Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (Archivbild)

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Corona-Ticker: Lauterbach will Impfempfehlung für jedes Alter

Corona-Ticker: Lauterbach will Impfempfehlung für jedes Alter

Anders als die Ständige Impfkommission (Stiko) fordert Bundesgesundheitsminister Lauterbach die Impfempfehlung für alle Altersgruppen. Bayern hat 100.000 zusätzliche Dosen Grippeimpfstoff wegen "Komplexen Infekionsgeschehens". Die News im Ticker.

Die wichtigsten Corona-News des Tages:

  • Lauterbach fordert Impfempfehlung für alle Altersgruppen (10.16 Uhr)
  • Bayern rüstet sich gegen Doppel-Infektionswelle (06.43 Uhr)
  • Virologin Protzer: Wiesn soll trotz Infektionsrisiko nicht abgesagt werden (17.46 Uhr)
  • Hausärzte mahnen mehr vierte Impfungen an (07.00 Uhr)
  • RKI: Inzidenz bei 417,2 (05.01 Uhr)
  • Coronavirus: Weitere Artikel und Hintergründe finden Sie hier.

17.30 Uhr: Biontech präsentiert aktuelle Geschäftszahlen

Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech hat seinen Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifachen können. Das wird er an diesem Montag bekannt geben. Zugleich hatte das Unternehmen seine Umsatzprognose für seinen Corona-Impfstoff in Höhe von 13 Milliarden bis 17 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

Biontech und Pfizer hatten Ende Juli zudem bekanntgegeben, dass sie mit der klinischen Studie eines neuen "Impfstoffkandidaten der nächsten Generation" begonnen haben. Dabei wurde nach Angaben der Unternehmen das Spike-Protein mit dem Ziel angepasst, die Immunantwort zu stärken und damit den Schutz vor Covid-19 zu vergrößern. Bisher ist noch kein Impfstoff in der EU zugelassen, der auch auf Varianten des Corona-Virus zielt.

10.16 Uhr: Lauterbach fordert Impfempfehlung für alle Altersgruppen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dringt darauf, die vierte Corona-Impfung allen Altersgruppen zu empfehlen. "Man braucht für jedes Alter eine Botschaft“, sagte er den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bislang eine vierte Impfung nur für Menschen ab 70 Jahren sowie Risikogruppen.

09.29 Uhr: Buschmann verteidigt geplante Neuerung beim Infektionsschutz

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) verteidigt die geplante Erneuerung des Infektionsschutzgesetzes. Ihm wäre es am liebsten, man bräuchte "überhaupt keine Maßnahmen mehr" so Buschmann in der "Bild am Sonntag". Aber Experten sagten fü die kommenden Monate eine "hohe Belastungssituation für das Gesundheitssystem" voraus. Darauf gelte es zu reagieren. Masken seien hierfür das "mildeste Mittel", so Buschmann. Gemeinsam mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Buschmann am Mittwoch über die geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz informiert. Unter anderem soll es den Bundesländern ermöglicht werden, eine Maskenpflicht in Innenräumen anzuordnen für alle, die nicht vollständig geimpft, genesen oder getestet sind. Das neue Infektionsschutzgesetz soll zum 1. Oktober in Kraft treten.

08.05 Uhr: Chinesische Urlaubsinsel wird zum Hotspot

Wegen eines lokalen Corona-Ausbruchs sitzen Zehntausende Touristen auf der chinesischen Urlaubsinsel Hainan fest. Die Insel, die als "Chinas Hawaii" gilt ist weitgehend abgeschnitten, nachdem Flüge und Bahnverbindungen gestoppt wurden. Grund ist das Auftreten von mehr als 500 Infektionen seit Montag auf der Insel, wie Staatsmedien am Sonntag berichteten. Nach Angaben des Vizebürgermeisters halten sich aktuell 80.000 Touristen in der Stadt Sanya auf, 30.000 von ihnen in Hotels. Touristen dürften Sanya erst nach einer siebentägigen Risikoabschätzung verlassen. Weiterhin verfolgt China eine strikte Null-Covid-Politik. Jeder Infektionsausbruch zieht weitreichende Maßnahmen nach sich wie Ausgangssperren oder Massentestungen.

06.43 Uhr: Bayern rüstet sich gegen Doppel-Infektionswelle

Mit 100.000 zusätzlichen Dosen Grippeimpfstoff rüstet sich Bayern gegen eine doppelte Infektionswelle durch Corona und die Grippe im Herbst. Experten Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mahnte am Sonntag in München: "Wir müssen mit einem komplexen Infektionsgeschehen rechnen." Sobald sich abzeichne, dass sich reguläre Impfstoff-Bestellungen verspäten, frühestens Mitte Oktober, sollen Apotheken diese zusätzlichen Impfstoffdosen an Hausärzte verteilen, so das Gesundheitsministerium. Eine Grippeimpfung sei auch zeitgleich mit einer Corona-Auffrischimpfung machbar, betone Holetschek: "Je mehr Menschen sich gegen Grippe impfen lassen, desto besser - denn in diesem Jahr ist eine Impfung besonders wichtig."

Sonntag, 7. August 2022

20.01 Uhr: US-Präsident Biden negativ getestet

US-Präsident Joe Biden ist bei seiner zweiten Coronavirus-Infektion in kurzem Abstand negativ getestet worden, will aber noch bis zu einem weiteren Test in Isolation bleiben. Der 79-jährige Präsident war erstmals am 21. Juli an Covid-19 erkrankt. Drei Tage nach einem negativen Test wurde am 30. Juli ein Rückfall entdeckt. Sein Arzt Kevin O'Connor teilte mit, Biden fühle sich weiterhin gut; beim Rückfall sei als Symptom nur Husten aufgetreten, der am Freitag abgeklungen sei. Biden arbeite täglich acht Stunden und mehr, so die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre.

