Russische ballistische RS-24 Yars-Raketen werden während der Militärparade zum "Tag des Sieges" durch Moskau gefahren.

Russische ballistische RS-24 Yars-Raketen werden während der Militärparade zum "Tag des Sieges" durch Moskau gefahren.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Alexander Zemlianichenko
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    Ukraine-Ticker: Selenskyj - Putin blufft nicht mit Atomdrohungen

    Ukraine-Ticker: Selenskyj - Putin blufft nicht mit Atomdrohungen

    Der ukrainische Präsident Selenskyj hat deutlich gemacht, dass er die Atomdrohungen des russischen Präsidenten Putin ernst nimmt. Die USA warnen Russland vor "katastrophalen Konsequenzen" für den Fall eines Nuklear-Einsatzes. Alle News im Ticker.

    Die wichtigsten News zum Ukraine-Krieg im Überblick

    • Selenskyj - Putin blufft nicht mit Atomdrohunen (18.30 Uhr)
    • Warnschüsse an Demonstranten in Russland (15.30 Uhr)
    • Deutscher Experte warnt vor russischer Aufrüstung (15.05 Uhr)
    • Russische Scheinreferenden gehen trotz ukrainischem Beschuss weiter (10.16 Uhr)
    • Finnischer Grenzschutz sieht weiter mehr Einreisen aus Russland (10.01 Uhr)
    • Weitere Artikel und Hintergründe zum Russland-Ukraine-Krieg

    20.00 Uhr: Selenskyj: Annexion macht Verhandlungen mit Russland unmöglich

    Eine Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland macht Verhandlungen mit dem Kreml aus Sicht des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj unmöglich. Die Regierung in Moskau könne den Abschluss der Abstimmungen und die Ergebnisse offiziell verkünden. "Dies würde eine Fortsetzung der diplomatischen Verhandlungen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation auf jeden Fall unmöglich machen", sagte Selenskyj dem US-Sender CBS News in einem am Sonntag veröffentlichten Interview laut Übersetzung. Kremlchef Wladimir Putin wisse das sehr gut.

    Seit Freitag wird in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. Die international als Bruch des Völkerrechts kritisierten Abstimmungen sind noch bis Dienstag angesetzt. Erwartet wird, dass Putin die Gebiete schon am Freitag in die Russische Föderation aufnehmen könnte.

    18.30 Uhr: Selenskyj - Putin blufft nicht mit Atomdrohungen

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat deutlich gemacht, dass er die Atom-Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin ernst nimmt. "Vielleicht war es gestern ein Bluff. Jetzt könnte es Realität sein", sagte Selenskyj dem US-Sender CBS News in einem am Sonntag veröffentlichten Interview laut Übersetzung. Selenskyj verwies auf die Gefechte um das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja und sagte, Putin wolle "die ganze Welt erschrecken. Dies sind die ersten Schritte seiner nuklearen Erpressung. Ich glaube nicht, dass er blufft."

    18.15 Uhr: USA warnen Russland vor "katastrophalen Konsequenzen" eines Nuklear-Einsatzes

    Die USA warnen vor den Folgen, die ein russischer Einsatz nuklearer Waffen gegen die Ukraine hätte. "Wenn Russland diese Linie überschreitet, wird es katastrophale Konsequenzen für Russland geben", sagte der Nationale Sicherheitsberater, Jake Sullivan, nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. Die USA würden entschieden reagieren, erklärte er dem Sender NBC. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vergangenen Mittwoch anlässlich der Verkündung der Teil-Mobilmachung erklärt, er werde alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um Russland zu schützen. "Das ist kein Bluff", so Putin.

    17.15 Uhr: Demonstration für Nord Stream 2 in deutscher Nord-Stream-Gemeinde Lubmin

    Für die Öffnung der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 und für bezahlbare Energie haben am Sonntag rund 3.000 Menschen im vorpommerschen Lubmin demonstriert. Die Kundgebung verlief bis zum späten Nachmittag friedlich und ohne Auffälligkeiten, sagte ein Polizeisprecher. Nord Stream 2 führt von Russland nach Mecklenburg-Vorpommern. In Lubmin erreicht die Nord-Stream-Pipeline das Festland. Die Gaspipeline ist fertiggebaut, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die Bundesregierung aber die Inbetriebnahme ausgeschlossen. Russland schickt über die weitgehend parallel verlaufende Leitung Nord Stream 1 derzeit kein Gas mehr nach Deutschland und verweist auf technische Gründe. Die Bundesregierung hält diese Begründung für vorgeschoben. In Lubmin befindet sich das stillgelegte Kernkraftwerk Greifswald.

