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Bildrechte: picture-alliance/dpa

Ab Montag soll morgens vor dem Unterricht getestet werden. Nur wer ein negatives Ergebnis hat, darf in den Präsenzunterricht. Kultusminister Piazolo sieht die Tests als große Chance, den Unterricht im Klassenzimmer aufrecht zu erhalten.

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Corona-Testpflicht am Schulbeginn nach Ostern sorgt für Wirbel

Mit einer Testpflicht geht am Montag die Schule in Bayern nach den Osterferien wieder los. Zweimal pro Woche sollen Schüler und Lehrer dann Corona-Schnelltests machen. Das stellt Schulen und Verwaltung in Unterfranken vor Herausforderungen.

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Von
  • Carlotta Sauer

Zweimal wöchentlich sollen sich Schülerinnen und Schüler bei einer 7-Tage-Inzidenz unter dem Grenzwert von 100 testen lassen, bei einer höheren Inzidenz häufiger. Die Kinder und Jugendlichen testen sich in den Schulen selbst, sie können aber auch einen aktuellen PCR-Test oder Antigen-Schnelltest vorzeigen. Diese Regelungen hat der Bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) auf einer Pressekonferenz zum Schulstart bekräftigt: "Am Unterricht können nur die teilnehmen, die getestet sind." Er bezeichnete die Tests als "Eintrittskarte für den Präsenzunterricht". Insgesamt seien mit 17,6 Millionen ausgelieferten Tests an die Schulen in Bayern genug Testmöglichkeiten vorhanden. Die Umsetzung der Testpflicht stellt Unterfränkische Schulen aber noch vor Herausforderungen.

Mittlerweile mehr Selbsttests für Würzburger Schulen

Laut der Würzburger Schulbürgermeisterin Judith Jörg (CSU) sind an den Schulen im Stadtgebiet genügend Tests vorhanden. In den Osterferien wurden für die 92 Schulen in Würzburg, darunter auch Berufsschulen, etwa 100.000 Selbsttests geliefert. Mit ihnen können sich ab Montag nun Schülerinnen und Schüler testen lassen. Bisher war dies aufgrund von zu wenigen Lieferungen lediglich dem Personal möglich. Insgesamt habe die Stadt Würzburg für ihre Schulen nun 223.800 Tests erhalten.

Die von Jörg vor den Osterferien erhoffte Erleichterung des Schulbetriebs durch ausreichende Tests sei aber nicht eingetroffen. Um Personal der Schulen sowie Schülerinnen – wie ab Montag vorgesehen – zweimal wöchentlich zu testen, brauche es in Würzburg 60.000 Tests. Die Schulbürgermeisterin vermisst hier Planungssicherheit und sagt: "Wir sind alle gespannt, wie das anlaufen wird. Mit der gelieferten Anzahl an Tests sind wir ungefähr zwei Wochen ausgestattet, die Lehrer aufgrund vorheriger Lieferungen etwas länger." Zwei Schulen kooperieren beim Testen unter anderem mit Apotheken.

Aschaffenburg hat für April genug Selbsttests für Schulen

Anders sieht die Lage in Aschaffenburg aus. Dort sind drei Lieferungen der Corona-Selbsttests eingetroffen, zwei davon im April. Mit den rund 150.000 Tests sei der gesamte April mit zusätzlichen Reserven abgedeckt. Die zweite Bürgermeisterin der Stadt Aschaffenburg, Jessica Euler (CSU), verantwortlich für Jugend, Schule und Soziales, sagte: "Es wurden zum richtigen Zeitpunkt die erforderlichen Tests geliefert. Das Personal an den Schulen und Bildungseinrichtungen testet seit Mitte März 2021, die Versorgung mit Tests läuft planmäßig." Die Stadt Aschaffenburg benötigt nach eigenen Angaben wöchentlich circa 37.000 Tests, um die 16.000 Schülerinnen und Schüler sowie das Personal zu testen. Für Mai seien die erforderlichen Tests bereits angefordert worden.

Herausforderung: Testen im Unterricht

Eine zentrale Herausforderung stellt die Testpflicht ab Montag für Lehrkräfte dar. Zum einen koste das Testen jeweils eine halbe Stunde der Unterrichtszeit und fällt immer in dieselben Fächer der ersten Schulstunden. Zudem sind die Lehrer, wenn sich ihre Schülerinnen und Schüler gleichzeitig ohne Maske testen, kurzfristig einer erhöhten Aerosolbelastung ausgesetzt – ein zusätzliches Infektionsrisiko für noch nicht geimpfte Lehrkräfte. Schulbürgermeisterin Judith Jörg spricht sich deshalb dafür aus, die Testpflicht an Schulen online umzusetzen, etwa "per Online-Meeting, das am Sonntag gemeinsam durchgeführt wird."

Kultusminister Piazolo: Selbsttests leicht anwendbar

Kultusminister Piazolo appellierte darüber hinaus an die Eltern, deren Sorgen berechtigt seien, sich aber nicht zu stark auf ihre Kinder übertragen sollten. Im Gegensatz zu Corona-Schnelltests, die geschultes medizinisches Personal durchführt, seien die Selbsttests ohne Unannehmlichkeiten und leicht anzuwenden. Der Kultusminister sagte: "Ein Selbsttest ist kein Grund für Angst, sondern ein Grund für Hoffnung."

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