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Ihr korrekter Name ist Bernstein-Waldschabe. Sie ist völlig harmlos - anders als die Gemeine Küchenschabe.

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    Harmlose Bernsteinschabe - oft verwechselt mit fieser Kakerlake

    Zurzeit verirrt sich die Bernsteinschabe wieder in unsere Wohnungen. Und löst nicht selten einen Schock aus, denn sie wird häufig mit der schädlichen Kakerlake verwechselt. Wie kann man sie unterscheiden, und was tut man, wenn sie ins Haus kommt?

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    Von
    • Marlene Riederer

    Im Sommer immer ein Problem: Wenn am Abend die Fenster und Terrassentüren offenstehen, fühlen sich viele Insekten durch das Licht magisch angezogen und kommen ins Haus oder in die Wohnung geflogen. So auch die Bernstein-Waldschabe, wie ihr korrekter Name lautet.

    Die Bernstein-Waldschabe wird häufig mit der Deutschen Schabe, der Kakerlake, verwechselt. Auch wenn sie der gleichen Familie entstammen: Schabe ist nicht gleich Schabe. Zwar sehen sie sich sehr ähnlich, aber die Bernstein-Waldschabe ist völlig harmlos - im Gegensatz zur Kakerlake.

    Kakerlaken sind die bösen Schaben

    Kakerlaken sind Schädlinge und machen sich überall dort breit, wo die Lebensbedingungen stimmen - sie mögen es feucht und warm. Sie brauchen unsere Lebensmittel und fressen praktisch alles. Sie sind potentielle Krankheitsüberträger und können Erreger von allen möglichen Krankheiten auf den Menschen übertragen - seien es Salmonellen, Hepatitis, Magen-Darm-Infekte oder andere - die Bandbreite ist groß. Um sie wieder loszuwerden, muss man einen Schädlingsbekämpfer einschalten. Denn wenn Sie eine Kakerlake gesichtet haben, können Sie sicher sein: Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Wie erkennt man eine Bernstein-Waldschabe?

    Die Bernstein-Waldschabe ist circa 1,5 Zentimeter groß und schmal. Ihre Färbung ist tatsächlich bernsteinfarben, ein helles Braun. Die Flügel ragen über ihren Hinterleib hinaus und ihr Halsschild ist einfarbig blass, an den Rändern durchscheinend. Ihre Fühler sind ungefähr so lang wie ihr Körper. An den Beinchen haben sie deutlich weniger und kürzere Dornen als Kakerlaken. Die Deutsche Schabe hat zwei dunkle Längsstreifen am Halsschild, die sie von der Bernstein-Waldschabe abhebt. Letztendlich ist eine Unterscheidung für den Laien jedoch sehr schwierig.

    Deutliche Unterscheidungsmerkmale Bernstein-Waldschabe und Kakerlake

    • Deutsche Schaben sind nachtaktiv und verschwinden, sobald man das Licht anmacht. Die Bernstein-Waldschabe scheut das Licht nicht.
    • Deutsche Schaben können nicht fliegen, Bernstein-Waldschaben schon.
    • Deutsche Schaben haben zwei dunkle Streifen an ihrem Halsschild, die Halskrause der Bernstein-Waldschabe ist einfarbig blass und durchscheinend am Rand.
    © picture alliance / blickwinkel/H. Bellmann/F. Hecke | H. Bellmann/F. Hecker
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    Die Bernstein-Waldschabe

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    Eine Deutsche Schabe, auch Kakerlake. Sie hat große Ähnlichkeit mit der Bernstein-Waldschabe.

    Wie kommen Bernstein-Waldschaben ins Haus?

    Bernstein-Waldschaben sind am Tag und in der Nacht aktiv. Im Gegensatz zur Deutschen Schabe fliehen sie auch nicht bei Licht. Im Gegenteil: Am Abend werden sie durch erleuchtete Fenster angezogen und dringen ins Haus ein. Gerade im Hochsommer, wenn es schön warm und trocken ist, sind die Tiere unterwegs. Besonders Häuser in der Nähe von Waldrändern, Hecken und Gärten sind betroffen, denn hier verstecken sich die Bernstein-Waldschaben tagsüber unter Blättern und Steinen sowie in niedrigen Gebüschen.

    Wie kann man Bernstein-Waldschaben bekämpfen?

    Auch wenn sie keine Schädlinge sind, können sie bei manchen Menschen Ekelgefühle hervorrufen - ganz abgesehen von dem Schreck, wenn man nicht einordnen kann, ob das Insekt zu den "Guten" oder den "Bösen" gehört. Wenn Sie vereinzelt Tiere entdecken, bringen Sie sie einfach wieder mithilfe eines Glases oder Blattes ins Freie. Sollten Sie tatsächlich unter einer "Plage" leiden, ist ein Schädlingsbekämpfer die beste Wahl. Denn Kontaktinsektizide gehören in die Hände von Fachleuten. Sie können auch einordnen, ob es sich tatsächlich nur um Bernstein-Waldschaben handelt oder womöglich doch um Kakerlaken.

    Vorbeugende Maßnahmen gegen Insekten im Haus

    Sicherstes Mittel, um die Tiere fernzuhalten, sind Fliegengitter vor den Fenstern und Türen. Das hält dann auch anderes Getier wie Mücken oder Stinkwanzen fern. Bernstein-Waldschaben können aber nicht nur gut fliegen, sondern sind auch gute Kletterer und flinke Läufer. Deswegen finden sie ähnlich wie Ameisen auch auf anderen Wegen Einlass - zum Beispiel durch Ritzen und Spalten. Da hilft nur, alle möglichen Einschlupflöcher gut abzudichten.

    Was fressen Bernsteinschaben?

    Im Gegensatz zu Kakerlaken sind die Bernstein-Waldschaben nicht scharf auf unsere Vorräte. Sie sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Pflanzenmaterial, das sich zersetzt. Deswegen haben sie im Haus auch keine Überlebenschance. Nach wenigen Tagen sterben sie. Bisher geht man auch davon aus, dass sie sich im Haus nicht fortpflanzen können.

    Woher kommen die Bernstein-Waldschaben?

    Bernstein-Waldschaben stammen eigentlich aus Südeuropa. Inzwischen fühlen sie sich aber auch hierzulande wohl. Erstmals wurden sie im Jahr 2002 in Baden-Württemberg gesichtet. Inzwischen ist sie eine der häufigsten Schabenarten bei uns.

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