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Der Wald – Hochsensibles Wunderwerk der Natur

Von: Ernst Eisenbichler / Grafik: Christian Sonnberger

Stand: 14.03.2018

Wunderwerk der Natur? War der "Deutsche Wald" nicht immer schon ein kulturelles Phänomen? Die Germanen verherrlichten ihn, weil die Römer seinem Teutoburger Dickicht nicht gewachsen waren. Das Nibelungenlied ist ohne ihn nicht denkbar. Die Romantiker verfertigten aus ihm Naturlyrik, die Nazis ideologisierten ihn à la Blut-und-Boden-Manier.

Tag des Waldes

Am 21. März wird der Internationale Tag des Waldes (World Forestry Day) gefeiert. Ins Leben gerufen hat ihn die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO im Jahr 1971. Der Feiertag soll daran erinnern, welche Bedeutung der Wald für die Menschheit hat und warum er schützenswert ist. 2018 ist das Motto "Wälder für nachhaltigere Städte".

Man könnte darüber glatt vergessen, dass der Wald schlicht und einfach auch Natur ist: Grüne Lunge, Lebensraum, Wasserreservoir, Holzlieferant. In Bayern gibt es viel davon; auf fast 25.000 Quadratkilometern stehen zusammenhängende Baumareale. Das entspricht beinahe 30 Prozent der Fläche des Freistaats. Bayern ist damit aber nicht das waldreichste Bundesland. Dieser Titel gebührt Hessen und Rheinland-Pfalz. Jeweils 42 Prozent ihre Landesflächen sind bewaldet.

Sonne scheint durch Baumkromen | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie mit Informationen Der Wald Ökosystem, Schutz, Holzlieferant

Der Wald ist das wichtigste Landökosystem der Erde, nur Meere haben einen noch größeren Einfluss aufs Klima. Aber Baumkollektive können noch viel mehr: Sie liefern Holz, filtern Schadstoffe, bieten Erholung und im Gebirge Schutz vor Lawinen oder Erdrutschen. [mehr]

Rothirsch mit Bastfetzen nach dem Fegen am Geweih. Jedes Jahr zum Winterende werfen Hirsche ihr Geweih ab. Kurz darauf beginnt es neu zu wachsen und ist zunächst von Bast bedeckt. | Bild: imago/blickwinkel zur Übersicht Lebensraum Wald Tiere, Pflanzen und Lebensgemeinschaften im Wald

Unendlich viele Naturprozesse finden im Wald statt, kaum einen davon nimmt der Spaziergänger bewusst war. Sie laufen viel zu langsam, unauffällig oder im Verborgenen ab. Dabei sähe der Wald ohne die Findigkeit seiner vielen Protagonisten völlig anders aus. Einige Beispiele. [mehr]

Abgebrochener Baumstamm | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie mit Informationen Der Wald Multikulti statt Monotonie – der Waldumbau

Jahrhundertelang wurde der Wald zu Wirtschaftszwecken quasi "ausgebeutet". Waldflächen wurden stark dezimiert, öde und anfällige Monokulturen entstanden. Zurück zum naturnahen Mischwald lautet nun das Motto. Doch das ist nicht einfach. [mehr]

Laubwald in Bayern | Bild: picture alliance / Prisma zum Video mit Informationen Waldbericht 2017 Wald in Bayern auf dem Weg der Besserung

Die bayerischen Wälder erholen sich langsam vom extrem trockenen und heißen Sommer 2015. Probleme machen den Bäumen aber weiterhin Stürme und Unwetter sowie der Befall mit Schädlingen. [mehr]

Abgestorbener Baum | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie mit Informationen Wald in Gefahr Klimastress und andere Killer

Der Klimawandel lässt nicht nur Eis schmelzen, er wirkt auch massiv auf die Wälder ein. Wärmere Sommer und mehr Trockenheit vertragen viele Bäume nicht. Zudem leiden viele unter Borkenkäferplagen oder Pilzbefall. [mehr]

Englischer Garten in München | Bild: pa/dpa zum Artikel Stadtwald der Zukunft Wälder und Bäume für nachhaltige Städte

Der Englische Garten, die Isarauen: Nicht nur in München erhöhen Grünanlagen, Stadtwälder und Parks die Lebensqualität. Doch die grünen Lungen, die Wälder und Bäume, der Städte sind in Gefahr: Mit steigender Verschmutzung und Verdichtung sind neue Grün-Konzepte für die Städte gefragt. [mehr]

Bayerischer Wald | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht Waldwissen Was wir von Wäldern lernen können

Der Wald ist ein spannender und manchmal auch gefährdeter Lebensraum. Forstwissenschaftler versuchen, ihn fit für den Klimawandel zu machen, seine biologische Vielfalt zu erhalten und ihn dennoch wirtschaflich nutzbar zu machen. [mehr]


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