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Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts in München

Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts in München

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    Ifo-Chef Fuest: Welche Lösungen der G7-Gipfel bringen kann

    Ifo-Chef Clemens Fuest erwartet konkrete Ergebnisse des G7-Gipfels in Elmau. Im Mittelpunkt stünden Ukraine, Energiepolitik und Freihandel. Er sehe die Gefahr, dass der Klimaschutz unter den Tisch falle. "Und das darf nicht passieren", so Fuest.

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    Der Präsident des ifo-Instituts in München hat neben der Ukraine und Fragen der Energie- und Wirtschaftspolitik den Klimaschutz als wichtiges Thema des G7-Gipfels hervorgehoben.

    Mit Blick auf das bevorstehende dreitägige internationale Spitzentreffen im oberbayerischen Elmau sagte Fuest gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: "Ganz vorne steht natürlich das Thema Ukraine" und deren finanzielle Unterstützung. Bei diesem Thema müsse "ein klares Bekenntnis kommen" so Fuest.

    Er rechne damit, dass neue Maßnahmen beschlossen würden zur Unterstützung der Ukraine – verbunden jedoch mit einem Gesprächsangebot an Russland. "Es hilft nichts. Wir müssen mit Russland verhandeln", sagte Fuest. Daher solle man es kombinieren: "Einerseits den Druck erhöhen und gleichzeitig aber auch Verhandlungen anbieten und Gesprächsbereitschaft signalisieren."

    Fuest: "Wir haben jetzt ein Fenster der Möglichkeiten"

    Unter dem Druck der Ukraine-Krise und der Beziehung zu China rückten die G7 stärker zusammen, sagte Fuest. Und diese Chance müsse man nutzen. "Denn es kann durchaus sein, dass das nicht so bleibt. In zwei Jahren sind Präsidentschaftswahlen in den USA. Wer weiß, wer da gewinnt. Wir haben jetzt ein Fenster der Möglichkeiten und das sollte man nutzen."

    Energieknappheit: Welche Lösungen kann der G7-Gipfel bringen?

    Die Sorge vor einer Energieknappheit in Europa ist groß. Doch welche Lösungen kann das Gipfeltreffen der G7 liefern? "Zunächst sollte man die Zusammenarbeit beim Gas verstärken", sagte Fuest. "Da müssen vor allem die USA sich anstrengen mehr zu liefern" findet der ifo-Chef und fügte hinzu, dass man auch gemeinsam überlegen müsse, von welchen Ländern man zusätzlich Gas und Erdöl bekommen könne.

    Dies seien keine leichten Entscheidungen. Da müsse man sich absprechen. Etwa bei der Frage, ob man auf Länder zugehe, "mit denen man eigentlich nicht zusammenarbeiten möchte". Als ein Beispiel nannte Fuest Venezuela. Auch solle man sich darüber austauschen, welche Rolle die Atomenergie in Zukunft spielen werde.

    Freihandel und Klimaschutz verbinden

    Bei der Energiepolitik müsse es Zusammenarbeit geben. "Dazu gehört natürlich auch Klimapolitik, die nicht unter die Räder geraten darf", ergänzte Fuest. Dieser G7-Gipfel sei eine Chance, einen "Klimaclub" zu gründen. Dieser bestehe dann aus einer Gruppe von Ländern, die gemeinsam Klimapolitik mache, sich darauf verpflichte und sich gegenseitig Marktzugang gewähre.

    So sei eine Verbindung mit dem Thema Freihandel möglich. Diesen sollen die G7-Staaten nach Ansicht Fuests untereinander vertiefen. So ließen sich auch für andere Länder Anreize schaffen für den Klimaschutz. "Einen solchen Klimaclub zu gründen ist ein Projekt, das gut für die G7 passt. Und gemeinsam sollte man dann auf China und andere Länder wie etwa Brasilien zugehen, um Schritt für Schritt den Klimaschutz voranzubringen."

    Klimaschutz immer wichtiger

    "Klimaschutz ist ein mittelfristiges Thema, aber eines von ungeheurer Bedeutung", sagte Fuest. Da müsse man vorankommen. Die G7 seien mit anderen Themen sehr beschäftigt und dadurch sehe er die Gefahr, dass der Klimaschutz unter den Tisch falle. "Und das darf nicht passieren", so Fuest. Der Klimawandel stehe auf der Agenda. Er sei etwas in den Hintergrund getreten. Aber er bleibe wichtig und werde immer wichtiger.

    Nach Ansicht Fuests ist der Gipfel ein gutes Forum, um über globale Fragen zu sprechen, da sich die teilnehmenden Staaten "einigermaßen einig" seien. "Es sind alles Demokratien, die gemeinsame Werte haben". Man müsse dann auf Länder wie China zugehen, die nicht mit am Tisch säßen.

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