Distanzunterricht: Blick in ein Klassenzimmer ohne Schülerinnen und Schüler.

Blick in ein Klassenzimmer ohne Schülerinnen und Schüler: Gewerkschaften warnen vor Schulschließungen wegen Corona.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Armin Weigel
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    Corona: Die Ereignisse vom 26. September bis 02. Oktober

    Corona: Die Ereignisse vom 26. September bis 02. Oktober

    Nachrichten und Entwicklungen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom 26. September bis 02. Oktober im Rückblick.

    Montag, 26. September 2022

    18.26 Uhr: Keine Maskenpflicht für Flugreisende in Kanada

    Kanada hebt die Maskenpflicht in Flugzeugen auf. Die Regierung teilte mit, die bestehende Regelung zum Tragen von Corona-Schutzmasken entfalle zum 1. Oktober. "Wir sind dazu in der Lage, weil Millionen Kanadier die Ärmel hochgekrempelt und sich impfen lassen haben", sagte Verkehrsminister Omar Alghabra. Gesundheitsminister Jean-Yves Duclos erklärte, die Haltung einiger Passagiere habe es den Fluggesellschaften und den Besatzungen in den vergangenen Monaten schwer gemacht, die Maskenpflicht durchzusetzen. Auch dies sei ein Grund für die Entscheidung.

    Gleichzeitig soll auch die Quarantäneplficht für ungeimpft Einreisende aus dem Ausland wegfallen. Ungeimpfte ausländische Reisende, die nach Kanada kommen, müssen sich bei ihrer Ankunft bisher einem obligatorischen Corona-Test unterziehen und eine 14-tägige Quarantäne einhalten. Die Regierung von Premierminister Justin Trudeau beschloss jedoch, die Anordnung auslaufen zu lassen.

    16.06 Uhr: Lebenszufriedenheit von Abiturienten während Pandemie überdurchschnittlich gesunken

    Die Lebenszufriedenheit von Abiturienten der Jahrgänge 2020 und 2021 ist während der Corona-Pandemie überdurchschnittlich gesunken. Das Wohlbefinden der Abiturienten sank während der Pandemie auf einer Skala von null bis zehn um einen halben Punkt und damit deutlich stärker als beim Durchschnitt der Bevölkerung, wie eine Studie der Universität Bamberg und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt.

    Den Forschern zufolge ist dieser Einbruch "untypisch für junge Menschen". "Er entspricht zum Beispiel dem drastischen Rückgang der Lebenszufriedenheit in Kriegsgebieten", erklärte Alexander Patzina von der Universität Bamberg. Laut der Studie stiegen zwischen dem ersten und zweiten Lockdown vor allem die Angst- und Depressionsrisiken im Abiturjahrgang 2021 stark an, erst nach dem Verlassen der Schule verbesserte sich das Wohlbefinden der Abiturienten wieder. Beide Abiturjahrgänge erreichten ihr Vorpandemieniveau bei mentaler Gesundheit und Lebenszufriedenheit bis zum Herbst 2021 nicht wieder.

    15.15 Uhr: Landkreistag - Kommunale Krankenhäuser brauchen auch wegen Corona-Krise finanzielle Hilfe

    Vielen Krankenhäusern in Bayern drohen offenbar existenzielle finanzielle Probleme. Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales beim Bayerischen Landkreistag hat deswegen einen einstimmigen Appell an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gerichtet, wie der kommunale Spitzenverband mitteilte.

    Durch die Corona-Pandemie seien die Erlöse gesunken, zugleich stiegen die Kosten für Energie, Waren und Dienstleistungen, sagte der Landrat von Landsberg am Lech, Thomas Eichinger (CSU) als Ausschussvorsitzender. "Viele unserer Häuser kommen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Wir benötigen eine schnelle und finanziell solide Unterstützung durch den Bund für die Aufrechterhaltung der medizinischen Grund- und Regelversorgung", erläuterte Eichinger.

    14.48 Uhr: Bundesweit einmaliges Institut für Long-Covid in Rostock

    In Rostock wird am Samstag ein Institut für Long-Covid eröffnet. Es soll Patienten über den Umgang mit der Erkrankung und über mögliche Behandlungen informieren, teilte das Institut mit. Die Einrichtung sei mit dieser Zielsetzung bundesweit einmalig und soll eine Lotsenfunktion für die Information von Betroffenen einnehmen. Zu den Aufgaben des Instituts soll auch die Beratung von Kliniken zur Etablierung neuer Behandlungskonzepte für Long-Covid-Patienten gehören.

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind seit Beginn des Jahres 2020 in Deutschland knapp 33 Millionen Corona-Infektionen registriert worden, rund 149.000 Menschen sind daran gestorben. Rund zehn Prozent der Infizierten müssen sich nach der akuten Krankheitsphase mit langfristigen Symptomen in unterschiedlicher Schwere auseinandersetzen.

    13.59 Uhr: Biontech/Pfizer beantragen Notfallzulassung für Kinder-Omikron-Booster in den USA

    Biontech und sein Partner Pfizer haben für ihre an die Omikron-Untervarianten BA.4/BA.5 angepasste Auffrischungsimpfung eine Notfallzulassung in den USA zum Einsatz bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren beantragt. Ein Antrag zur Erweiterung der Marktzulassung in der EU für diesen Impfstoff in dieser Altersgruppe soll in den nächsten Tagen auch bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht werden, wie die Unternehmen mitteilen. Als Booster ab zwölf Jahren hat das Vakzin in der EU und den USA bereits grünes Licht erhalten.