    16.55 Uhr: Britische Premierministerin Truss: Nicht auf Putins Säbelrasseln hören

    Liz Truss hat die Länder des Westens aufgefordert, sich nicht vom russischen Präsidenten Wladimir Putin provozieren zu lassen. "Wir sollten nicht auf sein Säbelrasseln und seine leeren Drohungen hören", sagte die britische Premierministerin dem amerikanischen Sender CNN in einem Interview. "Stattdessen müssen wir Russland weiterhin mit Sanktionen belegen und die Ukrainer unterstützen." Wenn Putin Erfolg hätte, wäre das nicht nur eine schreckliche Botschaft in Europa und eine große Bedrohung für die ukrainische Bevölkerung selbst, sagte Truss. "Es wäre auch eine Botschaft an andere autoritäre Regime auf der ganzen Welt, dass es irgendwie akzeptabel ist, in ein souveränes Land einzufallen."

    15.30 Uhr: Warnschüsse an Demonstranten in Russland

    Laut Angaben von Bürgerrechtlern sind Polizisten in der russischen Teilrepublik Dagestan bei einem Protest gegen die Mobilmachung von Reservisten mit Warnschüssen gegen Demonstranten vorgegangen. Im Dorf Endirej blockierten Anwohner eine Straße, um so die von Russland Präsident Wladimir Putin angeordnete Teil-Mobilisierung zu behindern, wie die unabhängige Organisation OVD-Info mitteilte. Laut Medien der Kaukasusrepublik war der Protest eine Reaktion darauf, dass aus dem Dorf 110 Männer in den Krieg gegen die Ukraine gezwungen wurden. Das muslimisch geprägte Dagestan gehört zu den Regionen Russlands, aus denen Beobachtern zufolge besonders viele Männer eingezogen werden. Aktivisten beklagen, dass Angehörige ethnischer Minderheiten besonders stark von der Mobilmachung betroffen sind und sprechen deshalb teils sogar von "ethnischen Säuberungen".

    15.05 Uhr: Marine-Inspekteur warnt vor Russlands Aufrüstung

    Nach Einschätzung des deutschen Marineinspekteurs Jan Christian Kaack geht die Aufrüstung der russischen Marine trotz Krieg und westlichem Embargo weiter. "Ich gehe davon aus, dass die russische Marine im Wesentlichen gestärkt aus dem Ukraine-Krieg herausgehen wird", sagte der Vize-Admiral der Tageszeitung "Die Welt". "Wir erkennen derzeit den ungebremsten Neubau von modernen Einheiten, die hoch effektiv ausgerüstet sind", sagte Kaack. "Da scheint das westliche Embargo noch nicht zu greifen. "Die Einheiten würden mit Überschallwaffen oder ballistischen Iskander-Raketen ausgestattet. Die Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, neuartige Hyperschall-Seeraketen namens Zirkon schon bald auf einer Fregatte in Dienst zu stellen, sei keine Propaganda: "Ich nehme das ernst." Kaack warnte zugleich vor russischen Angriffen unter Wasser auf etwa Pipelines oder Unterseekabel für IT: "Da können sie Ländern wie Estland schnell das Licht ausschalten." Nach Kaacks Worten haben sich russische Unter- oder Überwassereinheiten zuletzt über längere Zeit im Bereich dieser Kabel aufgehalten.

    14.20 Uhr: Ukraine schicken weitere sieben Schiffe über das Schwarze Meer

    Weitere sieben mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen beladene Schiffe haben nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters Häfen der Ukraine verlassen. Die Angaben stammten aus dem ukrainischen Ministerium für Infrastruktur. Damit hätten seit August 218 Schiffe den von der UN ausgehandelten Korridor durch das Schwarze Meer passiert. Nach der russischen Invasion am 24. Februar dieses Jahres war die Ukraine zunächst nicht in der Lage, landwirtschaftliche Erzeugnisse über das Schwarze Meer zu transportieren. Das Land war vor dem Krieg einer der größten Agrarexporteure in die EU.

