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Igel überwintern helfen Das perfekte Igelhaus für den Winterschlaf

Damit Igel gut überwintern, brauchen sie einen geeigneten Unterschlupf. Damit die Tiere auch in Ihrem Garten heimisch werden, finden Sie hier einige Tipps für ein Igelhaus.

Stand: 12.09.2018

Im Igelschlafhaus kann ein Igel überwintern. | Bild: BR/Anna Ellmann

Noch fressen sich Igel ihren Winterspeck an, aber sobald die Temperatur unter fünf Grad sinkt, beginnen sie ihren Winterschlaf. Dafür brauchen die Igel entweder natürliche Verstecke, in denen sie ungestört schlafen können: dichte Hecken, Laub- und Reisighaufen oder alte Baumstümpfe. Oft müssen wir Menschen aber ein bisschen nachhelfen, damit die Tiere auch in unserer Umgebung genügend Unterschlupfmöglichkeiten finden.

Igel im Garten überwintern - das müssen Sie wissen

Ältere Igel fallen normalerweise bis Anfang Dezember in den Winterschlaf, junge Tiere bleiben auch mal ein paar Wochen länger wach.

Vor dem Winterschlaf müssen die Tiere für ausreichend Reserven sorgen, damit sie bis zum Frühjahr davon zehren können. Wer also einen Igel zum Überwintern im Garten aufnimmt, sollte ihm jeden Abend Futter hinstellen: Eine 400-Gramm-Dose Katzenfutter (mit viel Fleischanteil) und etwas Haferflocken bieten genug Nährstoffe. Hat der Igel das Futter am nächsten Tag komplett aufgefressen, sollten Sie die Menge etwas erhöhen. Tagsüber freut sich der Igel über etwas Katzen-Trockenfutter und eine Schüssel Wasser. Wichtig: Keine Milch und keine rohen Eier anbieten! Die Igel fressen all das zwar, bekommen aber Durchfall. Und auch Igelfutter aus der Tierhandlung sollten Sie vermeiden.

Grunsätzlich dürfen Igel nur aus der Natur genommen werden, wenn sie verwaist, verletzt, krank oder aus einem anderen Grund hilfebedürfig sind. Wenn Sie tagsüber einen Igel oder einen Igeljungen entdecken, dann beobachten Sie ihn zunächst aus sicherer Entfernung. Ist der Igel krank oder verletzt? Verhält er sich apatisch? Liegt er tagsüber ungeschützt und mager herum? Erst dann sollten Sie Hilfe holen. Grundsätzlich rollt sich ein gesunder Igel bei der kleinsten Berührung zusammen. Macht er es nicht ist das ein weiteres Indiz, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der Wildtierarzt kann Ihnen am besten helfen, denn er kennt sich auch mit Igeln gut aus.

Wie baut man ein Igelhaus?

Ganz einfach ist es zum Beispiel, das Laub im Garten nicht auf den Kompost zu werfen, sondern es in einer ruhigen Ecke zusammenzutragen und dort zusammen mit Holzschnitt aufzuschichten. Dort finden Igel ein Winterquartier - ohne viel Aufwand für den Menschen. Wichtig hierbei ist nur, dass Sie den Unterschlupf im Lauf des Winters nicht mehr verschieben und dieser nicht aufgewirbelt wird, weder von einem Hund, noch von Kindern.

Aber auch in kleinen Gärten, ohne Bäume oder Hecken, können Sie Igeln ein schönes Winterquartier bieten. Sinnvoll ist es, ein Igelhaus etwas erhöht im Garten aufzustellen, damit es bei starkem Regen oder Schneeschmelze nicht voll Wasser läuft. Auch sollte es so gestaltet sein, dass es sich durch einen verlängerten "Eingangsbereich" sicher gegen Marder oder Katzen schützt.

Wie muss ich ein Igelhaus aufstellen?

Schön rustikal können Sie das Igelhaus aus Steinen bauen. Sie schützen optimal gegen Frost und verwittern kaum. Dazu taugen Backsteine genauso wie Natursteine. Das Winterhaus sollte etwa 40x40 cm groß sein, mit Reisig, Laub oder Heu ausgelegt und mit einer stabilen (Stein-)Platte abgedeckt werden, die über die Seitenwände ragt. Auch hier sollte der Eingang nicht breiter als 10 cm sein.

Je nach Ihren handwerklichen Fähigkeiten, können Sie auch ein Igelhaus aus Holz bauen, als Anregung die Bauanleitung des Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Auf Styropor zur Isolierung der Verschlags sollten Sie immer verzichten, weil sich Kondenzwasser bildet, und so das Häuschen feucht und faulig wird. Anders als in der Bauanleitung beschrieben, können Sie auch eine sogenannte Siebdruckplatte als Dach verwenden. Diese Holzplatten sind recht haltbar und sehen besser aus als Dachpappe.Jedes Igelhaus sollte einmal im Jahr, das heißt nach dem Winterschlaf der Igel, gründlich sauber gemacht und mit neuem Nistmaterial ausgelegt werden. Tragen Sie am besten dabei Handschuhe, denn Igel können leider auch Parasiten wie Flöhe, Zecken und Würmer haben!

Was Igel nicht mögen

Igel sind durch das Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig geschützt. Um dem Igel beim Überwintern auch in der Nähe von uns Menschen zu helfen, gibt es ein paar Punkte, die zu beachten sind. Zunächst einmal stellen chemische Pflanzenschutzmittel oder Dünger eine Gefahr für viele Tiere dar - nicht nur für den Igel. Verzichten Sie also am besten ganz darauf.

Tödliche Fallen für die verhältnismäßig kleinen Igel können offene Kellerfenster, aber auch Schächte und Gruben sein. Haben Sie ein Auge darauf, dass die Tiere nirgendwo hineinfallen können.

Auch Gartenteiche, Pools oder Regentonnen, die kein flaches Ufer oder einen geschützen Rand haben, können für Igel lebensgefährlich werden. Ein Holzsteg oder gleich eine Abdeckung bewahren Igel vor dem Ertrinken.

Zuletzt die Gartenarbeit: Jedes Jahr sterben Igel durch Rasenmäher, Laubsauger oder Feuer. Achten Sie darauf, dass dort, wo Sie im Garten werkeln, keine Igel Quartier bezogen haben. Es sind schon schlafende Tiere im Auffangsack eines Laubsaugers gefunden worden, die sonst mit den Blättern entsorgt worden wären.

Welche Hilfe brauchen Igel?

Übrigens, die Initiative "Igel in Bayern" sammelt alle Sichtungen von Igeln - egal, ob quicklebendig oder auch tot. Und ganz besonders jetzt, da der Nachwuchs der Tiere da ist. Sollten Sie dagegen kranke oder verletzte Igel finden, wenden Sie sich am besten direkt an einen Igelschutzverein in Ihrer Nähe. Eine Linkliste mit regionalen Anlaufstellen hat der Verein "Pro Igel". Diese Igelstationen bieten professionelle Hilfe an und nehmen die Tiere auf. Denn Igel sind Wildtiere, und ihre Pflege ist komplexer als mancher denkt.


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Heinrich Poiger, Montag, 18.September, 15:29 Uhr

1. Igelhaus

Wir haben jedes Jahr 1 Igel im Garten und deshalb werde ich ein Igelhaus bauen