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Geschichte der Hauskatze Von der Wildkatze zum Stubentiger

Sie schnurren, maunzen und räkeln sich. Will man sie streicheln, fahren sie ihre Krallen aus. Katzen sind unberechenbar - dennoch ist ihre Beziehung zum Menschen eine Erfolgsgeschichte mit dunklen Flecken in der Vergangenheit.

Stand: 29.08.2018

In der Evolution haben die Tierarten die besten Karten, die sich in kritischen Situationen rasch anpassen und Neues lernen können. Katzen sind darin ziemlich erfolgreich. Heute gibt es allein in Deutschland rund 13 Millionen Hauskatzen. Katzen sind erstaunlich lernfähig, obwohl ihre Evolution weitgehend vom Menschen bestimmt wurde und nicht nur glückliche Momente zu bieten hatte.

Einer wie Hund und Katz

Hund und Katze hatten einen gemeinsamen Urahn

Auch wenn ihnen heute eine ständige Rivalität unterstellt wird – Hund und Katze stammen vom selben Prototypen ab: dem Dormaalocyon latouri. Diesem wird eine Verwandtschaft mit allen heutigen Raubtieren bescheinigt, mit Bär, Robbe, Löwe, Wolf, Wiesel oder Tiger. Ein Team um Floréal Solé und Richard Smith vom Königlich-Belgischen-Institut für Naturwissenschaften hat in der Nähe des belgischen Dormall Fossilien des Baumbewohners gefunden und genau untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der Mix vor etwa 55 Millionen Jahren die Regenwälder des frühen Eozäns bewohnte.

Die Forscher ordnen den Urräuber zu den sehr frühen Vertretern der Raubtiere unter den Säugern ein und sehen ihn als Vorfahren der Katzen und der Hunde. Zwar ist er nicht der erste gemeinsame Urahn der Katzen- und Hundeartigen, diesem aber sehr nah. Und so sehen die Forscher im Dormaalocyon latouri den frühesten bisher bekannten Räuber mit lebender, direkter Nachkommenschaft.

Die erste Katze als Haustier

Die Europäische Wildkatze ist nicht mit der Hauskatze verwandt.

2004 fanden Archäologen in Zypern ein 9.500 Jahre altes Grab. Darin lag eingebettet in Muscheln, polierten Steinen und anderen Artefakten ein Mensch mit seiner Katze. Es ist der älteste Fund einer Katze als Haustier. Doch da in Zypern keine Katzen beheimatet waren, geht man davon aus, dass die Katze per Boot von der nahen Festlandküste im Osten mitgebracht wurde.

Liebe geht durch den Magen ...

... oder zumindest Freundschaft. Forscher gehen davon aus, dass sich die ersten Katzen vor rund 10.000 Jahren den Menschen angeschlossen haben. Sie bezeichnen die Katzen als opportunistische Jäger. Das heißt, die Tiere suchen ihre Beute da, wo sie sie am leichtesten finden. So trafen sie auf die Menschen, die damals mit dem Ackerbau anfingen und begannen ihr Korn zu lagern. Das zog Mäuse an und die waren wiederum ein gefundenes Fressen für die Katzen. Weil diese Zweckgemeinschaft so gut funktionierte, versuchten die Menschen die Katzen zu halten, indem sie sie mit Milch lockten. Die ehemaligen Wildkatzen gewöhnten sich an den Menschen, doch bis heute brauchen sie den Zweibeiner eigentlich nicht, um zu überleben.

Katzen: Zahlen, Fakten und Kurioses

Ihr Tag

Am 8. August wird der Internationale Tag der Katze gefeiert. 2002 wurde er vom International Fund for Animal Welfare (Internationaler Tierschutz-Fonds, kurz IFAW) gemeinsam mit anderen Tierschützern ausgerufen.

Beliebt

Insgesamt gibt es mehr als 40 Rassen von Hauskatzen. Allein in deutschen Haushalten leben rund 13,4 Millionen Katzen. Damit ist im Durchschnitt in rund jedem fünften Haushalt (22 Prozent) eine Katze zu Hause. Zum Vergleich: Der Hund als zweitbester Freund des Menschen bringt es nur auf 8,6 Millionen Exemplare.

Teuer

Für Katzenfutter geben die Deutschen im Jahr rund 1,6 Milliarden Euro aus. Weitere 284 Millionen Euro werden in Katzenstreu investiert. Nach 16 Jahren summieren sich die Kosten für eine Mieze bei guter Pflege nach Berechnungen des Tierschutzbundes auf mindestens 11.000 Euro.

Fett

52 Prozent aller Katzen sind einer Umfrage zufolge übergewichtig. So bringen einzelne Exemplare bis zu elf Kilogramm Gewicht auf die Waage. Die Gründe dafür: zu viel Futter aus einem immer gefüllten Napf statt fester Essenszeiten und viel zu wenig Bewegung.

