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"OutInChurch" - Bistümer Passau und Regensburg reagieren

Deutschlandweit haben sich heute 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche als nicht heterosexuell geoutet. Auch in den Bistümern Passau und Regensburg. Die Teilnehmer wollen mit der Aktion Verständnis schaffen.

Von
Konstantin KönigKonstantin KönigBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche in Deutschland haben sich jetzt offiziell geoutet - als schwul, lesbisch, bi-, transsexuell oder non-binär, das bedeutet, dass sie sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich sehen. Begleitet wurde die Aktion von einer ARD-Dokumentation und Videos in der ARD Mediathek. Auch drei Personen aus dem Bistum Regensburg und eine aus dem Bistum Passau sind darunter.

Bistum Regensburg will Aktion nicht bewerten

Auf BR-Anfrage nach einer Reaktion auf die Initiative erklärte das Bistum Regensburg, diese nicht zu kennen. Deshalb könne man sie auch nicht bewerten. Der Sprecher teilte aber auch mit, dass das Bistum durch eine Presseanfrage in der vergangenen Woche von der Aktion erfahren habe. Mitarbeiter seien im Vorfeld der Aktion nicht an das Bistum herangetreten. Der Sprecher betonte: Das kirchliche Arbeitsrecht sehe für Personen mit anderen sexuellen Orientierungen keine besondere Regelungen vor.

Angst vor der Kündigung

Ähnlich antwortet auch das Bistum Passau auf die Anfrage. Auch hier habe man bereits letzte Woche durch eine Anfrage an die Pressestelle von der Aktion erfahren, man könne sie aber noch nicht bewerten, weil man zu wenig darüber wisse. Eine Seelsorgerin aus dem Bistum Passau hat sich anonym im Interview mit der ARD zu ihrer Situation und dem Outing als lesbisch geäußert. Sie erzählt von ihrer Arbeit in einer kirchlichen Einrichtung. Ihr wäre es viel lieber, offen leben zu können. Ihr sei aktuell nur ein privates Outing möglich, kein berufliches: "Es ist aber einfach so, dass immer eine unterschwellige Angst da ist, wenn es offiziell werden würde, dass dann eine Konsequenz folgt, die sogar die Kündigung sein könnte." Die Tatsache, selbst nicht authentisch sein zu können, würde sie in ihrer täglichen Arbeit behindern und ihr Zusammenleben mit ihrer Freundin massiv stören, so die Frau weiter.

In ganz Bayern haben bei der Aktion nur acht Personen teilgenommen und sich geoutet. Zum Vergleich: Alleine im Bistum Köln waren es 16 Menschen, in den Bistümern Münster und Osnabrück jeweils 13.

In einer bundesweiten Aktion haben sich 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche öffentlich geoutet.

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