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Corona: Die Ereignisse vom 29. bis 05. Juli | BR24

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Auf einer Anzeigetafel am Flughafen wird auf ausfallende Fluege hingewiesen

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Corona: Die Ereignisse vom 29. bis 05. Juli

Die Berliner Charité verliert durch die Coronakrise 75 Millionen Euro. Corona-Infektionen auch in österreichischen Schlachthöfen und der Freistaat will mit einer Langzeitstudie die Ansteckungsgefahr mit Covid-19 bei Kindern untersuchen.

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Sonntag, 5. Juli 2020

18.41 Uhr: Schäuble: Europa muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen und besser vorsorgen

Europa sollte nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen und seine globalen Abhängigkeiten reduzieren. "Wir haben jetzt die Gelegenheit, unser gesamtes Wirtschaftsmodell kritisch zu überprüfen und die Exzesse der Globalisierung da zu korrigieren, wo sie zu den dramatischen Auswirkungen der Pandemie beigetragen haben", schreibt der CDU-Politiker in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Schäuble wies etwa auf den Mangel selbst an simplen Medizingütern wie Mund-Nasen-Schutzmasken hin.

Die Europäische Union müsse besser vorsorgen, um in Krisen widerstandsfähiger und souveräner zu sein, mahnte der Parlamentspräsident. Dazu müsse sie "mit größerer strategischer Autonomie ausgestattet werden, etwa durch den Aufbau alternativer Lieferketten mit mehreren kostengünstigen Produktionsstandorten zur Diversifizierung des geografischen Risikos". Außerdem gelte es, die Souveränität Europas gerade im Gesundheitssektor auszubauen.

18.32 Uhr: Berliner Charité verliert durch die Coronakrise 75 Millionen Euro

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat die Berliner Charité 400 Intensivplätze für Covid-19-Patienten freigehalten und macht auch deshalb Millionenverluste. Das berichtet der "Tagesspiegel" (Montag). Allein in den Lockdown-Wochen entgingen der Hochschulklinik mehr als 44 Millionen Euro Erlöse. Die Summe ergibt sich aus einem Vergleich zwischen den Einnahmen von Mitte März bis Ende Mai der Jahre 2019 und 2020. Demnach resultieren die Verluste aus den Corona-Vorsichtsmaßnahmen: Alle Krankenhäuser hatten planbare Operationen verschoben, um Betten für mögliche Covid-19-Patienten freihalten zu können.

Zusammen mit den 30 Millionen Euro, die wegen Covid-19-Behandlungen für Geräte, Schutzmaterial und Umbauten ausgegeben wurden, verzeichnet die Charité inzwischen bereits fast 75 Millionen Euro Pandemie-Minus.

16.37 Uhr: Gerresheimer rüstet sich für Corona-Impfstoff

Der Verpackungshersteller Gerresheimer rüstet sich schon jetzt für einen kommenden Corona-Impfstoff. Die Produktion laufe schon jetzt auf vollen Touren. "Wenn es mit dem Impfstoff klappt, werden mehrere Milliarden Impfstoffeinheiten benötigt werden, die in Injektionsfläschchen abgefüllt werden müssen", sagte Vorstandschef Dietmar Siemssen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Konzern sei bereits in "sehr konkreten Gesprächen" mit vielen Pharmakonzernen, die an einem Impfstoff arbeiteten.

16.10 Uhr: Netanjahu: "Notstandssituation" in Israel

  1. Angesichts eines starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu von einer Notstandslage gesprochen. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1.000 überschritten. Schon zuvor wurden neue Einschränkungen verkündet. In Gebetshäusern, Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. An anderen geschlossenen Orten dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln. Im Westjordanland gilt seit Freitag wegen eines ähnlichen Neuausbruchs ein fünftägiger Lockdown.

16.04 Uhr: Laumann gegen flächendeckende Corona-Tests

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gegen flächendeckende Tests auf das Coronavirus ausgesprochen. Er halte nichts davon, ohne Anlass flächendeckend testen zu lassen, sagte der Minister am Sonntag im Deutschlandfunk. Man müsse anlassbezogen und dann sehr gründlich testen, wie etwa nach dem Ausbruch beim Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück. Die angekündigten Corona-Tests für jedermann in Bayern seien nicht von den Richtlinien des Robert Koch Instituts gedeckt, kritisierte Laumann. Die bayrische Staatsregierung hatte vergangene Woche beschlossen, dass sich künftig jeder Bürger Bayerns bei einem niedergelassenen Arzt kostenfrei testen lassen kann - auch ohne Symptome.

15.58 Uhr: Weitere Beschränkungen in Nordspanien

In Spanien ist nach weiteren Corona-Ausbrüchen erneut ein größerer Lockdown verhängt worden. Die Region Galizien im Nordwesten des Landes verfügte am Sonntag wieder schärfere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit für rund 70.000 Menschen. Bürger in A Mariña an der spanischen Nordküste dürfen demnach die Region Lugo von Mitternacht an bis Freitag nicht verlassen. Nach Angaben der Regionalregierung dürften sich die Menschen in A Mariña bewegen, aber nur wer für die Arbeit reisen muss, darf das Gebiet verlassen oder einreisen.

Laut Gesundheitsminister Jesus Vazquez Almuina stehen die größten Ausbrüche mit mehreren Bars in Verbindung. Die Kapazität in Bars und Restaurants werde nun auf 50 Prozent reduziert und die Menschen müssten eine Gesichtsmaske tragen, selbst wenn sie sich an Stränden oder in Schwimmbädern im Freien aufhalten.

15.50 Uhr: Italien prüft Zwangseinweisung von Corona-Kranken

Italien prüft laut Gesundheitsminister Roberto Speranza die Möglichkeit von Zwangseinweisungen ins Krankenhaus für Covid-19-Patienten, die durch falsches Verhalten neue Ansteckungen auslösen können. Hintergrund ist der Fall eines Covid-19-Patienten in Venetien, der laut Medien trotz Fiebers und eines positiven Tests nicht ins Hospital wollte. Der Ende Juni von einer Balkanreise zurückgekehrte Unternehmer wird für einen Corona-Herd mit mehreren Positiven und Dutzenden Quarantäne-Fällen in der Stadt Vicenza verantwortlich gemacht. Der Mittsechziger wurde Anfang Juli nach einer Verschlechterung doch ins Krankenhaus gebracht und kam auf die Intensivstation.

15:36 Uhr: Nach Corona-Ausbruch in Geretsried: Fallzahl erhöht sich

In einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber der Regierung von Oberbayern in Geretsried haben sich Bewohner und Mitarbeiter infiziert. Nach Angaben des Landratsamtes vom Sonntag sind nunmehr 19 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Es handelt sich dabei um 15 Bewohner sowie zwei Mitarbeiter und zwei Familienangehörige dieser Mitarbeiter.

Die Bewohner, bei denen das SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, wurden in eine separate Unterkunft in München gebracht und unter Quarantäne gestellt. Unter den Infizierten sind vier Kinder einer Grundschule in Geretsried, sie zeigen keine Symptome. Zwei Grundschulklassen wurden deshalb laut Behörde unter Quarantäne gestellt, sie sollen ebenfalls auf eine mögliche Infektion getestet werden.

15.15 Uhr: Infektionsrate im Kreis Gütersloh fällt unter Grenzwert von 50

Ein Auslaufen des Corona-Lockdowns im Kreis Gütersloh am Dienstag wird immer wahrscheinlicher. Auf Basis der am Sonntag von der Kreisverwaltung veröffentlichten Daten ist die Infektionsrate unter den für die Einschränkungen maßgeblichen Grenzwert von 50 gefallen. Wie das in Bielefeld erscheinende "Westfalen-Blatt" berichtet, liegt demnach die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner aktuell bei 48. Der vom Robert-Koch-Institut am Sonntag genannte Wert von 56 läuft um einen Tag nach.

Die Infektionsrate war in den vergangenen Tagen stetig gesunken. Nach dem massenhaften Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni lag der Wert in der Spitze vor knapp zwei Wochen bei 270,2 Fällen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

13.50 Uhr: Lauterbach warnt vor Abschaffung der Maskenpflicht

Der Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommern zur Abschaffung der Maskenpflicht beim Einkaufen stößt auf geteilte Reaktionen. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach plädierte dafür, die Maskenpflicht im Handel beizubehalten. Sie sei eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen das Coronavirus, sagte er der Rheinischen Post. Es wäre das völlig falsche Signal, diese Pflicht jetzt schon wieder aufzuheben. Beim Einzelhandel selbst stößt der Vorschlag dagegen auf Sympathie. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, Genth, erklärte, für den Einzelhandel sei es gut, wenn die Maskenpflicht abgeschafft wird, sobald dies gesundheitspolitisch möglich und vernünftig ist.

12.38 Uhr: Schulze für Priorisierung von Tests

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, sieht die geplanten Corona-Tests für alle in Bayern als wichtigen Baustein zur Bekämpfung der Corona-Krise. Im BR Fernsehen sagte sie in der Sendung Sonntagsstammtisch, die Grünen befürworteten viele Tests – aber mit einer Teststrategie. Es gelte, klar aufzulisten, wer Vorrang habe, zum Beispiel medizinisches Personal und Pfleger oder Lehrer und Erzieher. Menschen mit viel Kontakt zu anderen müssten zudem regelmäßig getestet werden. Bei Lehrern etwa reiche es nicht aus, sie nur einmal nach den Ferien zu testen. Ebenso wichtig wie Tests seien aber weiterhin Maßnahmen wie Abstandhalten, Hygieneregeln und Mund-Nasen-Schutz.

12.03 Uhr: Corona-Infektionen auch in österreichischen Schlachthöfen

In Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die "Kronen Zeitung" darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried am Innkreis, der direkt an Bayern grenzt, gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau, ebenfalls mit Grenze zu Bayern, waren es zwei Fälle. Und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen waren im Juni mehr als 1400 Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Vorfall hat eine große Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

11.58 Uhr: Studie soll Corona-Ansteckungsgefahr durch Kinder untersuchen

Der Freistaat will mit einer neuen flächendeckenden Langzeitstudie die Ansteckungsgefahr mit Covid-19 bei Kindern untersuchen. Am Montag wollen der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) zusammen mit den beiden Studienleitern Professor Christoph Klein und Professor Johannes Hübner vom Hauner'schen Kinderspital der LMU München das Projekt vorstellen. Die Studie soll auf die Frage, ob Krippen, Kindergärten und Schulen eine Gefahr für eine unkontrollierte Coronavirus-Ausbreitung darstellen, eine umfassende wissenschaftliche Antwort liefern. An dem Projekt "Covid Kids Bavaria" sind alle sechs Universitätskinderkliniken im Freistaat beteiligt.

08.03 Uhr: Griechenland lehnt Zusatz-Bedingungen für EU-Hilfsgeld ab

Griechenland will sich nicht vorschreiben lassen, wie und wo es Hilfsgeld der europäischer Wiederaufbau-Hilfe nach der Corona-Krise einsetzen soll. "Die Griechen sind sehr erwachsen geworden. Und wir wollen unsere eigenen Reformen umsetzen", sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis der "Financial Times". Es sei ausreichend, wenn die Wirtschaftsleistung jedes halbe Jahr durch die EU-Kommission überprüft werde. Es gebe keinen Bedarf für zusätzliche strenge Bedingungen.

Griechenland habe sich eine sehr aggressive Reformagenda vorgenommen, die sich auf Klima- und Umweltschutz, Digitalisierung und Investitionsanreize teils durch ein Privatisierungsprogramm konzentriere. Das Land hatte seine Schuldenkrise erst 2018 nach einem ganzen Jahrzehnt überwunden geglaubt und 2020 auf starkes Wachstum gehofft. Die Corona-Krise vereitelte dies. Jetzt rechnen Experten damit, dass die griechische Wirtschaft acht bis zehn Prozent schrumpft. Für 2021 wird aber eine Erholung prognostiziert.

06.31 Uhr: Schönste Wortschöpfung in Plattdeutsch: "Snutdauck" für Mundschutz

Das Wort "Snutdauk" für Mundschutz ist als "Schönste Neuschöpfung" im Plattdeutsch-Wettbewerb 2020 gekürt worden. Kurios: Ein Baden-Württemberger hat den Begriff eingereicht. "Snutdauk" (ins Hochdeutsch übersetzt etwa: "Schnutentuch") stammt aus der Wortfamilie des "Snutenpulli" und bedeutet "Mundschutz oder Mund-Nasen-Bedeckung", wie das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen mitteilte.

Mit insgesamt 200 Vorschlägen aus zwölf Bundesländern sei die Resonanz so hoch wie lange nicht  gewesen, sagte Museumschef Marco Zabel. Die Corona-Ereignisse hätten die Einreichungen so dominiert wie vorher kaum ein anderes Ereignis. So zeige sich lebendige Sprache.

05.45 Uhr: 239 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 239 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt gegeben (Datenstand 5.7., 0.00 Uhr). Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196 335 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, 9012 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 2 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,93 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

04.47 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern: Möglicherweise Ende der Maskenpflicht im August

Angesichts der derzeit niedrigen Corona-Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern denkt der Wirtschaftsminsiter des Bundeslandes, Harry Glawe (CDU), darüber nach, die Maskenpflicht im Handel abzuschaffen. "Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", sagte Glawe der "Welt am Sonntag". Er geht davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen wird. Die Abstandsregel zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus werde aber grundsätzlich fortbestehen.

Auch andere Bundesländer prüfen dem Bericht zufolge die Abschaffung der Maskenpflicht in Geschäften. "Wir schauen uns gerade an, ob wir beim Einkaufen auf die Maskenpflicht verzichten können", sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) der "WamS".

03.57 Uhr: Mehr als 43.000 Infizierte in den USA am Unabhängigkeitstag

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in den USA ist innerhalb von 24 Stunden um 43.742 Ansteckungen gestiegen. Das ergab die Zählung der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Samstagabend (Ortszeit). Damit wurden seit Beginn der Pandemie 2,84 Millionen Infektionen in den USA registriert. Die Zahl der Todesopfer stieg um 252 auf 129.657.

An den Tagen zuvor waren immer neue Höchststände bei den Neuinfektionen gemeldet worden, während die Zahl am Samstag etwas sank. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass am Unabhängigkeitstag der USA weniger Testergebnisse weitergegeben wurden.

00.03 Uhr: Seehofer fordert bundesweit kostenlose Corona-Tests

Nach dem Vorbild Bayerns befürwortet Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bundesweit kostenfreie Corona-Tests für alle und stellt sich damit gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Markus Söder hat recht", sagte der CSU-Politiker der "Welt am Sonntag" mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden. "Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land."

Als erstes und bisher einziges Bundesland plant Bayern, kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung einzuführen. Der Freistaat will in den Fällen zahlen, in denen die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen werden: Etwa weil es keinen begründeten Infektionsverdacht gibt und jemand auch nicht zu gefährdeten Gruppen wie Klinik- oder Schulpersonal gehört. Bundesgesundheitsminister Spahn dagegen ist gegen breit gestreute Massentests und favorisiert gezielte Tests.

Samstag, 4. Juli 2020

21.57 Uhr: Höchststand an Infektionen im Westjordanland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Westjordanland hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden 501 Fälle registriert - so viele wie nie zuvor an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie. Der Schwerpunkt der Infektionen lag mit mehr als 400 im Gebiet der Stadt Hebron. Nach Angaben des Ministeriums ist Sars-CoV-2 damit bisher bei 3.763 Menschen im Westjordanland nachgewiesen worden, elf Infizierte sind gestorben.

20.24 Uhr: Keine WHO-Studien mit HIV-Medikament mehr

Corona-Patienten werden im Rahmen einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierten Studie ab sofort nicht mehr mit Lopinavir/Ritonavir behandelt, das gegen HIV entwickelt worden war. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin in Genf. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten. Dasselbe gelte für das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin. Das Ende der Tests damit hatte die WHO schon am 17. Juni angekündigt. Hydroxychloroquin war in den Schlagzeilen, weil US-Präsident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte.

19.57 Uhr: WHO: So viele Neuinfektionen wie nie

Die Zahl der globalen Neuinfektionen steigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ein Rekordhoch. Mit 212.326 liege die Zahl so hoch wie nie zuvor an einem Tag, teilt die Organisation mit. Davon entfallen knapp 130.000 auf die WHO-Region "Americas", zu der 35 Staaten in Nord-, Mittel- und Südamerika inklusive den USA gehören.

In Europa gab es demnach zuletzt knapp 20.000 neue Fälle. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten nach WHO-Zählung damit weltweit bei rund 10,9 Millionen. Die Zahl der Toten steigt um 5134 auf 523.011. Auch hier liegt die Region Americas mit rund 259.000 vorn, in Europa gab es knapp 200.000.

17.53 Uhr: Laschet plädiert für offene Grenzen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt darauf, auch in der Corona-Krise die Grenzen offen zu lassen. "Die Ländergrenzen müssen künftig offen bleiben, so wie wir es mit Niederlande und Belgien gehalten haben", sagte Laschet dem Nachrichtenportal t-online.de. Es sei eine Aufgabe für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, auch mit offenen Grenzen in der Bekämpfung der Pandemie nicht nachzulassen und europäisch zusammenzuarbeiten. "Es war falsch, dass sich europaweit der Glaube zu verfestigen schien, man könne ernsthaft das Virus bekämpfen mit einer Schließung der Landesgrenzen", kritisierte der CDU-Politiker.

Covid-19 sei hauptsächlich über deutsche Urlauber ins Land gekommen, die man bei ihrer Rückkehr nach Hause nicht an der Grenze abweisen könne. Der nun anstehende Sommerurlaub berge daher ein neues Risiko, die Pandemie zu befeuern. "Die Menschen verreisen, fliegen wieder vermehrt mit dem Flugzeug, teilweise in ferne Länder, infizieren sich vielleicht vor Ort, ohne es zu bemerken", warnte Laschet. "Das kann wirklich gefährlich für die Verbreitung des Virus und Ausbreitung der Pandemie werden." Er plädierte daher weiterhin für einen vorsichtigen und verantwortungsvollen Umgang miteinander.

17.38 Uhr: Sagrada Familia öffnet für Krankenhauspersonal

Als Dankeschön für ihre Dienste in der Corona-Krise öffnet Barcelonas berühmte Basilika La Sagrada Família erstmals wieder für Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und andere Arbeitnehmer des Gesundheitssektors. Die von Architekt Antoni Gaudí entworfene Kirche konnte am Samstag zum ersten Mal nach fast vier Monaten Pandemie wieder betreten werden. In einer zweiten Phase soll die Kirche für alle Einwohner von Barcelona öffnen. Wann Besucher aus anderen Städten wieder eingelassen werden, will die Kirche erst später bekannt geben. La Sagrada Família ist Barcelonas wichtigstes Touristenziel. 2019 besuchten 4,5 Millionen Menschen das Gotteshaus.

16.58 Uhr: Drei Aktivistinnen nach Tönnies-Aktion festgenommen

Die Polizei hat drei Frauen vorläufig in Gewahrsam genommen, die am Samstag gemeinsam mit anderen Tierschützer vorübergehend den Hauptstandort des umstrittenen Fleischkonzerns Tönnies besetzt hatten. Aktivisten des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" erklommen am frühen Morgen das Dach des Schlachthofs im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück und blockierten die Hauptzufahrtsstraße. Nach Aufforderung der Polizei verließen die Aktivisten das Dach später wieder.

Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes, der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war.

15.06 Uhr: Griechenland verlängert Ausgangssperre in Flüchtlingslagern

Die griechischen Behörden haben trotz Kritik die Ausgangssperre in den Flüchtlingslagern im Land erneut verlängert. Die am 21. März erlassenen Einschränkungen gelten vorerst bis zum 19. Juli weiter, wie das Ministerium für Migration in Athen am Samstag mitteilte. Kritiker werfen der Regierung vor, die Corona-Pandemie als Vorwand zu missbrauchen, um die Lager weiter abzuriegeln.

Die untergebrachten Menschen dürfen die Lager nur tagsüber und in Gruppen von weniger als zehn verlassen. Zudem gilt eine Obergrenze von 150 Menschen pro Stunde. Mit Gesundheitsschutz habe dies nichts zu tun, weil es in den Lagern bislang keine Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus gab, sagte der Koordinator von Ärzte ohne Grenzen im Lager Moria auf der Insel Lesbos, Marco Sandrone.

13.47 Merkel dankt älteren Menschen für Haltung in Corona-Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat älteren Bürgern für ihre Haltung und ihr Verständnis in der Corona-Pandemie gedankt. Für die Älteren, die allein in ihren Wohnungen oder in Pflegeheimen lebten, sei das Schmerzhafteste sicher gewesen, "über lange Wochen die Kinder und Enkel nicht sehen, nicht einfach in den Arm nehmen zu können", sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. "Trotz all dieser Härten habe ich bei vielen Älteren nicht Zorn, sondern häufig Verständnis für unsere Politik der notwendigen Kontaktbeschränkungen gefunden", sagte Merkel. "Dafür danke ich sehr."

