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Kommt der Impfstoff gegen Katzenhaarallergie? | BR24

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Ein Forscherteam des Universitätsspitals Zürich entwicklt einen Impfstoff gegen Katzenhaarallergie. Er soll nicht Menschen, sondern Katzen gespritzt werden.

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Kommt der Impfstoff gegen Katzenhaarallergie?

Seit 2013 arbeitet ein Forscherteam des Universitätsspitals Zürich an einem Impfstoff gegen Katzenhaarallergie. Nun konnte nachgewiesen werden, dass der Impfstoff sicher und verträglich ist - für die Katze!

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Richtig gelesen! Nicht der Mensch, sondern die Katze soll bei einer Katzenhaarallergie geimpft werden. Die Einführung des Impfstoffs mit dem Namen HypoCatTM in Europa und den USA ist für das Jahr 2022 geplant. Der neue Impfstoff enthält ein Protein, das "Fel d 1", das beim Menschen hauptsächlich für die Entwicklung einer Katzenhaarallergie verantwortlich ist.

Warum Menschen allergisch auf Katzen reagieren

Der Hintergrund: Besonders viele Menschen mit Tierhaarallergie sind gegen Katzenhaare allergisch. Forscher schätzen, dass rund zehn Prozent der Bevölkerung in Industrienationen betroffen ist. Dabei reagieren Allergiker auf bestimmte tierische Proteine der Katze, die auf den Hautschuppen, den Haaren, im Speichel und in der Tränenflüssigkeit der Tiere zu finden sind.

Katzen verteilen die Proteine beim Schlecken auf ihr Fell. Allergiker müssen Katzen nicht einmal berühren, um mit juckender Haut, tränenden Augen und Trief-Nase zu reagieren. Es reicht, wenn sie in Kontakt mit Katzenhaaren kommen oder die Proteine über Luftpartikel einatmen. Eine Katzenhaarallergie kann sich zu Asthma auswachsen. Bislang haben Katzenhaarallergiker mit Katze nur drei Möglichkeiten, sich zu behelfen: Ihre Symptome behandeln, jahrelang eine Desensibilisierung machen oder ihr geliebtes Haustier abgeben.

Katzenimpfung ist vergleichbar mit Grippeschutzimpfung

Für den Katzenimpfstoff wurde das Protein "Fel d 1" so verändert, dass der Katzen-Körper es für ein Virus hält. Wird der Katze nun der Impfstoff gespritzt, bildet die Katze Antikörper. Diese binden das hochallergene Protein, neutralisieren es damit und machen es weniger aggressiv. Dadurch sollen bei Menschen mit Katzenhaarallergie die Symptome gelindert und im Idealfall ganz verhindert werden.

Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei einer Grippeschutzimpfung bei Menschen. In Tests mit rund 70 Katzen konnte Professor Thomas Kündig und sein Team nachweisen, dass die Impfung für Katzen verträglich und sicher ist. Die Wirksamkeit wurde mittels der Tränenflüssigkeit der Tiere überprüft. Bei den Katzenbesitzern muss sich die Wirkung der Katzenimpfung erst noch erweisen. Die Studie wurde im Mai 2019 im Fachmagazin "Journal of Allergy and Clinical Immunology" veröffentlicht. Auch für Hunde ist ein solcher Impfstoff angedacht, er ist aber komplizierter herzustellen.