagnostika entwickeln. Schon jetzt wird in angemieteten Labors gearbeitet.
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Die Fraunhofer Gesellschaft will in Penzberg in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Roche und dem Klinikum der LMU München Viren erforschen.

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Penzberg wird Zentrum der Pandemieforschung

Die Fraunhofer-Gesellschaft will zusammen mit dem Pharmakonzern Roche und der Medizinischen Fakultät der LMU München pandemische Erreger erforschen und neue Therapien entwickeln. Heute hat sie in Penzberg dafür ein Forschungszentrum eröffnet.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im BR Fernsehen am .

Am Freitagmittag wurde in Penzberg ein neues Pandemieforschungszentrum eröffnet. Die Fraunhofer-Gesellschaft will in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Roche und der Medizinischen Fakultät der LMU München pandemische Erreger erforschen und neue Diagnostika und Therapien entwickeln. Das eigentliche Zentrum ist noch in der Planung, aber getrieben von der Corona-Pandemie wurde schon jetzt die Arbeit aufgenommen.

Kosten für Pandemieforschungszentrum: 80 Millionen Euro

Vorbei die Zeit, als Immunologen und Pandemieforscher ein Schattendasein führten. Die Corona-Pandemie hat sie ins Rampenlicht gerückt. Jetzt sind Fördergelder da, weltweit spielen die Ergebnisse der Forscher eine entscheidende Rolle. Rund 80 Millionen Euro kostet der neue Standort, der in unmittelbarer Nähe zum Werksgelände von Roche entsteht. Die eine Hälfte trägt der Freistaat, die andere der Bund.

Forschung an Viren und Therapie

Gut investiertes Geld, meint Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in Anbetracht der Milliardenschäden, die das Coronavirus in der Wirtschaft angerichtet habe. Noch arbeiten die Wissenschaftler in angemieteten Labors des Pharmakonzerns Roche, aber die Planungen für einen Institutsneubau laufen. Dort sollen Forscher, Praktiker und Anwender eng zusammenarbeiten - neue Erreger erkennen, analysieren und Gegenmaßnahmen entwickeln in Form von Diagnostika und Therapie. Im Fokus steht auch die Erforschung des menschlichen Immunsystems. Gemeinsam soll in einem weltweiten Netzwerk schneller und effektiver auf neue Viren reagiert werden.

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Fertigstellung 2025 geplant

Raoul Klingner, Forschungsdirektor der Fraunhofer-Gesellschaft, spricht von einer einzigartigen Konstellation. Weltweit gebe es nichts Vergleichbares, und der Standort Penzberg sei ideal geeignet. Im Laufe der Jahre sei hier ein "Medical Valley" entstanden, das weltweit seinesgleichen suche. Weitere medizinische und mikrobiologische Start-ups sollen sich in naher Zukunft ansiedeln.

Läuft alles nach Plan, soll das Pandemiezentrum bis 2025, spätestens 2026 fertig sein. Derzeit sind zahlreiche Stellen ausgeschrieben. Rund 50 Arbeitsplätze entstehen: neben Medizinern und Mikrobiologen sind auch IT-Spezialisten gefragt.

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