13.22 Uhr: Indien verbucht Tagesrekord an Corona-Neuinfektionen

Innerhalb von 24 Stunden sind in Indien so viele Coronavirus-Neuinfektionen gezählt worden wie nie zuvor. Die Behörden registrierten am Samstag 22.771 positive Fälle. Insgesamt sind in Indien laut Johns-Hopkins-Universität nun 648.315 Erkrankungen an Covid-19 ermittelt worden, weltweit steht das Land damit an Platz vier hinter den USA, Brasilien und Russland. Nach einer Infektion sind mehr als 18.000 Menschen in Indien gestorben; in den vergangenen 24 Stunden lag die Zahl der Opfer bei 442.

13.09 Uhr: Freundin von Trump-Sohn positiv getestet

Die Freundin des US-Präsidentensohns Donald Trump Jr., Kimberly Guilfoyle, hat sich Medienberichten zufolge mit dem Coronavirus infiziert. Nach dem positiven Testergebnis sei sie sofort isoliert worden, zitierten US-Medien am Freitag (Ortszeit) Sergio Gor, Finanzausschuss-Stabschef des Wahlkampfteams von Präsident Trump.

Ihr Freund, Donald Trump Jr., ist demnach negativ auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Beide hätten aber alle anstehenden öffentlichen Veranstaltungen vorerst abgesagt.

12.42 Uhr: Quarantäne in Katalonien, harter Lockdown in Melbourne

Erstmals seit der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt worden, teilte die Regionalregierung mit. Im Gebiet der katalanischen Großstadt Lleida seien insgesamt 200 000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung "La Vanguardia".

Die Quarantäne gelte ab Samstag 12.00 Uhr. Danach dürfe niemand mehr in die Stadt und umliegende Gemeinden im Westen der Provinz hinein oder hinaus, außer um zur Arbeit zu gelangen. Ein Lockdown innerhalb der Quarantänezone sei bisher noch nicht nötig, zitierte die Zeitung die katalanische Gesundheitsministerin Alba Vergés. Geschäfte und Restaurants müssten deshalb nicht wieder schließen, die Menschen dürften ihre Wohnungen jederzeit verlassen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Freitag 4.030 Infektionsfälle in der Region registriert.

Im australischen Melbourne gilt für etwa 3.000 Menschen nach steigenden Corona-Neuinfektionen ein harter Lockdown. Vorerst dürfe niemand mehr die neun betroffenen Wohnhochhäuser betreten oder verlassen. Das teilte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, mit. Die Bewohner würden mit Lebensmitteln und Medikamenten beliefert. Die Zahl der aktiven Covid-19-Fälle liegt im Bundesstaat Victoria nach einem jüngsten Anstieg bei 509.

10.48 Uhr: Ausfall-Finanzierung für Behindertenwerkstätten

Bund und Länder haben sich auf eine Ausfall-Finanzierung der Werkstattlöhne von Menschen mit Behinderung geeinigt. Weil die Werkstätten während der Corona-Krise bundesweit geschlossen wurden und somit Einnahmen weggefallen sind, soll dies durch eine befristete Änderung der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabenverordnung zum Teil aufgefangen werden. Das teilte das bayerische Sozialministerium am Samstag mit.

Das heißt, dass die Inklusionsämter der Länder weniger Geld an den Ausgleichsfonds des Bundes abführen müssen. Die freiwerdenden 70 Millionen Euro sollen Verdienstausfälle in den Werkstätten für Behinderte (WfB) abfedern.

Beschäftigte in diesen Werkstätten können laut Sozialministerium kein Kurzarbeitergeld beziehen. In Bayern wurde die generelle Werkstätten-Schließung am 13. Juni wieder aufgehoben. Bundesweit arbeiten rund 310.000 Menschen mit Behinderung in Werkstätten.

10.40 Uhr: Kramp-Karrenbauer: "Sind noch lange nicht durch"

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht keinen Grund für eine Entwarnung in der Corona-Krise. "Wir sind lange noch nicht durch diese Krise", sagte Kramp-Karrenbauer bei einer virtuellen Veranstaltung zur Beteiligungskampagne "#DeutschlandKickOff2030" in Berlin . Dabei konnten Bürger ihre Erfahrungen in der Krise schildern und Ideen einbringen, welche Lehren aus der Krise gezogen werden sollten.

Kramp-Karrenbauer sprach von einer "Zukunftswerkstatt". Es gehe darum, dass Deutschland besser aus der Krise komme. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sagte: "Diese Veranstaltung hätte es wahrscheinlich ohne Krise nicht gegeben." An einer digitalen Pinnwand seien in den vergangenen Wochen rund 3.500 Ideen gesammelt worden.

10.02 Uhr: Kein Corona-Fall vor Saisonauftakt der Formel 1

Die Corona-Testreihe in der Formel 1 vor dem Saisonauftakt in Österreich ist ohne positiven Befund geblieben. Nach Angaben der Organisatoren seien in der Woche vor dem Grand Prix in Spielberg 4032 Fahrer, Teammitglieder und weitere Mitarbeiter auf Infektionen mit dem Coronavirus getestet worden. "Keiner dieser Menschen wurde positiv getestet", teilte die Formel 1 mit. Die Formel 1 will jede Woche die Ergebnisse der regelmäßigen Corona-Tests bei allen Beteiligten bekanntgeben.

Die Formel 1 hat sich für diese Saison ein strenges Hygienekonzept verordnet. Dies sieht neben einer Maskenpflicht auch die strikte Unterteilung der Mitwirkenden in Gruppen vor, die untereinander keinen Kontakt haben dürfen. Zuschauer sind bei den Rennen bislang nicht zugelassen und Menschen mit Zugang zur Rennstrecke müssen sich mindestens alle fünf Tage einem Corona-Test unterziehen.

09.32 Uhr: 422 Neue Corona-Fälle in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 422 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise Stand heute 0.00 Uhr 196 096 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Samstagmorgen meldete.

9010 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 7 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181 300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

08.10 Uhr: Aktivisten besetzen Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies

Mehrere Mitglieder des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" haben in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen den Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies besetzt. Nach Angaben des Bündnisses hätte am Samstagmorgen 30 Aktivisten das Dach des Schlachthofes erklommen sowie die Hauptzufahrtsstraße blockiert. Die Polizei in Bielefeld bestätigte, dass es einen Einsatz an dem Werk gebe, bei dem alles "bislang friedlich" verlaufe, wie ein Polizeisprecher erklärte.

Die Aktivisten fordern eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes, der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war. Die Teilnehmer entrollten auf dem Dach des Werks ein Transparent mit der Aufschrift "Shut down Tierindustrie". Auf der Zufahrtsstraße hätten sich mehrere Menschen aneinandergekettet. Für 11.30 Uhr ist außerdem eine Kundgebung vor dem Schlachthof angemeldet, wie es in einer Pressemitteilung des Bündnisses heißt.

06.59 Uhr: Trump macht Wahlkampf ungeachtet der Rekordzahlen bei Corona-Infektionen

Trotz fast täglich neuer Rekordzahlen bei den Neuinfektionen mit dem Covid-19-Virus in den USA macht US-Präsident Donald Trump weiter Wahlkampf mit Großveranstaltungen. Bei einer Zeremonie zum amerikanischen Unabhängigkeitstag am Mount Rushmore betonte er die Überlegenheit seines Landes: Die USA seien "das gerechteste und außerordentlichste Land, das jemals auf der Erde existiert hat", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) vor tausenden Menschen in Mount Rushmore. Zu Trumps Rede und einem Feuerwerk hatten sich dort zahlreiche Menschen versammelt, die wenigsten von ihnen trugen Masken.

In die Felsen im Bundesstaat South Dakota sind die Konterfeis der vier bedeutenden früheren US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln gehauen.

05.48 Uhr: Recyclinghöfe melden 20 Prozent mehr Elektroschrott als im vergangen Jahr

Seit Ende des Corona-Lockdowns ist in Deutschland über 20 Prozent mehr Elektroschrott entsorgt worden als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. "Die weitgehende Reduzierung des Lebens auf das häusliche Umfeld scheint insgesamt verstärkt zu 'Aufräumaktionen' geführt zu haben", sagte Bernhard Jehle, Vorsitzender vom Bundesverband für Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse).

Verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2019 sei die entsorgte Menge an alten Elektrogeräten um 20 bis 30 Prozent angewachsen. Besonders dort, wo viele Wertstoffhöfe coronabedingt geschlossen hatten, komme nun besonders viel Elektroschrott an, der zwischenzeitlich wohl zu Hause gelagert worden sei. Auch der Neustart in der Industrie sorge für wachsende Mengen.

05.37 Uhr: Pubs in England öffnen wieder

In England dürfen Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen von Samstag an wieder öffnen. Vor allem bei den beliebten Pubs wird ein großer Ansturm erwartet. Seit 7 Uhr Früh können durstige Kehlen das erste frischgezapfte Pint seit mehr als drei Monaten bestellen.

Ähnlich wie in Deutschland müssen Gäste im Pub beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Menschenansammlungen am Tresen sind nicht erlaubt. Um die Auflagen zu kontrollieren, hat die Polizei die Zahl ihrer Einsatzkräfte stark erhöht.

04.49 Uhr: WHO korrigiert Meldungsursprung im Pandemieablauf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Darstellung des Ablaufs der Corona-Pandemie korrigiert: Demnach kam die ursprüngliche Meldung über den Ausbruch einer neuartigen Infektion nicht von den chinesischen Behörden, sondern von ihrem eigenen Büro in der Volksrepublik. In der Corona-Chronologie der WHO heißt es jetzt, das WHO-Büro in China habe am 31. Dezember 2019 die Information weitergeleitet, dass es laut der Website der Gesundheitskommission von Wuhan dort eine "virale Lungenentzündung" gebe.

Die WHO hatte am 09. April 2020 eine erste Fassung der Chronologie veröffentlicht und damit auch auf Kritik reagiert, sie habe zu spät auf die Corona-Infektionen reagiert. In dieser ursprünglichen Fassung hieß es lediglich, die Gesundheitskommission der Stadt Wuhan habe am 31. Dezember über Fälle von Lungenentzündung informiert. Wie diese Information die WHO in Genf erreichte, teilte die UN-Unterorganisation damals nicht mit.

03.31 Uhr: Ermittlungen in Frankreich gegen Premier- und Gesundheitsminister

Wegen ihres Umgangs mit der Corona-Krise ist in Frankreich gegen den bisherigen Premierminister Édouard Philippe eine Untersuchung eingeleitet worden. Auch gegen Gesundheitsminister Olivier Véran und dessen Vorgängerin Agnes Buzyn wird in der gleichen Sache ermittelt, teilte der Justizgerichtshof der Republik am Freitagabend mit. Auslöser war eine Beschwerdeflut von Covid-19-Patienten, Ärzte, Polizisten, Strafvollzugsbeamten und anderen, die in den vergangenen Wochen eine Rekordzahl von 90 Beschwerden bei dem Gericht eingereicht hatten. Dabei ging es unter anderem um Engpässe bei Masken und anderer Ausrüstung im Kampf gegen die Pandemie.

Nach Angaben des Justizgerichtshofs wurden 44 der 90 Beschwerden abgewiesen, neun seien zugelassen worden, 37 würden noch geprüft. Philippe war wenige Stunden vor Bekanntgabe der Untersuchung zurückgetreten.

03.09 Uhr: Rekordwerte bei Neuansteckungen in den USA

In den USA hat die Zahl der täglichen Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) haben sich innerhalb der vergangenen 24 Stunden 57.683 Menschen neu mit dem Covid-19-Virus infiziert. Damit wurden insgesamt bereits rund 2,79 Millionen Ansteckungen in den USA nachgewiesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg nach den Angaben um 728 auf 129.405 Fälle.

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Schon in den vorherigen Tagen waren in den Vereinigten Staaten immer neue Höchststände der täglichen Neuinfektionen gemeldet worden. Das Virus breitet sich derzeit insbesondere im Süden und Westen des Landes aus.

Freitag, 3. Juli 2020

23.10 Uhr Brasilien: Bolsonaro agiert gegen Maskenpflicht

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sein Veto gegen eine vom Parlament beschlossene Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus eingelegt. Der Staatschef nutzte sein Vetorecht, um zwei Artikel aus einem Gesetz zu entfernen, die eine Mundschutzpflicht in Geschäften sowie in Kirchen vorsehen. Der Kongress muss Bolsonaros Veto nun prüfen und dann entscheiden, ob er diesem nachkommt.

21.12 Uhr: Corona-Fälle in den USA steigen weiter an

Die Zahl der Infektionen in den USA ist nach Angaben der Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) um 53.301 auf 2,732 Millionen gestiegen. Zudem seien 624 weitere Todesfälle und damit insgesamt 128.648 verzeichnet worden.

21.07 Uhr: Air France streicht 7.500 Stellen

Die Fluggesellschaft Air France und ihre regionale Tochter Hop werden in der Coronavirus-Krise 7.500 Arbeitsplätze streichen. Bis 2022 sollten etwa 6.500 der 41.000 Jobs bei Air France wegfallen, und 1.000 der 2.400 Stellen bei Hop, teilte die Konzernverwaltung mit. Vor allem sollten die Stellen von weggehenden oder in den Ruhestand verabschiedeten Mitarbeitern nicht ersetzt werden. Bevor es zu Kündigungen komme, sollten Vereinbarungen zum vorzeitigen Ruhestand oder zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Unternehmen gefunden werden. Vor dem Sitz von Air France am Pariser Flughafen Charles de Gaulle kam es zu Protesten.

Air France sagt, ihr Luftverkehr sei in den drei schlimmsten Monaten der Pandemie um 95 Prozent eingebrochen. Sie habe 15 Millionen Euro pro Tag verloren. Die Airline erwartet nach eigenen Angaben, sich bis 2024 nicht zu erholen. Die französische Regierung hat dem Konzern eine Unterstützung in Höhe von sieben Milliarden Euro mit Krediten und Kreditgarantien zugesagt. Die Mittel sollten benutzt werden, um das Unternehmen wieder aufzubauen statt die Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit zu stürzen, beklagen viele der Arbeitnehmer.

20.15 Uhr: Brasilien führt "Maskenpflicht light" ein

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit verabschiedet, allerdings in abgeschwächter Form. Bürgerinnen und Bürger sollen einen Mund- und Nasenschutz demnach auf Straßen und in Bussen und Bahnen tragen, aber Bolsonaro legte sein Veto gegen eine Maskenpflicht in Kirchen, Schulen, Geschäften und Produktionshallen ein. Menschen dort eine Maske aufzuzwingen, könne gegen die Eigentumsrechte verstoßen, argumentierte Bolsonaro.

Er entschied sich außerdem gegen eine Verordnung, die seine Regierung verpflichtet hätte, Masken an schutzbedürftige Gruppen auszuhändigen und Gleiches von Unternehmen für ihre Mitarbeiter verlangt hätte.

Am Donnerstag meldete Brasilien seinen zweithöchsten Anstieg bei den Neuinfektionen pro Tag, es waren mehr als 48 000. Im gesamten Land haben sich fast 1,5 Millionen Menschen mit dem neuen Coronavirus angesteckt. Brasilien steht damit nach den USA weltweit auf Platz zwei.

19.35 Uhr: Ab Samstag Pubs in England wieder offen

Nach mehr als drei Monaten Schließung wegen der Corona-Epidemie öffnen morgen Hotels, Bars, Restaurants und vor allem die beliebten Pubs in England wieder. Damit Restaurants und Kneipen die nach wie vor geltenden Abstandsregeln und andere Corona-Auflagen erfüllen können, hatte die britische Regierung im Vorfeld die Lizenzerteilung für den Verkauf von Getränken und Essen im Freien vereinfacht. So dürfen Kunden unter anderem auch auf den Parkplätzen bedient werden.

Die Lockerungen gelten nur für England; Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Corona-Bestimmungen. Mit dem Schritt will die Regierung in London die durch die Epidemie eingebrochene Wirtschaft weiter ankurbeln. Mit rund 44.000 Corona-Toten ist Großbritannien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Die Infektionsraten gingen zuletzt jedoch zurück.

19.30 Uhr: Kempten erinnert an ausgefallene Feste

Mit einem rot angestrahlten Rathaus und der St. Mang-Kirche will das City-Management Kempten heute Abend um 21 Uhr an das wegen Corona abgesagte Stadtfest erinnern. Das hätte eigentlich an diesem Wochenende stattfinden sollen und wird laut City-Management von etwa 40.000 Menschen besucht.

Mit der Aktion soll aber nicht nur an das abgesagte Stadtfest erinnert werden, sondern auch auf die Nöte und Sorgen der Veranstaltungsbranche hingewiesen werden. Diese hätte immer noch keine Planungssicherheit, viele Firmen hätten seit März keine Arbeit mehr.

19.27 Uhr: Oberpfälzische Regierung überprüft Förderbescheide

Die Regierung der Oberpfalz hat jetzt mit der Überprüfung der Förderbescheide zur Corona-Soforthilfe begonnen. Dabei gehe es darum "Schwarze Schafe" zu finden, die die Soforthilfe zu Unrecht bekommen haben, heißt es in einer Pressemitteilung. Von rund 34.300 Anträgen waren laut Regierung etwa 23.000 bewilligt worden. Fast 181 Millionen Euro wurden demnach ausbezahlt. In den ersten Wochen des Lockdowns sei es primär darum gegangen, Firmen, die in Corona-bedingte Notlagen geraten sind, schnellstmöglich finanziell zu unterstützen und sie vor einer eventuellen Insolvenz zu bewahren, betont Regierungspräsident Axel Bartelt.

Inzwischen sei ein mehrköpfiges Team mit der systematischen und sorgfältigen Überprüfung der damals gestellten Anträge beschäftigt. Zu allererst würden die Unterlagen von 69 Antragstellern überprüft, deren Anträge Auffälligkeiten aufwiesen und daher die nachgereichten konkreten Zahlen und Belege einer detaillierten Kontrolle unterzogen werden.

Zudem habe die Regierung der Oberpfalz vom Wirtschaftsministerium eine Liste mit über 500 Auszahlungsfällen zur Überprüfung möglicher Unregelmäßigkeiten erhalten. Darunter fallen unter anderem Mehrfachanträge vom selben Antragsteller, aber auch Auszahlungen an dieselbe IBAN, Falschangaben zu Mitarbeiterzahlen sowie auch systembedingte Doppelauszahlungen. 24 Fälle mit Betrugsverdacht seien bereits dem federführenden Wirtschaftsministerium zur Weiterverfolgung durch das Landeskriminalamt zugeleitet worden, heißt es in der Pressemitteilung der Regierung der Oberpfalz.

19.20 Uhr: Mitarbeiter fordern Corona-Bonus für alle

Mehr als 100 Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen der Uniklinik Augsburg haben Verbesserungen für Krankenhausbeschäftigte der Uniklinik Augsburg gefordert. In den letzten Wochen hatte die Gewerkschaft Ver.di dazu die Petition der bayerischen Unikliniken mitgestartet. Mit der Petition werden ein Corona-Bonus für alle, bessere Personalausstattung und extra-Pausen bei Arbeiten mit Vollschutz für Pflegekräfte gefordert.

Am Augsburger Klinikum unterstützen 1.647 Beschäftigte aus allen Bereichen, etwa Pflege, Reinigung, Technik, Küche oder auch einige Ärzte die Petition. Die Beschäftigten betonten, dass sie die öffentliche Wertschätzung durchaus als wichtiges Zeichen von Anerkennung und Respekt wahrgenommen hätten. Aber eine Einmalzahlung, die auch nur ein Bruchteil der Mitarbeiter bekommen habe, und ein paar Wochen klatschen reichten nicht, so eine Pflegekraft, die die Petition mitinitiiert hat. Schon unter normalen Umständen arbeiteten sie an der Grenze der Belastbarkeit.

19.01 Uhr: Zwei Lieferanten von Caterer positiv getestet

Bei dem im Landkreis Starnberg betroffenen Caterer Apetito hat das Landratsamt nun mitgeteilt, dass auch das Unternehmen, das den Transport der Speisen ins Klinikum Großhadern durchführt, betroffen ist. Zwei Mitarbeiter wurden demnach positiv auf das Coronavirus getestet. Laut Landratsamt Starnberg ist es allerdings äußerst unwahrscheinlich, dass das Virus dadurch ins Klinikum Großhadern gelangen konnte, da die Übergabe der Speisen kontaktlos erfolge. Beide positiv getesteten Mitarbeiter wohnen nicht im Landkreis Starnberg.

18.17 Uhr: Vettel wegen Corona nicht mehr im Ferrari-Team

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat die Ausmusterung von Sebastian Vettel zum Ende der Saison verteidigt. "Die Pandemie hat die ganze Welt verändert, nicht nur die Formel 1", erklärte der 50-Jährige am Freitag vor dem Saisonauftakt in Österreich den Hintergrund der Trennung vom viermaligen Weltmeister nach Ablauf seines Vertrags. Zwar sei Vettel noch im Winter "die erste Wahl" für Ferrari gewesen, doch durch die Einschnitte wegen des Coronavirus habe sich "die gesamte Situation verändert", erklärte Binotto. Vettel hatte am Donnerstag erklärt, vom Ferrari-Aus völlig überrascht worden zu sein.