Wild

Die Zahl verwilderter Hauskatzen wird bundesweit auf zwei Millionen Tiere geschätzt. Allein in Berlin sollen es 15.000 Tiere sein.

Groß

Die größte Rassekatze, die "Maine Coon" wird fast einen Meter lang.

Reich

Der schwarze Kater "Tommasino" erbte 2011 in Rom von seinem Frauchen eine Villa, zwei Wohnungen, Ländereien und Bankkonten im Wert von zehn Millionen Euro. Laut Testament muss er das Geld aber mit anderen "armen" Katzen teilen.

Laut

"Merlin" aus dem südenglischen Torquay hält den Weltrekord im lauten Schnurren. Er bringt es auf 67,8 Dezibel - und erreicht damit die Lautstärke eines Rasenmähers.

Prominent

"Grumpy Cat", die mies gelaunt aussehende Katze aus den USA, hat es zur weltweiten Bekanntheit geschafft. 2006 hatten die Besitzer ein Bild ins Netz gestellt, Videos auf Youtube folgten. Ihre Facebook-Seite haben inzwischen Millionen Menschen geliked. Ähnlich berühmt ist "Choupette", die Katze von Karl Lagerfeld. Sie ziert im Gegensatz zu "Grumpy Cat" nicht einfach nur Fan-Artikel, sondern eine Kosmetik-Kollektion.

Wie verliert eine Wildkatze ihre Wildheit?

Eigentlich war die ursprüngliche Wildkatze scheu, misstrauisch und nachtaktiv. Wie konnte sie gebändigt werden, um die Nähe des Menschen zu dulden? Der Freiburger Verhaltensforscher Immanuel Birmelin glaubt, "die Menschen haben die Katzen selektiert, auf Zahmheit, weil sie den Nutzen sahen: Wenn ich die Katze habe, habe ich keine Ratten und keine Mäuse, und so war eine Kooperation denkbar." Im Laufe der Zeit haben die Menschen dann bevorzugt die Tiere gezüchtet, deren Eigenschaften ihnen am genehmsten waren. So kamen sich Mensch und Tier ein wenig näher.

Die Katze als Nutztier

Gelungene Jagd: Katze mit gefangener Maus

Im frühen Mittelalter waren zahme Katzen zwar noch selten, aber gern gesehene Beschützer des Hauses. So erwähnten irische Mönche in Schriften aus dem 6. Jahrhundert Katzen, deren Gesellschaft sie in ihren Studierstuben schätzten. Doch eigentlich war die Katze in dieser Zeit kein Schmusetier und Begleiter, sondern ein Nutztier: als Mäusejäger und Pelzlieferant. Teile des toten Katzenkörpers wurden für volkstümliche Medizin genutzt.

Die Katze verteufelt, verjagt, verdrängt

Sinnbild des Bösen

Bis zum 12. Jahrhundert galt die Katze als guter Hausgeist, doch die Kirche leitete einen Feldzug gegen die Katze ein. Sie wurde dämonisiert und von der Kirche als Verkörperung des Bösen gesehen. Sie sei falsch, leide an Putzsucht, sei ein Dämon der Nacht, faul und heuchlerisch.

Ihre natürlichen Verhaltensweisen wie das geräuschlose Anpirschen und nächtliche Jagen, das ausgiebige Putzen und lautstarke Werben und Paaren wurde den Katzen zum Verhängnis. Hinzu kam ihre unbeugsame Art, sich nicht endgültig zähmen zu lassen. Hexen wurden daran erkannt, dass der Teufel in Gestalt von schwarzen Katzen Besitz von ihnen ergriff. Und gemeinsam mit vermeintlichen Hexen und Ketzern wurde zahllose Katzen gequält, ertränkt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Katzen sind die beliebtesten Haustiere

Zum Glück entkamen genug Katzen diesem Schicksal und dank reger Vermehrung konnten sie diese dunkle Epoche überstehen. Das Zusammenleben mit dem Menschen über die Jahrtausende hat bei ihnen mittlerweile Spuren hinterlassen: Bei Hauskatzen sind laut einer Studie vom November 2014 Erbanlagen verändert, die unter anderem die Gedächtnisbildung, das Lernen durch Belohnung und das durch Angst gesteuerte Verhalten beeinflussen. Wegzudenken sind die Stubentiger aus unserem Leben jedenfalls nicht mehr: Katzen sind in Deutschland das beliebteste Haustier - noch weit vor dem Hund, der damit eigentlich "nur" der zweitbeste Freund des Menschen ist.

Warum finden wir Katzenvideos und -bilder so toll?

