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Rückkehr der Bettwanzen: So werden Sie die Blutsauger wieder los | BR24

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Rückkehr der Bettwanzen: So werden Sie die Blutsauger wieder los

Reisen kostet nicht mehr viel - da machen Städtereisen Spaß. Die Hotels sind gut belegt. Doch Reisefreudigkeit hat auch ihre Schattenseite. Bettwanzen nisten sich als blinde Passagiere ins Gepäck ein und kehren mit in die Heimat zurück.

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Schädlingsbekämpfer ist ein krisensicherer Job, denn lästiges Ungeziefer gibt es immer. Immer häufiger werden die Kammerjäger auch von Menschen gerufen, die Bettwanzen in der Wohnung haben. Das Problem verschärft sich zunehmend.

Die Bettwanzen-Plage nimmt zu

Bettwanzen galten eigentlich als ausgerottet, seit sie in den 50-er Jahren mit chemischen Keulen wie DDT beseitigt wurden. In den USA und Australien aber sind sie wieder zu einer regelrechten Plage geworden. Vor allem in Studentenwohnheimen, Krankenhäusern und Hotels sind sie zu finden. Und auch in Deutschland tauchen sie immer öfter auf.

Bettwanzen sind schwer loszuwerden

Haben sich Bettwanzen einmal in einer Wohnung eingenistet, wird man sie kaum wieder los. Bei einem starken Befall hilft nur die Giftkeule - und die sollte man von ausgebildeten Kammerjägern schwingen lassen. Allerdings haben Bettwanzen gegen viele Substanzen Resistenzen entwickelt.

Der Kammerjäger muss jeden Zentimeter untersuchen. Die Wanzen bauen Nester, sitzen in Ritzen, in Spalten von Böden, hinter Bildern, in jeder Ecke. Nur der Schädlingsbekämpfer kann Bettwanzen dauerhaft entfernen, mit hochwirksamen Insektiziden, die mehrere Stunden einwirken. Um die Blutsauger sicher abzutöten, muss die Behandlung mehrfach wiederholt werden. Erst dann ist die Bettwanzen-Plage wirklich beseitigt.

Manche Schädlingsbekämpfer rücken den Bettwanzen mit Hitze zu Leibe: Mittels Spezialöfen werden die betroffenen Räume erhitzt und die Wanzen sterben ab. Das Umweltbundesamt hat in Laborversuchen herausgefunden, dass 45 Grad Celsius über einen Zeitraum von 30 Minuten ausreichen, um Eier und erwachsene Bettwanzen abzutöten.

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Bettwanzen sind schwer wieder loszuwerden. Da hilft nur ein Kammerjäger.

Bettwanzenstiche führen zu Quaddeln bis zu Allergien

Die fünf Millimeter großen Parasiten kommen nachts aus den Ritzen ihrer Verstecke ins Bett, spüren die Wärme des menschlichen Körpers, krabbeln auf die Haut und stechen zu. Sie saugen Blut, bis sie satt sind. Meist stechen sie mehrmals. Aus den Stichen entstehen juckende, manchmal eitrige Pusteln. Bei empfindlichen Personen können sie sogar großflächige Hautinfektionen, starke allergische Reaktionen und Asthmaanfälle auslösen.

Man erkennt einen Befall mit Bettwanzen an den Stichen. Sie sind meist in einer Reihe oder in einer Gruppe angeordnet und jucken stark. Bettwanzen sind ein bis sieben Millimeter lang und rötlich-braun. Sie sind nachtaktiv und lichtscheu. Sie verbreiten einen bittersüßen Mandelgeruch.

Bettwanzen im Gepäck

Aufpassen muss derjenige, der im Ausland war und dort merkwürdige, dicht beieinandersitzende Stiche hat. Er sollte daran denken, dass es sich bei den Stichen um Wanzen handeln könnte. Denn sonst kann es ihm passieren, dass er die Parasiten mit seinem Koffer nach Hause einschleppt. Wie viele Tiere hier ankommen, weiß niemand. Die Plage ist nicht meldepflichtig. Oft werden Wanzenstiche nicht erkannt und mit Mücken oder Flohstichen verwechselt.

Wanzen übertragen keine Krankheiten

Wanzen sind zwar ekelerregend, können aber keine Krankheiten übertragen, obwohl Forscher in den Parasiten verschiedene Erreger wie Hepatitis B, C oder HIV nachgewiesen haben.

Bettwanzen - das kann man gegen sie tun

Wenn Sie in einem Hotel übernachten, kontrollieren Sie das Hotelbett mit einer Taschenlampe und am besten mit einer Lupe: Finden Sie in den Ritzen zwischen den Matratzen, am Bettgestell oder unter der Matratze Bettwanzen oder Spuren wie durchsichtige Häutungsreste oder Kot (kleine schwarze Punkte und Kreise), verlassen Sie das Zimmer und verlangen Sie ein anderes. Es ist übrigens egal, welcher Sterneklasse Ihr Hotel angehört: Auch von Luxushotels wie dem New Yorker Waldorf Astoria wurden bereits Befälle gemeldet. Stellen Sie Ihren Koffer nie auf Boden oder Bett und untersuchen Sie ihn bei der Abreise auf Bettwanzen. Erst dann sollten Sie Ihre Kleidung wieder in den Koffer einräumen.

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In fremden Betten alles genau auf Bettwanzen untersuchen

Möbel gründlich kontrollieren

Wenn Sie gebrauchte Möbel kaufen, kontrollieren Sie diese akribisch auf Bettwanzen, bevor Sie sie in Ihre Wohnung oder ins Haus bringen. Ist Ihr Schlafzimmer befallen, räumen Sie keine Möbel aus diesem Raum in ein anderes Zimmer.

Kleidung möglichst heiß waschen

Wenn Sie vermuten, auf Ihrer Reise mit Bettwanzen in Kontakt gekommen zu sein, verpacken Sie Ihre Kleidung in fest verschlossene Plastiktüten und waschen die Sachen zu Hause mit der höchsten Temperatur, die möglich ist. Schuhe und Taschen kann man für 20 Minuten bei hoher Temperatur in den Trockner stecken - empfiehlt die Universität Minnesota.

Auch bei Kleidung aus zweiter Hand sollte man vorsichtig sein und diese zuerst einmal gründlich kontrollieren und waschen.

Gegenstände einfrieren

Eine weitere Möglichkeit, Bettwanzen loszuwerden, ist es, die betreffenden Gegenstände einzufrieren. Bücher oder Bilderrahmen müssen mindestens zehn Stunden bei minus 18 Grad eingefroren werden.

Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung, Umweltbundesamt, Universität von Minnesota

© BR

Wanzen reisen genauso gerne wie wir. Auf ihren Reisen haben sich die Parasiten abgehärtet und Resistenzen gegen Bekämpfungsmittel entwickelt. Deswegen sind Wanzen jetzt wieder da.