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Mit einer Corona-Testpflicht ist die Schule in Bayern nach Ostern gestartet. Aber wie kann sichergestellt werden, dass die Schüler richtig testen? Eine Würzburger Grundschullehrerin setzt zum Beispiel auf bunte Bilder – und bleibt doch skeptisch.

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Eigeninitiative und Skepsis rund um Schulbeginn mit Corona-Tests

Mit einer Corona-Testpflicht ist die Schule in Bayern nach Ostern gestartet. Aber wie kann sichergestellt werden, dass die Schüler richtig testen? Eine Würzburger Grundschullehrerin setzt zum Beispiel auf bunte Bilder – und bleibt doch skeptisch.

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Von
  • Carolin Hasenauer
  • BR24 Redaktion

Montagmorgen kurz nach acht. Pia Preuß begrüßt ihre Klasse an der Gustav-Walle-Grundschule in der Lindleinsmühle in Würzburg. Mit Sicherheitsabstand ist die Hälfte der Klasse anwesend, die andere Hälfte zuhause – Wechselunterricht. "Ihr Lieben, zwei Mal in der Woche sollen wir jetzt einen Corona-Test machen, gemeinsam in der Schule. Ihr seid ja schon Zweitklässler, deshalb bin ich mir sicher, dass wir das gut schaffen."

Für die Kleinen feinmotorisch ein Problem

Mit bunten Bildern, die sie an die Tafel heftet, erklärt Preuß, worauf die Schülerinnen und Schüler beim Selbst-Testen achten müssen: Hände vorher waschen und die Maske erst herunternehmen, wenn das Stäbchen in die Nase muss. Vor ihrer Klasse zeigt sich Preuß natürlich optimistisch – doch sie hat einige Zweifel an der aktuellen Regelung: "Manche können keine Schleife binden, manche können ihren Reißverschluss nicht zumachen oder etwas ausschneiden. Jetzt müssen die den kleinen Deckel an dem Röhrchen abpfriemeln, mit dem Teststäbchen in der Nase bohren – also ich sehe das problematisch." Gerade in den ersten Klassen an der Grundschule sei das Selbst-Testen schwer durchführbar.

"Hatschi!" – Lehrkräfte haben Angst vor Ansteckung

"In den höheren Stufen denke ich kriegen die das schon eher hin." Doch wenn das Test-Stäbchen in der Nase zu kitzeln anfängt, ist auch die Nase eines Achtklässlers nicht sicher: Er muss niesen. Und auch das bereitet den Lehrkräften Sorgen, sagt Preuß: "Da sitzen dann die Schülerinnen und Schüler kurzzeitig ohne Maske da und alle fangen das Niesen an."

Corona-Tests zeitintensiv, aber nötig und wichtig

Pia Preuß ist mit ihrer Skepsis nicht allein. Gerade an Grundschulen sind die Lehrkräfte mit der aktuellen Regelung unzufrieden. So auch Schulleiterin Maike Gressel: Dass Unterricht in Präsenz überhaupt stattfinden kann, sei für die Schülerinnen und Schüler sehr wichtig – die Testungen seien jetzt eben das kleinere Übel.

"Leider geht für das Selbst-Testen in der Schule sehr viel Zeit drauf. Die erste Stunde ist bei den Grundschul-Klassen auf jeden Fall weg." Einige Schulen kooperieren deshalb etwa mit Apotheken, andere Schulen haben sich ein eigenes kleines Testzentrum aufgebaut für einen reibungslosen und sicheren Ablauf. Hier packen etwa geschulte Lehrkräfte oder auch Eltern mit an. Rathaus und Schulamt erklären auf Anfrage, dass die Schulen je eigene Wege gefunden haben, mit der Vorschrift umzugehen.

Lehrkräfte würden zuhause Testen bevorzugen

Trotzdem: Viele Lehrkräfte würden sich eigentlich wünschen, dass die Kinder die Tests zuhause mit ihren Eltern durchführen – da sei den Familien zu wenig zugetraut worden. Denn das Testen in der Klasse kann auch Druck erzeugen, findet Pia Preuß: "Was ist, wenn der Test bei einem Kind positiv ist? Das ist eine emotional belastende Situation. Das Kind hat ja gehört, dass man an Corona sterben kann, es kriegt vielleicht Angst. Und im schlimmsten Fall reagieren die anderen in der Klasse vielleicht hysterisch."

Kinder nehmen die neue Situation pragmatisch

Aufklären, kindgerecht, das ist jetzt erstmal das wichtigste. Die 2. Klasse an der Gustav-Walle-Grundschule schaut noch gemeinsam das Erklär-Video der Augsburger Puppenkiste. Schulleiterin Maike Gressel erlebt an ihrer Schule, dass Kinder in dem Alter eigentlich unkompliziert und sehr pragmatisch an die Sache herangehen. "Mein Sohn ist auch Zweitklässler, wir haben das mit dem Test mal ausprobiert. Der meinte: 'Also es ist zwar schwer, aber Mama, ich krieg das schon hin.'" Gressel schätzt, wenn sich eine gewisse Routine eingestellt hat, gehöre das Selbst-Testen für die Kinder zum Schulalltag dazu.

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