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Lavendel im Topf vertrocknet Lavendelschnitt verpasst? Das sollten Sie jetzt nicht tun

Sie haben dieses Frühjahr verpasst, Ihren Lavendel rechtzeitig zu schneiden? Und jetzt ist die Frage: Trotzdem schneiden oder lassen? BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner weiß Rat.

Stand: 27.04.2021

Lavendel schneiden | Bild: mauritius-images

Lavendel sollte zweimal im Jahr geschnitten werden - im Frühjahr und im Sommer. So behält die Pflanze ihre kompakte Figur und verkahlt nicht von innen heraus. 

Der Frühjahrsschnitt ist fällig, wenn keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind, die Pflanze aber auch noch nicht ausgetrieben hat - in der Regel Ende März bis Anfang April. Schneiden Sie die Pflanze dabei bis knapp in den Vorjahrestrieb ab, also so, dass noch ein Stummel des Triebes vom Vorjahr stehen bleibt. Bitte gefühlvoll vorgehen: Wenn Sie zu tief ins alte Holz schneiden - also dorthin, wo keine Nadeln mehr sind - kann es gut sein, dass der Lavendel dort nicht mehr austreibt und der Ast kahl bleibt. Dann hilft nur noch bodennah Abschneiden.

Für den Sommerschnitt ist der richtige Zeitpunkt kurz bevor der Lavendel verblüht, in der Regel im Juli/ August.

Lavendel vergessen zu schneiden

Zu spät dran mit dem Schnitt? Dann warten Sie lieber bis zum Sommer.

Falls Sie vergessen haben, Ihren Lavendel im Frühjahr rechtzeitig zu schneiden, sollten Sie Ihre Schere lieber bis zum Sommerschnitt stecken lassen, rät BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner. Hat die Pflanze schon ausgetrieben, würden Sie ihr sonst die Blütenansätze wegschneiden. Das überlebt sie natürlich - aber die große Blütenpracht wäre für dieses Jahr dahin.

Auch vernachlässigte Zimmerpflanzen kümmern manchmal nach dem Winter vor sich hin. Es stellt sich dann für viele Hobbygärtner besonders bei Topfpflanzen die Frage: Rettungsversuch starten oder Abschied nehmen?

Lavendel zurückschneiden

Wenn der Lavendel im Topf über den Winter trocken geworden ist, kommt es darauf an, welche Art von Lavendel Sie vor sich haben. War es ein Schopflavendel und ist dieser über den Winter draußen geblieben, könnte es sein, dass er erfroren ist. Schopflavendel ist - anders als der Echte Lavendel - nicht winterhart.

Rosmarin noch gut?

Für Gehölze und Sträucher wie Sommerflieder, aber auch Kräuter wie Lavendel oder Rosmarin empfiehlt BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner eine Kratzprobe: Einfach an einem Zweig mit dem Fingernagel oder einem Messerrücken vorsichtig ein wenig Rinde wegkratzen. Ist es darunter grün und saftig, lebt der Zweig und er wird wieder austreiben. In diesem Fall: Gut zurück ins Leben pflegen.

Und dafür rät unsere Gartenexpertin dies: "Kräftiger Rückschnitt bis ins lebende Holz und ausgewogene Pflege sind die einzigen Maßnahmen, die man ergreifen kann. Die Pflanze nicht ertränken. Düngen erst, wenn wirklich etwas Grünes aus schlafenden Knospen erscheint."

Wenn im späten Frühjahr noch so gar nichts Knospenartiges oder Grünes an der Pflanze erschienen ist, gibt es allerdings wenig Hoffnung.

Olivenbäumchen ohne Blätter

Ihr Olivenbäumchen im Topf oder Kübel hat über den Winter alle Blätter abgeworfen? Das kann passieren. Meist ist einer dieser Überwinterungsfehler schuld: Das Gewächs aus dem Süden stand zu dunkel oder hat zu viel Feuchtigkeit abbekommen. Wenn sich Staunässe bildet, mag das das Olivenbäumchen gar nicht. Umtopfen und Wurzeln, die bereits angefault sind, vorsichtig abtrennen. Gegen Lichtmangel hilft nur, das Bäumchen so schnell wie möglich raus ins Freie zu stellen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.

Einjährige Pflanzen - bekommt man sie doch nochmal zum Blühen

Einjährige Pflanzen beenden ihre Vegetationsperiode nach einer Blüte - wie zum Beispiel das Fleißige Lieschen oder die Ringelblume. Da hilft alles nichts, sie werden nicht noch einmal blühen.

Bei anderen Pflanzen haben Gärtner dagegen noch eine Chance. Bei Pflanzen, die zwar einjährig gezogen werden, aber die eigentlich mehrjährig sind: Chili, Schneeflockenblume, Fächerblume, Dipladenie.