    13.45 Uhr: Erneut russischer Angriff mit iranischen Drohnen in Odessa

    Die Ukraine soll nach eigenen Angaben erneut mit im Iran hergestellten Drohnen angegriffen worden sein. Ein Verwaltungsgebäude im Zentrum der südukrainischen Hafenstadt Odessa sei drei Mal getroffen worden. Es habe sich um iranische Drohnen gehandelt, sagte eine Militärsprecherin. Tote oder Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht, eine Drohne wurde von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen. Am Freitag waren in Odessa nach Angaben Kiews bei einem russischen Angriff mit iranischen Drohnen bereits zwei Zivilisten getötet worden. Der ukrainischen Armee zufolge waren im Süden des Landes zudem vier Drohnen aus iranischer Produktion abgeschossen worden. Als Reaktion darauf kündigte kündigte das ukrainische Außenministerium an, die diplomatische Vertretung des Iran in der Ukraine deutlich einzuschränken. Dem iranischen Botschafter solle außerdem die Akkreditierung entzogen und die Zahl des diplomatischen Personals der iranischen Botschaft in Kiew deutlich reduziert werden. Die amerikanische Regierung hatte schon Ende August unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet, dass Russland im Iran unbemannte Drohnen für seinen Krieg in der Ukraine kaufen wolle.

    13.35 Uhr: Alt-Bundespräsident Gauck zu Waffenlieferungen: "Wir dürfen das"

    Altbundespräsident Joachim Gauck wirbt für einen klaren Blick auf den Angriff Russlands auf die Ukraine. "Das Böse existiert. Und es ist kein Zeichen von Toleranz, so zu tun, als wäre das Böse nicht richtig zu erkennen", sagte Gauck am Wochenende. Die Frage, ob Deutschland Waffen in die Ukraine liefern solle, um einer Kriegspartei beizustehen, werde vielerorts diskutiert. Sein Votum: "Als Christen, als Demokraten, als Menschen, die die Freiheit und das Recht lieben, dürfen wir das."Gauck äußerte sich bei einem Festvortrag zum 70-jährigen Bestehen der katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster. "Ein Wegdrücken und Weghören, wenn Opfer nach Hilfe schreien - nicht nur nach Personen, sondern auch nach Hilfsmitteln - kann ich nicht nachvollziehen", so der evangelische Theologe, der von 2012 bis 2017 Bundespräsident war. Ein ähnliches Verständnis für den Aggressor wie für die Opfer zu zeigen, habe mit Toleranz nichts zu tun. "Das ist Gleichgültigkeit, das ist Zynismus."

    13.30 Uhr: Bundesregierung fordert Verbot für EU-Bürger, hohe Posten in Russland anzunehmen

    EU-Bürger sollen nach dem Willen der Bundesregierung künftig nicht mehr in Aufsichtsräten oder Vorständen russischer Staatskonzerne sitzen dürfen. Dies sieht nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" ein Positionspapier der Bundesregierung vor. Es listet demnach Wünsche Berlins für das neue Sanktionspaket der EU gegen Russland auf und wurde an die anderen EU-Regierungen geschickt. Dass jemand wie Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) über Jahre Aufsichtsratschef beim russischen Ölunternehmen Rosneft war, wäre dann nicht mehr möglich. Die EU hatte kürzlich eine neue Sanktionsrunde angekündigt, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine eine Teilmobilmachung angeordnet hatte. Den Vorschlag, EU-Bürgern Posten bei russischen Staatskonzernen zu untersagen, begründet das Positionspapier der Bundesregierung damit, dass es sich hier um "strategische Korruption" handele. Unterstützern "gut bezahlte Posten in den Führungsgremien" von Staatsfirmen anzubieten, sei "seit Langem ein wichtiges Element" von Moskaus Bemühungen, in EU-Staaten politisch Einfluss zu nehmen, heißt es der Zeitung zufolge in dem Positionspapier.

