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Der Pandemiebeauftragte am Klinikum Fürth, Dr. Manfred Wagner, befürchtet "einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen, gleichzeitig einen Ausfall des Personals". Dieses sei derzeit schon stark belastet, betonte er im Interview mit Bayern 2.

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Klinikum Fürth fürchtet Personalausfall wegen Omikron

Der Pandemiebeauftragte am Klinikum Fürth, Dr. Wagner, befürchtet wegen Omikron "einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen, gleichzeitig einen Ausfall des Personals". Dieses sei derzeit schon stark belastet, betonte er im Interview mit Bayern 2.

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Christoph PeerenboomChristoph PeerenboomKatharina HübelKatharina HübelNora KaltenbeckNora Kaltenbeck
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Falls sich die Omikron-Variante in Deutschland weiter ausbreitet, dann wäre "das Gesundheitssystem und die gesamte kritische Infrastruktur unseres Landes extrem belastet", hatte der Corona-Expertenrat der Bundesregierung am Sonntag gewarnt.

Auch am Klinikum Fürth schaut das Personal mit Sorgen auf die kommenden Wochen: "Wenn es jetzt wirklich so ist, dass Omikron vermehrt zu Impfdurchbrüchen führt und auch deutlich infektiöser ist, müssen wir davon ausgehen, dass sich auch mehr Klinikpersonal anstecken wird", sagte Dr. Manfred Wagner, der Pandemiebeauftragte und Medizinische Direktor des Klinikums.

"Durchhalteparolen nicht mehr angebracht"

Wagner befürchtet eine Situation, "die wir aus der Pandemie bislang so nicht kennen. Es ist eine Situation, die uns die Sorgenfalten ins Gesicht treibt." Die jetzige Welle treffe auf ausgelaugtes Personal, das nach fast zwei Jahren Pandemie wirklich erschöpft sei, betonte er.

"Durchhalteparolen sind da nicht mehr angebracht." Das Klinikum versuche "wirklich mit einem hohen ethischen Anspruch die Versorgung so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, aber wir blicken natürlich alle mit gewisser Sorge auf das, was da kommt mit Omikron", so der Medizinische Direktor des Klinikums.

"Das macht mir die größte Sorge, dass das so unkalkulierbar ist." Manfred Wagner

Weniger Personal müsste mehr Patienten versorgen

Aktuell beobachtet Wagner, dass sich die Lage generell etwas beruhigt. Auf den Normalstationen gehe die Zahl der Corona-Patienten zurück. Die Lage auf den Intensivstationen sei jedoch immer noch sehr angespannt, weil die Patienten im Schnitt deutlicher länger liegen. Für die Zukunft befürchtet Wagner jedoch einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen und gleichzeitig einen Ausfall des Personals. Dieses sei sowieso schon stark belastet, betonte er.

Die Eskalationspläne des Klinikums sehen vor, anderes medizinisches Geschehen weiter herunterzufahren, erklärte Wagner. Man werde sich noch mehr auf die Corona-Versorgung konzentrieren müssen, das habe "natürlich Auswirkungen auf die anderen Patienten". Es werde auch zu einer Qualitätsverschlechterung in der Versorgung kommen, "weil wir natürlich mit weniger Personal mehr Patienten versorgen müssen", so der Mediziner.

Das Klinikum sei nun dabei, Teams zu bilden "aus höher qualifiziertem Personal und weniger qualifiziertem Personal oder Helferpersonal", um dann noch mit Patientenzustrom zurecht kommen zu können, erklärte Wagner.

Gestaffelte Feiern an Weihnachten

Für die Weihnachtstage rät Wagner, die Kontakte soweit wie möglich zu reduzieren. Dort, wo sonst mehrere Familien zusammenkommen, solle man lieber nacheinander staffeln und die Treffen ins Freie zu verlegen. Man muss davon ausgehen, dass gerade in Innenräumen und bei Zusammenkünften von vielen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein Infizierter viele ansteckt.

Kontakteinschränkungen und Impfungen als Ausweg

"Ich denke, wir werden an einer deutlichen Einschränkung der Kontakte nicht vorbei kommen", betonte Wagner. "Das A und O wird sein, möglichst viele Menschen vom Impfen zu überzeugen, weil ich der festen Überzeugung bin, dass das die einzige Chance ist, aus dieser Pandemie überhaupt mal rauszukommen."

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Das Robert Koch Institut empfiehlt ab sofort Kontaktbeschränkungen und auch am Klinikum Fürth ist man wegen der neuen Omikron-Variante besorgt. Der Direktor Manfred Wagner rechnet mit mehr Patienten und ausfallenden Personal.

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