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Die Impfstoffe gegen das Coronavirus wirken - doch wie sind die Nebenwirkungen einzuschätzen?

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Corona-Impfungen: Sind die Nebenwirkungen ungewöhnlich stark?

Drei Impfstoffe sind in der EU gegen das Coronavirus zugelassen. Sie wirken gegen schwere Verläufe von Covid-19 und können nach ersten Erkenntnissen auch die Ansteckung mit dem Virus eindämmen. Doch wie stark sind die Nebenwirkungen der Impfungen?

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Von
  • Yvonne Maier

Noch nie in der Geschichte wurde so schnell ein Impfstoff gegen ein neues Virus entwickelt wie gegen den Sars-CoV-2-Erreger. Auch deswegen stellen sich viele die Frage, wie stark die Nebenwirkungen bei den neuen Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca sind.

Impfreaktionen sind normal und erwartbar

Grundsätzlich sind leichte "Impfreaktionen" erwartbar und üblich. Sie zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Das sind in der Regel Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle. Dazu können noch andere Reaktionen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- oder Gliederschmerzen, aber auch Übelkeit und Durchfall kommen.

Auch bei den klinischen Prüfungen zu den drei Corona-Impfstoffen sind diese Impfreaktionen vorgekommen, bei Biontech/Pfizer häufiger erst nach der zweiten Impfdosis. Auch beim Astrazeneca-Impfstoff lassen sich in der erneuten Analyse des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom 18. Februar keine anderen Reaktionen auf die Impfung feststellen als die schon bekannten. Das PEI bewertet in Deutschland die Sicherheit von Impfstoffen.

"Das Nutzen-Risiko-Profil wird für alle drei Impfstoffe als weiterhin positiv bewertet." Paul-Ehrlich-Institut am 18.2.2021

Impfreaktionen häufiger bei Astrazeneca-Wirkstoff

Bei Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca hatten zuletzt einige Geimpfte über starke Reaktionen geklagt. Das PEI stuft diese Reaktionen auf den Impfstoff als normal ein – auch wenn sie grippeähnliche Beschwerden verursachen könnten.

"Impfreaktionen treten nach der Gabe des [Astrazeneca-]Impfstoffs verhältnismäßig häufig auf. Aber sie sind von kurzer Dauer und spiegeln in der Regel die normale Immunantwort des Körpers auf die Impfung wider." Paul-Ehrlich-Institut am 18.2.2021

Beim Astrazeneca-Impfstoff nehme die Häufigkeit der Impfreaktionen bei der zweiten Impfdosis leicht ab – im Gegensatz zu Biontech/Pfizer. Insgesamt sei die Impfstoffwirkung hoch und verhindere Ansteckungen und schwere Verläufe.

Keine lebensbedrohlichen Folgen bekannt

Die Studien für die Impfstoff-Zulassung von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca zeigten auch, dass bei keinem Probanden in den zwei Monaten nach der zweiten Spritze ernste Nebenwirkungen aufgetreten seien – also lebensbedrohliche Folgen, die eine Klinikbehandlung notwendig machen oder zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen. In diese Kategorie fallen beispielsweise allergische Schocks oder neurologische Probleme, die schlimmstenfalls zum Tod führen könnten.

Was bei Impfungen aber immer passieren kann, ist, dass ein Impfling eine allergische Reaktion gegen Inhaltsstoffe entwickelt. Es gibt zum Beispiel einige wenige Berichte über derartige Fälle beim Biontech/Pfizer-Impfstoff. Darum wird man bei einer Impfung auch nicht direkt heimgeschickt. Falls ein allergischer Schock eintritt, kann direkt reagiert werden, zum Beispiel mit der Gabe von Adrenalin.

Wenige schwerwiegende Nebenwirkungsfälle

Bis 12. Februar wurden in Deutschland 3,8 Millionen Impfungen mit Biontech/Pfizer, knapp 87.000 Impfungen mit Moderna und gut 31.000 Impfungen mit Astrazeneca durchgeführt. Dabei wurden insgesamt rund 7.600 Verdachtsfälle auf Impfnebenwirkungen gemeldet, etwa 1.200 wurden als schwerwiegend eingestuft.

"Die Melderate betrug für die drei Impfstoffe zusammen 1,9 pro 1.000 Impfdosen, für Meldungen über schwerwiegende Reaktionen 0,3 pro 1.000 Impfdosen." Paul-Ehrlich-Institut am 18.2.2021
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Unser Körper wird täglich verschiedensten Erregern ausgesetzt: Viren, Bakterien oder Parasiten. Unser Immunsystem hat viele Mechanismen entwickelt, um sie zu bekämpfen. Manche erinnern sich auch an Erreger.

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