    13.20 Uhr: Russland meldet Einsatz ukrainischer Drohnen nahe AKW

    Das russische Verteidigungsministerium vermeldet nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ukrainische Angriffe auf das Gebiet um das Atomkraftwerk Saporischschja. Angeblich seien dort acht "Kamikaze-Drohnen" zum Einsatz gekommen. Sie seien laut Verteidigungsministerium abgeschossen worden.

    12.40 Uhr: Ukrainische Kirchen protestieren gegen Scheinreferenden

    Die Glaubensgemeinschaften der Ukraine verurteilen die sogenannten Referenden in den von Russland besetzten ostukrainischen Gebieten als illegalen gewaltsamen Annexionsversuch. Die Aktion der Besatzungsbehörden sei "willkürlich" und verstoße gegen internationales Recht und vertragliche Verpflichtungen der Russischen Föderation gegenüber Kiew, erklärte der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen am Wochenende. Kiews griechisch-katholischer Großerzbischof Schewtschuk wertete die Scheinreferenden in seiner täglichen Videobotschaft (Samstag) als "Instrument zur Verfolgung und Erniedrigung von Menschen". Er rief zu Gebeten für jene auf, mit denen ein politisches Spiel veranstaltet werde. Gott solle dem ukrainischen Volk helfen, "unter diesen Umständen zu überleben und seine Würde und Liebe zum Vaterland zu bewahren". Der Gesamtukrainische Religionsrat erklärte, die Abhaltung von "Pseudo-Referenden" mit "vorgehaltener Waffe" sowie ohne persönliche Freiheit und Respekt für die Würde des menschliche Leben verhöhne die Demokratie und diskreditiere staatliche Institutionen. Eine echte Willensbekundung ist nach Worten des Rates unter diesen Bedingungen unmöglich.

    Karte: Die Lage in der Ukraine

    12.10 Uhr: Russische Parlamentsspitzen kritisieren Umsetzung von Teilmobilisierung

    Zwei Spitzenvertreter des russischen Parlaments und enge Verbündete von Präsident Wladimir Putin zeigen Verständnis für die zahlreichen Beschwerden über die Kampagne zur Mobilisierung Hunderttausender Soldaten. Walentina Matwijenko, die Vorsitzende des Föderationsrats, des Oberhauses des russischen Parlaments, verweist auf Berichte, wonach auch Männer einberufen wurden, die von der kürzlich verkündeten Teilmobilisierung eigentlich nicht betroffen sein dürften. "Solche Auswüchse sind absolut inakzeptabel. Und ich halte es für absolut richtig, dass sie eine scharfe Reaktion in der Gesellschaft auslösen", schreibt sie auf Telegram. Die Regionalgouverneure Russlands seien für die Umsetzung verantwortlich. Sie müssten sicherstellen, dass die Kriterien der Teilmobilisierung vollständig und fehlerfrei beachtet würden. Wjatscheslaw Wolodin, der Vorsitzende des Unterhauses, der Duma, wiederum erklärt, dass Fehler, sollten sie gemacht worden sein, korrigiert werden müssten. "Behörden auf allen Ebenen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein."

    12.03 Uhr: Schwarzenegger: Europa bei Energie "sehr, sehr verwundbar"

    US-Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger hat sich auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg für Atomkraft ausgesprochen. "Ich denke, dass wir weit zurück in den 70ern und 80ern den großen Fehler gemacht haben, Kernkraft auslaufen zu lassen", sagte der ehemalige Gouverneur Kaliforniens am Sonntag auf der Gründermesse "Bits & Pretzels" in München. Den Europäern sagte der ehemalige Gouverneur mit Blick auf den Krieg in der Ukraine: "Ihr habt Euch sehr, sehr verwundbar gemacht, Euch in Bezug auf Energie auf Russland zu verlassen." Umweltschützer hätten es beim Atomausstieg gut gemeint, aber einen Fehler gemacht. Es stimme, bei der Kernenergie könnten Unfälle passieren, sagte Schwarzenegger. Aber die Zahl der Toten bei Nuklearunfällen sei vernachlässigbar im Vergleich zu denen, die durch Umweltverschmutzung und Klimawandel sterben würden.