"Wir finden Katzen ähnlich gut wie Süßigkeiten, das liegt in unserer Spezies", erklärt der Medienpsychologe Frank Schwab von der Universität Würzburg. Die Tiere würden unsere menschlichen Brutpflegemechanismen "parasitieren": "Sie nutzen genau die Reize, auf die wir auch ansprechen, wenn wir Kinder aufziehen. Die Leute stellen ja auch andauernd Bilder von ihren Kindern online, fotografieren sie am laufenden Meter und zeigen sie jedem - ob er will oder nicht", sagt Schwab. "Katzen werden ganz ähnlich behandelt, das dockt an die gleichen Mechanismen an."

Und natürlich kommt es den Haustigern auch zugute, dass jeder sie im Internet so lange und so oft bewundern kann, wie er möchte - zu jeder Tageszeit. "Man kann das zur Stimmungsaufhellung machen, das nennt man in der Psychologie 'mood management', wie so ein kleines Bonbon", erzählt Schwab. "Und wenn man merkt, das hebt meine Stimmung, macht man es immer wieder - schon hat man eine kleine Gewohnheit etabliert." Und wer das Bild oder Video anschaut, leitet es oft weiter. "Das breitet sich exponentiell aus - und irgendwann sind alle mit Katzenbildern und -videos überflutet."

  • Katzen und Menschen - Eine ganz besondere Beziehung": am 02. September 2018 um 14 Uhr in Planet Wissen, ARD-alpha.
  • "Katzen und Menschen - Eine ganz besondere Beziehung": am 30. August 2018 um 18.15 Uhr in Planet Wissen, ARD-alpha.
  • Weltkatzentag: am 8. August 2018 um 5.05 Uhr in Bayern 1 am Morgen.
  • "Katzen - geliebt und gejagt": am 20. Juli 2017 um 15 Uhr in Planet Wissen, ARD-alpha.
  • "Katzen - geliebt und gejagt": am 9. Januar 2017 um 11 Uhr in Planet Wissen, ARD-alpha.
  • "Die Katze - Jäger auf sanften Pfoten": am 9. Dezember 2016 in radioWissen, Bayern 2.
  • "Die Katze - Jäger auf sanften Pfoten": am 29. Dezember 2016 in radioWissen, Bayern 2.
  • "Katzenflüsterin für Stubentiger": am 8. August 2016 um 13 Uhr im ARD-Mittagsmagazin.

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ester michaelis, Donnerstag, 15.November, 11:59 Uhr

2. Von der Wildkatze zum Stubentiger

Mein Kater Krabat hat sich als sehr erfinderisch und lernfähig erwiesen, als ich ihn ein wenig hungern lassen musste - er verweigerte das Futter, das frisch, aber nicht nach seinem Geschmack war. Ich hatte einen Beutel mit Katzenfutter bereit liegen, zum Auftauen, den ich dann tagelang suchte, zuerst mit den Augen und dann mit der Nase. Als ich den Beutel schließlich fand, war er aufgebissen und leergefressen. Neben den Mäusen, Ratten und Vögeln, auch Tauben sind darunter, ist das eine von Krabats Selbstversorgungsstrategien.

Was mich aber am meisten in Erstaunen versetzte, war Krabats Wiederkehr nach drei einhalb Wochen Abwesenheit. Wir waren erst seit einem Monat umgezogen, als er bei seinem ersten Ausflug in die neue Umgebung verschwand. Ich dachte schon, er hätte versucht, in die alte Heimat zurückzukehren, doch er hieng mehr an mir als an seiner Umgebung und ich war gerührt, als er abgemagert wieder vor meiner Tür saß.

Peter Pillath, Montag, 30.Januar, 15:08 Uhr

1. Mietzekatze

Mein "Moritz" war ein ganz lieber. Aus dem Tierheim geholt. Die haben dort noch mindestens 150 Katzen. Nach 18 glücklichen Katzenjahren ist er leider gestorben. Keiner lebt ewig, auch Katzen nicht. Der Moritz konnte sogar so etwas ähnliches wie gehorchen. Wenn er nicht absichtlich vorbei gehört hatte. Er war extrem anhänglich, kein Rumtreiber, obwohl er durch seine Katzentür jederzeit hinaus und wieder hinein konnte. Er wußte ja wo sein Futternapf steht. Ach, ich vermisse mein Haustierchen!

  • Antwort von DER SCHNÜFF, Mittwoch, 08.August, 18:41 Uhr

    iCH GEBE iHNEN VOLLKOMMEN RECHT:wENN JEMAND EINE ZUFRIEDE NE gEMEINSCHAFT MIT EINEM HAUTIER SUCHT : DANN kATZE

  • Antwort von Lara, Dienstag, 23.Oktober, 10:24 Uhr

    Mein Beileid wegen ihrem Kater Moritz.
    Ich hoffe es geht ihnen besser.
    Meine Katze ist gestern auch gestorben wo sie ihre Babys bekommen hat.