17.46 Uhr : Virologin empfiehlt, Wiesn trotz Corona-Infektionsrisikos nicht abzusagen

Trotz eines gewissen Corona-Infektionsrisikos für Besucher sollte das Oktoberfest in München nach Ansicht der Münchner Virologin Ulrike Protzer nicht abgesagt werden. "Wenn man sich für die Wiesn entscheidet, muss man ein gewisses Infektionsrisiko in Kauf nehmen", sagte die Leiterin der Virologie an der Technischen Universität und am Helmholtz-Zentrum München der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). Eine erneute Oktoberfest-Absage sei aus ihrer Sicht dennoch keine Option.

"Eines Tages muss man zum normalen Leben zurückkehren, und das geht mittlerweile auch, wenn man dabei vernünftig ist", sagte Protzer. Ältere und immungeschwächte Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen, denen Corona besonders gefährlich werden kann, sollten demnach der Wiesn fernbleiben. Allen anderen rate sie, sich zwei bis vier Wochen vorher eine Auffrischungsimpfung zu holen – "und möglichst auch gleich noch eine Impfung gegen Grippe dazu".

11.37 Uhr: Amtsärzte gehen von zwei bis drei Mal so vielen Infektionen aus

Deutschlands Amtsärztinnen und Amtsärzte gehen davon aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen weitaus höher ist als offiziell angegeben. Er schätze die Corona-Dunkelziffer auf etwa zwei- bis dreimal so hoch wie die offiziellen Zahlen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖDG), Johannes Nießen, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag. Die amtliche Summe ergibt sich aus den gemeldeten positiven PCR-Tests abzüglich der Verstorbenen. Zunehmend sei es aber so, "dass Personen sich einem Antigentest unterziehen und keinen PCR-Test mehr durchführen", erläuterte Nießen. "Dies führt zu einer Untererfassung der Infektionen." Das Corona-Monitoring von Abwasser und Antikörperstudien von Blutspenden gäben Hinweise auf diese Untererfassung. "Nur ein Teil derjenigen, die einen positiven Schnelltest haben, machen zur Bestätigung auch einen PCR-Test", bestätigte auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. "Allein deswegen schon ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen", sagte er den Zeitungen. Dem Bericht zufolge registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) in der Woche ab dem 18. Juli lediglich 890.000 PCR-Tests. Zu Spitzenzeiten im Januar und März dieses Jahres seien es rund 2,5 Millionen Tests pro Woche gewesen. Das RKI verzeichnet derzeit täglich mehrere zehntausend Corona-Infektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei mehr als 400.

11.00 Uhr: Familienministerin: Priorität für Kitas und Schulen

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat vor dem nächsten Corona-Herbst gefordert, dass die Offenhaltung von Schulen und Kitas diesmal "wirklich Priorität" hat. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte Paus: "Wir müssen in diesem Herbst das Versprechen einhalten, dass es keine Kita- und Schulschließungen mehr gibt. Das muss wirklich Priorität haben." Die Ministerin verwies auf "erschreckende Befunde der letzten zwei Jahre". "Die psychosozialen Folgen der Lockdowns sind dramatisch, viele Kinder und Jugendliche haben depressive Symptome. Bis zu einem Schuljahr ist den Kindern verloren gegangen", sagte die Ministerin. Paus bezeichnete den Entwurf zum Infektionsschutzgesetz als "eine gute Vorbereitung auf den nächsten Corona-Winter".

07.00 Uhr: Hausärzte mahnen mehr vierte Impfungen an

Die deutschen Hausärzte haben an ältere Bevölkerungsgruppen appelliert, sich ein viertes Mal gegen das Coronavirus impfen zu lassen. "Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission gibt den Rahmen vor, an dem sich die Hausärzte orientieren", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Samstag. "Die Stiko-Empfehlung sagt, dass die vierte Impfung aktuell für Ältere und Hochgefährdete empfohlen wird." "Der Fokus sollte daher jetzt auf den Gefährdeten liegen, gerade auch weil sich bisher deutlich zu wenige von ihnen zu einer vierten Impfung entschlossen haben", sagte Weigeldt weiter. Die Stiko empfiehlt die vierte Impfung für Menschen ab 70 Jahren. Die Europäische Union hat die Empfehlung für alle ab 60 Jahren ausgeweitet. Weigeldt sagte dazu: "Die Impfung ist am Ende des Tages eine Entscheidung zwischen Patient und Arzt." Der Verbandsvorsitzende warnte auch vor einer Impflücke. "Ein Punkt, der in der öffentlichen Diskussion aktuell ein wenig übersehen wird, ist, dass Millionen von Menschen noch die erste beziehungsweise die dritte Impfung fehlt", sagte Weigeldt. "Wir brauchen daher eine positive Impfkampagne - nicht nur für die vierte Impfung, sondern auch, um die Impflücken bei der ersten und der dritten Impfung zu schließen."

05.01 Uhr: RKI: Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 417,2

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 417,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 432,2 gelegen (Vorwoche: 578,1; Vormonat: 678,8). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 49.609 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 66.003) und 141 Todesfälle (Vorwoche: 117) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Samstag, 06. August 2022

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