    11.44 Uhr: Appell der Kirchen für die Aufnahme Geflüchteter

    Mit einem gemeinsamen Appell der christlichen Kirchen für die Aufnahme von Geflüchteten ist am Sonntag die bundesweite Interkulturelle Woche in Heidelberg eröffnet worden. Angesichts des grausamen Leids in der Ukraine dürften auch die Menschen nicht vergessen werden, die in Afghanistan und den angrenzenden Ländern seit Monaten auf Rettung hofften, erklärten die katholische, evangelische und griechisch-orthodoxe Kirche in Deutschland unter der Überschrift #offengeht. Bei ihrer Predigt beim ökumenischen Eröffnungsgottesdienst in Heidelberg erklärte die badische Landesbischöfin Heike Springhart: «Wir müssen unsere Städte und Kommunen, unser Land offen dafür halten, dass Menschen Aufnahme finden, die Schutz suchen und Schutz brauchen.» Im Rahmen der Interkulturellen Woche sind bis zum 2. Oktober rund 5000 Veranstaltungen in 500 Städten und Gemeinden geplant. Auch der nationale "Tag des Flüchtlings" am 30. September wird in die Veranstaltungsreihe integriert.

    11.34 Uhr: Wahlbeobachter bei Scheinreferenden: Eklat um Energiekonzern-Manager

    Weil er als Wahlbeobachter die Scheinreferenden in russisch besetzten Gebieten der Ostukraine begleitet, soll der Geschäftsführer des nordhessischen Versorgers Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), Stefan Schaller, von seinen Aufgaben freigestellt werden. Dafür haben sich der Ältestenrat und der Kreisausschuss des Landkreises Waldeck-Frankenberg am Samstag mit großer Mehrheit ausgesprochen, wie der Landkreis auf seiner Internetseite mitteilte. "Mit dieser deutlichen Positionierung werden wir in die Beratungen mit den EWF-Gremien gehen», sagte Landrat Jürgen van der Horst laut Mitteilung. «Die erzwungenen Referenden Russlands in der Ukraine sind heuchlerisch und völkerrechtswidrig und ein Vorwand, um sich die von Russland besetzten Gebiete in der Ukraine zu eigen zu machen. Diese rechtswidrige Annexion verurteilen wir aufs Schärfste." Final soll der Mitteilung zufolge am Montag über die Freistellung Schallers entschieden werden.

    11.13 Uhr: Kardinal Koch: Kyrill wollte "strategische Allianz mit Rom"

    Kurienkardinal Kurt Koch hält eine Papstreise in die Ukraine derzeit für unwahrscheinlich. "Von einer Zugreise nach Kiew raten die Ärzte ab", sagte er im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ am Sonntag). Der Papst sei "zwar voller Tatendrang, aber sein Knieleiden zwingt ihn immer wieder in den Rollstuhl". Koch begrüßte Waffenlieferungen an die Ukraine. "Ein absoluter Pazifismus, der zuschaut, wie Gewalt angewendet wird, ist nicht christlich", so der Kurienkardinal. "Wenn ungerechte Gewalt geschieht und ich eingreifen kann, muss ich eingreifen." Papst Franziskus habe auf der Rückreise von Kasachstan Waffenlieferungen an Kiew als moralisch vertretbar bezeichnet, "wenn es darum geht, Opfer von Aggressionen bei der Selbstverteidigung zu unterstützen".

    Zum Moskauer Patriarchen Kyrill I. und seiner Verteidigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sagte der päpstliche Ökumene-Beauftragte, Kyrill sei der Überzeugung, es sei "die besondere Sendung Russlands, die christlichen Werte gegenüber dem dekadenten Westen zu schützen". Der russisch-orthodoxe Patriarch habe ihm bei einem Moskau-Besuch "eine strategische Allianz zwischen Moskau und Rom zur Verteidigung dieser Werte" vorgeschlagen. Dies habe er, Koch, abgelehnt. "Ich kannte Kyrills Vorstellungen. Trotzdem hätte ich nicht damit gerechnet, dass er so weit geht und diesen Angriffskrieg legitimiert. Dies hat mich sehr überrascht."

