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Mario Brandl bei seiner Bade-Premiere im neuen Inklusionsbad Perlesreut

Bildrechte: BR/Sarah Fischbacher
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Baden ohne Barrieren: Inklusionsbad in Perlesreut eröffnet

Ohne Einschränkung schwimmen - egal ob mit Behinderung oder ohne. Das verspricht die "Ilztalperle", Niederbayerns erstes Inklusionsbad. Es eröffnet jetzt in Perlesreut im Kreis Freyung-Grafenau. Ein junger Rollstuhlfahrer hat es vorab ausprobiert.

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Sarah FischbacherSarah FischbacherBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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In Perlesreut im Landkreis Freyung-Grafenau öffnet jetzt das erste Inklusionsbad Niederbayerns, die "Ilztalperle". Das ganze Gelände ist barrierefrei und Rollstuhlfahrer kommen über Rampen und Hebelift ins Außenbecken. Der 25-jährige Mario Brandl ist Rollstuhlfahrer und hat das Bad vorab getestet.

Nach zehn Jahren erstmals wieder baden

Langsam rollt Mario ins Becken. Er sitzt in einem Baderollstuhl und wird über eine Rampe ins flache Wasser des Schwimmbeckens geschoben. Der 25-Jährige hat seit Geburt FSHD, eine Muskelschwund-Erkrankung.

Als Teenager war er mit seinen Freunden oft schwimmen, damals im noch nicht umgebauten Bad in Perlesreut. Doch seit er mit dem Rollstuhl unterwegs ist, war Baden hier keine Option mehr. Zum ersten Mal seit zehn Jahren kann Mario nun wieder ins Becken. "Es haut hin", freut er sich. "So funktioniert Inklusion in der Praxis!"

Inklusion - Wunsch der ganzen Gemeinde

Inklusion in die Praxis umsetzen - das war nicht nur Ziel von Gemeinde und Badbetreibern. Perlesreuts Bürgerinnen und Bürger konnten vor einigen Jahren abstimmen, als der Markt vor der Frage stand: Das alte Schwimmbad dicht machen oder mit einem ganz neuen Konzept und Förderungen umgestalten? Das Votum fiel auf ein Inklusionsbad. 3,6 Millionen Euro kostete der Umbau. Bund, Land und Kommune trugen die Kosten gemeinsam.

Rutschen, Rampen, Rollatoren

Inzwischen sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Neben den bisherigen Wickelräumen für Kinder gibt es nun auch welche für Erwachsene. Durchs Gelände führen nicht nur Treppen, sondern überall auch Rampen, damit man mit dem Rollstuhl und dem Kinderwagen genauso gut vorankommt wie zu Fuß. Rutsche, Wasser-Fontänen und Spielplatz ergänzen das Angebot auch für Familien.

Inklusion als Prozess

Erst ab der Eröffnung wird sich zeigen, wie gut die neue Barrierefreiheit in der Praxis funktioniert. Betreiber und Gemeinde werden sich auch weiterhin Gedanken machen: Wie könnte es noch besser funktionieren? Inklusion ist ein Prozess. An dem können auch die Besucherinnen und Besucher des Bads mitwirken. An dessen Eingang steht: "Jeder Mensch ist anders, darin sind alle gleich". Denn hier im Bad sollen nicht nur bauliche Barrieren weggenommen werden, sondern auch die im Kopf.

Das Inklusionsbad hat fast alles, was Menschen mit Handicap den Aufenthalt und das Schwimmen so angenehm wie möglich macht.

Bildrechte: BR/Martin Gruber

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