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Bildrechte: pa/dpa/Felix Hörhager

Die Aufräumarbeiten in Schönau laufen auf Hochtouren. Viele packen mit an - auch weil die Zeit drängt.

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Große Hilfsbereitschaft nach der Flut: "Halten alle zusammen"

Die Solidarität ist groß nach den verheerenden Überschwemmungen in Oberbayern und im Westen Deutschlands. Örtliche Hilfsaktionen wurden ins Leben gerufen, die Bundeswehr packt mit an und viele Menschen helfen sich gegenseitig.

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Von
  • BR24 Redaktion

Nach dem massiven Hochwasser am Wochenende räumen Einheimische, Bundeswehr und Hilfskräfte die von den Fluten hinterlassenen Trümmer beiseite. Die Bereitschaft zu helfen, ist groß - und jede Hand wird auch gebraucht und dankbar angenommen.

Schönau am Königsee: "Die ganze Nacht geschaufelt"

Bereits gestern hat die Nachbarschaft in Schönau am Königsee mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die ganze Nacht habe er geschaufelt, berichtet ein Anwohner dem BR. Und dabei hat Peter Huber noch Glück gehabt: Bei ihm lief der Schlamm nur in den Garten, das Haus ist unversehrt geblieben.

Aber seinen Nachbarn hat es schwer erwischt. Ein Bagger schaufelt dort durch eine Tür Schlamm aus dem, was vermutlich einmal das Wohnzimmer war. Zu erkennen ist nur noch ein großer Bauernschrank. Aus dem Schlamm ragen Seiten eines Buches. Tintenherz, von Cornelia Funke. Nur, dass sich das Haus nicht durch Worte zurückholen lässt, wie es in dem Roman möglich gewesen wäre.

"Wir sind erst fertig, wenn die ganze Siedlung wieder frei von Schlamm ist." Peter Huber

Menschen helfen einander - auch wenn sie sich nicht kennen

Im Laufe des Morgens kommen immer mehr Menschen an den Ort. Sie wollen helfen, bringen Schaufeln und Eimer. Andere setzen sich in die Bagger und verladen eine Schippe nach der nächsten auf die Ladefläche von Transportern.

Hansi fährt mit einem kleinen Transporter vor. Er arbeitet für die lokale Brauerei. Kistenweise hat er Getränke dabei: Wasser, Saft, Schorle, Bier. "Wenn so etwas passiert, dann halten wir natürlich alle zusammen", sagt er. Und er könne eben mit Getränken helfen.

Anwohner berichten dem BR gerührt davon, wie viele Menschen helfen würden. "Hier haben Menschen geschaufelt, die habe ich noch nie gesehen", erzählt Peter Huber.

Hilfe für Rheinland-Pfalz kommt aus dem Landkreis Freising

Der vom Hochwasser massiv betroffene Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz bekommt auch Hilfe aus dem Landkreis Freising: Am Nachmittag ist die Hilfsorganisation "Navis e.V." am Vereinssitz in Moosburg zu einem Einsatz gestartet. Elf Ehrenamtliche bringen nun vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen für die lahmgelegte Wasserversorgung Eifel/Ahr nach Adenau, dazu 200 Trinkwasserbehälter für die Verteilung, Zelte und Notstromaggregate.

Auch Notstromgeräte der Feuerwehren in Eching und am Flughafen wurden mitgenommen. Die Feuerwehr Allershausen stellte unter anderen Schläuche und Pumpen zur Verfügung. Insgesamt brachten 37 Feuerwehren aus dem Landkreis Material.

Überschwemmungen, Hurrikane, Erdbeben: Ehrenamtliche fassen mit an

Der Verein "Navis e.V." war 2004 nach dem Tsunami-Einsatz aus den Reihen der Flughafenfeuerwehr gegründet worden mit dem Ziel, auch künftig bei Katastrophen im In- und Ausland ehrenamtlich Hilfe zu leisten. Das geschah dann etwa nach der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan, der Dürre in Ostafrika, dem Taifun auf den Philippinen, dem Erdbeben in Nepal, den Überschwemmungen in Sri Lanka, dem Wirbelsturm in Mosambik und 2013 auch beim Hochwasser in Deggendorf. Immer arbeiten alle Helfer ehrenamtlich, die Einsätze werden über Spenden finanziert. BR-Sternstunden hat ebenfalls bereits Einsätze unterstützt.

Bundeswehr unterstützt bei Aufräumarbeiten

Auch die Bundeswehr, genauer die Gebirgsjäger aus der Kaserne in Bischofswiesen, helfen bei den Aufräumarbeiten in den von Hochwasser betroffenen Gemeinden im Berchtesgadener Land. Wie ein Sprecher der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall auf BR-Anfrage mitteilte, sind derzeit 100 Soldaten aus Bischofswiesen sowie neun weitere Soldaten mit schwerem Gerät aus Ingolstadt im Einsatz. Die Unterstützung der Bundeswehr konzentriert sich auf die Gemeinden Bischofswiesen, Schönau am Königsee und Marktschellenberg. Der Einsatz ist noch bis Dienstagabend geplant.

Die Gebirgsjäger hatten gestern bereits dem Landratsamt ihre Hilfe angeboten. Daraufhin hat das Landratsamt auch nochmal einen Antrag auf Amtshilfe gestellt.

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Bildrechte: BR / Martin Breitkopf

Die Schlammlawine, die am Wochenende durch Schönau im Berchtesgadener Land gewälzt ist, war riesig. Aus der Luft zeigt sich die Dimension der Verwüstung.

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