    11.12 Uhr: Faeser besorgt wegen steigender Zahl von Flüchtlingen von der Balkanroute

    Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich besorgt über die steigende Zahl von Flüchtlingen gezeigt, die über die Balkanroute nach Deutschland kommen. An der Grenze zu Österreich seien die Kontrollen verlängert worden und an der tschechischen Grenze kontrolliere die Bundespolizei verstärkt im Rahmen der Schleierfahndung, sagte sie der "Bild am Sonntag. "Wir sind gemeinsam in der Verantwortung, illegale Einreisen zu stoppen, damit wir weiter den Menschen helfen können, die dringend unsere Unterstützung brauchen." Faeser wies zugleich auf die Herausforderungen hin, die sich aus der großen Zahl Geflüchteter aus der Ukraine ergeben. "Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger ist es, so viele Geflüchtete gut unterzubringen und zu versorgen, sagte die Innenministerin.

    10.16 Uhr: Russische Scheinreferenden gehen trotz ukrainischem Beschuss weiter

    In den von Moskau besetzten Gebieten im Osten und Süden der Ukraine ziehen die Besatzer die Scheinreferenden über einen Beitritt der Regionen zu Russland trotz Beschuss weiter durch. Nach Angaben der Besatzungsbehörden starben im Gebiet Cherson am Sonntag zwei Menschen in einem Hotel bei einem ukrainischen Raketenangriff. In der Stadt Altschewsk im Gebiet Luhansk teilten die Behörden mit, dass in Bombenschutzkellern abgestimmt werden könne. In der Stadt Enerhodar im Gebiet Saporischschja musste ein Wahllokal wegen massiven Beschusses von ukrainischer Seite an eine andere Stelle verlegt werden, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Die international als Bruch des Völkerrechts kritisierten Abstimmungen sind auch im Gebiet Donezk noch bis Dienstag angesetzt.

    10.12 Uhr: Neues Führungskommando - hybride Angriffe gelten als "worst case"

    Der Befehlshaber des neuen Führungskommandos der Bundeswehr für das Inland, Carsten Breuer, will die Reaktionsfähigkeit auf eine gezielte Destabilisierung zügig verbessern. Eine "hybride Einflussnahme auf die Sicherheitsarchitektur Deutschlands, also dieser Zustand, bei dem man sagen muss, das ist nicht mehr ganz Frieden, aber es ist auch noch nicht ganz Krieg", sei der "worst case" für das Kommando, sagte der Generalleutnant der Deutschen Presse-Agentur, bevor die zentrale Befehlsstelle am Montag in Berlin von Kanzler Olaf Scholz und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (beide SPD) in Dienst gestellt wird.

    Als hybride Kriegsführung bezeichnet das Verteidigungsministerium es, wenn gegnerische Mächte auf eine Kombination aus klassischen Militäreinsätzen, wirtschaftlichem Druck, Hackerangriffen auf die Infrastruktur bis hin zu Propaganda in Medien und sozialen Netzwerken setzen. Es entsteht Instabilität, auf die reagiert werden muss. "Dieses zu beherrschen, und zwar in der gesamten Bandbreite, das macht den Kern dieses Kommandos aus", sagt Breuer dazu. Als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage nach dem russischen Angriff in der Ukraine hatte die Verteidigungsministerin entschieden, die Führung der Streitkräfte im Inland in dem neuen Kommando in der Berliner Julius-Leber-Kaserne zu bündeln. Für die Führung der Auslandseinsätze hat die Bundeswehr weiter das Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam.

