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Kampf gegen Aids: HIV-Testwoche in Bayern | BR24

© picture alliance/Basri Marzuki

Ein HIV-Test schafft Gewissheit, ob sich jemand mit dem Erreger infiziert hat.

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    Kampf gegen Aids: HIV-Testwoche in Bayern

    Unter dem Motto "Test jetzt" bieten diese Woche Gesundheitsämter, Aids-Beratungsstellen und -Hilfen neben ihren regelmäßigen Angeboten Gelegenheit, sich auf HIV testen zu lassen. Anlass der 7. HIV-Testwoche ist der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.

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    Im Jahr 2018 erfuhren 290 Männer und Frauen in Bayern, dass sie HIV-positiv sind. Sie haben sich mit dem Virus angesteckt, der die Immunschwächekrankheit Aids auslösen kann.

    Anonyme und kostenlose HIV-Tests in ganz Bayern

    Die HIV-Testwoche findet vom 25. November bis 1. Dezember in ganz Bayern statt. Der Test erfolgt anonym an den 26 Gesundheitsämtern in Bayern, in elf Aids-Beratungsstellen und vier Aids-Hilfen. Weder Ärztin oder Arzt, die das Blut abnehmen, noch das Labor, das die Blutprobe untersucht, erfahren den Namen des Untersuchten. Alle unterliegen der Schweigepflicht. Das Testergebnis, das in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt wird, erfährt sonst niemand.

    Das HIV-Testergebnis gibt Sicherheit

    Wer unsicher ist, ob möglicherweise eine HIV-Infektion vorliegt, bekommt durch einen Bluttest Gewissheit - sofern die Ansteckung länger als sechs Wochen zurückliegt. Wer ein negatives Ergebnis erhält, kann beruhigt sein und sich in Zukunft besser schützen.

    Grippeähnliche Symptome bei einer HIV-Infektion

    In den ersten Wochen nach der Infektion sind meist die Lymphknoten geschwollen und es kommt zu grippeähnlichen Symptomen. Sie können von Durchfall, Erbrechen oder Hautauschlag begleitet sein. Oft wird das nicht mit HIV in Zusammenhang gebracht. Die Symptome sind aber ein Zeichen dafür, dass sich das Virus vermehrt und der Körper die Infektion abzuwehren versucht, indem er Antikörper bildet. Einige Wochen später verschwinden die Symptome, aber das Virus vermehrt sich weiter und schädigt das Immunsystem.

    Früherkennung von HIV ist wichtig

    Wer früh einen Test macht und dabei erfahren muss, dass er oder sie die Infektion in sich trägt, kann trotzdem meist gut weiterleben. Medikamente helfen, den Ausbruch von Aids zu vermeiden. Infizierte in Behandlung haben inzwischen die gleiche Lebenserwartung wie Nicht-Infizierte. Das heißt, die Immunschwäche zählt mittlerweile zu den chronischen Krankheiten und führt nicht mehr zwangsläufig zum Tod.

    "Wer von seiner Infektion nichts weiß, kann das Virus unbeabsichtigt weitergeben. Außerdem ist bei Spätdiagnosen die Sterblichkeit höher." Lothar H. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts

    2018 weniger Neuinfektionen durch HIV als im Vorjahr

    Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich im Jahr 2018 in Bayern rund 35 Menschen weniger mit HIV angesteckt haben als 2017. Die geschätzte Zahl der HIV-Neuinfektionen lag in Bayern 2018 bei 285: 240 Männer und 45 Frauen. Es gab insgesamt 55 Todesfälle in Bayern bei Menschen mit Aids.

    "Mit HIV kann man heute bei rechtzeitiger Diagnose leben wie alle anderen Menschen. Dieses Wissen kann dazu beitragen, dass Menschen sich testen und behandeln lassen. Hier gilt: Erzählt es weiter! Diskriminierung hingegen schreckt Menschen vom Test ab - sie muss weiter verringert werden." Sylvia Urban, Vorstand der Deutschen Aidshilfe

    Welt-Aids-Tag erinnert an die Verstorbenen

    Seit Beginn der Epidemie in den 1980er-Jahren sind schätzungsweise 3.900 Menschen in Bayern an Aids verstorben. Weltweit sind es bislang 35 Millionen Tote. Der Welt-Aids-Tag wurde erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen und wird am 1. Dezember begangen.