18.14 Uhr: Ärzte ohne Grenzen kritisiert Medikamenten-Verkauf

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat den US-Pharmakonzern Gilead für seinen Handel mit dem mutmaßlichen Corona-Medikament Remdesivir kritisiert. In der weltweiten Pandemie sollte ein Wirkstoff gegen das Virus gleichermaßen für alle Länder nach deren Bedarf und nicht nach deren Kaufkraft zugänglich sein, erklärte die Organisation auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Johannesburg. "Beschäftigte im Gesundheitswesen und die am meisten gefährdeten Menschen sollten weltweit die höchste Priorität haben."

Heute erteilte die EU-Kommission dem Wirkstoff unter Auflagen die Zulassung für den europäischen Markt. Auslöser für die Kritik ist den Angaben nach ein Geheimabkommen des Pharmaunternehmens, das anderen Konzernen gestatte, Präparate des Wirkstoffs herzustellen, allerdings nur in wenigen ausgewählten Staaten. Diese Liste lasse aber rund die Hälfte der Weltbevölkerung außen vor, bemängelte Ärzte ohne Grenzen. Insbesondere Länder in Lateinamerika sowie viele Schwellenländer seien nicht berücksichtigt.Zudem seien die Vorräte des Medikaments für die kommenden drei Wochen schon an die USA verkauft, hieß es.

18.11 Uhr: Länder sagen Merkel Unterstützung zu

Die Bundesländer haben Kanzlerin Angela Merkel über die Parteigrenzen hinweg breite Unterstützung bei der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zugesagt - gerade im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie. "Uns ist es wichtig, Europa mitzugestalten. Auch wir wollen Europa wieder stark machen, gemeinsam mit der Bundesregierung", versicherte der amtierende Bundesratspräsident, der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke. Merkel erhielt ausdrücklichen Rückhalt von weiteren Regierungschefs aus SPD und Union sowie vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne).

17.20 Uhr: Haustiere mit Corona müssen gemeldet werden

Haustiere, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, müssen künftig den Behörden gemeldet werden. Einer entsprechenden Verordnung stimmte der Bundesrat zu. Ziel ist, dass die Ansteckung von Haustieren besser erforscht werden kann. Die Tierärzte übernehmen die Meldung bei den zuständigen Veterinärämtern.

Bisher ist nur bekannt, dass sich Tiere, vor allem Katzen, mit dem Virus anstecken können. Es gibt aber keine Hinweise, dass sie die Krankheit auch an ihre Halter weitergeben. Eine Pflicht, mit Hund oder Katze bei einem Verdacht zum Tierarzt zu gehen, gibt es nicht. Nur, wenn ein Veterinäramt den Test anordnet, werden die Kosten übernommen. Wer sein Haustier freiwillig testen lassen will, muss das selbst bezahlen.

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Was für Menschen gilt, ist jetzt auch für Haustiere beschlossen: die Meldepflicht bei Corona-Infektionen. Heute hat der Bundesrat der Verordnung von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner zugestimmt.

16.50 Uhr: Mehr als 48.000 neue Corona-Fälle in Brasilien

Das von der Corona-Pandemie stark betroffene Brasilien hat mit mehr als 48.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen der höchsten Tageswerte registriert. Damit haben sich fast 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte. 1.252 Tote wurden zwischen Mittwochabend und Donnerstagabend erfasst, 61.884 Patienten sind in dem größten und bevölkerungsreichsten Land in Lateinamerika bislang gestorben.

16.30 Uhr: Corona-Pandemie stürzt Autoindustrie in schwere Krise

Die Corona-Pandemie hat massive Absatzrückgänge in der Autoindustrie verursacht. In Deutschland sanken die Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr nach Angaben des Branchenverbandes VDA um knapp 35 Prozent. Im Juni betrug das Minus bei den Neuzulassungen im Juni 32,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mitteilte. Die privaten Zulassungen gingen sogar um 38,2 Prozent zurück, gewerbliche Zulassungen nahmen mit minus 29,0 Prozent etwas weniger ab.

"Wir haben es ohne Frage mit der bislang schwersten Krise seit Beginn der Bundesrepublik zu tun", erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Für unsere Industrie wird sie erschwerend dadurch geprägt, dass sie nahezu alle Automobilmärkte weltweit umfasst." Der Pkw-Weltmarkt wird demnach im Gesamtjahr 2020 voraussichtlich um 17 Prozent auf rund 65,9 Millionen Einheiten zurückgehen.

15.30 Uhr: Spanien stellt weitere 50 Milliarden an Corona-Hilfen bereit

Die linke spanische Regierung hat ein weiteres Hilfspaket im Umfang von 50 Milliarden Euro zur Ankurbelung der von der Corona-Krise gebeutelten Wirtschaft des Landes aufgelegt. 40 Milliarden seien als staatliche Kreditgarantien vorgesehen, um Investitionen in umweltgerechte Techniken sowie die Digitalisierung zu fördern, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press am Freitag. Ein Fonds mit 10 Milliarden Euro solle Unternehmen unter die Arme greifen, die wegen Corona in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Bereits im März hatte die Regierung 100 Milliarden Euro zur Dämpfung des wirtschaftlichen Absturzes während der Corona-Krise bereit gestellt. Davon sind Medienberichten zufolge bisher 78 Milliarden in Anspruch genommen worden. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte insgesamt Hilfen im Umfang von 200 Milliarden Euro angekündigt. Das entspricht etwa 20 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes.

14.50 Uhr: Corona-Fallzahlen Bayern: 48.558 Menschen infiziert

In Bayern haben sich seit Beginn der Pandemie 48.558 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 03.07.20, 09.00 Uhr). Das sind 64 Fälle mehr als gestern, teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Sitz in Erlangen auf seiner Internetseite mit. Von der Gesamtzahl der Fälle in Bayern gelten 45.250 als genesen. Seit gestern ist die Zahl der Todesfälle in ganz Bayern laut LGL um einen Fall auf 2.595 gestiegen.

Die meisten Infizierten-Fälle in Bayern werden vom LGL nach wie vor in Oberbayern mit 21.939 gezählt, die wenigsten in Unterfranken (3.535) und Oberfranken (3.912). Bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht Oberbayern mit 4,61 den höchsten Wert. Anhand dieser Zahl werden die neuen Infektions-Fälle registriert, die innerhalb einer Woche pro 100.00 Einwohner aufgetreten sind. Als kritisch gilt ein Wert ab 35, bei dem die Gesundheitsämter erste Gegenmaßnahmen einleiten müssten. Das ist in keinem bayerischen Regierungsbezirk der Fall.

14.30 Uhr: Bundesagentur für Arbeit plant für Kurzarbeit 23,9 Milliarden Euro ein

Die millionenfache Kurzarbeit als Folge der Coronavirus-Krise wird die Bundesagentur für Arbeit (BA) nach eigener Einschätzung in diesem Jahr knapp 23,9 Milliarden Euro kosten. Dies geht aus einer Beratungsunterlage für die Sitzung des Verwaltungsrates der Behörde am Freitag hervor, die Reuters einsehen konnte. Für das Gesamtjahr bleibt die BA bei ihrem Finanzszenario, das von einem Defizit im BA-Haushalt von 30,5 Milliarden Euro ausgeht. Ihre Reserven von 25,8 Milliarden Euro würden aufgezehrt und ein Darlehen des Bundes in Höhe von 4,7 Milliarden Euro nötig.

13:30 Uhr: Gaststättenverband fordert weitere Corona-Lockerungen

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert weitere Corona-Lockerungen für die Gastronomie. "Wir fordern Öffnungsperspektiven für alle - auch für die Schankwirtschaft", sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert der Deutschen Presse-Agentur. "Auch Clubs und Diskotheken können unsere funktionierenden Hygienekonzepte einhalten." 

Es sei "nicht nachvollziehbar, warum man im privaten Umfeld mit einer unbegrenzt großen Anzahl an Personen feiern darf, in der Diskothek aber nicht", sagte er. Er forderte die Staatsregierung darum auf, Betreibern wenigstens das Ausrichten privater Feiern zu erlauben. Ein reduzierter Umsatzsteuersatz sei gut und schön. "Aber man muss den Betreibern auch ermöglichen, überhaupt Umsatz zu machen."

13.19 Uhr: Niederlande wollen erneut tausende Nerze töten

Die niederländischen Behörden haben einen erneuten Corona-Ausbruch auf einer Nerzfarm gemeldet. Auf der Zuchtfarm in Landhorst sei das Virus entdeckt worden, nachdem die Nerze die typischen Symptome eine Infektion gezeigt hätten, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. 4.300 Tiere sollen nun vorsorglich gekeult werden. Damit stieg die Zahl der Farmen mit Corona-Ausbrüchen in der Region bereits auf 18. Erstmals in Nerz-Zuchtfarmen war ein Ausbruch im April festgestellt worden. Im Mai gaben die Behörden dann bekannt, dass zwei an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankte Mitarbeiter sich "sehr wahrscheinlich" bei den Tieren angesteckt hatten. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte es sich um die "ersten bekannten Fälle einer Übertragung" des neuartigen Coronavirus von Tier zu Mensch handeln.

13.12 Uhr Nordseeküste: Deutlicher Zuwachs an Kegelrobben

Kegelrobben an der Nordseeküsten könnten von coronabedingten Einschränkungen des Tourismus profitieren. Nach Angaben des Wattenmeer-Sekretariats in Wilhelmshaven wurde bei den routinemäßigen Zählflügen im Frühjahr ein ungewöhnlich deutlicher Zuwachs bemerkt. Während der übliche jährliche Zuwachs an Tieren von Frühjahr zu Frühjahr bei etwa neun Prozent liegt, erhöhte sich die Zahl der Sichtungen an den Küsten der Nordsee in diesem Jahr um 17 Prozent auf rund 7.650.

13.12 Uhr: Serbien: Corona-Maßnahmen für Belgrad

Nach einem starken Anstieg der Infektionszahlen hat die serbische Regierung am Freitag für die Hauptstadt Belgrad Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verhängt. So gilt nunmehr Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Ämtern. Gaststätten, Cafés und Clubs müssen spätestens um 23 Uhr schließen. Ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten. Serbien hatte am Vortag 359 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 verzeichnet. Vier Fünftel der Fälle ereigneten sich im Großraum Belgrad, wo 2,5 Millionen der knapp 7 Millionen Serben leben. Bis zum Donnerstag nachmittag waren nachweislich 15.195 Menschen mit Coronavirus infiziert. 1.996 Fälle galten als aktiv, 287 Patienten starben mit dem Virus.12.30 Uhr: Aerosol-Studie zu Chorgesang bringt erste Ergebnisse

Mehr Abstand nach vorn als zur Seite und ständige Lüftung - unter diesen Bedingungen halten Wissenschaftler die Wiederaufnahme von Chorsingen in Corona-Zeiten für verantwortbar. Am Freitag wurden erste Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die der Chor des Bayerischen Rundfunks (BR) mit Münchner Universitätsmedizinern und Strömungsmechanikern der Universität Erlangen durchgeführt hat. Dabei wurde auch das Ansteckungsrisiko beim Singen und Sprechen durch schwebende Kleinstpartikel (Aerosole) untersucht.Die Auswertung der Messungen ergab die Empfehlung: Zu ihren Mitsängern nach vorn sollten die Chormitglieder zwei bis zweieinhalb Meter Abstand halten. Zur Seite genügten 1,5 Meter. Noch besser wären Trennwände zwischen den Sängerinnen und Sängern.

12.24 Uhr: Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. Mehr dazu finden Sie hier.

12.08 Uhr: Spahn weist Verantwortung für Versäumnisse zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)hat eine persönliche Verantwortung für Versäumnisse zu Beginn der Corona-Krise zurückgewiesen. Insbesondere bei der Frage, ob noch früher noch mehr Masken hätten beschafft werden müsste, verteidigte der Unionspolitiker den damals eingeschlagenen Kurs. "Hätten wir schon früher beginnen sollen, Schutzmasken zu kaufen? Ja, natürlich", sagte Spahn dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Gleichzeitig fügte er hinzu, er habe sich nicht bewusst gegen den Kauf von mehr Schutzmasken entschieden. Auf den Vorwurf, er habe zu Beginn der Krise zu "Gelassenheit" aufgerufen entgegnete Spahn: "Dem Wort 'Gelassenheit' hatte ich ein Adjektiv vorangestellt: 'aufmerksame Gelassenheit'." Zwar würde er heute eher das Wort "Besonnenheit" benutzen, so Spahn.

Außerdem prognostizierte Spahn eine erhöhte Gefahr von Pandemien. "Wir werden in Zukunft häufiger mit Pandemien rechnen müssen", sagt er. "Auch der Bioterrorismus ist eine reelle Gefahr", ergänzt er. "Experten warnen zunehmend auch vor Bakterien. Wenn die Resistenzen gegen Medikamente zunehmen, sind diese Szenarien mindestens so erschreckend wie die zu neuen Viren.", so Spahn.

12.00 Uhr: UN kaufen Dexamethason zur Covid-19-Behandlung in ärmeren Ländern

Die Vereinten Nationen (UN) wollen großen Mengen des Entzündungshemmers Dexamethason zur Behandlung von Corona-Patienten in ärmeren Ländern sichern. Dazu werde Dexamethason zunächst für bis zu 4,5 Millionen Menschen in diesen Regionen eingekauft, teilen mehrere UN-Organisationen mit. Damit sollen Knappheiten im Zuge der hohen Nachfrage verhindert werden. Britische Wissenschaftler hatten Mitte Juni von einem Durchbruch gesprochen, nachdem Dexamethason in einer Untersuchung die Sterberate von schwer kranken Covid-19-Patienten um rund ein Drittel gesenkt hatte.

11.46 Uhr: Deutsche mehrheitlich zufrieden mit Krisenmanagement

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist einer Studie zufolge zufrieden mit dem staatlichen Krisenmanagement. Trotz zahlreicher Proteste nehmen sowohl die Zufriedenheit der Bürger mit der Demokratie als auch das Vertrauen der Menschen untereinander in der Coronakrise zu, wie eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt. "Gleichzeitig lehrt die Erfahrung aus vergangenen Krisen, dass die kollektive Wahrnehmung und Stimmung immer nur Momentaufnahmen sind und sich schnell verändern können", betonen die Autoren. "Das heißt, die hier skizzierte positive Entwicklung muss sich in den nächsten Monaten (oder Jahren) der Krise keineswegs fortsetzen."11.38 Uhr: Studie: Neue Corona-Variante "infektiöser"

Eine derzeit weltweit vorherrschende Variante des neuartigen Coronavirus befällt einer Studie zufolge die menschlichen Zellen leichter als das ursprüngliche Virus aus China. Die am Donnerstag in der Fachzeitschrift "Cell" veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass das inzwischen mutierte Virus ansteckender sein könnte als die in China aufgetretene Urform. Ob es damit für den Menschen gefährlicher wird, ist aber unklar.11.35 Uhr: Erste Auslandsreise von Merkel seit Pandemie-Ausbruch geht nach Brüssel

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nächsten Mittwoch erstmals seit Ausbruch der Coronavirus-Krise wieder ins Ausland reisen. In Brüssel werde sie dem Europäischen Parlament die Prioritäten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 vorstellen, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert.

11.35 Uhr: Karliczek will Suche nach Corona-Impfstoff beschleunigen

Die Bundesregierung will die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes beschleunigen. Bei der laufenden Ausschreibung von 750 Millionen Euro Fördergeld soll auch Wert auf verschiedene Forschungsansätze gelegt werden, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe in Deutschland Forscher, die schon sehr weit seien, sagte sie in Anspielung etwa auf die Firmen Curevac und Biontech sowie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung. "Denen wollen wir helfen, in der Entwicklung schneller zu werden, ihnen beim Aufbau großer klinischer Studien zu helfen und auch die Produktionskapazitäten aufzubauen", erläuterte die Ministerin.

11.21 Uhr Kim Jong Un: "Leuchtender Erfolg" im Kampf gegen Corona

Trotz der weltweiten Coronavirus-Krise ist Nordkorea nach Angaben von Machthaber Kim Jong Un von Infektionsfällen bisher verschont geblieben. Nordkorea habe es geschafft, dass das "bösartige Virus" nicht eingeschleppt und eine Epidemie verhindert worden sei, wurde Kim am Freitag von den staatlich kontrollierten Medien zitiert. "Das ist ein leuchtender Erfolg." Nordkorea ist eines der wenigen Länder weltweit, die nach eigenen Angaben bisher keine bekannten Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet haben. Aus Furcht vor einer Verbreitung des Erregers hatte das ohnehin abgeschottete Land im Januar seine Grenzen zu China und Russland geschlossen. Auch wurden Tausende von Menschen vorbeugend unter Quarantäne gestellt. 11.12 Uhr: Johnson: "Lasst es uns nicht vermasseln!"

Der britische Premierminister Boris Johnson mahnt die Briten zu verantwortungsbewusstem Verhalten, wenn am Wochenende zum ersten Mal seit Monaten Kneipen und Pubs wieder öffnen. Das Schlimmste sei überstanden, trotzdem sollte ein neuer Ausbruch des Coronavirus vermieden werden, unterstreicht er. "Meine Botschaft lautet: Lasst es uns jetzt nicht vermasseln, Leute, wir haben bisher fantastische Arbeit geleistet, um diese Krankheit in den Griff zu bekommen", sagte Johnson dem Hörfunksender LBC.

11.05 Uhr: Wegen Maskenpflicht mehr Schönheitskorrekturen an Augenlidern

Die Coronakrise hat zu einer erhöhten Nachfrage nach Schönheitskorrekturen im Gesicht geführt. "Die Maskenpflicht verändert den Blick in den Spiegel", berichtete der Schönheitschirurg Karl Schuhmann am Freitag bei einer Tagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in Düsseldorf. Vor der Maskenpflicht habe sich der Blick auf das ganze Gesicht gerichtet, jetzt konzentriere sich die Aufmerksamkeit mehr auf die Augenpartie, erklärte der Tagungspräsident. Schuhmann berichtete, "Lidstraffungen erleben durch Corona einen Boom".

10.42 Uhr: Airbus will knapp 3.200 Jobs in Norddeutschland streichen

Der geplante Stellenabbau beim Flugzeugbauer Airbus trifft den Norden Deutschlands hart. In Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel sollen 2325 Stellen wegfallen, wie Airbus am Freitag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. In Bremen geht es demnach um 445, in Stade um 365 und an weiteren Standorten um 40 Stellen. Damit könnten im Norden 3.175 Jobs gestrichen werden. Noch im vergangenen Jahr war am Standort Hamburg die Zahl der Mitarbeiter um 1000 auf knapp 14.000 aufgestockt worden. Insgesamt sollen in Deutschland 5.100 Stellen wegfallen, wie Airbus am Dienstagabend mitgeteilt hatte. Weltweit will Airbus wegen der Corona-Krise 15.000 Stellen streichen.

10.41 Uhr: Ärmere Menschen in Italien mehr vom Tod bedroht

In Italien sind einer Studie zufolge ärmere Menschen sehr viel mehr vom Tod durch das Coronavirus bedroht als gut situierte Bevölkerungsgruppen. Zu diesem Ergebnis kommt die nationale Statistikbehörde Istat in einer umfangreichen Erhebung.

10.41 Uhr: Prostituierten-Demo gegen Corona-Auflagen

Mehrere Dutzend Prostituierte haben am Freitag vor dem Bundesrat für eine Wiedereröffnung der Bordelle in der Corona-Pandemie demonstriert. Die Branche werde in die Illegalität getrieben, hieß es auf Transparenten. Die Sexarbeiterbranche brauche mehr finanzielle Unterstützung. Prostituierte haben seit Mitte März Arbeitsverbot. Dass es keine Lockerungen gebe, sei sowohl für den Berufsverband der Sexarbeiter als auch für Bordellbetreiber unverständlich, hieß es in einer Erklärung. Auch für Sexarbeit seien in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern bereits Hygienekonzepte erarbeitet worden.

10.04 Uhr: RKI: Bis zu 40 Prozent weniger Fälle in Notaufnahmen

Die Zahl der Fälle in den Notaufnahmen ist während der Corona-Pandemie seit Mitte März um bis zu 40 Prozent gesunken. Das berichtete das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin. Parallel dazu begannen in Deutschland umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Anschließend stieg die Zahl der Fälle in den Notaufnahmen bis Mitte Juni wieder langsam an, erreichte aber noch längst nicht das Niveau von vor der Corona-Krise.

09.36 Uhr: Kreis Gütersloh: Infektions-Kennziffer steigt wieder leicht

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 76,6. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,4, am Mittwoch bei 78,0 und am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

09.35 Uhr: Russlands Sterblichkeitsrate seit Anfang 2020 gestiegen

Die Sterblichkeitsrate in Russland ist seit Anfang 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie um schätzungsweise 1,5 bis zwei Prozent gestiegen, sagt Gesundheitsminister Michail Muraschko der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Ein Vergleichzeitraum wird nicht genannt. Die Behörden melden unterdessen einen Anstieg der Infektionen um 6.718 auf 667.883 und der Todesfälle um 176 auf 9.859.