    10.01 Uhr: Finnischer Grenzschutz sieht weiter mehr Einreisen aus Russland

    Nach der russischen Teilmobilmachung für den Krieg gegen die Ukraine beobachtet der finnische Grenzschutz an der Grenze zu Russland weiterhin mehr Verkehr als gewöhnlich. Am wichtigsten Grenzübergang Vaalimaa hätten sich die Autos auf russischer Seite am Sonntagmorgen um 8.00 Uhr (Ortszeit, 7.00 Uhr MESZ) etwa 500 Meter lang gestaut, teilte der Leiter für internationale Angelegenheiten des finnischen Grenzschutzes, Matti Pitkäniitty, mit. Am Samstag seien insgesamt 8.572 Russinnen und Russen über die Landgrenze in Finnland angekommen, vor einer Woche waren es 5286. Nach Russland ausgereist seien 4.199 Russinnen und Russen. Der Grenzschützer teilte mit, dass sich das Reiseprofil verändert habe. Vor der Pandemie seien die meisten über den Grenzübergang Nuijamaa weiter nördlich eingereist. Dieser sei wichtig für Tagestouren nach Südkarelien. Über Vaalimaa, nun der geschäftigste Übergang, reisten die meisten auf direktem Weg nach Helsinki und dann weiter in andere Schengen-Staaten.

    09.44 Uhr: London: Russische Nationalgarde wegen Krieg und Protesten unter Druck

    Wegen ihres Einsatzes im Krieg gegen die Ukraine und zunehmender Proteste in Russland gerät die russische Nationalgarde (Rosgwardija) nach britischer Einschätzung zunehmend unter Druck. "Es besteht eine realistische Möglichkeit, dass die Mobilisierung genutzt wird, um die Rosgwardija-Einheiten mit zusätzlichen Kräften zu verstärken", teilte das Verteidigungsministerium in London am Sonntag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Forderungen, die Teilmobilisierung auf die Truppe auszudehnen, habe es in Moskau bereits gegeben, betonte die Behörde."Rosgwardija-Einheiten haben sowohl im Kampf als auch bei der Sicherung des Hinterlands in der Ukraine eine wichtige Rolle gespielt und erleichtern derzeit Beitrittsreferenden in den besetzten Gebieten", hieß es in London.

    09.18 Uhr: Belarus gibt Nato Schuld an Ukrainekrieg und will vermitteln

    Der belarussische Außenminister Wladimir Makei hat die Nato für den russischen Angriff auf die Ukraine verantwortlich gemacht und Hilfe beim Vermitteln eines Waffenstillstands angeboten. Die Nato habe mit ihrer Osterweiterung nach dem Ende des Kalten Krieges die Sicherheitsinteressen von Russland und Belarus missachtet und versucht, in "historische ostslawische und angrenzende Länder vorzudringen", sagte Makei am Samstag (Ortszeit) in der UN-Vollversammlung. "Deshalb ist es der kollektive Westen, der die volle Verantwortung für das Blutvergießen in der Ukraine tragen muss", sagte er. Makeis Aussagen entsprechen weitgehend den Argumenten, mit denen Russland seine Invasion in die Ukraine zu begründen versucht.

    09.05 Uhr: RIA - Ukraine bombardiert Hotel in Cherson

    Die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA meldet die Bombardierung eines Hotels in der Stadt Cherson durch ukrainische Truppen. Zwei Menschen seien getötet worden. Die Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Die Stadt im Süden der Ukraine ist bereits seit kurz nach dem Beginn der Invasion von russischen Truppen besetzt.

    08.44 Uhr: Scholz will engere Energie-Kooperation mit den Emiraten

    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im Energiebereich weiter vorantreiben. Man habe bereits "eine ganze Reihe" von Diesel- und Flüssiggasprojekten mit dem Golfstaat vorangebracht, sagte der SPD-Politiker am Sonntag in Abu Dhabi. Er betonte, wie wichtig es sei, bei der Energieversorgung auf möglichst viele Anbieter zu setzen. Die Abhängigkeit von einem Lieferanten "wird uns sicherlich nicht wieder passieren", betonte Scholz. Bis zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bezog Deutschland noch 55 Prozent seines Erdgases aus Russland. Inzwischen sind die Lieferungen von dort zum größten Teil eingestellt und die deutschen Gasversorger suchen nach neuen Bezugsquellen. Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über die siebtgrößten Erdgasvorkommen weltweit. Es wurde erwartet, dass während des Kanzlerbesuchs ein Vertrag über die Lieferung von Flüssiggas (LNG) nach Deutschland unterzeichnet wird.

