Bahnstreik könnte Inzidenzen steigen lassen
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Viele Menschen tummeln sich auf einem Bahnsteig am Nürnberger Hauptbahnhof vor einem zug.

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Bahnstreik: Züge am zweiten Streiktag nicht überfüllt

Die meisten Fahrgäste haben sich am zweiten Tag offenbar auf den Bahnstreik eingestellt. Obwohl heute nur wenige Züge fahren, sind sie nicht überfüllt, Abstandhalten damit kein Problem. Am Freitag soll der Verkehr wieder weitgehend normal laufen.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Vor einer erhöhten Infektionsgefahr beim Bahnfahren muss sich heute keiner trotz des Streiks der Lokführer niemand fürchten. Am Mittag ist in den Zügen am Nürnberger Hauptbahnhof noch relativ viel Platz, Abstandhalten kein Problem. Das bestätigt auch eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) in München auf Anfrage von BR24. Die Züge in Franken seien zwar voll, aber nicht übermäßig, so die Sprecherin. In den S-Bahnen sei mehr als die Hälfte der Plätze belegt.

Viele Fahrgäste trotz Bahnstreik entspannt

Dementsprechend sind viele Fahrgäste trotz des Bahnstreiks relativ entspannt. Sie mache sich keine großen Sorgen, sagt etwa Manuela Fugmann. "Ich schütze mich so gut es geht mit der Maske und versuche, Abstand zu halten." Ähnlich sieht es Hans Lösch. "Ich bin schließlich vollständig geimpft." Miriam Thoma hingegen hat ein mulmiges Gefühl. Schließlich könne man das Virus ja immer noch übertragen, meint die junge Frau.

Flixbus und Autovermieter profitieren vom Bahnstreik

Viele Bahnfahrer haben sich offenbar Alternativen gesucht. Das Busunternehmen "Flixbus" etwa berichtet, dass die Nachfrage nach Fahrkarten in dieser Woche um mehr als 70 Prozent höher liegt als in der Woche zuvor. Regionale Zahlen nennt das Fernbus-Unternehmen nicht. Auch Autovermieter wie Europcar oder Avis registrieren höhere Buchungszahlen. Bei den Bahnkonkurrenten hingegen sind die Fahrgastzahlen nur unwesentlich höher als sonst.

Fahrgastverband: Bahnstreik bei niedriger Inzidenz wäre besser

Timm Kretschmar vom Fahrgastverband Pro Bahn erklärte, ein Bahnstreik sei aus Fahrgastsicht immer schlimm. Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie hätte sich der Verband gewünscht, dass die Lokführergewerkschaft GdL ihn erst dann durchführt, wenn die Inzidenzwerte niedriger sind. Doch Kretschmar sagt auch: "Den optimalen Zeitpunkt für den Streik wird es nicht geben."

Pro Bahn rät: Züge heute noch meiden

Der Pro Bahn-Sprecher rät den Passagieren, die Bahn derzeit zu meiden. Schließlich seien die Fahrpläne deutlich reduziert und die Bahn fahre nur mit einem Notfahrplan, auch der Nahverkehr sei deutlich reduziert. "Deshalb ist auch unser Rat für alle Fahrgäste, möglichst nicht Bahn zu fahren, solange gestreikt wird", so Kretschmar. Diesen Rat haben offenbar viele Reisende beherzigt.

Bahn rechnet am Freitag mit normalem Verkehr auf den Schienen

Morgen am Freitag (13.08.21) rechnet die Bahn damit, dass der Verkehr auf der Schiene wieder weitgehend normal läuft. Man werde die Kapazität im Fernverkehr auf 800 Züge hochfahren, teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Auch im Regionalverkehr sei das Angebot wieder weitgehend normal. Reisende werden dennoch gebeten, sich vorab zu informieren, ob der gewünschte Zug auch wirklich fahren wird. Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL endet in der Nacht um 2.00 Uhr.

  • Zum Artikel: Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn noch bis in die Nacht

Reisestärkstes Wochenende erwartet

Das Wochenende dann wird nach Einschätzung der Bahn wegen vieler verschobener Fahrten das reisestärkste in diesem Jahr. Die Zahl der Sitzplätze werde deshalb im Laufe des Freitags deutlich erhöht und sei höher als vor Beginn der Corona-Pandemie.

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Am zweiten Streiktag haben sich die Fahrgäste offenbar auf Zugausfälle und Verspätungen eingestellt. Die Züge sind nicht überfüllt.

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