09.30 Uhr: Staatsanwälte lehnen Ermittlungen gegen Virologen Streeck ab

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat die Aufnahme von Ermittlungen gegen den Bonner Virologen Hendrik Streeck im Zusammenhang mit der Heinsberg-Studie abgelehnt. "Wir sehen keinerlei Anhaltspunkte für strafbares Verhalten", sagte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft der Rheinischen Post am Freitagmorgen. Ein Naturwissenschaftler hatte Strafanzeige gegen Streeck gestellt und ihm unter anderem Betrug vorgeworfen. Eine Strafanzeige kann jeder stellen, der strafbare Handlungen vermutet. Prominente und Politiker erhalten sehr oft solche Anzeigen.

09.00 Uhr: Trump: Hohe Corona-Zahlen wegen Test-Ausweitung

Präsident Donald Trump hat den rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen in den USA erneut damit begründet, dass in dem Land weitaus mehr auf das Virus getestet werde. "Es gibt eine Zunahme der Coronavirus-Fälle, weil unser Testverhalten so massiv und so gut ist, viel größer und besser als in jedem anderen Land", schrieb er am späten Donnerstagabend auf Twitter. Dies seien großartige Neuigkeiten. Außerdem sei die Sterblichkeitsrate zurückgegangen, und jüngere Menschen erholten sich viel leichter und schneller. Trump hat wiederholt die Zunahme der Fallzahlen mit der Ausweitung der Tests begründet. Kritiker werfen ihm vor, das Infektionsgeschehen herunterspielen zu wollen.

08.53 Uhr: Indigenenvereinigung: Über 10.000 infizierte Indigene

In Brasilien sind laut der Indigenenvereinigung Apib 10.341 Indigene mit dem Coronavirus infiziert. 408 Indigene seien bereits gestorben, berichten brasilianische Medien (Donnerstagabend Ortszeit). Binnen eines Monats ist die Zahl der Infizierten damit um 500 Prozent gestiegen. Laut einer Untersuchung der Bundesuniversität im südbrasilianischen Pelotes weisen Indigene eine fünfmal höhere Infektionswahrscheinlichkeit auf als Weiße. Während demnach 1,1 Prozent der getesteten weißen Bevölkerung positiv war, waren es bei den Indigenen 5,4 Prozent.

08.34 Uhr: Wirtschaftsklima in der EU wird wieder freundlicher

Das Wirtschaftsklima in der Europäischen Union hat sich mit den Lockerungen der Corona-Einschränkungen im Juni erkennbar aufgehellt. Nach dem historischen Einbruch im April werde die wirtschaftliche Lage wieder deutlich positiver eingeschätzt, referierte das Statistische Bundesamt am Freitag unter Verweis auf europäische Daten. Der im Auftrag der EU-Kommission erhobene "Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung" liege allerdings noch weit unter dem Niveau von vor der Pandemie. Den Angaben zufolge stieg der Indikator im Juni 2020 gegenüber dem Vormonat um 8,1 Punkte auf 74,8 Punkte. Im vom "Lockdown" voll getroffenen Monat April war der Indikator um 30,8 Punkte auf 63,8 Punkte eingebrochen.

08.27 Uhr: Israel: Rekordwert von Corona-Infektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 966 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Jetzt verhängt Israel neue Einschränkungen. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Donnerstag, Versammlungen sollten wieder beschränkt werden. In Gebetshäusern, Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. Vorher waren es bis zu 250 gewesen. An anderen geschlossenen Orten dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln. "Wir müssen zu der Politik der Beschränkungen zurückkehren, damit die Kurve wieder flacher wird", sagte Netanjahu. Sonst drohe ein Kontrollverlust.

07.12 Uhr: Landkreistag dämpft Erwartung an Corona-Warn-App

Der Deutsche Landkreistag hat die Erwartung an die staatliche Corona-Warn-App gedämpft. "Noch hat sich die App nicht derart durchgesetzt, dass man von Flächendeckung sprechen kann", zitiert das "Handelsblatt" einen Sprecher des kommunalen Spitzenverbands. "Zudem befinden wir uns nach der abgeklungenen ersten Welle in einer Zeit mit geringen Zahlen an Neuinfektionen, weshalb es auch im Rahmen der App nur wenige Alarme geben dürfte."

06.30 Uhr: Schweden lässt Sonderweg untersuchen

Schweden gilt vielen Skeptikern von Corona-Maßnahmen als gelobtes Land. Der skandinavische Staat hat zwar auch Beschränkungen erlassen, aber etwa Schulen und Restaurants nicht geschlossen. Statt Schließungen und Verboten gab es Empfehlungen. Im Vergleich mit seinen Nachbarländern hat Schweden jedoch Stand Juli 2020 deutlich höherere Sterberaten zu verzeichnen (Schweden: 5400 Todesfälle/Norwegen: 250 Menschen/Dänemark: 600/Finnland: 325). Die schwedische Regierung stellt ihren Sonderweg in der Corona-Krise daher nun offiziell auf den Prüfstand. Die staatlich finanzierte Schwedische Agentur für Verteidigungsforschung (FOI) soll das Krisenmanagement der Regierung überprüfen. 05.45 Uhr: Pflegebonus: 80 Millionen Euro in Bayern ausgezahlt

Rund 350.000 Pflege- und Rettungskräfte im Freistaat haben Anträge auf den wegen der Coronakrise gewährten Pflegebonus gestellt. Bislang seien mehr als 181.000 Anträge bearbeitet und knapp 80 Millionen Euro ausgezahlt worden, sagte Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) einer Mitteilung zufolge. "Gerade in der Corona-Pandemie hat das vorbildliche Engagement unserer Pflegekräfte dazu beigetragen, dass so vielen Erkrankten geholfen werden konnte."

05.22 Uhr: Portugiesische Fluglinie TAP wird wieder verstaatlicht

Die portugiesische Fluggesellschaft TAP wird wieder verstaatlicht. Die Regierung in Lissabon teilte am Donnerstag mit, dass sie 55 Millionen Euro in die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Airline investieren werde. Der Anteil des Staates an dem Unternehmen steigt damit von derzeit 50 auf 72,5 Prozent. TAP war erst vor fünf Jahren teilprivatisiert worden. Die Regierung habe interveniert, um den "Kollaps" der Fluglinie zu verhindern, erklärte Finanzminister João Leão. TAP sei von "enormer strategischer Bedeutung für das Land".

05.10 Uhr: US-Studenten feiern Corona-Partys in Alabama

Studenten im US-Staat Alabama sollen Corona-Partys gefeiert haben, um einander bewusst mit dem Virus anzustecken. Sie hätten in einer Art Spiel darum wettgeeifert, wer sich den Erreger zuerst einfangen würde, berichteten Medien unter Berufung auf Sonya McKinstry, Stadträtin in Tuscaloosa. Die Organisatoren hätten Gäste eingeladen, die zuvor positiv auf das Virus getestet worden seien. Dann hätten die Studenten Geld in einen Topf geworfen. Wer zuerst an Covid-19 erkrankte, bekam Bares. Die Tageszeitung "Tuscaloosa News" zitierte den örtlichen Mediziner Ramesh Peramsetty mit den Worten, dass Gerüchte über Corona-Partys schon seit rund einem Monat kursierten. Als seine Pflegekräfte Patienten für Corona-Tests ausgewählt hätten, hätten sie von den Hauspartys erfahren. Als die Studenten gerufen wurden, um ihnen ihre Resultate mitzuteilen, sei aufgefallen, dass einige sehr erregt und glücklich darüber gewesen seien, dass ihr Test positiv ausgefallen sei. Andere wiederum seien sehr verstimmt gewesen, weil es bei ihnen negativ ausgegangen sei, sagte Peramsetty.

05.05 Uhr: Über 9.000 Todesfälle durch Covid-19 in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 446 auf 195.674, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um neun auf 9.003.

05.01 Uhr: Corona bremst Personenschützer der Regierung aus

Die Corona-Pandemie hat offenbar auch die Personenschützer der Bundesregierung erheblich beeinträchtigt. Wie die "Saarbrücker Zeitung" (Freitag) berichtet, konnten die BKA-Beamten wegen der Corona-Beschränkungen wochenlang nicht trainieren. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte dies der Zeitung. Die Corona-Pandemie habe "unter anderem dazu geführt, dass auch die Schießaus- und -fortbildung des Bundeskriminalamtes zeitweise eingestellt werden musste". Davon betroffen gewesen sind laut "Saarbrücker Zeitung" auch die Beamten der sogenannten "Sicherungsgruppe" (SG), die für den Personenschutz von Kanzlerin und Ministern zuständig ist.

02.46 Uhr: Fast 55.000 Neuinfektionen in den USA

In den USA sind binnen eines Tages fast 55.000 Neuinfektionen festgestellt worden. Das ist einer Reuters-Zählung zufolge der weltweit höchste jemals gemeldete tägliche Anstieg. Am späten Donnerstag wurden 54.879 neue Fälle registriert. Bislang lag der Rekord in Brasilien, das am 19. Juni 54.771 Neuinfektionen bekanntgab. Noch vor zwei Wochen betrug die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA etwa 22.000.01.35 Uhr: Britische Regierung lockert Quarantäne-Regeln

Die britische Regierung hebt Quarantäne-Vorschriften ab dem 10. Juli auf. Dies gelte unter anderem für Reisende aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, teilt das Verkehrsministerium mit. Eine vollständige Liste der Länder, für die die Lockerungen gelten sollen, soll am Freitag veröffentlicht werden. Bislang müssen nach England Einreisende für 14 Tage in Quarantäne - eine Regelung, die insbesondere von der Luftfahrt- und Tourismusbranche scharf kritisiert wurde.

00.39 Uhr: Gouverneur von Texas ordnet das Tragen von Masken an

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Texas führt eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für alle Bezirke mit über 20 Fällen, kündigt der Republikaner Greg Abbott an. Das betrifft etwa zwei Drittel der 254 Countys in Texas.

00.13 Uhr: Arthritis-Mittel von Sanofi fällt bei Covid-19-Studie durch

Das Arthritis-Medikament Kevzara von Sanofi und Regeneron ist bei Tests in den USA zur Behandlung von Covid-19-Patienten durchgefallen. Die Hauptziele der Studie seien nicht erreicht worden, teilen beide Pharmakonzerne mit. Eine separate Studie außerhalb der USA laufe noch. Auch der Schweizer Pharmakonzern Roche testet seine Arthritis-Arznei Actemra zur Behandlung von schweren Lungenentzündungen bei Coronavirus-Patienten.

Donnerstag, 2. Juli 2020

19.58 Uhr: Maas: Corona muss zentrales Thema der UN sein

Pandemien wie Corona sollten im Zentrum der weltweiten Sicherheitspolitik stehen, sagte Außenminister Heiko Maas bei einer virtuellen Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Seit 1. Juli hat Deutschland für einen Monat den Vorsitz inne. Beim Verfassen der UN-Charta vor 75 Jahren, so Maas, sei vor allem in Militär- Kategorien gedacht worden.

"Heute wissen wir, dass ein Virus tödlicher sein kann als eine Schusswaffe, dass ein Cyber-Angriff mehr Schaden anrichten kann als ein Soldat und dass der Klimawandel mehr Menschen bedroht als die meisten konventionellen Waffen." Heiko Maas, Außenminister

Die Corona-Krise sei global, sie erfordere deshalb auch globales Handeln. Auch UN-Generalsekretär António Guterres hatte schon zuvor erklärt, wie sehr Pandemie den weltweiten Frieden bedrohten.

"Die Auswirkungen sind besonders in denjenigen Ländern offensichtlich, die schon zuvor Konflikte erlebt haben oder gerade aus ihnen hervorgehen." António Guterres

Am Mittwoch hatte der Sicherheitsrat nach monatelanger Diskussion einstimmig eine lang umstrittene Corona-Resolution angenommen. Sie enthält eine Aufforderung von UN-Generalsekretär António Guterres zu einer globalen Waffenruhe während der Pandemie.

17.05 Uhr: Gottesdienst als Ursache für Corona bei Tönnies?

Der Zusammenhang zwischen dem Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies und einem Gottesdienst im Mai lässt sich nicht eindeutig klären. "Wir wissen schlichtweg nicht, ob der Gottesdienst der Auslöser des Geschehens war oder nur ein Faktor", sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Es ist kein abschließendes Urteil möglich."

Mehrere Infizierte, die einen direkten Bezug zum Unternehmen Tönnies haben, hatten am 17. Mai einen Gottesdienst in Herzebrock-Clarholz besucht. Zur Aufklärung des Ausbruchsgeschehens soll das Robert Koch-Institut beitragen. Da mehr als 1.500 Arbeiter aus dem Schlachthof Tönnies in Rheda-Wiedenbrück positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, verhängte das Land Nordrhein-Westfalen für die Kreise Gütersloh und Warendorf einen eingeschränkten Lockdown. Die strengeren Regeln endeten für den Kreis Warendorf am vergangenen Dienstag, im Kreis Gütersloh sollen sie noch bis kommenden Dienstag gelten.Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich in der Krise früh dafür eingesetzt, Gottesdienste wieder möglich zu machen. Seit Anfang Mai halten die Gemeinden in NRW wieder Gottesdienste mit Besuchern - allerdings unter Hygiene- und Abstandsregeln.

16.05 Uhr: Domspatzen müssen Abschiedsgesang für Georg Ratzinger dosieren

Die Regensburger Domspatzen können ihren verstorbenen ehemaligen Leiter Georg Ratzinger nur in reduzierter Form musikalisch verabschieden. Eine Gestaltung des Requiems mit den aktuellen Chören sei nicht möglich, bedauerte Domkapellmeister Christian Heiß. "Das Abstandsgebot zwischen den Sängern aufgrund von Corona lässt das nicht zu."

An den Abschiedszeremonien der nächsten Tage sollen dennoch Sänger in verschiedenen Formationen teilnehmen. Bei der Totenmesse am kommenden Mittwoch werde ein ausgewähltes Ensemble 16 ehemaliger Domspatzen singen."Wir freuen uns auf den Tag, wo wir wieder aus allen Domspatzen-Kehlen unseres Verstorbenen gedenken dürfen", fügte Heiß hinzu. "Wir werden das zu einem späteren Zeitpunkt nachholen."

14.50 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Bayern steigt um 40

In Bayern gibt es, Stand 9 Uhr, 48.494 Menschen, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Das sind 40 Fälle mehr als gestern. 45.210 Menschen gelten als genesen. Insgesamt sind laut LGL mittlerweile 2.594 Menschen in Bayern gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Das sind drei weitere Fälle seit gestern.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht Oberbayern derzeit mit 4,42 den höchsten Wert. Anhand dieser Zahl werden die neuen Infektionsfälle registriert, die innerhalb einer Woche pro 100.00 Einwohner aufgetreten sind. Als kritisch gilt ein Wert ab 35, bei dem die Gesundheitsämter erste Gegenmaßnahmen einleiten müssten.

14.45 Uhr: 4,8 Millionen neue Jobs im Juni - US-Arbeitsmarkt berappelt sich

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den USA ist die Arbeitslosenquote im Juni den zweiten Monat in Folge deutlich gesunken. Sie fiel von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni, wie die Regierung mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei um 4,8 Millionen gestiegen, hieß es. Analysten hatten mit einem etwas geringeren Rückgang der Arbeitslosigkeit gerech-net. Im April hatte die Arbeitslosenquote noch bei 14,7 Prozent gelegen.

Die Arbeitslosenquote für Juni beruht allerdings auf Daten, die nur bis zur Mitte des Monats erhoben worden waren. Mögliche Auswirkungen der jüngsten dramatischen Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie spiegeln sich in den Daten daher noch nicht wider.

14.35 Uhr: Fast keine Kreuzfahrten mit Aida Cruises bis Ende August

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat fast alle Fahrten bis Ende August abgesagt. An vielen weltweiten Destinationen seien die Bedingungen für sicheres Reisen noch nicht gegeben, teilte das Unternehmen an seinem Sitz in Rostock mit. Einzelne Abfahrten von ein paar Schiffen soll es aber offenbar geben. Die Kreuzfahrtsaison von Aida Cruises war im März zunächst bis April unterbrochen worden. Bereits mehrfach wurde danach um jeweils einen Monat verlängert.

14.25 Uhr: Corona-Warn-App kann erst nach Update richtig zählen

Die deutsche Corona-Warn-App kann erst mit einer Aktualisierung der Anwendung höher als 14 zählen. In der bisherigen Version scheiterte die App nach 14 aktiven Tagen am Weiterzählen.

SAP, die Softwarefirma, die die Warn-App programmiert hat, bittet die Nutzer deshalb, die Corona-WarnApp auf die neueste Version 1.0.3. zu aktualisieren (In ihrem App-Store, falls Ihnen die Aktualisierung nicht automatisch angeboten wird). Danach sei es zwar möglich, dass der Tagezähler wieder von vorn beginne. Zurückliegende Kontakte seien aber weiterhin auf dem Gerät gespeichert und nicht verloren, wie es heißt.

Inzwischen haben sich mehr als 15 Prozent der Deutschen die App heruntergeladen. Forscher der Universität Oxford sind der Meinung, dass die App dann Wirkung zeigt. Sie soll vor allem dazu betragen, eine zweite Welle an Covid-19-Infektionen zu verhindern.

14.15 Uhr: Türkei kommt Deutschland für Aufhebung von Reisewarnung entgegen

Bundesaußenminister Heiko Maas sieht Fortschritte in den Gesprächen mit der Türkei, hat aber noch keine Zusage für eine Aufhebung der bestehenden Reisewarnung gegeben. Man suche eine Abstimmung im EU-Rahmen, sagte Maas nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu in Berlin.

Maas lobte die Zusage der Türkei, dass es keine Zwangsbehandlung von Corona-infizierten Touristen mit dem umstrittenen Medikament Hydroxychloroquin geben solle. "Das ist ein wichtiger Fortschritt." Cavusoglu sagte, dass erkrankte Touristen ohne Symptome selbst entscheiden könnten, wie sie behandelt werden wollten.

13.45 Uhr: Auch EU verhandelt mit Hersteller von Remdesivir

Nach den USA will sich auch die Europäische Union ausreichende Mengen des Corona-Mittels Remdesivir sichern. Darüber werde mit dem Hersteller Gilead Sciences verhandelt, wie ein Sprecher der EU-Kommission mitteilte. Er bekräftigte zugleich, dass das Mittel voraussichtlich Ende dieser Woche für den europäischen Markt zugelassen werden soll.

Remdesivir gilt als eine von wenigen wirksamen Arzneien bei schweren Fällen der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt verkürzen.

Die US-Regierung hatte zuvor eine Vereinbarung mit Gilead bekannt gemacht, wonach sie praktisch die gesamte Produktionsmenge des Mittels für die nächsten Monate aufgekauft hat. Allerdings hat zum Beispiel Deutschland bereits Vorräte des Mittels angelegt.

13.15 Uhr: Flugpersonal protestiert gegen Stellenabbau

Mit Protestaktionen in Berlin haben Beschäftigte mehrerer Fluggesellschaften auf den drohenden Stellenabbau bei ihren angeschlagenen Arbeitgebern aufmerksam gemacht. Vor dem Reichstagsgebäude übergaben am Vormittag rund 100 Personalvertreter und Mitglieder der Gewerkschaft Verdi ihre Forderungen an Mitglieder des Bundestages. "Angst, Unruhe und Empörung machen sich breit, weil Unternehmen, denen staatliche Hilfen in Milliardenhöhe gewährt werden, im selben Atemzug Beschäftigungsabbau und Gehaltskürzungen ankündigen", teilte der stellvertretender Vorsitzende der Gewerkschaft, Christian Behle, am Donnerstag mit. Besonders betroffen seien demnach Mitarbeiter von Germanwings, der Luftfahrtgesellschaft Walter sowie Sunexpress Deutschland.

13.08 Uhr: WHO: Rauchen bedeutete höheres Risiko bei Covid-19

Covid-19 ist für Raucher nach Ansicht von Experten gefährlicher als für Nichtraucher. Es bestehe ein Zusammenhang zwischen Nikotingenuss und einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bis hin zum Tod, schrieb die Weltgesundheitsorganisation WHO nach der Prüfung von 34 bereits veröffentlichten Studien. Sie empfahl, dass Menschen das Rauchen besser lassen. Der WHO zufolge sind 18 Prozent der im Krankenhaus behandelten Coronavirus-Patienten Raucherinnen oder Raucher. Außerdem gebe es einen beachtlichen Zusammenhang mit der Schwere der Krankheit, der Art der nötigen Behandlung und dem Sterberisiko.

13.07 Uhr: NRW: Katholische Kirche für Sonntagsverkauf

Die katholische Kirche im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen will sich weiteren verkaufsoffenen Sonntagen wegen der Corona-Krise nicht verweigern. Diese Zustimmung setze aber voraus, dass es eine einmalige Regelung wegen der Pandemie bleibe und keine Vorentscheidung für die Zukunft sei, sagte der Leiter des Katholischen Büros NRW, Antonius Hamers, am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Düsseldorf. Die Landesregierung will im zweiten Halbjahr 2020 bis zu vier weitere anlasslose verkaufsoffene Sonntage ermöglichen."Wir reagieren damit auf die außerordentlich schwierige Lage, in der sich der Einzelhandel momentan befindet", erklärte Hamers.