    08.39 Uhr: Angehörige begrüßen in der Ukraine freigelassene US-Bürger in Alabama

    Nach monatelanger Kriegsgefangenschaft sind zwei US-Militärveteranen aus der Ukraine nach Alabama heimgekehrt. Verwandte und Freunde schlossen Alex Drueke und Andy Huynh am Samstag (Ortszeit) auf dem Flughafen Birmingham-Shuttlesworth in die Arme. Drueke und Huynh waren auf eigene Faust in die Ukraine gefahren. Am 9. Juni wurden sie in der Region Charkiw vermisst gemeldet und kamen durch einen von Saudi-Arabien vermittelten Gefangenenaustausch frei, wie Verwandte am Mittwoch mitteilten. Prorussische Separatisten ließen zusammen mit ihnen acht Gefangene aus Marokko, Kroatien, Schweden und Großbritannien frei, wie die saudische Botschaft mitteilte.

    07.22 Uhr: Ukraine und Russland werfen sich gegenseitig Angriffe vor

    Russische Streitkräfte haben nach Angaben des ukrainischen Militärs binnen 24 Stunden Dutzende Raketen- und Luftangriffe auf zivile und militärische Ziele ausgeübt. Betroffen gewesen seien unter anderem 35 Siedlungen. Die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA wiederum meldete zuvor unter Berufung auf nicht näher identifizierte Informanten, ukrainische Truppen hätten Getreidespeicher und Lagerhallen für Düngemittel beschossen. Weder die Angaben der einen noch der anderen Seite ließen sich unabhängig überprüfen.

    05.15 Uhr: SPD im Bundestag will trotz Kriegsfolgen Zukunftsprojekte umsetzen

    Ein Jahr nach der Bundestagswahl hat die SPD im Bundestag zugesichert, trotz der Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine den Koalitionsvertrag weiter umsetzen zu wollen. Die SPD-Fraktion habe unter schweren Bedingungen zusammengefunden, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Katja Mast, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie nehme die Herausforderungen durch die aktuellen Krisen an. "Gleichzeitig ist es unser Anspruch, gemeinsam in der Ampel, die Zukunftsprojekte aus dem Koalitionsvertrag mit klarer sozialdemokratischer Handschrift umzusetzen", sagte Mast. Die Politikerin verwies dabei auf die Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Oktober auf 12 Euro.

    01.07 Uhr: Selenskij schockiert über Israels Versäumnis Waffen zu liefern

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat gesagt, er sei "schockiert" über Israels Versäumnis, seinem Land Raketenabwehrsysteme zu liefern. Dies geht aus einem Interview mit französischen Reportern hervor, das am Samstag von seinem Büro veröffentlicht wurde. "Ich weiß nicht, was mit Israel passiert ist. Ich bin ehrlich und offen gesagt - ich stehe unter Schock, weil ich nicht verstehe, warum sie uns keine Luftverteidigung geben konnten", sagte er. Selenskij hatte die Waffen bereits kurz nach Kriegsbeginn im Februar angefordert. Selenskijs Kommentare fielen schärfer aus als noch im März, als er Israel für seine Zurückhaltung bei der Lieferung von Waffen tadelte. Damals hatte sich Israel unverbindlich geäußert und mitgeteilt, es würde der Ukraine so gut wie möglich helfen.

    00.20 Uhr: Selenskyj ruft russische Soldaten zur Aufgabe auf

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat an die russischen Soldaten appelliert, sich zu ergeben. Der russische Präsident Wladimir Putin "schickt Bürger" wissentlich "in ihren Tod", sagte Selenskyj am Samstag in seiner abendlichen Ansprache. "Ihr werdet auf zivilisierte Weise behandelt, niemand wird die Umstände Eurer Aufgabe erfahren", richtete Selenskyj sich auf Russisch an die Angehörigen der russischen Armee.

    Wenige Stunden zuvor war in Russland ein Gesetz verabschiedet worden, mit dem nach der von Putin verkündeten Teilmobilmachung die Strafen für Soldaten verschärft werden, die desertieren oder vor dem Feind kapitulieren. Selenskyj sagte, es sei "besser, einen Einberufungsbefehl zurückzuweisen als in einem kriminellen Krieg in einem anderen Land zu sterben".

    Sonntag, 25. September 2022

    ZU DEN BISHERIGEN ENTWICKLUNGEN IM RUSSLAND-UKRAINE-KONFLIKT

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