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Flöhe und wie Sie sie wieder loswerden | BR24

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Der Floh ist ein ungeheurer Sprungmeister.

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Flöhe und wie Sie sie wieder loswerden

Man muss nur über Flöhe reden, schon löst das unstillbare Kratzgelüste aus. Sie tummeln sich auf Hund oder Katze, springen aber auch mal zum Menschen über. Die Folge: Bisse am ganzen Körper und quälender Juckreiz. Wie wird man die Biester wieder los?

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Wenn sich die lieben tierischen Mitbewohner kratzen, verdirbt der Gedanke, dass sich in ihrem Fell oder in ihren Federn ein Haufen kleiner, blutrünstiger Quälgeister tummeln, den Spaß an der Schmusestunde. Auch wenn die Tierchen nur ungern den Wirt wechseln - ganz gefeit ist der Mensch nicht davor, ein Opfer ihrer Blutsucht zu werden. Denn die kann die Flöhe zu rekordverdächtigen Sprüngen verleiten.

Flöhe - große Sprungmeister mit Geschichte

Das Springen ist für Flöhe die leichteste Übung. Sie überspringen das 250-fache ihrer eigenen Körperlänge und beschleunigen beim Absprung in einer Millisekunde auf das 200-fache der Erdbeschleunigung. Um es ihnen gleichzutun, müsste ein Mensch etwa 450 Meter hoch springen, und das auch noch unglaublich ausdauernd: Flöhe schaffen dieses Kunststück 600 Mal pro Stunde.

Flöhe waren schon 50 Millionen Jahre früher auf der Erde als der Mensch - genug Zeit, um eine immense Vielfalt zu entwickeln. Mehr als 2.000 Arten sind bislang bekannt, wie viele noch unentdeckt sind, lässt sich kaum abschätzen.

Menschenflöhe sind hierzulande selten

Menschenflöhe (Pulex irritans) sind heutzutage selten geworden - zumindest hierzulande. In unseren gepflegten Wohnungen kommen kaum noch Menschenflöhe vor, denn Staubsauger, Wischlappen und für Flöhe übertriebene Körperhygiene verderben ihnen die Möglichkeit, sich einzunisten. Aber unter weniger hygienischen Bedingungen können sie sich durchaus noch ausbreiten.

Haustiere sind beliebte Floh-Opfer

Unsere Haustiere haben da nicht so viel Glück. Sie sind die wesentlichen Floh-Überträger. Für fast jedes Tier gibt es eine eigene "Flohfamilie" - vom Hundefloh (Ctenocephaloides canis) über den Katzenfloh (Ctenocephaloides felis) bis hin zum Taubenfloh (Ceratophyllus columbae). Das heißt aber nicht, dass Flöhe einer Familie nur "sortenrein" zubeißen. Es ist sogar so, dass Hunde meistens vom Katzenfloh geplagt werden.

© picture-alliance/dpa Themendienst

Oh je, ein Floh! Gleich fängt es an zu jucken.

Wie kann sich Mensch einen tierischen Floh einfangen?

In Hundehütten, Nistkästen oder Vogelhäuschen können sich die kleinen Blutsauger verstecken. Da kann es schnell passieren, dass man sich bei der Gartenarbeit einen Floh einfängt. Auch bei Streicheleinheiten und Kuscheleinheiten können Flöhe versucht sein, eine andere Geschmacksrichtung auszuprobieren und es dem Menschenfloh nachzuahmen. Aber der Mensch ist der falsche Wirt und nur eine Verirrung, also nicht die erste Wahl eines Tier-Flohs.

Wie machen sich Flohbisse bemerkbar?

Keine Sorge: Dass Sie irgendein Tierchen gestochen oder gebissen hat, merken Sie schnell am quälenden Juckreiz. Flöhe beißen meistens einige Male hintereinander zu, sodass eine regelrechte "Floh-Straße" entsteht - daran kann man sie unter anderem identifizieren. Die Reaktionen auf Flohbisse können sehr unterschiedlich ausfallen - bei Frauen, Kindern und Allergikern sind sie häufig stärker ausgeprägt. Die Rötungen können in Extremfällen handtellergroß sein und über Wochen anhalten.

