BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BRK BGL
Bildrechte: BRK BGL

Das rund 100 Meter breite und 300 Meter lange Lawinenfeld am Staufenkar

Per Mail sharen

    Lawine am Hochstaufen: Skitourengeher gerettet

    Drei junge Skitourengeher hatten in den Chiemgauer Alpen Glück im Unglück. Am Staufenkar ging auf einer Höhe von 1.500 Metern plötzlich eine Lawine ab. Die Männer wurden mitgerissen und teilweise verschüttet, konnten dann aber gerettet werden.

    Per Mail sharen
    Von
    • Martin Breitkopf
    • Christine Haberlander

    Drei junge Skitourengeher haben am Freitagnachmittag Glück im Unglück gehabt und einen Lawinenabgang am Staufenkar im Berchtesgadener Land überlebt. Sie waren gerade auf einem steilen Stück an der Nordwestseite des Hochstaufens auf rund 1.650 Meter Höhe im Aufstieg, als sich plötzlich ein etwa 100 Meter breites und rund ein Meter hohes Schneebrett löste. Die Männer im Alter von 22, 25 und 33 Jahren wurden rund 100 Höhenmeter mitgerissen und teilweise schwer verletzt. Zufällig war ein Bergwachtmann privat in der Nähe - er leistete Erste Hilfe und organisierte die Rettung.

    Ohne Ski erfasst - zum Glück

    Dass es nicht zu einem noch größeren Unglück kam, haben die Skitourengeher wohl auch der Tatsache zu verdanken, dass sie im entscheidenden Moment ohne Ski unterwegs waren. Ein Sprecher der Bergwacht erklärt: Bei nicht ausgelöster Bindung bestehe generell die Gefahr, dass man - wie ein Anker - in der Lawine nach unten gezogen werde.

    Bergwachtmann leistet Erste Hilfe

    Hilfe bekamen die jungen Männer von einem Bergwachtmann aus Freilassing, der gerade privat im Aufstieg war, als sich geschätzte 200 Höhenmeter über ihm der Lawinenunfall ereignete. Sofort setzte er bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, nahm mit seinem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät auf dem rund 300 Meter langen und 100 Meter breiten Kegel die Suche auf und leistete den Skitourengehern Erste Hilfe. Bergretter der umliegenden Bergwachten wurden alarmiert. Sie rückten mit Quad und Skiern an. Unterstützung bekamen sie von einem Rettungshubschrauber. Die drei Verletzten wurden mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen.

    33-Jähriger schwer verletzt

    Den schwer verletzten 33-Jährigen brachten die Einsatzkräfte ins Salzburger Landeskrankenhaus; der mittelschwer verletzte 25-Jährige und der leicht verletzte 22-Jährige kamen mit einem weiteren Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Ein Rettungshundeteam und weitere Bergretter suchten die Lawine nach möglichen weiteren Verschütteten ab. Nach gut drei Stunden konnte der Einsatz beendet werden - es waren rund 60 Einsatzkräfte der Bergwacht Region Chiemgau, mehrere Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei sowie weitere Sanitäter und Notärzte im Einsatz.

    Lawinenwarndienst: mäßige Lawinengefahr

    Laut dem bayerischen Lawinenwarndienst herrscht derzeit mäßige Lawinengefahr. Das Hauptproblem ist frischer Triebschnee. Dieser kann oberhalb von 1.600 Metern im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Südost sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden mit der geringen Zusatzbelastung eines einzelnen Skifahrers ausgelöst werden, heißt es im Lawinenlagebericht. Die Schneebretter sind klein bis mittelgroß, wenn sie jedoch auf bodennahe, schwache Schneeschichten durchschlagen, können sie vereinzelt auch groß werden. Die nächsten Tage werden wieder winterlich. Die Lawinengefahr wird sich langsam weiter entspannen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Von
    • Martin Breitkopf
    • Christine Haberlander
    Schlagwörter