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Weiße Fliege Wie Sie weiße Fliegen im Garten und auf dem Balkon loswerden

Weiße Fliegen sind nicht wählerisch. Die Schädlinge aus den Tropen fallen über Weißkohl, Kohlrabi, Gurken und Tomaten her. Sie lieben aber auch Geranien, Fuchsien und Azaleen. Tipps, wie man sie vertreibt.

Stand: 18.03.2019

Hobbygärtner besieht sich seine Balkonpflanzen, ob sie von der weißen Fliege befallen sind | Bild: mauritius-images

Weiße Fliegen oder auch Weiße Gewächshausfliegen sind eigentlich Mottenschildläuse und damit mit Blattläusen verwandt. Sie stammen usprünglich aus den Tropen und siedeln sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und der warmen Temperaturen gerne in Gewächshäusern oder in der Wohnung an. Aber wir finden sie im Sommer auch im Garten oder auf dem Balkon.

Eine Mottenschildlaus in Nahaufnahme

Mottenschildläuse vermehren sich äußerst rasch. Jedes Weibchen kann in ihrem Leben an die 500 Eier ablegen. Je wärmer es ist, desto schneller vermehren sich die winzigen weißen Fliegen. Warme und gleichzeitig feuchte Sommer bieten den Schädlingen ideale Lebensbedingungen.

Weißkohl und Kohlrabi werden von einer eigenen Schildlausart befallen, die der weißen Fliege aber sehr ähnlich sieht und graue Flecken auf den weißen Flügeln hat. Die Weiße Gewächshausfliege hat ein Faible für Fuchsien, Engelstrompete, Hibiskus, Geranien, Gerbera, Wandelröschen, Azaleen, Pelargonien und Salvien.

Weiße Fliege - Befall erkennen

Eier der weißen Fliege. Die schwarzen Eier sind von einer Schlupfwespe befallen.

Kommen wir unseren Balkonpflanzen nahe und es fliegen einige kleine weiße Fliegen auf, sollten wir uns die Blattunterseiten genauer ansehen: Sind dort winzige, weiße Eier zu finden, kann das auf einen Befall mit weißen Fliegen hindeuten. Auch, wenn die Blätter von einem klebrigen Belag (Honigtau) überzogen sind, könnte der von Mottenschildläusen stammen.

Weiße Fliegen bekämpfen Hausmittel

  • Sind erst wenige weiße Fliegen unterwegs, kann es helfen, wenn wir die Blätter mit den Eiern abtrennen und in der Biotonne entsorgen. Nicht auf den Komposthaufen werfen
  • Gelbtafeln aufhängen. Die Klebefallen kann man im Gartencenter kaufen. Das Gelb zieht Mottenschildläuse und andere Schädlinge magisch an - sie fliegen auf den mit Klebstoff bestrichenen Karton und verenden
  • Regelmäßig Spritzlösungen auf Rapsölbasis oder Schmierseifenlösungen versprühen. Kann man leicht selbst mixen.
  • Im Gewächshaus Nützlinge einsetzen wie Schlupf- und Erzwespen.

Kaliseifenlösung gegen weiße Fliegen

Viele Gärtner benutzen eine Seifenlösung, um die weißen Fliegen wieder loszuwerden. Die eignet sich aber nicht für alle Pflanzen. BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner: "Kaliseifenlauge vertragen nicht alle Pflanzen. Tomaten, Gurken und Geranien mögen das nicht, wenn man sie damit besprüht. Bei allen Pflanzenarten, die behaarte und pelzige Blättchen haben, sollte man mit einer solchen Behandlung vorsichtig sein."

Kaliseife kann man in der Apotheke kaufen. Sie ist für Pflanzen milder als gewöhnliche Schmierseife, die Duftstoffe und Konservierungs- und Verdickungsmittel enthalten kann.

15-30 g Kaliseife aus der Apotheke
1 Liter heißes Wasser
1 Sprühflasche

Die Kaliseife wird im heißen Wasser aufgelöst. Wenn sie komplett abgekühlt ist, kann man sie in eine Sprühflasche umfüllen.

Rapsöl gegen weiße Fliegen

Das Pflanzenöl sorgt in der Lösung sorgt dafür, dass die Atemorgane der Schildläuse verkleben. Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle und vor allem chemiefreie Art der Schädlingsbekämpfung.

1 Liter Wasser
1 Tropfen Spülmittel
1-2 EL Rapsöl
1 Sprühflasche

Die Zutaten gut miteinander vermengen, in eine Sprühfalsche füllen und die befallenen Pflanzen damit besprühen. Am besten am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, keinesfalls, wenn die Sonne stark scheint. Bei Befall wiederholt man das alle paar Tage, so Karin Greiner. Vorbeugend sprüht man seine Pflanzen alle zwei Wochen ein.

Teebaumöl gegen Pflanzenschädlinge

BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner hat auch mit Teebaumöl gute Erfahrungen gemacht. Sie gibt dazu 10 Tropfen Teebaumöl auf einen Liter Wasser und fügt auch hier einen Tropfen Spülmittel zu. Diese Lösung hilft sehr gut gegen weiße Fliegen.

Rußtau durch Mottenschildläuse

Mottenschildläuse ernähren sich von Pflanzensaft, die sie aus den Blättern saugen. Den Zucker aus dem Pflanzensaft scheiden sie wieder aus und überziehen dadurch das Blatt mit sogenanntem Honigtau. Das hat den weiteren Nachteil, dass sich auf dem Honigtau Rußtaupilze ansiedeln können.

Wenn die Blätter in so einem Fall schwarz werden, sollten wir zuerst versuchen, die Pilze abzuwaschen, indem die Pflanze mit Schlauch und feinem Brauseaufsatz ordentlich abgeduscht wird. Kübelpflanzen stellen wir dazu in die Duschwanne, umwickeln den Topf bis zur Pflanze aber vorher mit einer großen Plastiktüte, damit nicht die Erde ausgespült wird. Wenn das nichts hilft, rät BAYERN 1 Gartenexpertin, die Pflanze stark zurückzuschneiden und abzuwarten.

Keine Schädlinge auf den Tomatenpflanzen und trotzdem wachsen sie nicht gescheit? Lesen Sie hier: Warum Sie Ihre Tomaten unbedingt ausgeizen sollten.


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