13.04 Uhr: Frankfurter Flughafenchef: Kurzarbeit bis Sommer 2022

Wegen der anhaltenden Corona-Flaute will der Frankfurter Flughafen die Möglichkeit der Kurzarbeit bis in den übernächsten Sommer nutzen. "Gemessen an den Passagierzahlen haben wir vereinfacht gesagt für die Hälfte der Belegschaft noch mindestens anderthalb Jahre keine Beschäftigung", sagte Flughafenchef Stefan Schulte der "Wirtschaftswoche" (Donnerstag). Darum fordere die Branche eine Verlängerung der Kurzarbeit von derzeit bis zum kommenden März zumindest bis in den Sommer 2022. Der Flughafenbetreiber Fraport hatte zwischenzeitlich rund 18 000 der 22 000 Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt, teilweise auch nur anteilig.

12.39 Uhr: Coronausbruch bei Cateringunternehmen: Weitere Tests

Nach dem Corona-Ausbruch bei einem Cateringunternehmen im Landkreis Starnberg setzen die Behörden die Tests fort. Im Fokus stand am Donnerstag eine Flüchtlingsunterkunft in Weßling, wie eine Sprecherin des Landratsamtes mitteilte. In der Unterkunft war am Vortag ein Bewohner positiv getestet worden, der mit einem infizierten Mitarbeiter des Unternehmens Apetito Catering in einem Container wohnte. Die Wohnstätte steht wie vier andere Gemeinschaftsunterkünfte inzwischen unter Quarantäne. Eine ganze Reihe der rund 120 Mitarbeiter des Caterers Apetito im oberbayerischen Gilching waren in den Flüchtlingsunterkünften untergebracht. Bis Mittwochabend ergaben die Reihentestungen insgesamt 46 positive Fälle.

Bislang seien insgesamt 34 Bewohner des Landkreises Starnberg positiv getestet. Das entspreche binnen sieben Tagen 24 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner; also noch deutlich unter dem kritischen Wert, ab dem Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zum Zuge kommen. Die Kontaktpersonenermittlung laufe weiter auf Hochtouren, hieß es vom Landratsamt.

12.31 Uhr: Unicef: In Corona-Krise Gewalt gegen Kinder bekämpfen

Weil Kinder seit Ausbruch der Corona-Krise offensichtlich häufiger als vorher Opfer von Gewalt sind, fordert Unicef Deutschland, die Hilfsangebote auszubauen. "Gewalt kann langanhaltende Narben im Leben von Kindern hinterlassen", sagte am Donnerstag die UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder, Dr. Najat Maalla M’jid. "Die Covid-19-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben für Kinder das Risiko erhöht, dass sie Gewalt in ihrem Zuhause, online und in ihrem Umfeld erfahren." Gleichzeitig seien grundlegende Unterstützungsangebote, um Gewalt zu verhindern und darauf zu reagieren, genau zu dem Zeitpunkt eingeschränkt, an dem Kinder sie am dringendsten benötigten.

12.30 Uhr: AfD kündigt Klage gegen Maskenpflicht für Abgeordnete im Landtag an

Die AfD-Fraktion will gegen die Maskenpflicht im bayerischen Landtag, die seit Donnerstag auch für Abgeordnete gilt, klagen. Man werde beim Verwaltungsgericht Klage einreichen, sagte der parlamentarische Geschäftsführer Christoph Maier am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Maskenpflicht bedeute eine "massive Einschränkung" des freien Mandats. Abgeordnete dürften bei ihrer Tätigkeit im Landtag nicht derart beeinträchtigt werden. Die Abgeordnetenrechtskommission des Landtags ist der gegenteiligen Meinung - sie hält die Maskenpflicht für Abgeordnete für zulässig. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hatte am Mittwoch angeordnet, dass von Donnerstag an auch alle Abgeordneten verpflichtend einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Parlamentarier, die sich nicht daran halten, müssen mit einem Zwangsgeld rechnen, bei wiederholten Verstößen auch mehrfach.

11.58 Uhr: CSU-Generalsekretär warnt vor zweiter Corona-Welle

Die CSU hat angesichts international weiter steigender Infektionszahlen eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle auch in Deutschland gewarnt. Diese werde voraussichtlich noch gefährlicher und unkontrollierbarer, auch für jene Unternehmen, die sich gerade wieder aufgerappelt hätten, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Donnerstag in Berlin. Deshalb dürfe nicht fahrlässig gehandelt werden, sondern man müsse weiter mit Vorsicht und Umsicht vorgehen. Weltweit rolle die zweite Pandemiewelle schon.

11.56 Uhr: Bund unterstützt 27 freie Orchester und Ensembles

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will 27 freie Orchester und Ensembles mit jeweils bis zu 200.000 Euro unterstützen. Das teilte ihr Büro am Donnerstag in Berlin mit. Sie erhalten das Geld aus dem Corona-Hilfsprogramm "Orchester vor neuen Herausforderungen". Gefördert werden unter anderem die Akademie für Alte Musik Berlin, das Ensemble Musikfabrik und das Mahler Chamber Orchestra. Grütters erklärte dazu, die Coronakrise habe die freien Ensembles und Orchester hart getroffen. In dieser Notsituation sei es dem Bund wichtig, schnell Hilfe zu leisten

11.37 Uhr: Unfallforscher: Verkehr im Lockdown lebensgefährlicher

Auf Deutschlands Straßen ist trotz weniger Verkehrs im Corona-Lockdown das Risiko tödlicher Unfälle gestiegen. Im April lag nach Berechnungen der Allianz-Versicherung das "relative Getötetenrisiko" um fast die Hälfte höher als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre. Demnach starben im April im statistischen Schnitt 11,1 von 1000 Verunglückten. Im April 2019 dagegen waren rechnerisch von 1.000 Verunglückten nur 7,5 gestorben. Viele Fahrer hätten sich "wenig angepasst" an die Situation verhalten. "So hatten wir im Frühjahr schwere Motorradunfälle, obwohl es ein bundesweites Verbot von Spritztouren gab", sagte Kubitzki. "Die geringere Verkehrsdichte führt dazu, dass Verkehrsregeln weniger beachtet werden. Man darf aber nicht nur die Autofahrer kritisieren, das gilt für alle Verkehrsteilnehmer." Manche Fußgänger hätten die Ausgangsbeschränkungen - von vielen Menschen als Lockdown bezeichnet - als Einladung verstanden, in der Mitte der Straße zu spazieren.

11.13 Uhr: Arbeitslosigkeit in Eurozone steigt trotz Corona nur leicht

In der Eurozone bleibt der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Corona-Krise weiterhin überraschend schwach. Im Mai sei die Arbeitslosenquote im gemeinsamen Währungsraum auf 7,4 Prozent gestiegen, nach 7,3 Prozent im Monat zuvor, teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich stärkeren Anstieg auf 7,7 Prozent gerechnet. Die im April eingeführten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben laut Eurostat zu einem starken Anstieg der Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe geführt. Allerdings suche ein großer Teil derjenigen, die sich bei den Arbeitsämtern angemeldet hatten, nicht mehr aktiv nach einem Arbeitsplatz und falle daher aus der Arbeitslosenstatistik heraus.

11.12 Uhr: Bundestag beschließt Nachtragshaushalt

Der Bund darf zur Bewältigung der Corona-Krise in diesem Jahr Rekordschulden von fast 218 Milliarden Euro aufnehmen. Der Bundestag beschloss am Donnerstag den zweiten Nachtragshaushalt zur Finanzierung des Konjunkturpakets. Damit steigt die für das laufende Jahr geplante Neuverschuldung auf 217,8 Milliarden Euro. Mit dem zusätzlichen Geld sollen vor allem Maßnahmen finanziert werden, die Konsum und Wirtschaft in den kommenden Monaten wieder ankurbeln sollen.

11.03 Uhr: Akademischer Austausch massiv eingeschränkt

Die Corona-Pandemie hat den akademischen Austausch zwischen in- und ausländischen Studenten an den bundesdeutschen Hochschulen massiv eingeschränkt. An zwei Dritteln der Hochschulen konnten internationale Studenten wegen Corona ihr Studium in Deutschland nicht beginnen oder fortsetzen, wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) am Donnerstag in Bonn unter Verweis auf eine Umfrage mitteilte. Rund 80.000 ausländische Studenten mussten Deutschland aufgrund der Pandemie verlassen.

10.57 Uhr: Kreis Gütersloh: Infektions-Kennziffer leicht gesunken

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh etwas weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 76,4. Am Vortag lag dieser Wert bei 78,0, am Dienstag bei 86,0 und am Dienstag vergangener Woche noch bei 270,2. Demnach sank diese Infektions-Kennziffer zuletzt langsamer.

10.30 Uhr: Luftfahrt fordert Ende pauschaler Reisewarnungen

Die Luftfahrtbranche fordert von der Bundesregierung eine Abkehr von generellen Reisewarnungen in der Corona-Pandemie. "Pauschale und undifferenzierte Reisebeschränkungen dürfen keine Zukunft haben", sagt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Peter Gerber, auf einer Fachkonferenz in Frankfurt. Um die Weltwirtschaft wieder in Gang zu bringen, sei es wichtig, dass Begegnungen wieder ungehindert stattfinden könnten. Wo es aufgrund des Infektionsgeschehens nicht unkonditioniert möglich wäre, könnten Covid-19-Tests vorgenommen werden. "Es ist ganz wichtig, dass wir hier schnell arbeiten, sonst werden wir diese Industrie verlieren."

10.06 Uhr: Leiter der deutschen Remdesivir-Studie rügt Preis für Corona-Medikament

Der Leiter der deutschen Studie zum Corona-Medikament Remdesivir, Gerd Fätkenheuer, hat die von der Herstellerfirma Gilead Sciences geforderten Preise als "enorm hoch" kritisiert. "Ich würde schon erwarten, dass gesamtgesellschaftliche und ethische Gesichtspunkte bei einem Medikament wie Remdesivir eine Rolle spielen", sagte der Kölner Infektiologe dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe). In den USA soll eine Ampulle 390 US-Dollar kosten, das entspricht einer Gesamtsumme von 2.340 US-Dollar für eine fünftägige Anwendung. Für die USA sei der Preis "besonders bedenklich. Hier können nur Menschen behandelt werden, die sich Remdesivir leisten können. Dabei trifft die Pandemie ärmere Menschen, die auch öfter vorerkrankt sind, ohnehin in vielerlei Hinsicht am stärksten." Fätkenheuer verurteilte auch das Verhalten der US-Regierung, die einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge aufgekauft hat.

10.00 Uhr DIHK-Umfrage: Corona-Krise belastet Ausbildungsmarkt

Die Corona-Krise belastet den Ausbildungsmarkt in Deutschland. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertag werden Betriebe in diesem Jahr voraussichtlich weniger ausbilden. Das betriebliche Ausbildungsplatzangebot liege im Branchendurchschnitt um gut sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie der DIHK am Donnerstag nach einer Umfrage unter rund 15 000 Firmen mitteilte. Die Bewerbungsprozesse in den Unternehmen seien ins Stocken geraten, Einstellungen verzögerten sich vielerorts. Die Übernahmeperspektiven für ausgebildete Fachkräfte seien aber auch in diesem Jahr gut.

09.57 Uhr: Scholz wirbt für Konjunkturprogramm gegen Corona-Krise

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat im Bundestag für das Konjunkturprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise geworben. "Wir können mit Zuversicht durch diese Krise gehen", sagte Scholz am Donnerstag bei den Beratungen über den zweiten Nachtragshaushalt. Es sei ein gutes Programm, das der Wirtschaft und den Arbeitsplätzen helfe. Der Bundestag entscheidet am Donnerstag über den Nachtragshaushalt, der eine Rekord-Neuverschuldung von 217,8 Milliarden Euro vorsieht.

09.45 Uhr: Tokio: Höchste Tageszahl an Coronafällen seit Anfang Mai

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Anstieg an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Anfang Mai erlebt. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 107 neue Infektionsfälle, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher gut 19.600 bestätigte Infektionsfälle, 989 Menschen starben, wie der staatliche Sender NHK berichtet. Japan hatte vergangenen Monat den Notstand im ganzen Land aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals.

09.43 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Südafrika steigt rasant an

In Südafrika steigt die Zahl der Corona-Infektionen rasant an. Innerhalb eines Tages meldeten die Behörden nach den letzten verfügbaren Zahlen 8.124 neue Fälle sowie 92 Todesfälle. Nach der Westkap-Provinz mit Kapstadt als Zentrum entwickelt sich nun das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg zur Schwerpunktregion. Insgesamt hat Südafrika nach den letzten verfügbaren Zahlen 159.333 Covid-19-Fälle verzeichnet. Das Coronavirus hatte sich im Vergleich zu anderen Weltregionen in Afrika bisher relativ langsam verbreitet, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Maßnahmen verhängt. Die meisten Todesfälle in Afrika gibt es laut einer Übersicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den Ländern Algerien, Ägypten, Nigeria, Südafrika und Sudan. Südafrika gilt bei der Zahl der Fälle als am stärksten betroffen.

09.36 Uhr: Zahl der Infektionen in Russland steigt über 660.000

In Russland melden die Behörden einen Anstieg der festgestellten Infektionen um 6.760 auf 661.165. Die Zahl der Todesfälle legt in den vergangenen 24 Stunden um 147 auf 9.683 zu.

09.06 Uhr: Briten wollen Quaratäneregeln für Reisende aufheben

Die britische Regierung will einem Zeitungsbericht zufolge ihre Quarantäne-Vorschriften für Reisende aus dem Ausland aufheben. "The Daily Telegraph" berichtet, dass die Quarantäneregeln für 75 Länder beendet werden sollen. Das betreffe fast alle EU-Länder sowie die britischen Territorien einschließlich Bermuda und Gibraltar sowie die Türkei, Thailand, Australien und Neuseeland.

08.58 Uhr: Ungarn will sich nicht an EU-Reiseliste halten

Ungarn will sich nicht an die EU-Empfehlungen zur Lockerung von Reisebeschränkungen halten. Das gibt Ministerpräsident Viktor Orban in einem Facebook-Video mit. Demnach wird sein Land die EU-Liste sicherer Drittstaaten - mit Ausnahme Serbiens - nicht übernehmen. "Denn dies wäre gegen die Gesundheitsinteressen des ungarischen Volkes", sagt Orban.

08.49 Uhr: Niederlande für Kompromiss bei EU-Wiederaufbaufonds

Die Niederlande erwarten harte Verhandlungen über den geplanten Wiederaufbaufonds zur Stabilisierung der EU-Länder. "Es gibt Unterschiede, die Verhandlungen werden schwierig, es wird ein wenig dauern, aber ein Kompromiss ist möglich", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" (Donnerstagausgabe). Er sprach sich dafür aus, dass die Gelder aus dem Finanzpaket als Kredite an die Länder ausgezahlt werden - und nicht als Zuschüsse. "Wir wollen, dass es nur Kredite sind", sagte Rutte.

Auf dem EU-Gipfel am 17. Juli soll ein Finanzpaket aus dem von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Aufbaufonds und dem EU-Haushaltsrahmen bis 2027 geschnürt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron schlagen vor, aus einem 500-Milliarden-Euro-Fonds Zuschüsse an besonders von der Coronakrise betroffenen Staaten zu zahlen. Für Länder mit sehr hohe Gesamtverschuldung seien Zuschüsse sinnvoller als Kredite, hatte Merkel wiederholt betont.

08.43 Uhr: Rückgang der Stromerzeugung wegen geringeren Bedarfs

Die Corona-Krise hat im April deutliche Spuren am Strommarkt hinterlassen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, wurden 36,2 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist - ein Rückgang um 16,7 Prozent im Vergleich zum April 2019. Nach Angaben der Statistiker ist dies auf den geringeren Strombedarf zurückzuführen. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren im April weite Teile der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens zum Erliegen gekommen.

08.42 Uhr: Kasachstan verhängt zweiten Lockdown

Kasachstan kündigt einen zweiten Lockdown an. Nach Angaben der Regierung sollen nicht zwingend notwendige Betriebe schließen, Geschäftszeiten eingeschränkt und öffentliche Versammlungen verboten werden. Die Maßnahmen gelten ab Sonntag für zwei Wochen und können danach ausgeweitet werden.

08.27 Uhr: Katastrophale Zustände in Bolivien

In Bolivien droht sich die Lage in der Corona-Pandemie weiter zuzuspitzen. Wie die Tageszeitung "Los Tiempos" in ihrer Onlineausgabe berichtet, warnen Mediziner, vor dem Kollaps des Gesundheitssystems in der viertgrößten Stadt Cochabamba. "Wir stehen an einem Beginn einer Katastrophe - gesundheitlich und humanitär", hieß es. Es gäbe zahlreiche Tote in den Straßen, Häuser und vor den Türen der Hospitäler. Nach tagelangen Auseinandersetzungen stimmte am Mittwoch das Parlament einem neuen Gesetz zu, dass auch Privatkliniken verpflichtet künftig Corona-Patienten aufzunehmen. Damit soll die Erhöhung der Krankenbettzahlen erreicht werden. Nach WHO-Angaben gibt es in Bolivien derzeit rund 32.000 registrierte Infektionen und fast 1.100 Tote.

08.05 Uhr: Plus von 29% bei Wohnmobil-Neuzulassungen

Durch die teilweise noch geltenden Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie ist Campingurlaub in diesem Jahr für deutsche Urlauberinnen und Urlauber besonders attraktiv. Die Zahl der Wohnmobil-Neuzulassungen in Deutschland nahm im Mai 2020 deutlich zu: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts mitteilt, ergaben 10.460 Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von gut 29 %. Wohnmobile verbuchten dabei als einziges Pkw-Segment ein Zulassungsplus. Die insgesamt gut 168.000 Pkw-Neuzulassungen im Mai 2020 bedeuteten im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ein Minus von knapp 50 %.

07.40 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Israel klettern auf Rekordwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am späten Mittwochabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 868 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April. In der Nacht zum Donnerstag wurden daher neue Beschränkungen verkündet. Verschiedene Viertel in Lod bei Tel Aviv sowie in der Hafenstadt Aschdod sollten für mindestens eine Woche abgeriegelt werden. Auch in den Palästinensergebieten soll von Freitag an ein fünftägiger Lockdown in Kraft treten.

07.37 Uhr: Spahn: Versorgung mit Remdesivir in Europa ausreichend

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet, dass Europa nach einer Zulassung von Remdesivir in ausreichendem Maße mit dem Corona-Medikament versorgt wird. Derzeit liege der Vorrat der Arznei in einer Zentralapotheke in einer Menge vor, die lediglich für die nächsten Monate reiche. Remdesivir gilt als effektivstes Mittel bei der Behandlung von Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19, die vom Coronavirus ausgelöst wird. Die Zulassung des Mittels könnte schon diese Woche erfolgen. Für die Zukunft fordert Spahn vom Hersteller des Coronamedikaments Remdesivir trotz eines Großeinkaufs der USA weiterhin Lieferfähigkeit. Er erwarte von der Pharmafirma Gilead Sciences, "dass Deutschland und Europa versorgt werden, wenn es um ein solches Medikament geht", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin".

07.10 Uhr: China hat Lieferketten mit elf Ländern vereinbart

China hat nach Angaben des Handelsministeriums mit elf anderen Ländern vereinbart, für funktionierende Lieferketten zu sorgen. Die Namen der Staaten wurden zunächst nicht genannt.

07.00 Uhr: Bisher über 600.000 registrierte Infektionen in Indien

In Indien steigt die Zahl der festgestellten Infektionen nach Angaben der Behörden auf über 600.000 und die der Todesfälle auf 17.834.

06.30 Uhr: Spendenbereitschaft der Deutschen weiterhin gut

Die Coronakrise trifft viele Deutsche auch wirtschaftlich schwer. Spenden an Hilfsorganisationen könnten da schon mal knapper ausfallen als sonst. Doch aktuelle Zahlen zeigen: Das Gegenteil ist der Fall. Die Spendenbereitschaft hat nicht nachgelassen, in den Monaten Februar bis Mai 2020 spendeten die Bundesbürger sogar mehr Geld an gemeinnützige Organisationen als im Vorjahreszeitraum, wie aus Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK hervorgeht.

06.11 Uhr: Bayern will Krankenhausversorgung ausbauen

Die Staatsregierung will auch während der Corona-Pandemie einige Zweige der Krankenhausversorgung im Freistaat ausbauen. "Abseits der Maßnahmen für Covid-19-Erkrankte gewährleisten wir damit die umfassende Weiterentwicklung der Versorgung für die Menschen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) einer Mitteilung zufolge.

Nach neuen Beschlüssen eines Krankenhaus-Planungsausschusses sollen vor allem die Kapazitäten und Bettenzahl in den Fachbereichen Psychiatrie und Psychosomatik erhöht werden. Ziel sei es, eine gute flächendeckende medizinische Versorgung im ganzen Freistaat sicherzustellen, sagte Huml.

05.32 Uhr: 503 Neuinfektionen und neun weitere Tote in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 503 auf 195.228, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um neun auf 8.994.

