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Anabel Knoll nimmt zum ersten Mal an Olympia teil und bereitet sich konzentriert darauf vor.

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Olympia-Überraschung: Ingolstädter Triathletin bereitet sich vor

Völlig überraschend qualifizierte sich die Ingolstädter Triathletin Anabel Knoll für die Olympischen Sommerspiele in Tokio. Schnell musste sie nun ihren Trainingsplan umstellen, denn der Countdown läuft.

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Von
  • Daniela Olivares

Mit kräftigen Zügen gleitet Anabel Knoll durchs Schwimmbecken. Es ist kurz nach neun Uhr morgens. Die 25-jährige Ingolstädterin hat bereits gut 400 Meter im Wasser zurückgelegt. Und das ist erst der Anfang ihres Tages. Nach gut zwei Stunden Schwimmtraining, steigt sie auf ihr Rad.

Vater trainiert Tochter

"Anabel, hier musst du unbedingt den Gang wechseln", empfiehlt Trainer Roland Knoll. Der gleiche Name ist kein Zufall. Knoll trainiert seine Tochter. Und ist erfahren im Triathlon. Er war schon Bundestrainer und betreute Olympiasieger Jan Frodeno. "Wenn meine Tochter jetzt bei Olympia startet, ist alles natürlich etwas emotionaler", erzählt Knoll.

Radfahren stärkste Disziplin

Ihre stärkste Disziplin ist das Radfahren. "Das ist eigentlich lustig, weil das war früher meine schlechteste Disziplin. Aber alles in allem bin ich ganz gut aufgestellt", meint die Ingolstädterin. Wichtig sei jetzt, dass nicht Quantität vor Qualität im Training stehe.

Trainingsplan jetzt auf Olympia ausgerichtet

Die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio kam völlig überraschend. Als Außenseiterin startete Knoll in das interne Rennen vor rund vier Wochen. Jetzt wird fokussiert gearbeitet: "Trainieren, trainieren, trainieren, und natürlich die Ruhe bewahren und es nicht übertreiben", meint Anabel Knoll.

Zwei Starts bei Olympia

Seit zwei Jahren trainiert sie am Bundestützpunkt Triathlon in Nürnberg. Das Trainingszentrum hat ihr Vater Roland Knoll mit aufgebaut. Anfangs waren es nur wenige Sportler. Mittlerweile sind es über 30. Bei den Olympischen Spielen wird Anabel Knoll gleich zwei mal an den Start gehen. Beim Einzelrennen und bei der Mixed Relay Staffel. Im Einzel heißt das: 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zum Schluss noch 10 Kilometer laufen.

Training und Studium

Anabel Knoll trainiert zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche. Doch das ist nicht alles. Sie studiert auch noch Biodiversität und Ökologie im Masterstudiengang. Einige ihrer Prüfungen hat sie jetzt allerdings verschoben. Ihre volle Konzentration ist auf die Spiele gerichtet.

Ernährungsplan?

Auf die Ernährung achten Profisportler im Allgemeinen, aber es gebe keinen Ernährungsplan, berichtet die 25- jährige Triathletin: "Wenn ich mag, esse ich auch mal Schokolade, aber alles mit Maß und Ziel." Und vor dem Rennen kommen dann meist Kartoffeln oder Reis auf den Teller.

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Für Anabel Knoll wird mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen ein Traum wahr.

Trainingslager in Italien

Um sich an die klimatischen Bedingungen zu gewöhnen, reist Anabel Knoll vorher ins Trainingslager in die Toskana. "Da sollten zumindest die Temperaturen passen, weil viel 'rumfliegen wollen wir wegen Corona nicht", meint Trainer Knoll. Das Trainingslager habe man kurzfristig nach der Qualifikation für Olympia organisiert. In Tokio erwarten die Olympioniken heiße Temperaturen. Auf über 30 Grad wird das Thermometer steigen, dazu kommt noch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Aber Anabel Knoll fühlt sich gut vorbereitet: "Hitzerennen machen mir eigentlich keine Probleme." Zwei Jahre trainierte sie in Florida, dadurch ist sie an hohe Temperaturen gewöhnt.

Allein in Tokio

Die Spiele stehen aber natürlich im Zeichen der Corona-Pandemie. So wird die Sportlerin alleine – ohne Trainer und Familie – nach Tokio zu den Wettkämpfen reisen. "Das ist natürlich schade. Aber wir sind vier Triathleten, wir werden uns dann gegenseitig aufbauen und vielleicht wird dadurch das Team noch stärker." Wie ihr Vater und Trainer das Rennen mitverfolgt, weiß er noch nicht. "Vielleicht geh ich auch einfach laufen im Wald, wenn ich sehr nervös bin", meint er lachend.

Alles ist drin

Und wie sehen ihre Chancen aus? "Alles drin!" Klar, habe sie Ziele, meint die Sportlerin, aber wie es auch ausgeht, ein großer Traum ist schon mal wahr geworden: die erste Teilnahme an Olympischen Spielen.

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Die Ingolstädterin Anabel Knoll startet bei Olympia.

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