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Durch die Hochwasser der vergangenen Tage und Wochen sind in Deutschland Schäden in Milliardenhöhe entstanden. Das heißt auch: Eine Elementarversicherung in einem Risikogebiet wird sicher teurer werden.

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Elementarversicherung: Wie absichern vor Naturgewalten?

Die Schäden nach zahlreichen Unwettern in Deutschland sind enorm. Klar ist auch: Einen Teil davon werden die Versicherungen tragen. Betroffene mit einer Elementarversicherung sind dabei im Vorteil. Dabei muss aber einiges beachtet werden.

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Von
  • Philip Kuntschner
  • BR24 Redaktion

Das Haus einer Familie in Schönau am Königssee ist völlig zerstört. Am Samstagabend löste der Starkregen eine Schlammlawine aus, die Wohnräume sind seither unbewohnbar. Ein Gutachter muss nun feststellen, wie hoch die Schäden sind. Bis auf Weiteres werden die Eltern und ihre Töchter in einer Ferienwohnung untergebracht. Bei der Finanzierung der Renovierungsarbeiten und Neubeschaffung von Habseligkeiten liegt die Hoffnung auf der Elementarschaden-Versicherung - die Familie hat glücklicherweise eine abgeschlossen.

Diese Versicherung deckt als Teil der Gebäudeversicherung Schäden durch bestimmte Naturgewalten ab, zu diesen zählen unter anderem auch Hochwasser, Lawinenabgänge oder Erdbeben. Doch es gibt eklatante Unterschiede.

Ausstattungsqualität und Lage sind entscheidend

Vor acht Jahren stand Niederalteich bei Deggendorf unter Wasser, auch Dieter Stukas Haus. Sein Beispiel zeigt: Nicht jeder, der eine Versicherung abschließen will, schafft das auch auf Anhieb.

"Ich habe bei mehreren Versicherungen angefragt, auch bei meiner eigenen Hausversicherung. Und die haben mir alle gesagt: Du bist in Gefahrenklasse 4, knapp 600 Meter neben dem Fluss - und deswegen versichern wir dich nicht!" Dieter Stuka

Neben der Ausstattungsqualität eines Gebäudes achten Versicherer insbesondere auf die Lage. Es gibt verschiedene Gefährdungsklassen. Da er wenige hundert Meter neben der Donau wohnt, befindet er sich nun in der höchsten Einstufung. Darin geht man mindestens einmal in zehn Jahren von einer Hochwasserlage aus.

Auch in schwierigen Lagen ist die Versicherung grundsätzlich möglich

Stukas Haus zählt damit zu den 0.2 Prozent aller Gebäude in Bayern, die in der höchsten Gefahrenklasse eingestuft sind. In dieser Situation eine passende und bezahlbare Versicherung zu finden, ist schwierig.

Grundsätzlich könne aber jede Person eine Elementarversicherung abschließen, erklärt Carolin Mock, Agenturleiterin der Versicherungskammer Bayern in Landshut: "Wir versuchen, individuelle Lösungen zu finden. Wir kommen mit einem Gutachter, schauen noch einmal, wo genau das Haus liegt und auch, ob mit einer Selbstbeteiligung gearbeitet werden kann." Letztere kann wiederum für den Versicherer elementar sein, um das eigene unternehmerische Risiko abzusenken.

Gebäude und Hausrat werden getrennt versichert

Laut Mock müsse außerdem unterschieden werden: Liegt eine Elementarversicherung nur für das Gebäude vor, oder auch für den Hausrat? Da gebe es eine klare Trennung. Für die vollständige Absicherung brauche es daher eine Kombination beider Versicherungen. Das beschäftigt auch die Familie in Schönau - klar ist, dass die Elementarversicherung die Schäden am Gebäude übernehmen wird. Ob auch ein Versicherungsschutz für alle beweglichen Gegenstände vorhanden ist, muss derzeit noch geprüft werden.

Die Frage nach einer Elementarversicherung wird sich zumindest in Niederalteich künftig nicht mehr so häufig stellen. Viele haben sich nach den Hochwasser-Erfahrungen eine Lösung gefunden. Außerdem bestehen bei Neubauprojekten oder Renovierungen viele Kreditgeber auf eine abgeschlossene Elementarversicherung - denn auch die Banken wollen sich absichern.

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