Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Quälender Juckreiz: So wird Krätze übertragen | BR24

© picture-alliance/dpa

Quälender Juckreiz durch Krätze - engen Körperkontakt vermeiden

Per Mail sharen
Teilen

    Quälender Juckreiz: So wird Krätze übertragen

    Lange war sie vergessen, jetzt ist Krätze plötzlich wieder ein Thema. Die Hautkrankheit wird durch Milben hervorgerufen und führt zu quälendem Juckreiz. Krätze ist nicht gefährlich, aber lästig. Übertragen wird sie durch engen Körperkontakt.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Krätze – auch "Skabies" genannt – wird durch winzige Milben verursacht. Die Krätzmilben paaren sich auf der Hautoberfläche. Dann arbeiten sich die Weibchen in die oberste Hautschicht ein, um dort ihre Eier abzulegen. In den Gängen hinterlassen sie aber nicht nur ihre Eier, sondern auch ihren Kot, der zu den typischen Symptomen führt. Wenn die Milben geschlüpft sind, bewegen sie sich an die Hautoberfläche und der Kreislauf beginnt von vorne.

    Krätzmilben mögen es warm

    Die Parasiten lieben dünne Hautstellen. Deshalb sind häufig befallene Stellen Fingerzwischenräume, Handgelenke, Ellenbogen, die Brust und der Genitalbereich, prinzipiell kann aber auch jede andere Stelle befallen werden.

    Die Infektion hat eine Inkubationszeit von fünf bis sechs Wochen und ist schwer zu diagnostizieren. Krätze wird oft erst bemerkt, wenn ein juckender Ausschlag auftritt. Besonders nachts unter einer warmen Bettdecke wird der Juckreiz nahezu unerträglich. Der Drang zu kratzen ist dann nicht zu unterdrücken – daher der Name "Krätze". Hautreizungen und Entzündungen werden durchs Kratzen aber noch verschlimmert.

    Ansteckung durch Körperkontakt

    Eine Ansteckung ist durch Hautkontakt mit infizierten Menschen schon vor dem Ausbruch der Krankheit möglich, das macht "Skabies" so heimtückisch. Auch über Kleidung oder Bettwäsche kann die Krätzmilbe übertragen werden – auch wenn sie nicht lange ohne ihren Wirt überleben kann. So besteht die Möglichkeit, sich auf Reisen in Unterkünften mit Krätze anzustecken.

    Krätze kommt vor allem an Orten vor, an denen sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten, wie etwa in Kliniken, Kindergärten oder Altersheimen. Mit mangelnder Hygiene hat "Skabies" nichts zu tun.

    © dpa

    Narben im Hüftbereich eines Mannes von einer überstandenen Krätze

    So wird Krätze diagnostiziert

    Die Schilderung der Symptome führt den Arzt meist schon in die richtige Richtung. Bei genauerem Hinsehen – zum Beispiel mithilfe einer Lupe, beim Arzt mit einem Spezialinstrument, dem Dermatoskop – können auch die gewundenen Gänge der Krätzmilben unter der Haut auffallen – je nachdem, wie weit der Befall fortgeschritten ist. Außerdem können auch winzige Knötchen, der Kot der Milbe, entdeckt werden. Allerdings gelingt ein direkter Nachweis nicht immer. Denn in der Regel sind es nur wenige Milben, die einen plagen. Dann wird der Arzt aufgrund der geschilderten Symptome eine Behandlung veranlassen.

    Krätze-Behandlung mit einer Anti-Milben-Salbe

    Die Erkrankung ist zwar lästig, aber nicht gesundheitsbedrohlich und kann schnell und zuverlässig behandelt werden. Dazu wird der Körper an jeder Stelle mit einer Anti-Milben-Salbe eingerieben, die bis zu zwölf Stunden aufgetragen bleiben sollte. So werden die Krätzmilben in der Regel abgetötet. Ist das nicht der Fall, wird die Behandlung wiederholt. Allerdings sind Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Bei Kindern, Schwangeren und immungeschwächten Menschen ist eine individuelle Abwägung daher notwendig.

    Voraussetzung für einen dauerhaften Heilungserfolg ist, auch Kontaktpersonen zu behandeln.

    Waschen, putzen, saugen

    Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sind Hygienemaßnahmen in der Wohnung wichtig – und zwar gleichzeitig zur Therapie. Wäsche, Handtücher und Bettzeug müssen mindestens bei 60 Grad gewaschen werden, um die Milben abzutöten. Alles, was nicht in die Waschmaschine kann, sollte für vier Tage in einen luftdicht verschlossenen Plastiksack gesteckt werden. Teppiche und Polstermöbel sollten Sie gründlich absaugen und (nach Möglichkeit) vier Tage nicht benutzen.