Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Aids-Test Wie man HIV im Körper entdeckt

Es gibt eigentlich keinen Aids-Test, sondern nur einen HIV-Antikörper-Test. Man kann diesen Test vom Hausarzt vornehmen lassen oder anonym beim Gesundheitsamt oder einer Beratungsstelle. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Stand: 29.11.2012

Frau vor Plakaten einer Aids-Kampagne | Bild: picture-alliance/dpa

Was wird beim Aids-Test im Blut analysiert?

Bei diesem Test wird das Blut auf Abwehrstoffe, d.h. auf Antikörper untersucht, die als Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems infolge einer Ansteckung mit dem HI-Virus gebildet werden. Diese Untersuchung sagt jedoch nichts darüber aus, ob man an Aids erkrankt ist oder in Zukunft daran erkranken wird. Bei einem positiven Ergebnis wird grundsätzlich immer ein zweiter Test zur Bestätigung durchgeführt, und erst dann das Testergebnis mitgeteilt.

"Mit Hilfe des Bluttests wird die Reaktion des Körpers auf das Virus kontrolliert. Der Körper bildet meistens nach sechs bis acht Wochen Antikörper, das sind Eiweiße gegen das Virus. Die meisten Tests, die heute verwendet werden, basieren darauf, diese Eiweiße, die man Antikörper bezeichnet, nachzuweisen. Es gibt auch ein Nachweisverfahren, das für die direkte Virusmessung geeignet ist. Es spricht mit einem PCR-Verfahren schneller an, sogar zehn bis zwölf Tagen nach der Infektion. Der direkte Nachweis von viralen Nukleinsäuren durch ein PCR-Verfahren ist der zuverlässigste, jedoch auch der teuerste Test."

Dr. Hans Jäger, Wissenschaftlicher Leiter der Münchner AIDS-Tage

Wie oft soll man sich einem HIV-Test unterziehen?

Nach ungeschütztem sexuellem Kontakt – wenn eventuell Verdacht besteht - sollte man sich einem HIV-Test unterziehen.

Tipp:

Bei wechselnden sexuellen Partnern ist es aber ratsam, mindestens jeden sechsten Monat einen Test durchzuführen.

Aussagekraft des HIV-Tests

Im Bild: Aidsforscher Mariano Esteban, HI-Virus in 3-D-Aufnahme (oben rechts) und Zellkulturen mit HI-Infektion (links unten).

Ein negatives Testergebnis bedeutet lediglich, dass etwa drei Monate vor der Blutabnahme keine HIV-Infektion vorlag. Wenn man in den drei Monaten vor dem Test, in der Zeit zwischen Blutabnahme und Mitteilung des Testergebnisses oder in der Zeit nach Mitteilung des Testergebnisses ein HIV-Infektionsrisiko hatte, kann man trotz des Ergebnisses „HIV-Test negativ“ infiziert und damit für andere ansteckend sein.

HIV-Test positiv – was nun?

Ist der HIV-Test positiv ausgefallen, muss man nicht unbedingt sofort Medikamente einnehmen. Solange die Infektion ohne jegliche Krankheitszeichen verläuft und die T-Helferzellen noch gute Werte aufweisen, wird in der Regel nicht behandelt. Treten jedoch Symptome auf oder das HI-Virus vermehrt sich zunehmend, müssen HIV-Infizierte einen Arzt aufsuchen, um spezielle Arzneimittel zu bekommen.


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