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Eine Milliarde Hektar Wald gegen die Klimakrise | BR24

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Wissenschaftler propagieren ein weiteres Mittel im Kampf gegen den Klimawandel: Bäume pflanzen, und zwar sehr viele.

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Eine Milliarde Hektar Wald gegen die Klimakrise

Die Erde heizt sich immer weiter auf, deshalb muss die Menschheit ihren Ausstoß an Treibhausgasen senken. Wissenschaftler propagieren nun ein weiteres Mittel im Kampf gegen den Klimawandel: Bäume pflanzen, und zwar sehr viele.

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Wie viele Bäume könnten auf der Erde wachsen und wie viel Kohlendioxid könnten sie speichern? Eine ganze Menge, schreiben Forscher von der ETH Zürich und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO in Rom in der Fachzeitschrift Science: Auf der Erde könnten so viele Bäume wachsen, dass sie den C02-Gehalt der Atmosphäre um fast 25 Prozent reduzieren könnten.

"Wir alle wissen, dass die Wiederaufforstung von Wäldern eine Rolle bei der Bewältigung des Klimawandels spielen könnte. Allerdings fehlte uns das wissenschaftliche Verständnis, wie groß der Effekt wäre. Unsere Studie zeigt, dass Wiederbewaldung das beste Mittel gegen den Klimawandel ist, das wir heute haben." Thomas Crowther, Departement Umweltsystemwissenschaften ETH Zürich

Bäume fangen Kohlendioxid aus der Atmosphäre ein und beseitigen es. Weitreichende Aufforstung gilt daher als eine der effektivsten Waffen gegen den Klimawandel. Laut des jüngsten Berichts des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) wären eine Milliarde Hektar zusätzlicher Wald notwendig, um die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Das entspricht etwa der Fläche der USA. Unklar war bisher jedoch, ob diese Wiederaufforstungsziele überhaupt erfüllbar sind, denn die Forscher wissen nicht, wie viel Waldfläche unter derzeitigen oder künftigen Klimabedingungen auf der Erde möglich ist.

© ETH Zurich / Crowther Lab

Weltkarte mit denjenigen Flächen, die bereits bewaldet sind (blau) und denjenigen, auf denen zusätzlicher Wald wachsen könnte.

Ein Drittel mehr Wald

Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler Beobachtungen von fast 80.000 Wäldern weltweit und kombinierten diese Daten mit dem Kartierungsprogramm Google Earth Engine. Daraus entwickelten sie ein Modell, mit dem sie bestimmten, wo auf der Erde unter gegenwärtigen Bedingungen Wald wachsen könnte. Das Ergebnis der Wissenschaftler lautet: Wenn man bereits existierende Bäume sowie Landwirtschafts- und Stadtflächen ausschließt, könnte knapp eine Milliarde Hektar Waldfläche zusätzlich die Erde bedecken. Das wäre ein Drittel mehr als heute.

Zwei Drittel weniger Kohlendioxid

Vorausgesetzt hatten die Forscher, dass der Wald nicht auf Flächen wachsen sollte, die heute Grasland oder Feuchtgebiete sind. Das Wachstum würde einige Zeit dauern, doch voll entwickelt könnten die Bäume der Atmosphäre rund 205 Gigatonnen Kohlenstoff entziehen, eine Tonne Kohlenstoff ist in der Atmosphäre in 3,67 Tonnen CO2 gebunden. Das entspricht etwa zwei Dritteln der von der Menschheit bisher verursachten CO2-Emissionen. Die Länder mit den größten Flächen, auf denen Wiederbewaldung möglich wäre, sind (in absteigender Reihenfolge) Russland, die USA, Kanada, Australien, Brasilien und China.

Klimawandel lässt Fläche für Wald schrumpfen

Die Autoren der Studie halten ihre Weltkarte zur Wiederbewaldung für unerlässlich, um auf globaler Ebene effektivere Ziele zur Wiederaufforstung zu setzen und lokalen Projekten Anleitung zu geben. Ihrer Ansicht nach besteht überdies dringende Notwendigkeit zu handeln: Der Klimawandel sei in vollem Gange und die Fläche, auf denen Wälder wachsen könnte, schrumpfe deshalb Jahr für Jahr.