05.05 Uhr: Infektionsrate in den USA auf neuem Rekordhoch

In den USA ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf eine neue Rekordhöhe gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 52.898 neue Ansteckungsfälle verzeichnet, wie die Johns-Hopkins-Universität im Bundesstaat Maryland mitteilte. Dies ist die höchste Zahl seit Ausbruch der Pandemie in die Vereinigten Staaten. Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie heimgesuchte Land der Welt. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle liegt nach Angaben der Universität inzwischen bei 2,682 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg zuletzt binnen 24 Stunden um weitere 706 und lag damit bei insgesamt 128.028.

01.21 Uhr: Neuseelands Gesundheitsminister tritt zurück

Neuseelands Gesundheitsminister David Clark hat seinen Rücktritt eingereicht. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass die Regierung ohne ihn besser auf die Coronavirus-Pandemie reagieren könne, sagt er bei einer Pressekonferenz im Parlament. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern habe seinen Rücktritt angenommen.

00.06 Uhr: Bisher über 60.000 Todesfälle in Brasilien

In Brasilien steigt die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus auf über 60.000. In den letzten 24 Stunden seien 1016 Menschen an dem neuartigen Virus gestorben und damit insgesamt 60.610, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Infizierten legt um 45.482 auf knapp 1,5 Millionen zu. Das ist die zweithöchste Zahl weltweit nach den USA.

Mittwoch, 01.07.2020

22.05 Uhr: Kalifornien nimmt Lockerungen zurück

Kalifornien reagiert auf den Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen mit einer Rücknahme von Lockerungen. In 19 stark betroffenen Bezirken, darunter auch Los Angeles County, müssen Restaurants ihre Innenbereiche wieder schließen. Das gelte auch für den Betrieb von Kinos, Weingütern, Museen und Zoos, teilte Gouverneur Gavin Newsom mit. Die Einschränkungen sollen mindestens drei Wochen lang gelten. Bereits am Sonntag hatte Newsom die erneute Schließung von Bars in vielen Teilen Kaliforniens angeordnet.

Am kommenden Feiertagswochenende will der Staat die Parkplätze an Stränden in den dicht besiedelten Räumen um Los Angeles und San Francisco schließen. Los Angeles County hatte zuvor bereits angekündigt, Strände, Fahrradwege, Parkplätze und Piers am Wochenende um den Nationalfeiertag (4. Juli) zu sperren.

Newsom forderte die 40 Millionen Einwohner auf, Veranstaltungen und Ansammlungen zu vermeiden und stattdessen im kleinen Familienkreis Zuhause zu bleiben.

21.38 Uhr: Karibikstaaten öffnen Grenzen für Touristen

Mehrere Karibikstaaten lassen nach Corona-bedingter Schließung inzwischen wieder Touristen ins Land. Die Dominikanische Republik und die Bahamas öffneten heute ihre Grenzen. In beiden Ländern sind damit unter anderem Hotels und Strände wieder für Besucher zugänglich. Es gelten allerdings Kapazitätsbeschränkungen und Hygieneauflagen.

Das größte Ferienresort der Bahamas, Atlantis Paradise Island, entschied jedoch kurzfristig, wegen steigender Coronavirus-Fallzahlen in den USA seine Wiedereröffnung auf Ende Juli zu verschieben, wie Premierminister Hubert Minnis im Parlament mitteilte.

21.02 Uhr: Landrat fordert Aufklärung

Nach dem Corona-Ausbruch bei einem Cateringunternehmen im Landkreis Starnberg arbeiten die Behörden mit Hochdruck daran, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Heute sollten unter anderem sämtliche Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Pöcking auf das Virus getestet werden, nachdem es dort einen positiven Fall gegeben hatte. Zudem wurde eine weitere Asylunterkunft unter Quarantäne gestellt - die mittlerweile Fünfte.

Landrat Stefan Frey (CSU) sagte: "Wir werden die Umstände der Ausbreitung des Virus, die ja doch mittlerweile bei nahe 50 Prozent der Mitarbeiter liegt, aufklären. Die Firma muss darlegen, ob die Arbeitsbedingungen dem Hygienekonzept entsprochen haben." Bislang seien insgesamt 34 Landkreisbewohner positiv getestet. Das entspreche binnen 7-Tagen 24 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner; also noch deutlich unter dem kritischen Wert, ab dem Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zum Zuge kommen.20.57 Uhr: Pyramiden von Gizeh wieder geöffnet

Nach dreimonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie hat Ägypten die berühmten Pyramiden von Gizeh wieder für Besucher geöffnet. "Es gibt viele Schutzvorkehrungen, bevor die Pyramiden betreten werden können", sagte die Reiseführerin Fatma Bayoumy in Kairo der Nachrichtenagentur AFP. Alles werde desinfiziert - "auch die Besucher und ihre Taschen", fügte sie hinzu. Auch das Ägyptische Museum in Kairo hat wieder geöffnet.

Bereits kurz nach der Öffnung durchstreiften dutzende ausländische Touristen die Pyramidenanlage. Am Dienstag hatte die Regierung bereits die Reiserestriktionen gelockert und den Flugverkehr für internationale Flüge freigegeben. 19.25 Uhr: WHO: "Corona-Krise nicht annähernd vorbei"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer beschleunigten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gewarnt. Mehr als die Hälfte aller weltweit registrierten Infektionsfälle seien im Juni gemeldet worden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Die Corona-Krise sei "nicht annähernd vorbei", betonte Tedros mit Blick auf mehr als eine halbe Million Todesfälle und mehr als 10,5 Millionen Infektionen weltweit. In den vergangenen acht Tagen habe es im Schnitt täglich 160.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben.

Ein "umfassender Ansatz" zur Eindämmung der Pandemie sei der beste Weg, um das Coronavirus unter Kontrolle zu bringen, sagte Tedros. In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass die Ansteckungsrate in jenen Ländern drastisch reduziert worden sei, in denen es strenge Maßnahmen wie Abstandsregeln, Maskenpflicht und Mechanismen zur Kontaktverfolgung gegeben habe.

Es sei besorgniserregend, dass einige Länder "nicht alle Instrumente" genutzt hätten, "die ihnen zur Verfügung stehen", sagte Tedros. "Diese Länder haben einen langen, harten Weg vor sich", fügte er hinzu.

19.19 Uhr: Südafrikaner gegen Test von Corona-Impfstoff

In Südafrika haben Demonstranten gegen den Test eines Coronavirus-Impfstoffs protestiert. Sie versammelten sich vor der Universität Witwatersrand, wo der erste Test in Afrika organisiert wird, verbrannten ihre Gesichtsmasken und riefen: "Wir sind keine Versuchskarnickel." Außerdem erklärten sie, es gebe keine sichere Impfung.

"Wir glauben, dass sie Schwache manipulieren", sagte Organisatorin Phapano Phasha der Nachrichtenagentur AP. "Die Menschen, die als Freiwillige für die Impfung ausgewählt wurden, sehen aus, als kämen sie aus armen Verhältnissen und seien nicht gebildet genug, um es zu begreifen.»"

Der Test mit etwa 2.000 Freiwilligen in Südafrika begann vergangene Woche in Johannesburg. Er ist Teil eines Projekts der Universität Oxford. Testleiter Shabir Madhi versicherte, den Freiwilligen seien das Vorgehen und die Risiken erklärt worden. Danach hätten sie auf einem Fragebogen 80 Prozent der Aufgaben richtig lösen müssen, um zugelassen zu werden.

19.10 Uhr: Neuer Lockdown für Palästinenser

Wegen eines deutlichen Neuanstiegs von Corona-Infektionen im palästinensischen Westjordanland soll dort von Freitag an ein fünftägiger Lockdown gelten. Der palästinensische Regierungssprecher Ibrahim Milhem teilte mit, in den Autonomiegebieten sollten Ausgangsbeschränkungen verhängt werden. Mit Ausnahme von Supermärkten, Bäckereien und Apotheken müssten Geschäfte geschlossen bleiben.

Die Pandemie in den Palästinensergebieten war zunächst sehr glimpflich verlaufen, nach Lockerungen stiegen die Zahlen im vergangenen Monat jedoch stark an. Besonders betroffen ist die Stadt Hebron. Auch in Israel sind wegen eines Neuausbruchs Beschränkungen geplant.

19.06 Uhr: EU verhandelt über Medikamentenkauf

Die Europäische Union verhandelt mit dem US-Konzern Gilead über den Kauf des Corona-Medikaments Remdesivir. Es solle die Versorgung aller 27 EU-Staaten mit der Arznei sichergestellt werden, teilte die EU-Kommission mit. Damit werde auf Berichte reagiert, die USA hätten sich fast die gesamte Produktion des Medikaments in den nächsten drei Monaten gesichert. Die Arznei gilt als effektivstes Mittel bei der Behandlung von Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19, die vom Coronavirus ausgelöst wird.

In Deutschland erwartet das Bundesgesundheitsministerium "noch in dieser Woche" die Zulassung des Medikaments in der EU. "Mit der Zulassung ist die Verpflichtung verbunden, auch in angemessenem Umfang liefern zu können. Wir gehen davon aus, dass Gilead dieser Verpflichtung auch nachkommt", heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium.

18.46 Uhr: Striktere Maßnahmen in Luxemburg

Seit Ende vergangener Woche steigt die Zahl der Neuinfektionen in Luxemburg wieder stärker an. In der vergangenen Woche wurden knapp 150 neue Fälle gezählt. Der Anstieg wird unter anderem mit privaten Feiern in Zusammenhang gebracht, die in Luxemburg wieder erlaubt sind.

Für Treffen von mehr als 20 Menschen sollen jetzt die bisher geltenden Abstandsempfehlungen durch verbindliche Vorschriften ersetzt werden, teilte der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel mit. Am Mittwoch habe es bei knapp 6.000 Tests 46 Neuinfektionen gegeben. "Diese Zahlen sind nicht alarmierend, aber wir müssen verhindern, dass wir in der Zukunft eine Verschlechterung der Lage bekommen." Bei den Neuinfektionen handele es sich vor allem um jüngere Leute.

18.17 Uhr: Landesweite Quarantäne in Kasachstan

Im Kampf gegen das Coronavirus zieht das zentralasiatische Land Kasachstan entgegen dem weltweiten Trend die Zügel wieder fester an. Von Sonntag an werde landesweit eine zweiwöchige Quarantäne gelten, kündigte Präsident Kassym-Schomart Tokajew auf Twitter an. Er schloss eine Verlängerung der Maßnahmen nicht aus.

Die Ex-Sowjetrepublik, die im Norden an Russland grenzt, hatte bereits von Mitte März bis Mitte Mai landesweit den Notstand ausgerufen. In einzelnen Regionen galten auch danach noch Quarantäne-Maßnahmen.

Das ölreiche Kasachstan kämpfte zuletzt mit einem raschen Anstieg der Corona-Infektionszahlen und ist im Vergleich zu anderen Ländern in der Region besonders stark betroffen. Zuletzt registrierten die Behörden kasachischen Medien zufolge rund 1.600 neue Fälle binnen eines Tages. Die Gesamtzahl der Infektionen im Land stieg demnach auf über 41.000. Mehr als 180 Menschen sind bislang gestorben. 18.17 Uhr: Landesweite Quarantäne in Kasachstan

Im Kampf gegen das Coronavirus zieht das zentralasiatische Land Kasachstan entgegen dem weltweiten Trend die Zügel wieder fester an. Von Sonntag an werde landesweit eine zweiwöchige Quarantäne gelten, kündigte Präsident Kassym-Schomart Tokajew auf Twitter an. Er schloss eine Verlängerung der Maßnahmen nicht aus.

Die Ex-Sowjetrepublik, die im Norden an Russland grenzt, hatte bereits von Mitte März bis Mitte Mai landesweit den Notstand ausgerufen. In einzelnen Regionen galten auch danach noch Quarantäne-Maßnahmen.

Das ölreiche Kasachstan kämpfte zuletzt mit einem raschen Anstieg der Corona-Infektionszahlen und ist im Vergleich zu anderen Ländern in der Region besonders stark betroffen. Zuletzt registrierten die Behörden kasachischen Medien zufolge rund 1.600 neue Fälle binnen eines Tages. Die Gesamtzahl der Infektionen im Land stieg demnach auf über 41.000. Mehr als 180 Menschen sind bislang gestorben.

18.10 Uhr: 100 Laptops für Regensburger Schüler

Die gemeinnützige Initiative "Computerspende Regensburg" (CSR) hat in einem gemeinsamen Projekt mit einer Realschullehrerin aus Regensburg über 100 Laptops an Schüler aus einkommensschwachen Familien gespendet, das gab die zentrale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe in Regensburg Stadt und Landkreis "KISS" bekannt.

"Bei der Umstellung auf Online-Unterricht wurde leider übersehen, dass nicht alle Familien die technische Ausstattung besitzen, um dieses Angebot auch wahrnehmen zu können. Gerade ohnehin schon benachteiligte Kinder sind gefährdet, hier abgehängt zu werden", so Theresia Friedl-Schneider, die als Lehrerin an einer Regensburger Realschule tätig ist. Sie hat sich daher zu Beginn des Corona-Lockdowns im März an die CSR gewandt und gemeinsam wurde das Projekt "Laptops für Schüler" ins Leben gerufen.

18.05 Uhr: Klöckner gibt zusätzliches Geld an Tafeln

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Tafeln unterstützen. Die Ministerin will am Freitag einen entsprechenden Förderbescheid an die Geschäftsführerin der Tafel-Akademie und Tafel Deutschlands, Evelin Schulz, übergeben. Grund für die Förderung sei die schwierige Situation, die durch die Corona-Pandemie für die Tafeln entstanden sei. Bundesweit gibt es rund 940 Tafeln, die Lebensmittel an bedürftige Menschen ausgeben.

17.57 Uhr: Maskenpflicht für alle Abgeordneten

Im Bayerischen Landtag müssen ab morgen alle Abgeordneten verpflichtend einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ordnete dies heute an. Abgeordnete, die sich nicht daran halten, müssen mit einem Zwangsgeld rechnen. Es sollen nach Mitteilung des Landtagsamts zunächst 150 Euro sein - das entspricht dem Bußgeld, das auch normalen Bürgern droht, wenn sie gegen die in vielen öffentlichen Bereichen geltende Maskenpflicht verstoßen. Wer sich mehrfach weigert, dem droht auch ein mehrfaches Zwangsgeld.

Seit Mitte Juni gilt für alle Mitarbeiter und Beschäftigte im Landtag eine Maskenpflicht, für die Abgeordneten hatte es Aigner zunächst bei einer dringenden Empfehlung, einem Maskengebot, belassen. Weil sich die Mehrzahl der AfD-Abgeordneten nicht daran hielt, machte Aigner nun von ihrem Hausrecht Gebrauch und ordnete auch für alle Parlamentarier eine Maskenpflicht an. Die AfD kündigte dem Vernehmen nach im Ältestenrat des Landtags an, rechtlich dagegen vorzugehen.

17.45: Füracker fordert Entlastung statt Belastung

Finanzminister Albert Füracker (CSU) hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgeworfen, die Einzelhändler mit der ab Ende September geltenden Pflicht zur Aufrüstung ihrer Kassen gegen Umsatzschwindel zu belasten. "Entlastungen statt Belastungen sind das Gebot der Stunde", sagte Füracker. "Es kommt jetzt darauf an, die Unternehmen zu unterstützen und aus der Krise zu führen."

Die Geschäfte müssen ihre Kassen bis zum 1. September aufrüsten, um Steuerhinterziehung zu erschweren. Füracker hatte wegen der Corona-Krise gefordert, die Frist noch einmal bis ins Frühjahr 2021 zu verlängern, doch ist damit nach Angaben seines Ministeriums auf taube Ohren in Berlin gestoßen. Die bayerischen Industrie- und Handelskammern kritisierten die Haltung des Bundesfinanzministeriums ebenfalls.

17.39 Uhr: Reisende sollen zwischen Geld und Gutschein wählen dürfen

Der Bundestag will am Donnerstag über eine Gutscheinlösung für Pauschalreisende in der Corona-Krise abstimmen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht diese Möglichkeit vor, Reisende können aber auch ihr Geld zurück verlangen.

Dem Entwurf zufolge sollen Pauschalreisende ihr Geld zurückverlangen können, wenn der Urlaub wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt. Eine ursprünglich geplante Gutscheinpflicht, die helfen sollte, Insolvenzen in der Reisebranche zu vermeiden, soll es nicht geben. Sie scheiterte am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission.

Verbraucher, die ihre Pauschalreise vor dem 8. März gebucht haben, können aber freiwillig einen Gutschein wählen, dessen Wert auch dann staatlich abgesichert ist, wenn Anbieter Pleite gehen.

17.25 Uhr: NRW verlängert Quarantäne

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat die Quarantäne für Menschen, die beim Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben oder in einer der Gemeinschaftsunterkünfte leben, um zwei Wochen verlängert. Die Verfügung gelte nun für alle Kreise. Entscheidend für die Quarantäne ist, ob eine Person zwischen dem 3. und 17. Juni "an mindestens einem Tag" auf dem Betriebsgelände von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet hat - unabhängig davon, ob sie bei Tönnies selbst, einem Subunternehmer oder einer Leiharbeitsfirma angestellt war oder ist.

Auch alle Personen, die nicht auf dem Gelände waren, aber mit entsprechenden Menschen in Sammel- und Gemeinschaftsunterkünften oder Wohnungen leben, müssen laut Verfügung in Quarantäne bleiben.16.15 Uhr Schweiz verlängert Kurzarbeits-Entschädigung bis Ende 2021

Um einem Anstieg der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, verlängert die Schweiz die Kurzarbeits-Regelung bis Ende kommenden Jahres. Die Bezugsfrist für Kurzarbeits-Entschädigung werde ab September auf maximal 18 Monate verlängert, teilt die Regierung mit. Bis August gilt eine höchstens zwölfmonatige Bezugsfrist.

16.04 Uhr Fußball-Bundesliga soll am 18. September starten

Die neue Saison in der Fußball-Bundesliga soll wegen der Turbulenzen in der Corona-Krise erst am 18. September beginnen. Die 2. Bundesliga könnte schon am 28. August starten, wie die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mitteilt. Der Terminplan wird absehbar eng: Die Profi-Vereine sollen nun gefragt werden, ob sie eine kürzere Winterpause oder mehr "Englische Wochen" mit Wochentage-Spielen bevorzugen würden. Die erste Runde im DFB-Pokal könnte eine Woche vor dem Bundesliga-Start ausgetragen werden, für Anfang September sind Länderspiele geplant. Weiter offen ist, ob und wieviele Fans zu Saisonbeginn in den Stadien zusehen dürfen.

15:40 Uhr Kontaktbeschränkungen in Bayern bis 19. Juli verlängert

Bayern hat die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie um zwei Wochen verlängert. Statt bis 5. Juli gelten sie nun vorerst bis 19. Juli, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte. Damit sei der Aufenthalt im öffentlichen Raum "auch weiterhin nur in der Familie sowie mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands oder in einer Gruppe von bis zu zehn Personen gestattet", erläuterte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Zur Begründung sagte die Ministerin: "Trotz insgesamt deutlich gesunkener Infektionszahlen müssen wir überall in Bayern wachsam bleiben und dürfen die erzielten Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus nicht verspielen."

Die bayerische Staatsregierung bleibt damit bei ihrer vorsichtigen Linie - in einzelnen anderen Bundesländern wurden die Kontaktbeschränkungen bereits weiter gelockert oder sogar aufgehoben, zum Beispiel in Thüringen und Brandenburg.

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15:10 BioNTech treibt Corona-Impfstoffprojekt nach positiven Daten voran

Die Biotechfirma BioNTech will ihr Corona-Impfstoffprojekt nach positiven ersten Studiendaten in die nächste größere Phase der Entwicklung bringen. Das Mainzer Unternehmen und sein Partner Pfizer planen, mit dem vielversprechendsten ihrer Impfstoffkandidaten eine klinische Wirksamkeitsstudie mit bis zu 30.000 Teilnehmern, die Ende Juli starten soll, wie BioNTech am Mittwoch mitteilte. "Wir sind aktuell im Zeitplan so wie andere auch. Dass auch unsere Mitstreiter im Kampf gegen Corona weiterkommen, ist wichtig für uns alle", sagte Vorstandschef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf das Rennen um einen Covid-19-Impfstoff.

Weltweit forscht die Pharmaindustrie fieberhaft an Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus. BioNTech hatte im April als erstes Unternehmen in Deutschland die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem möglichen Covid-19-Impfstoff erhalten. Insgesamt geht es um vier Impfstoffkandidaten, die hierzulande an rund 200 gesunden Freiwilligen erprobt werden sollten und in den USA an mehr als 300. Von einem der vier Impfstoffe liegen nun erste Ergebnisse vor, die nach Angaben von BioNTech positiv ausfielen

14.40 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen aus Bayern

In Bayern sind inzwischen 48.454 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind bisher 2.591 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt es seit gestern in Bayern keine neuen Corona-Todesfälle. Das teilte das Landesamt in Erlangen am Mittwoch auf seiner Website mit. Im Vergleich zu gestern meldet das LGL 72 neue Infektionsfälle. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 45.190 Menschen.

14.20 Uhr: Neuinfektionen in der Schweiz verdoppelt

In der Schweiz haben sich die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen Tagen in etwa verdoppelt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet 137 neue bestätigte Ansteckungen. Am Vortag gab es 62 neue Fälle und am Montag 35. Die Regierung kündigte die Einführung einer landesweiten Maskenpflicht für öffentliche Verkehrsmittel an.

