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Warum rund 300 Weißstörche im Winter in Bayern bleiben | BR24

© Armin Weigel/dpa

Weißstörche überwintern in Bayern

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    Warum rund 300 Weißstörche im Winter in Bayern bleiben

    Nach Schätzungen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) werden dieses Jahr etwa 300 Weißstörche in Bayern überwintern. Das entspricht rund einem Viertel des Bestandes. Rückschlüsse auf Veränderungen durch den Klimawandel lässt das nicht zu.

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    Eigentlich ist der Weißstorch ein Zugvogel. Normalerweise flüchtet er vor dem Winter und dem damit verbundenen Futtermangel nach Afrika, entweder über die Türkei nach Ost- und Südafrika oder über Spanien nach Westafrika. Doch auch unter Störchen gibt es Lifestyle-Trends.

    Weißstörche haben das Daheimbleiben gelernt

    So hängt das faule Flugverhalten der Weißstörche in Bayern weniger mit Veränderungen durch den Klimwandel zusammen, als mit erlerntem Verhalten: Die ersten Weißstörche, die in Bayern über den Winter geblieben sind, waren ausgewilderte Störche aus Zucht- und Pflegestationen. Die Tiere wurden in Gebiete in der Schweiz, im Elsass und in Baden-Württemberg ausgewildert, kamen aber wieder zurück. Die bayerischen Talauen waren für die Störche offensichtlich attraktiver.

    Inzwischen haben sich die Populationen der ausgewilderten Weißstörche mit denen von Wildstörchen gemischt: Die Vögel haben sich gepaart und "durch ihr Hierbleiben das Überwinterungsverhalten an die jeweiligen Brutpartner weitergeben", sagt Oda Wieding, Weißstorch-Beauftragte des LBV. Deshalb überwintern in Bayern nicht nur "die üblichen verdächtigen" Winterstörche, die dem LBV schon bekannt sind, sondern auch neue Stubenhocker. Sie sind zum Beispiel zu finden in Pfeffenhausen (Landkreis Landshut) und Schwarzach (Landkreis Straubing-Bogen) in Niederbayern.

    Erfrierungsgefahr für Störche durch Überwintern in Bayern?

    Störche, die im Winter bei uns bleiben, sind nicht in Gefahr, solange der Winter mild ist, wenig Schnee liegt und die Tiere genügend Nahrung finden. Sie fressen Mäuse, Regenwürmer, kleine Schnecken und Fische. Große Vögel wie Störche können Wärme zudem besser speichern als kleine Singvögel und kühlen im Winter nicht schnell aus.

    Störche nicht an Futter gewöhnen!

    Wird das Futter knapp, fliegen diese Weißstörche gewöhnlich erst in große Flussauen oder zum Bodensee. Ist auch dort nichts mehr zu holen, treten manche Tiere einen sogenannten Teilzug an: In den vergangenen Jahren wurde Störche beobachtet, die bei Futterknappheit im Winter nach Spanien flüchteten und sich dort niederließen anstatt weiter nach Westafrika zu fliegen.

    Um diesen natürlichen Kreislauf und die Instinkte der Tiere nicht durcheinander zu bringen, sollte man Störche bei uns im Winter nicht füttern, vor allem nicht einzelne Tiere. Gewöhnen sich die Vögel daran, gefüttert zu werden, macht man sie abhängig.