Tausende Menschen nehmen an der Propalästinensische Demonstration "Palestine will be free" in Berlin teil.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Fabian Sommer

In München und Berlin gab es heute erneut pro-palästinensische Demonstrationen.

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Tausende demonstrieren zu Palästinenser-Gedenktag Nakba

Zum Palästinenser-Gedenktag Nakba haben Tausende demonstriert. In Berlin gingen rund 6.000 Menschen auf die Straße, in München waren es knapp 4.000. Während es in der Landeshauptstadt weitgehend ruhig blieb, flogen in Berlin vereinzelt Böller.

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In München und Berlin haben sich heute Tausende Menschen anlässlich des palästinensischen Gedenktages Nakba versammelt. Größere Zwischenfälle gab es keine. Die Polizei war in beiden Städten aber mit einem Großaufgebot vor Ort.

Friedliche Demo in München

In München marschierten zur Spitze rund 3.800 Demonstranten durch die Innenstadt. Das teilte ein Polizeisprecher auf BR-Anfrage mit. Die Demonstration war im Vorfeld mit 500 Teilnehmern bei der Stadt angemeldet worden, startete um 15 Uhr am Marienplatz und endete gegen 18 Uhr wieder vor dem Münchner Rathaus.

Die Polizei war mit 100 Einsatzkräften präsent. Insgesamt zogen die Beamten aber eine positive Bilanz: Es habe keine polizei-relevanten Zwischenfälle gegeben, so der Polizeisprecher. Seit dieser Woche läuft auch vor der Ludwig-Maximilians-Universität in München ein pro-palästinensisches Protestcamp.

Vereinzelt Böller und Pyrotechnik bei Kundgebung in Berlin

Etwas rauer war die Stimmung in Berlin. Dort kamen nach Polizeiangaben etwa 6.200 Personen zum Gedenken an die Nakba zusammen. Die Teilnehmerzahlen schwankten jedoch, weil Menschen kämen, andere aber die Versammlung verließen, hieß es. Erwartet worden waren etwa 2.000 Teilnehmer. Unter dem Motto "Palestine will be free" (Palästina wird frei sein) liefen die Teilnehmer vom Oranienplatz im Stadtteil Kreuzberg Richtung Rotes Rathaus. 

Es habe vereinzelt Böllerwürfe gegeben und Pyrotechnik sei gezündet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei ging immer wieder gegen Demonstranten vor. Der Protestzug wurde deswegen mehrfach gestoppt.

Strenge Auflagen durch die Polizei

Weil nach Polizeiangaben von dem Lautsprecherwagen an der Spitze aus verbotene Parolen gerufen wurden, durfte das Fahrzeug nicht mehr mitfahren. Nach einer Beratung mit der Versammlungsleitung ließ die Polizei den Zug dann weiterlaufen. Zuvor rief sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu auf, sich besonnen zu verhalten.

Die Polizei hatte wie üblich einige Auflagen für die Demonstration erlassen. So waren beispielsweise Aufrufe zu Gewalttaten oder ehrverletzende Parolen verboten. Untersagt waren auch Äußerungen, die die Vernichtung des Staates Israel propagieren, oder Fahnen und Kennzeichen terroristischer Organisationen wie der islamistischen Hamas oder der Organisation Samidoun, für die nach dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ein Betätigungsverbot in Deutschland verhängt wurde. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 500 Einsatzkräften in der Bundeshauptstadt vor Ort.

  • Alle Hintergründe zum Krieg in Israel und Gaza finden Sie hier.

Palästinenser gedenken der Vertreibung vor 76 Jahren

Mit "Nakba", arabisch für Katastrophe, wird von den Palästinensern die Flucht und Vertreibung aus dem heutigen Staatsgebiet Israels im Zuge des ersten arabisch-israelischen Krieges 1948 bezeichnet. Daran wird traditionell jedes Jahr am 15. Mai erinnert. Angesichts des derzeitigen Kriegs im Gazastreifen hatte das Gedenken heuer eine gewisse Brisanz und stand unter besonderer Beobachtung.

Mit Informationen von dpa.

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