Insgesamt wurden bislang 31.851 Personen in der Schweiz positiv auf Covid-19 getestet und 1685 sind im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Erreger gestorben.

13.48 Uhr: Ägypten und Libanon öffnen Flughäfen

Nach mehr als drei Monaten haben Ägypten und der Libanon ihre Flughäfen wieder für den regulären internationalen Flugverkehr geöffnet. Die erste reguläre Maschine habe Kairo am Mittwochmorgen verlassen, teilte die Fluglinie Egypt Air mit. Nach Angaben von Egypt Air gibt es zunächst Verbindungen zu mehr als 20 Zielen. Auf der Liste stehen auch Frankfurt, München und Berlin. Allerdings gelten für Menschen aus Ägypten EU-weite Einreisebeschränkungen. Die Bundesregierung stuft das Land weiter als Corona-Risikogebiet ein.Der Flughafen in der libanesischen Hauptstadt Beirut operiert zunächst nur mit zehn Prozent seiner Kapazität. Am Anfang sollten täglich 2.000 bis 3.000 Reisende ankommen, sagte ein Sprecher.

13.37 Uhr: Jakobsweg nach vier Monaten wieder offen

Nach vier Monaten coronabedingter Schließung kann der Jakobsweg offiziell wieder begangen werden. Die Kathedrale von Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens hat zum 1. Juli wieder ihre Pforten geöffnet. Pfarrer Rudolf Hagmann, Pilgerseelsorger in Santiago, mahnt aber, es sei weiterhin nicht empfehlenswert, "einfach den Rucksack zu packen und loszuziehen". Öffnung bedeute "sicher nicht Rückkehr zur bisher gewohnten Normalität"; es seien weiter Hygienevorschriften in der Kathedrale und den Herbergen einzuhalten. Pilger sollten sich vor ihrem Aufbruch gut über die Lage informieren.

13.29 Uhr: Messe "ConSozial" in Nürnberg abgesagt

Die "ConSozial", die Ende Oktober im Nürnberger Messezentrum stattfinden sollte, ist abgesagt. Wegen der Corona-Pandemie habe man sich dazu entschlossen, die größte Messe für die Sozialwirtschaft im deutschsprachigen Raum in diesem Jahr ausfallen zu lassen, teilte Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) mit. "Wir sind überzeugt, dass die NürnbergMesse alles Erforderliche tun würde, um die Hygienekonzepte umzusetzen. Da aber auf der ConSozial überwiegend Fach- und Führungskräfte der Sozialwirtschaft teilnehmen, bleibt die Gefahr, dass diese eine mögliche Ansteckung anschließend in ihren Einrichtungen weitergeben könnten. Der Gesundheitsschutz hat absolute Priorität", so Trautner.

13.20 Uhr: Deutliche Lockerungen in den Niederlanden

Die Niederlande haben mit zahlreichen Lockerungen zum 1. Juli einen großen Schritt zu einem normalen Alltag gemacht. Sportstudios, Saunas und Sexclubs dürfen ab Mittwoch wieder Kunden empfangen. Für Restaurants, Kneipen sowie Kinos und Theater entfällt das bisher geltende Maximum von 30 Besuchern. Allerdings gilt im öffentlichen Leben die Bedingung, dass Erwachsene einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten müssen. Eine Maskenpflicht gilt nur im öffentlichen Nahverkehr. Nach dem Prinzip des "intelligenten Lockdowns" der ersten mehr als drei Monate nennt die Regierung die jetzige Phase "Raum mit Regeln".

13.12 Uhr: Peking hebt Ausgangssperre für mehrere Viertel auf

Peking hat die zur Eindämmung eines erneuten Corona-Ausbruchs verhängten Ausgangssperren in einigen Wohnvierteln wieder aufgehoben. In fünf Wohnanlagen der chinesischen Hauptstadt sei die Sperre beendet worden, berichtete das staatliche Medienportal "China News". Am Mittwoch seien nur drei neue Corona-Infektionen in Peking registriert worden.

Um einen neuen Ausbruch des Coronavirus einzudämmen, hatte die Pekinger Stadtverwaltung Mitte Juni Ausgangssperren über dutzende Wohnviertel verhängt. Nachdem in fünf Wohnanlagen des stark betroffenen Bezirks Fengtai keine Neuinfektionen verzeichnet wurden, lockerte die Stadt die Maßnahmen für diese Gebiete nun, berichtete das Staatsmedium. In sieben weiteren Gegenden in Peking war die Ausgangssperre bereits am Freitag aufgehoben worden.

13.01 Uhr: VW stoppt wegen Corona Pläne für Werk in der Türkei

Der VW-Konzern stoppt die Pläne für den Bau eines neuen Werks in der Türkei mit 4.000 Arbeitsplätzen. "Hintergrund ist der durch die Corona-Krise erfolgte Einbruch der globalen Automobilnachfrage", erklärte das Unternehmen in Wolfsburg. Der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten sei aus heutiger Sicht nicht notwendig. Mit dem neuen Werk sollte vor allem künftiges Wachstum in Osteuropa und im Nahen Osten bedient werden, Volkswagen hatte sich aber bereits zurückhaltender gezeigt, nachdem Kritik an der türkischen Politik in Nordsyrien sowie an der Menschenrechtslage in der Türkei laut geworden war.

12.45 Uhr: DFB rät Pokal-Fans von Berlin-Besuch ab

Beim DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin werden Anhänger der Finalisten die Stars um Manuel Neuer und Kai Havertz nicht live zu Gesicht bekommen. "Die Spieler von Bayer 04 Leverkusen und des FC Bayern werden weder vor noch nach dem Spiel öffentlich auftreten, um gemeinsam mit den Fans zu feiern oder Autogramme zu geben", teilte der Deutsche Fußball-Bund auf seiner Homepage mit und appellierte an die Anhänger: "Daher raten wir Ihnen und bitten Sie, sich nicht auf den weiten Weg nach Berlin zu begeben."

Das 77. Endspiel um den DFB-Pokal zwischen Meister Bayern und Leverkusen muss wegen der Corona-Krise ohne Zuschauer und mit einem strengen Hygienekonzept gespielt werden. Nach der derzeit gültigen Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats sind im Freien nur Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen möglich. Knapp 700 Personen im und um das Stadion, das in drei Zonen eingeteilt ist, sind notwendig, um den Ablauf des Finals zu gewährleisten.

12.14 Uhr: Bundesregierung sieht "genug Remdesivir-Reserven" in Deutschland

Das Bundesgesundheitsministerium erwartet "noch in dieser Woche" die Zulassung des Medikaments Remdesivir für die Behandlung von Covid-19-Patienten in der EU. "Mit der Zulassung ist die Verpflichtung verbunden, auch in angemessenem Umfang liefern zu können. Wir gehen davon aus, dass Gilead dieser Verpflichtung auch nachkommt", sagte ein Sprecher. Er reagierte damit auf Medienberichte, dass sich die USA die Produktion des US-Konzerns Gilead in den kommenden Monaten gesichert hätten. "Der Bund hat sich frühzeitig Remdesivir für die Therapie von Corona-Patienten gesichert", fügte der Sprecher hinzu: "Momentan gibt es noch genug Reserven."

12.08 Uhr: Türkei kritisiert EU-Einreisebeschränkungen

Die Regierung in Ankara hat die Aufrechterhaltung der Einreisebeschränkungen aus der Türkei in die Europäische Union kritisiert. Man sei "enttäuscht" darüber, dass die EU die Türkei nicht in die Liste der Länder aufgenommen habe, aus denen Menschen ab diesem Mittwoch wieder einreisen dürften, teilte der Sprecher des Außenministeriums mit. Man erwarte, dass dieser "Irrtum" korrigiert wird.

Die EU-Staaten hatten am Dienstag beschlossen, dass Einreisebeschränkungen in die EU für zahlreiche Länder, darunter die Türkei, über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten werden. Für die Türkei gilt wegen der Corona-Krise zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Ankara dringt auf deren Aufhebung und wirbt sei langem um deutsche Touristen. 11.44 Uhr: Positive Zwischenbilanz bei RKI-Studie in Bad Feilnbach

Knapp eine Woche nach Start der Studie "Corona-Monitoring lokal" zieht das Robert-Koch-Institut eine positive Zwischenbilanz. Die Projektleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener sagte dem BR: "Die Einwohnerinnen und Einwohner von Bad Feilnbach waren sehr engagiert: Unsere Terminkalender waren direkt zum Start für die erste Woche ausgebucht." Nach der ersten Woche haben demnach 1.816 Menschen einen Termin vereinbart. 184 fehlen noch, um die angepeilten 2.000 Teilnehmer zu erreichen. Mehr als 1.100 sind schon untersucht worden.

Die Studie wird deutschlandweit in vier Gemeinden durchgeführt, die besonders vom Corona-Virus betroffen waren. Ziel ist, zu klären, wie viele Menschen tatsächlich erkrankt sind. Denn die Dunkelziffer könnte laut RKI fünf Mal höher sein als die gemeldete Infektionszahl. Außerdem sollen Krankheitsverläufe untersucht werden und ob Familienbeziehungen, Bildungsgrad oder auch das Haushaltseinkommen das Infektionsgeschehen beeinflussen.

11.39 Uhr: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt weiter

Im vom Coronavirus besonders betroffenen Landkreis Gütersloh ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erneut gesunken. Nach den neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz derzeit 78,0. Am Vortag lag dieser Wert bei 86,0, am Dienstag vergangener Woche noch bei 270,2.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Der Lockdown im Kreis Gütersloh gilt noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage schon am Freitag unter den Grenzwert von 50 gefallen. Der Lockdown wurde hier daraufhin beendet. Am Mittwoch sank der Wert auf 12,9.

11.33 Uhr: Österreich spricht Reisewarnung für sechs Balkanstaaten aus

Angesichts steigender Coronazahlen in den Ländern des Westbalkans hat Österreich für sechs Staaten eine Reisewarnung ausgesprochen. Ab sofort gelte wieder die höchste Stufe der Reisewarnung, sagte Außenminister Alexander Schallenberg in Wien. Urlaubsreisen nach Serbien, in den Kosovo, nach Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Montenegro seien unbedingt zu unterlassen. In Österreich gebe es bereits Corona-Fälle, die auf Reisende vom Westbalkan zurückzuführen seien, so Schallenberg. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte intensive Kontrollen im Grenzraum an. Die Einreise sei nur mit negativem Coronatest oder mit einer 14-tägigen Quarantäne möglich. 11.17 Uhr: Scholz fordert Preisabschläge nach Mehrwertsteuersenkung

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Unternehmen ermahnt, die am Mittwoch in Kraft getretene Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weiterzugeben. Preissenkungen seien nun eine "moralische Verpflichtung", sagte Scholz der "Bild"-Zeitung. Sollten die Steuersenkungen nicht flächendeckend zu Preissenkungen führen, würden sich die Kunden das "nicht gefallen lassen".

Es seien immerhin 20 Milliarden Euro, "die wir als Steuerzahler dafür in die Hand nehmen, damit das mit der Wirtschaft insgesamt gut funktioniert", sagte der Minister. Wenn alle darauf warteten, was die anderen machten, belebe sich die Wirtschaft nicht - dann könne die wirtschaftliche Lage auf lange Zeit schlecht bleiben. "Das wollen wir durchbrechen, und darum muss auch jeder mitmachen", forderte Scholz.

11.05 Uhr: Kabinett lockert Einreisebeschränkung für elf Nicht-EU-Länder

Das Bundeskabinett hat grünes Licht für die erleichterte Einreise von Bürgern aus elf Drittstaaten gegeben. Das sind vier weniger als die EU am Dienstag beschlossen hat. Nach Informationen aus Regierungskreisen billigte das Kabinett wieder erleichterte Einreisen aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay nach Deutschland. Auch Reisende aus China, Japan und Südkorea erhalten grundsätzlich grünes Licht. Allerdings werden sie erst auf die deutsche Liste genommen, wenn sie selbst deutsche Bürger nach denselben Regeln ins Land lassen, wie Innenminister Horst Seehofer (CSU) im Kabinett nach Teilnehmerangaben sagte. Teilweise existieren dort noch Quarantäne-Bestimmungen.

Anders als auf der EU-Liste der sicheren Staaten fehlen auf der deutschen Liste die vier Länder Serbien, Marokko, Ruanda und Algerien. Für diese werden die Einreisebestimmungen vorerst nicht gelockert, weil das Robert-Koch-Institut diese Länder noch als Risikogebiete einstuft.

11.00 Uhr: Bei Lehrstellen keine massiven Absagen der Unternehmen

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es auf dem Ausbildungsstellenmarkt keine massiven Absagen der Unternehmen. Aufgrund der Corona-Krise komme es aber zu Verzögerungen bei der Besetzung der Ausbildungsstellen, sagte der Chef der Bundesagentur Detlef Scheele. Viele Betriebe seien vorsichtig, zögen die Ausbildungsstellen aber nicht zurück. "Wir haben die Hoffnung, dass es keinen 'Ausbildungsjahrgang Corona' geben wird", sagte Scheele.

Aktuell sind noch 210.000 Bewerber und Bewerberinnen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Sie können aus 229.000 Ausbildungsstellen wählen, die aktuell noch unbesetzt sind. Es stehen also geringfügig mehr Ausbildungsstellen als Bewerber zur Verfügung. Laut Bundesagentur ist die Zahl der Lehrstellen in einigen Branchen auffällig zurückgegangen. Dazu zählen das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Friseurhandwerk, die Metall- und Elektroberufe, sowie kaufmännische Berufe und Informatikberufe.

10.42 Uhr: Tschechen nehmen die Maske ab

Tschechien hat nach mehr als drei Monaten die Mundschutzpflicht fast ganz abgeschafft. Sie gilt seit Mittwoch landesweit nur noch in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Die Regierung in Prag begründete die Lockerung mit der stabilen Entwicklung bei den Coronavirus-Fallzahlen. Ausgenommen sind einige Corona-Hotspots im Osten des Landes sowie die Prager U-Bahn. Die Pflicht, selbst im Freien eine Maske zu tragen, war bereits vor Wochen ausgelaufen.

Am Dienstagabend feierten rund 2.000 Menschen auf der historischen Prager Karlsbrücke einen symbolischen Abschied von der Corona-Krise. Sie nahmen an einem Festbankett an einem mehr als 500 Meter langen Tisch teil, zu dem sie selbst Speisen und Getränke mitbrachten. Der Rückgang des Tourismus habe den positiven Effekt, dass die Stadt wieder den eigenen Einwohnern diene, teilte Prags Oberbürgermeister Zdenek Hrib mit. In der Hauptsaison wäre eine solche Aktion unter normalen Umständen nicht möglich.

Bis Mittwoch meldeten die Behörden des Landes 11954 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Es gab 349 Todesfälle in Verbindung mit der Erkrankung.

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Prager dinieren auf der Karlsbrücke

10.22 Uhr: Ifo-Institut erwartet "Aufstieg aus dem Corona-Tal"

Nach der schweren Corona-Rezession erwartet das Ifo-Institut für die zweite Jahreshälfte einen kräftigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft. Die Münchner Ökonomen rechnen für das dritte Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent, für das vierte von 3,8 Prozent, wie das Institut mitteilte. "Von nun an geht es schrittweise wieder aufwärts", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Die Wirtschaftsforscher stellten ihre Prognose allerdings unter Vorbehalt: Bei den Annahmen über den weiteren Verlauf der Epidemie und die politischen Reaktionen bestehe hohe Unsicherheit. Zudem wird die erwartete Erholung nach Ifo-Einschätzung den Einbruch in der ersten Jahreshälfte nicht ausgleichen. Insgesamt könnte die deutsche Wirtschaftsleistung demnach im Vergleich zu 2019 um 6,7 Prozent schrumpfen. Für 2021 erwartet das Ifo-Institut ein Wachstum von 6,4 Prozent. Somit könnte die deutsche Wirtschaft bis Ende 2021 wieder ihre Leistung von Ende 2019 erreicht haben.

10.03 Uhr: Corona-Krise lässt Zahl der Arbeitslosen auch im Juni steigen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist wegen der Folgen der Corona-Krise erneut gestiegen. Im Juni waren 2,853 Millionen Menschen ohne Job, 40.000 mehr als im Mai und 637.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.

Auch in Bayern stieg die Zahl der Arbeitslosen krisenbedingt erneut. Im Juni waren im Freistaat rund 293.800 Menschen ohne Job gemeldet und damit 1,1 Prozent mehr als im Mai, so die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei das ein Anstieg von 48,8 Prozent. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten - verbunden mit den strukturellen Entwicklungen, die schon vor der Krise einsetzten - den bayerischen Arbeitsmarkt weiter im Griff, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent.

09.41 Uhr: Maas mahnt schnelle EU-Corona-Hilfen an

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) drängt zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft auf eine schnelle Einigung bei den Corona-Hilfen der Europäischen Union. "Wichtig ist, dass Länder wie Italien oder Spanien, die ganz besonders hart getroffen sind von der Corona-Krise, jetzt auch schnell auf dieses Geld zugreifen können", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Wenn das noch Wochen dauere, würden die Maßnahmen diesen Ländern nicht mehr helfen. Man stehe deshalb unter großem Zeitdruck.

Maas bekräftigte die deutsche Forderung, die Auszahlung von EU-Geldern an die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit zu koppeln: Er glaube, dass dieser Weg "geeignet ist, den einen oder anderen zu bewegen, auf den Pfad der Tugend zurückzukehren", sagte Maas.

09.16 Uhr: Pandemie drückt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland

Die Coronakrise verschärft den Abbau der Beschäftigung in Deutschland. Im Mai waren rund 44,6 Millionen Personen mit Wohnort in der Bundesrepublik in Lohn und Brot und damit 483.000 oder 1,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt mitteilte: "Damit hat sich der Rückgang der Erwerbstätigenzahl im Vorjahresvergleich verstärkt fortgesetzt." Im April hatte das Minus bei 0,5 Prozent gelegen. "Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab der zweiten Märzhälfte haben sich auch im Mai deutlich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt", erklärten die Statistiker. Kurzarbeiter werden in der Beschäftigten-Statistik mitgezählt.

09.00 Uhr: Online-Handel kommt mit Wumms aus der Krise - kleine Einzelhändler weiter im Minus

Die Lockerungen in der Coronakrise haben den deutschen Einzelhändlern im Mai den stärksten Umsatzanstieg seit mindestens 26 Jahren beschert. Die Erlöse kletterten zum Vormonat um 13,4 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Preisbereinigt fiel das Plus mit 13,9 Prozent noch stärker aus - der größte Umsatzanstieg seit Beginn der Datenerhebung 1994.

Die Entwicklung ist in verschiedenen Sparten allerdings höchst unterschiedlich. Der Internet- und Versandhandel verbuchte ein Plus von 28,7 Prozent. Hingegen musste der gerade für die Innenstädte relevante Handel mit Textilien, Schuhen und Lederwaren sogar weitere Einbußen hinnehmen: Die Sparte verzeichnete im Mai einen um 22,6 Prozent verringerten Real-Umsatz. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres fehlen diesen Händlern bereits 32,6 Prozent der Erlöse.

08.44 Uhr: Hollywood-Stars appellieren: Tragt Masken

Oscarpreisträger Tom Hanks (63) und Hollywood-Schauspielerin Jennifer Aniston (51) haben angesichts steigender Corona-Infektionen in den USA zum Tragen von Schutzmasken aufgefordert. "Es gibt wirklich nur drei Dinge, die wir tun können, um morgen zu erreichen: Eine Maske tragen, soziale Distanz wahren, uns die Hände waschen", sagte Hanks, der sich selbst mit dem Coronavirus infiziert hatte, bei einer Pressekonferenz: "Diese Dinge sind so einfach, so leicht, wenn jemand es nicht schafft, diese drei sehr grundlegenden Dinge zu praktizieren - ich finde, der sollte sich schämen."

Auch Schauspielerin Jennifer Aniston appellierte an die Amerikaner: "Wenn euch Menschenleben am Herzen liegen, dann tragt eine Maske." Weiter schreibt sie auf ihrem Instagram-Account: "Ich verstehe, dass Masken unangenehm und unbequem sind. Aber meint ihr nicht, dass es schlimmer ist, dass Unternehmen schließen, Arbeitsplätze verloren gehen, die Beschäftigten im Gesundheitswesen völlig erschöpft sind. Und so viele Menschen sind durch dieses Virus ums Leben gekommen, weil wir nicht genug tun."

08.31 Uhr: Griechenland öffnet Regionalflughäfen für Charterflüge

Griechenland hat alle seine Flughäfen auf den Inseln und in den Ferienregionen des Festlandes für Auslandsflüge geöffnet. Erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind am Vormittag Charterflugzeuge aus Deutschland auf dem Flughafen der griechischen Ferieninsel Kreta gelandet und wurden feierlich empfangen, wie das griechische Fernsehen zeigte.

Ärzte führen in allen Flughäfen Kontrollen durch. Alle Reisenden müssen sich mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Wer positiv getestet wird, muss dann 14 Tage in Isolierunterkünfte in Hotels gehen.

