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Kopfläuse - das große Krabbeln | BR24

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Kopflaus - das können Sie gegen die lästigen Plagegeister machen

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    Kopfläuse - das große Krabbeln

    Wenn sich das Kind den Kopf exzessiv kratzt, ist es mal wieder soweit: In Hort und Schule haben Läuse wieder Opfer gefunden und krabbeln von Kopf zu Kopf. Niemand ist vor ihnen sicher. Ein Trost: Man wird die Plagegeister auch wieder los.

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    Das Vorurteil, ein Kopflausbefall hätte etwas mit mangelnder Hygiene zu tun, ist falsch. Denn die Haare mit normalem Shampoo zu waschen, hilft nicht gegen den Befall. Kopfläuse nisten sich auf Menschen aller Gesellschaftsschichten ein, unabhängig von Alter und sozialem Status. Und doch sind Kinder im schulpflichtigen Alter bevorzugte Opfer. Denn die Blutsauger nutzen jeden noch so kurzen direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt, um neues Terrain zu erobern. Bevorzugt halten sich die kleinen Plagegeister im Bereich der Schläfen, Ohren und in der Nackengegend auf. Kopfläuse springen nicht und fliegen auch nicht von Kopf zu Kopf, sie sind aber flotte Krabbler.

    Lästig - aber nicht gefährlich

    Läuse sind flügellose, blutsaugende Insekten, die als Parasiten auf den Menschen spezialisiert sind. Mehrmals täglich, rund alle drei Stunden, stechen sie mit ihrem Saugrüssel zu und nehmen Blut als Nahrung auf. Dabei geben sie eigenen Speichel in die Haut ab. Lästiger Juckreiz, Kratzwunden, Ekzeme und daraus resultierende Infektionen können die Folge sein. Krankheiten übertragen Kopfläuse in unseren Breitengraden aber nicht. Die grauen Sechsbeiner werden 2,1 bis 3,3 Millimeter groß und sind mit bloßem Auge zu erkennen - wenn sie gerade Blut gesaugt haben, wirken sie rötlich. Allerdings sind sie sehr flink und manch einer bekommt die ungebetenen Gäste nie zu Gesicht - ganz im Gegensatz zu ihren Eiern.

    © © Norbert Lange/OKAPIA

    Mikroaufnahme einer Kopflaus

    Nissen: Kinderstube der Läuse

    Die sogenannten Nissen sind 0,8 Millimeter große tropfenförmige Gebilde. Zwei bis sechs solcher Nissen legt das Weibchen täglich während ihres geschlechtsreifen Lebens. Mit einem wasserunlöslichen, schnellhärtenden Kitt befestigen die Läuse ihre Nissen am Haaransatz. Deshalb lassen sich diese durch eine einfache Haarwäsche nicht entfernen. Die Larven schlüpfen nach sieben bis acht Tagen und die leeren Nissen wachsen dann mit den Haaren nach oben aus. Sind die Nissen einige Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, sind sie längst von ihren Bewohnern verlassen. Der gesamte Zyklus vom Ei zum Ei der nächsten Generation beträgt 18 bis 21 Tage. Je wärmer es ist, desto schneller läuft die Entwicklung ab.

    © picture alliance / blickwinkel

    Nisse in menschlichem Haar

    Wie entdeckt man einen Läusebefall?

    Der Nissenkamm ist eine gute Methode, um Kopfläuse nachzuweisen. Weist ein heftiger Juckreiz darauf hin, dass der Alptraum jeder Mutter wahr geworden sein könnte, behandeln Sie die nassen Haare mit einer Haarspülung. Spülen Sie sie nicht aus, denn die Spülung erleichtert es, die Haare mit einem Nissenkamm - ohne extremes Ziepen - von der Kopfhaut aus durchzukämmen. Außerdem können die Läuse so nicht flüchten. Den Kamm an einem Küchenpapier abwischen und kontrollieren, ob Ihr Kind tatsächlich von den Plagegeistern befallen ist. Haben Sie bei Ihrem Kind Läuse entdeckt, kontrollieren Sie auch alle anderen Familienmitglieder auf Befall. Und: Infomieren Sie die Schule oder die Kita, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Falsche Scham ist hier nicht angebracht.

    Was tun gegen die Läuse?

    Eine optimale Behandlung besteht nach heutiger Auffassung in einer Kombination aus dem täglichen Durchkämmen der nassen Haare mit dem Nissenkamm (an die Spülung denken!) und der Anwendung eines chemischen Mittels. Es gibt inzwischen eine größere Anzahl unterschiedlicher Mittel in der Apotheke. Ist ihr Kind unter zwölf Jahre, können Sie sich auch ein Mittel vom Arzt verschreiben lassen. Wichtig ist, die Gebrauchsanweisung des Präparats streng zu befolgen. Mit einer Behandlung ist es aber leider nicht getan. Einige Tage (zwischen 8 und 10) nach der Erstbehandlung muss dringend eine zweite erfolgen, die dann auch den Läusen an den Kragen geht, die bei der Erstbehandlung noch Läuseeier waren. Die überstehen die chemische Keule nämlich meist unbeschadet.

    © picture alliance/imageBROKER

    Beseitigung von Läusen aus Kinderhaaren mit Läusekamm

    Lassen Sie sich vom Arzt oder in der Apotheke beraten

    Sind Sie unsicher, ob das Mittel der Gesundheit Ihres Kindes schadet, lassen Sie sich vom Hausarzt oder Ihrer Apotheke beraten. Das ist in jedem Fall zu empfehlen, wenn Sie selbst in der Schwangerschaft und Stillzeit von Läusen befallen sind, wenn der Betroffene an bestimmten Allergien oder Überempfindlichkeiten leidet oder gar offene Stellen auf dem Kopf hat. Für alle anderen gilt: Alle vom Umweltbundesamt zugelassenen Mittel gegen Kopfläuse sind gründlich auf ihre Verträglichkeit und Unschädlichkeit hin getestet worden, betont die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrer kostenlose Broschüre "Kopfläuse ... was tun" , die Sie sich als PDF herunterladen können.

    Gegenstände übertragen Läuse selten

    Großangelegte Reinigungsaktionen nach einem Kopflausbefall sind eher unnötig. Vorsichtshalber kann man Mützen, Schals oder Kuscheltiere in einen Plastiksack einpacken und drei Tage stehen lassen. Das überlebt keine Laus. Dass Kopfläuse über Gegenstände wie Mützen oder Kopfkissen übertragen werden, ist aber eher selten. Läuse trocknen relativ schnell aus, wenn sie nicht mehrmals täglich ihren Blutcocktail bekommen. Deshalb verlassen sie ihre sichere Nahrungsquelle auch nur ungern.

    Das bestätigten auch Wissenschaftler der australischen Universität in Townsville 2012: Mütze, Bürste, Boden und Kopfkissen spielen bei der Übertragung von Läusen eine deutlich untergeordnete Rolle, sie gelten sogar als nahezu ausgeschlossen.

    Die Wissenschaftler hatten tausend Mützen von Schulkindern mit Kopfläusen untersucht - keine einzige Laus wurde gefunden. Genauso verhielt es sich mit dem Staubsaugerdreck der Böden von 118 Klassenzimmern, deren Schüler an Läusen litten. Auch hier fand sich keine einzige Laus. Lediglich bei den Kopfkissen wurden die Forscher fündig. Bei 48 untersuchten Kissen waren auf zwei Kissen je eine Larve.