BR24 Logo
BR24 Logo
Wissen

Pharaoameisen können gefährliche Krankheitskeime übertragen | BR24

© picture alliance / blickwinkel

Eine Pharaoameise kommt selten allein

1
Per Mail sharen
Teilen

    Pharaoameisen können gefährliche Krankheitskeime übertragen

    Die Pharaoameise ist winzig klein und gefährlich: Sie frisst Exkremente, Erbrochenes und rohes Fleisch und belädt sich dabei mit Keimen, die sie weiter verbreitet. Nimmt man eines der Tiere wahr, hat man längst ein riesiges Ameisenvolk im Haus.

    1
    Per Mail sharen
    Teilen

    In unseren Breiten können Pharaoameisen nur in Gebäuden überleben, die ständig beheizt werden. Bei Temperaturen von null Grad sterben sie. Sie siedeln sich gerne in Bäckereien, Hallenbädern, Großküchen, Gewächs- und Krankenhäusern an. Die Pharaoameisen fressen alles, was ihnen vor die Beißer kommt.

    Krankheitsüberträger im Krankenhaus

    Im Gegensatz zu anderen Ameisenarten kommen sie nicht alleine mit Süßem aus, sie brauchen Eiweiß für die Aufzucht der Nachkommenschaft. Und so machen sie sich auch über rohes Fleisch, Wurst und Aas her. Durch ihre Ernährungsgewohnheiten beladen sich die Pharaoameisen mit Krankheitskeimen, die sie auf Lebensmittel, Flächen oder Gegenstände übertragen. So verbreiten sie nachweislich Erreger wie Salmonellen, Streptokokken und Staphylokokken.

    Zu einem großen Problem können die winzigen Ameisen in Krankenhäusern werden. Sie können unter Gipsverbände krabbeln und bei Patienten an Wundrändern fressen - und werden so zu gefährlichen Krankheitsüberträgern.

    "Da sie eine Vorliebe für eiweißreiche Substanzen haben, spielen sie in Krankenhäusern insbesondere auf Intensiv- und Entbindungsstationen, in OP-Bereichen und Abteilungen für Infektionskrankheiten eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Keimverbreitung. Sie gelten als eine von mehreren potentiellen Ursachen sogenannter Krankenhausinfektionen (Nosokomialinfektionen)." Umweltbundesamt

    Beseitigung der Pharaoameisen dauert Jahre

    Die Bekämpfung von Pharaoameisen-Kolonien ist aufwendig und langwierig: Sie sind winzig und werden daher erst sehr spät wahrgenommen. Sichtet man eine, leben meist schon Tausende in Mauerritzen, unter losen Fliesen und in der Nähe von Warmwasserrohren. Meist werden sie zunächst mit einheimischen, harmlosen Arten verwechselt.

    Im Gegensatz zu anderen Ameisenvölkern lebt in einer Pharaonenameisen-Kolonie nicht nur eine, sondern bis zu 2.000 fortpflanzungsfähige Königinnen - und das bedeutet, dass sich die Tiere rasend schnell vermehren. Wird das Nest zu klein, schwärmen einige Königinnen und Arbeiterinnen aus und bilden Schwestervölker, die friedlich in der Nähe der Stammkolonie leben. So eine Kolonie ist erst ausgerottet, wenn alle Königinnen und ihre Brut beseitigt sind. Und das kann Jahre dauern.

    © picture alliance / Arco Images GmbH

    Bernsteinfarben und nur 2 Millimeter klein - eine Pharaoameise.

    Insektenspray hilft nicht gegen Pharaoameisen

    Daran erkennt man Pharaoameisen: Sie sind zwei Millimeter groß, bernsteinfarben mit dunkelbraunem Hinterteil, haben zwischen Kopf und Hinterteil zwei Knoten, denn sie gehören zu den Knotenameisen. Passt diese Beschreibung auf die Ameise, die Ihnen gerade in Ihrer Küche begegnet ist, sollten Sie auf keinen Fall zum Insektenspray greifen - wenn's ihnen stinkt, verstecken sich die Pharaoameisen über längere Zeit und das erschwert ihre Bekämpfung. Sie sollten besser einen erfahrenen Schädlingsbekämpfer zu Hilfe holen. Der rückt den Ameisen mit verschiedenen Ködern und Insektengiften zu Leibe und versucht die Nester ausfindig zu machen.