    12.46 Uhr: Oxfam - Covid verschärft in Asien soziale Ungleichheit

    Die internationale Hilfsorganisation Oxfam sieht Asien mit "einer Krise extremer Ungleichheit konfrontiert". Diese sei durch die unverhältnismäßigen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 verschärft worden, so das Fazit eines in Bangkok veröffentlichten Berichts der Organisation. Ein Viertel des Reichtums in Asien befindet sich demnach in den Händen von einem Prozent der Bevölkerung. Der Oxfam-Bericht trägt den Titel: "Asiens extreme Ungleichheitskrise - Fairer Wiederaufbau nach Covid-19".

    Asien-Regionaldirektor John Samuel erklärte, die Pandemie habe die Ungleichheit in Asien um etwa acht Prozent erhöht. Während die Zahl der in Armut lebenden Asiaten auf 1,4 Milliarden gestiegen sei, "steckten sich die Milliardäre ein zusätzliches Vermögen von 1,8 Billionen US-Dollar ein", so Samuel. Zudem seien die Schulden zur Finanzierung von Corona-Maßnahmen auf dem Kontinent stark gestiegen. Der Schuldendienst sei dreimal so hoch wie die Gesundheitsausgaben und siebenmal so hoch wie die Sozialausgaben.

    11.51 Uhr: Bundesinnenministerin Faeser mit Corona infiziert

    Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich erstmals seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Auf Twitter schrieb sie am Montag: "Jetzt hat mich Corona auch erwischt, zum ersten Mal. Das Virus bleibt tückisch. Passt alle in diesem Herbst gut auf Euch auf!" Faeser hätte an diesem Dienstag an einer gemeinsamen Sitzung der Innen- und Justizminister in München teilnehmen sollen.

    11.25 Uhr: Kanzler Scholz positiv auf Corona getestet

    Bundeskanzler Olaf Scholz ist positiv auf Corona getestet worden. Er habe milde Erkältungssymptome und sich sofort in der Kanzlerwohnung im Bundeskanzleramt in Isolation begeben, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit. "Die öffentlichen Termine dieser Woche werden abgesagt, interne Termine sowie die angesetzte Zusammenkunft mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder will der Bundeskanzler virtuell wahrnehmen."

    Scholz war erst gestern von einer zweitägigen Reise in die Golfstaaten zurückgekehrt. Vor Antritt der Reise hatte er einen PCR-Test gemacht, der negativ war. Am Sonntag war er nach Angaben aus Regierungskreisen ein weiteres Mal negativ getestet worden.

    08.41 Uhr: Valneva warnt vor Scheitern von möglichem weiteren Corona-Impfstoffprojekt

    Der französisch-österreichische Biotechkonzern Valneva wird womöglich keinen zweiten Anlauf für einen Covid-19-Impfstoff nehmen. Valneva befinde sich zwar in laufenden Gesprächen mit einem potenziellen Partner über einen Impfstoff der zweiten Generation, diese könnten aber mehrere Monate dauern und möglicherweise nicht erfolgreich sein, warnt Valneva. Das Unternehmen werde nur einen solchen Impfstoff herstellen und in den Aufbau von Produktionskapazitäten investieren, wenn es die erforderliche Finanzierung erhalte.

    Der Totimpfstoff von Valneva gegen Covid-19 war Ende Juni in der EU zugelassen worden, das Unternehmen musste auf dem Weg dorthin aber zahlreiche Rückschläge einstecken. Die Europäische Kommission schrumpfte den Liefervertrag wenige Wochen später drastisch auf bis zu 2,5 Millionen Dosen von einst 60 Millionen, unter anderem wegen Verzögerungen im Zulassungsverfahren und einer geringeren Impfstoffnachfrage, die durch ein Überangebot an Vakzinen in der EU verursacht wurde. Die Produktion wurde von Valneva inzwischen gestoppt.

    05.00 Uhr: Lehrergewerkschaften warnen vor Schulschließungen wegen Corona

    Bildungsgewerkschaften warnen vor Unterrichtsausfällen oder sogar Schulschließungen, falls in einer möglichen neuen Corona-Welle viele Lehrerinnen und Lehrer erkranken. Der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Wenn der Schutz und damit die Gesundheit der Lehrkräfte nicht hinreichend beachtet wird, werden die Schulschließungen vor dem Hintergrund des bereits ohnehin schon dramatischen Personalmangels, bei entsprechendem Krankenstand von ganz allein kommen." Der VEB-Vorsitzende Beckmann unterstrich, die Offenhaltung von Schulen und Kitas müsse oberste Priorität haben.

    Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte dem RND: "Sollte es wieder zu deutlich mehr Krankheitsfällen bei den Beschäftigten an Schulen und Kitas kommen, wird es wegen des ohnehin herrschenden Lehrkräftemangels zu noch mehr Unterrichtsausfall kommen." Krankheitsbedingte Lücken wären nicht mehr zu kompensieren.

    Das Infektionsschutzgesetz sieht für Herbst und Winter sehen vor, dass die Länder an Schulen und Kitas Corona-Tests vorschreiben können. Ab Klasse fünf sind auch Maskenpflichten in Schulen möglich, soweit dies "zur Aufrechterhaltung eines geregelten Präsenz-Unterrichtsbetriebs erforderlich ist". Schulschließungen soll es als Corona-Schutzmaßnahme aber nicht mehr geben.

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