Salben gegen Juckreiz

Gegen den Juckreiz helfen sogenannte Anti-Histaminika in Form von Gels, in stärkeren Fällen können Cortison-Salben Linderung verschaffen, die Haus- oder Hautärzte verschreiben. Das sollte man gegebenenfalls auch wahrnehmen, denn durch starkes Kratzen an der Einstichsstelle können Erreger, die beim Flohbiss übertragen wurden, verstärkt in die Haut eindringen und Entzündungen hervorrufen.

Wie befreit man Hund oder Katze von Flöhen?

Ist Ihr Haustier von den Blutsaugern befallen, sollten Sie sofort Maßnahmen ergreifen, um die Tiere und Wohnung flohfrei zu bekommen. Das hartnäckige Kratzen, Beißen oder Lecken ihres Tieres könnte ein Hinweis auf Flohbisse sein. Überprüfen können Sie das mithilfe eines Flohkamms - ähnlich wie ein Läusekamm beim Menschen. Kämmen Sie dabei das Fell gegen den Strich. Wenn Sie dunkle Partikel herauskämmen, die sich beim Zerdrücken auf einem feuchten Küchentuch rötlich färben, handelt es sich um Flohkot mit Blut.

Flohbefall - am besten zum Tierarzt

Wenn sich der Verdacht bestätigt hat, ist es am sichersten, zum Tierarzt zu gehen, denn Flohhalsband und Co. helfen bei einem Befall nicht mehr - allenfalls zur Vorbeugung. Ein Arzt kann Sie beraten, mit welchen Mitteln Sie das Flohproblem in den Griff bekommen. Dafür gibt es spezielle Shampoos, Flohpulver oder Sprays. Außerdem sollten sie eine Wurmkur bei Hund und Katze durchführen lassen, denn Hunde- und Katzenflöhe können zu Bandwürmer führen.

Wohnung reinigen

Das größte Problem sind allerdings weniger die Flöhe im Fell Ihres Tieres als die Flöhe, Eier und Puppen an den Lieblingsplätzen Ihres Vierbeiners. Deshalb müssen auch diese Plätze gründlich gereinigt werden: staubsaugen, wischen und Kuscheldecke waschen.

Bei starker Verflohung helfen nur Insektizide

Gibt es in Ihrer Wohnung einen regelrechten Floh-Aufmarsch, helfen diese sanften Maßnahmen kaum noch. Ein Flohweibchen legt schon nach dem ersten Blutschmaus täglich bis zu 50 Eier ins Fell ihres Haustieres ab. Diese fallen dann herunter, rutschen zwischen Dielenbrettern, Sofaritzen oder in die Untiefen des Flokati. Ist ihre Zeit gekommen, hüpfen die geschlüpften Flöhe auf den nächsten Wirt.

Deshalb sollte man von vorneherein verhindern, dass sich Flöhe in den eigenen vier Wänden ansiedeln. Denn ein ganzer Flohzirkus zu Hause kann nicht nur extrem unangenehm werden, sondern auch noch teuer. Denn die kleinen Plagegeister können sich wegen der langen Puppenruhe, die Jahre währen kann, dauerhaft einnisten. Wenn die Wohnung verfloht ist, muss man Teppichböden, Dielen und Ritzen mit Insektiziden besprühen, die Wirkstoffe gegen diese Puppen enthalten. Eine Beratung beim Tierarzt ist unerlässlich, denn die Mittel sind giftig. Im schlimmsten Fall hilft nur noch der Kammerjäger.

Was Sie gegen die kleinen Quälgeister tun können

Wenn Sie selbst Opfer eines Flohangriffs geworden sind, hilft eine einfache Maßnahme: Duschen. Und auch hier gilt, dass Bekleidung und Kuscheldecken oder Bettwäsche gründlich gewaschen werden sollten.

© Photoshot/picture alliance

Kaum jemand hat heute noch Floherfahrung. Zum Glück, denn sie ist unangenehm. Dennoch hat die Jahrtausende alte Gemeinschaft von Floh und Mensch positive Zeugnisse hervorgebracht.