Der Tourismus ist die wichtigste Wirtschaftsbranche Griechenlands. Vergangenes Jahr hatten mehr als 33 Millionen Urlauber Hellas besucht. Die griechischen Hoteliers sagen immer wieder, sie wären zufrieden, wenn dieses Jahr 20 Prozent der Urlauberzahl vom Vorjahr erreicht werden könnte.08.22 Uhr: Müller warnt vor Flüchtlingswellen wegen Corona-Pandemie

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt vor neuen Flüchtlingswellen, sollte die Corona-Pandemie nicht global erfolgreich bekämpft werden. "Besiegen wir das Virus nicht weltweit, kommt es zurück wie ein Bumerang. Dann werden auch unsere Erfolge bei der Corona-Bekämpfung wieder zunichte gemacht, ganz zu schweigen von neuen Flüchtlingswellen", sagte der CSU-Politiker in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Nötig seien zusätzliche Mittel der Europäischen Union für Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen die Pandemie "eine schwere Wirtschafts- und Hungerkrise" ausgelöst habe. "Brüssel hat zwar Geld für Hilfsmaßnahmen umgeschichtet, aber bisher keinen einzigen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, um die dramatische Notlage zu bekämpfen. Das ist beschämend", sagte Müller.

07.56 Uhr: USA kaufen offenbar Bestände von Corona-Medikament Remdesivir auf

Die USA haben sich im Zuge der Coronavirus-Pandemie offenbar auf Monate beinahe den kompletten Bestand des Medikaments Remdesivir gesichert. Wie unter anderem der britische "Guardian" berichtet, hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump mehr als 500.000 Dosen des Mittels gekauft. Das entspricht der kompletten Produktionskapazität des Herstellers Gilead für Juli sowie 90 Prozent der Kapazität für August und September.

Demnach steht bis einschließlich September fast kein Remdesivir mehr für Behandlungen von Covid-19-Patienten in Europa und dem Rest der Welt zur Verfügung. Zuletzt hatte die EU-Arzneimittelbehörde die Zulassung des Medikaments empfohlen.

Remdesivir war vom US-Hersteller Gilead eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden. Eine Studie hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann. Dass auch die Sterblichkeit bei einer Einnahme zurückgeht, ist hingegen noch nicht gesichert.

07.05 Uhr: Ausgangsbeschränkungen für 300.000 Einwohner von Melbourne

Wegen einer Reihe von Corona-Neuinfektionen sind für hunderttausende Einwohner von Melbourne Ausgangsbeschränkungen verhängt worden. Die Bewohner von mehr als 30 Wohnvierteln der australischen Metropole dürften bis zum 29. Juli ihre Häuser nur für den Weg zur Schule oder Arbeit, für Einkäufe und sportliche Betätigung verlassen. Menschen aus anderen Gegenden sollen die betroffenen Viertel nicht betreten, sagte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews. Betroffen von den Ausgangsbeschränkungen sind demnach mehr als 300.000 der rund fünf Millionen Einwohner von Melbourne. Der Bundesstaat Victoria registrierte seit Donnerstag 233 Neuinfektionen, die meisten davon in Melbourne.

06.52 Uhr: Söder lobt Merkel für Ratschläge in Corona-Krise

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schätzt nach eigenen Worten in der Corona-Krise die Ratschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Sie hat mir am Anfang gesagt, ich solle etwas beherzigen, was ich anscheinend noch nicht so oft in meinem Leben gemacht hätte, nämlich das Zitat anzuwenden: 'In der Ruhe liegt die Kraft'", sagte der CSU-Vorsitzende der "Augsburger Allgemeinen". "Das habe ich beherzigt."

Er sei Merkel auch für ihre Warnungen dankbar, dass das Coronavirus "jederzeit mit Macht zurückkehren kann", sagte Söder. Merkel gebe "mit ihrer Krisenerfahrung wichtigen Rat", urteilte er: "Man kann sehr viel von ihr lernen."06.20 Uhr: Höchststand bei Neuinfektionen in den USA

In den USA ist die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb eines Tages gab es mehr als 47.000 neue Infektionen. Kalifornien, Texas und Arizona haben sich zu neuen Epizentren entwickelt. Es sei eindeutig, dass es momentan keine wirkliche Kontrolle gebe, sagt US-Seuchenexperte Anthony Fauci vor einem Senatsausschuss. Er befürchtet, dass die tägliche Zahl an Neuinfektionen bis zu 100.000 betragen könnte, sollte nicht gegengesteuert werden.05.44 Uhr: 466 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 466 auf 194.725, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um zwölf auf 8.985 die der Genesenen auf 179.800.

03.43 Uhr: Südkorea beginnt mit Einsatz von Remdesivir

Südkorea beginnt mit der Verabreichung des Medikaments Remdesivir bei Covid-19-Patienten. Die erste Versorgung werde vom Hersteller Gilead zur Verfügung gestellt, teilt das Kontrollzentrum für Krankheiten und Prävention mit. Die Gesundheitsbehörden würden mit Gilead über den Preis verhandeln, um den Einsatz ab August sicherzustellen. Remdesivir gilt als Hoffnungsträger in der Behandlung von Covid-19-Patienten und ist bereits in einigen Ländern, darunter den USA, in Notfällen zur Behandlung zugelassen.

Dienstag, 30.06.2020

21.45 Uhr: Starnberger Landrat schließt Lockdown vorerst aus

Der Starnberger Landrat Stefan Frey schließt nach dem Corona-Ausbruch in einem Cateringunternehmen in Gilching einen Lockdown aus. Davon sei man derzeit weit entfernt. Der Ausbruch sei auf das Unternehmen und eine Asylunterkunft begrenzt, so der CSU-Politiker. Die Infektionsketten seien nachvollziehbar. Neben einer Flüchtlingsunterkunft in Hechendorf, in der zehn der Infizierten lebten, wurden mittlerweile auch Unterkünfte in Seefeld, Herrsching und Pöcking für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Von dort stammt je einer der Infizierten. Bei dem Cateringunternehmen wurden 45 Mitarbeiter positiv getestet.

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Nach der Schließung eines Caterers im Landkreis Starnberg wegen eines Corona-Ausbruchs haben die Behörden weitere Tests angeordnet und Flüchtlingsunterkünfte unter Quarantäne gestellt. Gesucht werden nun die Kontaktpersonen der Infizierten.

19.25 Uhr: US-Experte warnt vor Explosion der Infizierten-Zahlen

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci warnt davor, dass die USA die Schwelle von 100.000 täglichen Neuinfizierten mit dem Coronavirus überschreiten könnten, sollten die Amerikaner keine Masken tragen und keinen Mindestabstand halten. Derzeit kommen in den USA täglich rund 40.000 Neuinfizierte hinzu. "Ich bin sehr besorgt, es könnte sehr schlimm werden." Die USA könnten zudem nicht darauf setzen, dass es einen sicheren und effektiven Impfstoff gegen das Coronavirus geben werde. Dafür gebe es keine Garantie. Er rief die Amerikaner zur Zusammenarbeit auf, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

18.55 Uhr: Studie: Aids-Medikamente helfen nicht gegen Covid-19

Die Medikamenten-Kombination von Lopinavir und Ritonavir "hat keinen positiven Effekt auf Patienten, die wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden". Das gaben die Verantwortlichen einer klinischen Studie Recovery in Großbritannien bekannt. Die Ergebnisse zu der Kombination von Lopinavir-Ritonavir sind die dritten Resultate der britischen Studie. Anfang Juni hatte Recovery gezeigt, dass Hydroxychloroquin keinen positiven Effekt auf die Patienten hat. Mitte Juni wurde nachgewiesen, dass Dexamethason die Sterblichkeit von künstlich beatmeten Patienten verringert. Der Test von Lopinavir-Ritonavir an 1.596 Patienten ergab über einen Zeitraum von 28 Tagen hinweg keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf ihre Sterblichkeit. Außerdem gibt es der Studie zufolge keinen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf und die Dauer des Krankenhausaufenthalts.

18.15 Uhr: Dirigenten kritisieren Corona-Beschränkungen

Chefdirigenten und Generalmusikdirektoren aus ganz Deutschland drängen auf eine baldige Öffnung der Konzert- und Opernhäuser. Trotz der vorliegenden Schutzkonzepte werde weiterhin eine wirtschaftlich sinnvolle Belegung der Säle verweigert, wie sie in Nachbarländern praktiziert werde, erklärte die Generalmusikdirektoren- und Chefdirigentenkonferenz e.V. In einer Erklärung unter der Überschrift "Bordell ja, Bohème nein?" heißt es, der Blick in die Corona-Verordnungslage sei "ein täglicher Schlag ins Gesicht aller Kulturschaffenden". Die Existenz vieler freischaffender Künstler liege in Scherben. Viel zu viele Soloselbständige seien auf Arbeitslosengeld angewiesen. Vielerorts werde die Krise genutzt, um Vertragsbedingungen für Gastkünstler zu verschlechtern. Absurd sei der Zwang vieler Theater und Orchester, lieber Kurzarbeit zu beantragen als zu spielen. Das Spielen müsse Vorrang haben, erklärten die Vereinigung, der 65 Dirigenten und Dirigentinnen aus den Bundesländern angehören.

17.34 Uhr: Österreich präzisiert Vorgehen bei Einreisen aus Gütersloh

Österreich hat das Verfahren zur Kontrolle von Reisenden aus dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen präzisiert. Die regionalen Gesundheitsbehörden kontrollierten gemeinsam mit der Polizei in Grenznähe und an Flughäfen, ob Reisende einen Negativ-Test auf Corona vorweisen können, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag mit.

In Grenznähe werde stichprobenartig durch mobile Teams kontrolliert. Liege kein Gesundheitszeugnis vor, müsse die Person in 14-tägige selbstüberwachte Quarantäne, die selbst zu organisieren sei und deren Kosten selbst zu tragen seien, hieß es. Wenn jemand keine Möglichkeit zur selbstüberwachten Quarantäne in einer geeigneten Unterkunft habe, dürfe er nicht einreisen.

17.16 Uhr: Gewerkschaft: Air France streicht 7.500 Stellen

Bei der französischen Luftfahrtgesellschaft Air France sollen nach Gewerkschaftsangaben mehr als 7.500 Stellen wegfallen. Davon sollen 6.500 bei der französischen Airline und gut 1.000 bei der Billigtochter Hop! gestrichen werden, wie es von Arbeitnehmervertretern hieß. Das Unternehmen wolle am Freitag über die Details informieren.

16.57 Uhr: Pflege-Verband kritisiert Huml für Besuchslockerungen

Die neuen gelockerten Besuchsregeln für Pflegeeinrichtungen in Bayern hat der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe als "unzumutbar" kritisiert. In einem Schreiben an Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) warnte der Landesverband Bayern vor den Konsequenzen für die Einrichtungen. Gefordert sei vielmehr eine bessere Unterstützung bei der Umsetzung der neuen Regeln.

Ihm sei bewusst, welchen Belastungen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit den Besuchsbeschränkungen ausgesetzt seien, sagte der Landesverbands-Vorsitzende Olaf Roßbach. Darum seien schrittweise Lockerungen geboten. "Allerdings dürfen dabei nicht die komplexen Herausforderungen und Risiken für die Einrichtungen aus dem Blick geraten, die mit einer Öffnung und der Lockerung der Besuchsregeln verbunden sind", sagte er.

16.39 Uhr: Notkredite in Höhe von bislang 33,5 Milliarden Euro gewährt

Der Bund hat nach eigenen Angaben mittlerweile Corona-Notkredite in Höhe von 33,5 Milliarden Euro für Firmen genehmigt. Insgesamt seien bis Ende Juni Anträge notleidender Unternehmen über 50 Milliarden Euro eingegangen, teilten die Bundesministerien für Wirtschaft und Finanzen und die staatlichen Förderbank KfW am Dienstag in Berlin gemeinsam mit. Die Genehmigungsquote lag demnach bei 99 Prozent. In der Prüfung befänden sich derzeit lediglich noch "großvolumige Kreditanträge".

16.14 Uhr: Volkswagen beendet Kurzarbeit

Volkswagen beendet nach gut drei Monaten die Kurzarbeit für rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland. Ab Mittwoch soll in den Werken der Marken VW Pkw, der VW-Transportersparte und in den VW-eigenen Zulieferbetrieben die Kurzarbeit beendet werden, teilte der Konzern mit.

15.48 Uhr: EU für Ende von Einreiseverboten für 15 Drittstaaten

Die EU-Staaten haben sich auf eine Aufhebung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote für 15 Drittstaaten vom 1. Juli an verständigt. Das sind Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay auf der Liste. Zusätzlich wird China genannt. Wie der EU-Rat am Dienstag mitteilte, gilt bei China allerdings als zusätzliche Bedingung, dass das Land seinen Einreisestopp für EU-Bürger beendet. Bestehen blieben die Einreiseverbote für Staaten mit weiter hohen Infektionszahlen wie die USA, Brasilien und Russland.

15.42 Uhr: 498 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Deutschland ist nach den üblicherweise geringeren Meldungen vom Wochenende wieder angestiegen. So haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Dienstagfrüh 498 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete (Datenstand 30.06., 0.00 Uhr).

Hier finden Sie die Corona-Kurve in Deutschland.

15.29 Uhr: Briten-Premier will "Infrastruktur-Revolution"

Der britische Premierminister Boris Johnson will Großbritannien mit einer "Infrastruktur-Revolution" aus der Wirtschaftskrise führen. Sein Programm für neue Arbeitsplätze sei "Bauen, Bauen, Bauen", sagte Johnson in einer Grundsatzrede. Er stellte insgesamt fünf Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Euro) zur Stützung der von den Corona-Maßnahmen schwer getroffenen britischen Wirtschaft in Aussicht. Der Zeitpunkt sei eine Gelegenheit, "die Dinge anders zu machen", sagte Johnson.

15.01 Uhr: 400 Millionen Jobs in drei Monaten vernichtet

Die Corona-Krise hat laut den Vereinten Nationen weit mehr Jobs vernichtet als zunächst befürchtet. Von April bis Juni dieses Jahres seien aufgrund von Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen sowie Produktions- und Nachfrageausfällen weltweit 400 Millionen Jobs vernichtet worden, berichtete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Dienstag in Genf. Ende Mai war die ILO noch von einem Verlust von 305 Millionen Jobs für das zweite Quartal 2020 ausgegangen. Die globale Wirtschaftskrise im Zuge der Corona-Pandemie verschärfe sich zunehmend und führe zu einem immer größeren Wegfall von Beschäftigungsverhältnissen.

14.41 Uhr: 41 weitere Corona-Infizierte in Bayern

In Bayern gibt es im Vergleich zum Vortag 41 neue Corona-Fälle. Damit steigt die Zahl der Personen, die sich seit Beginn der Pandemie mit dem Virus infiziert haben, auf 48.382, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit (Stand: 30.06.2020, 09:00 Uhr). Demnach sind zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, insgesamt steigt die Zahl der Todesfälle damit auf 2.591.

14.25 Uhr: Beauftragter warnt vor Antisemitismus bei Corona-Demos

In den Protest gegen die Corona-Auflagen mischen sich nach den Worten des Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, immer wieder auch judenfeindliche Äußerungen. Die Ablehnung staatlicher Beschränkungen würde mit den "absurdesten Erzählungen" und antisemitischen Anspielungen verbunden, sagte Klein bei der Vorstellung eines Netzwerks gegen Antisemitismus. Klein nannte dabei den Kochbuchautor und Anti-Corona-Aktivisten Attila Hildmann mit seiner "großen Anhängerschaft".

13.56 Uhr: Mehrwertsteuersenkung auch in Österreich

Österreichs Parlament hat die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf fünf Prozent für Gastronomie, Kultur und weitere Bereiche beschlossen. Das Votum am Dienstag in Wien war einstimmig. Die ursprüngliche Hilfe für Unternehmen wurde nochmals deutlich ausgeweitet. Neben der Medienbranche sollen auch Beherbergungsbetriebe und Zoos profitieren. Mit der Novelle wird der Mehrwertsteuersatz auch für Speisen und Getränke in der Gastronomie verringert. Die Maßnahmen sind zeitlich begrenzt und gelten bis Jahresende.

13.14 Uhr: Kabinett beschließt eine Lockerung und Tests für alle

Die einzig neu hinzukommende Corona-Lockerung, die das bayerische Kabinett heute beschlossen hat, betrifft Kulturveranstaltungen. Dort müssen die Menschen auf ihrem Platz - ähnlich wie bei Gottesdiensten - keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen, teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Pressekonferenz mit.

Zugleich werde die Testkapazität auf 30.000 pro Tag erhöht. Die Kosten schätzt Söder auf rund 200 Millionen Euro. Die Strategie sei: "Schneller, kostenlos und für jedermann." Die Argumente gegen kostenlose Tests für alle wies Söder als nicht überzeugend zurück.

13.04 Uhr: Hamburg erlaubt Veranstaltungen für maximal 1.000 Teilnehmer

In Hamburg sind ab Mittwoch unter Auflagen wieder Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern im Freien und 650 Teilnehmern in geschlossenen Räumen zulässig. Das sieht eine am Dienstag vom Senat beschlossene neue Corona-Eindämmungsverordnung vor. Voraussetzung seien entsprechende Schutzkonzepte etwa für das Rein- und Rauskommen, feste Sitzplätze und die Möglichkeit der Kontaktverfolgung. Ohne feste Platzvergabe sind im Freien maximal 200 und in Räumen 100 Personen zulässig.

13.01 Uhr: Weitere Massentestung in Tönnies-Schlachtbetrieb

Im Schlachtbetrieb Tönnies im sachsen-anhaltischen Weißenfels müssen alle Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis angeordnet. Ein Werkvertragsarbeiter sei zwar vor seinem Arbeitsbeginn im Schlachthof positiv getestet worden, aber die Infektionskette habe nicht zweifelsfrei geklärt werden können, teilte ein Sprecher des Burgenlandkreises am Dienstag in Weißenfels mit. Es gebe widersprüchliche Aussagen des Infizierten und der Kontaktpersonen zu den Angaben des Werkvertragsunternehmens. Die Betroffenen stehen seit vergangenem Mittwoch unter Quarantäne.

12.57 Uhr: Pflegende Angehörige laut Studie stärker belastet

Pflegende Angehörige fühlen sich einer Untersuchung zufolge in der Corona-Krise zusätzlich belastet. Rund ein Drittel von ihnen erlebt eine Verschlechterung der Pflegesituation, wie aus einer Studie hervorgeht, die das Zentrum für Qualität in der Pflege und die Berliner Charité in Berlin veröffentlichten. 24 Prozent sind demnach besorgt, die Pflege allein nicht mehr zu schaffen. Besonders schwierig sei die Situation für Angehörige von Menschen mit Demenz, hieß es.

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Über die Stadt Leicester in Mittelengland wird wegen eines Corona-Ausbruchs ein Lockdown verhängt.

12.31 Uhr: Keine Tests für alle in NRW

Anders als in Bayern, soll es in Nordrhein-Westfalen keine flächendeckenden Corona-Tests geben. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte dazu in Düsseldorf: "Ich will das nicht bewerten, was die bayerischen Kollegen machen. Wir machen, was wir für Nordrhein-Westfalen richtig halten. Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen."

Als Beispiel nannte Laschet die Fleischindustrie, wo ab dem 1. Juli Beschäftigte in NRW mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden müssen.

12.22 Uhr: Hessen plant Normalbeschulung nach Sommerferien

Die Schulen in Hessen kehren nach Ende der Sommerferien Mitte August zum gemeinsamen Präsenzunterricht für alle Kinder und Jugendlichen zurück. Das Abstandsgebot wegen der Corona-Pandemie gelte dann nicht mehr im Unterricht, kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden an. "Wir gehen diesen Schritt aus Überzeugung - wohlwissend, dass es ein Nullrisiko nicht geben kann und dass im Bedarfsfall lokal oder auch flächendeckend erneut Einschränkungen erforderlich werden können", erklärte der Minister.

11.48 Uhr: Indien meldet weiterhin knapp 20.000 neue Fälle pro Tag

In Indien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden um über 18.500 gestiegen. Die Gesamtzahl liegt bei 550.000 Infektionen, wie Daten des Gesundheitsministeriums zeigen. Mehr Fälle gibt es nur in den USA, Brasilien und Russland. Trotz der von Premierminister Narendra Modi angeordneten Lockerung der Einschränkungen haben einige Städte mit signifikanten Ausbrüchen die Sperren verlängert.

11.44 Uhr: Massentestung in Tönnies-Betrieb in Sachsen-Anhalt

Im Schlachtbetrieb Tönnies im sachsen-anhaltischen Weißenfels müssen alle Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis angeordnet. Ein Werkvertragsarbeiter sei zwar vor seinem Arbeitsbeginn im Schlachthof positiv getestet worden, aber die Infektionskette habe nicht zweifelsfrei geklärt werden können, teilte ein Sprecher des Burgenlandkreises am Dienstag in Weißenfels mit.Landrat Götz Ulrich (CDU) sagte: "Die Ursache der Infektion konnte ebenso wenig ermittelt werden wie die Frage, ob es nicht weitere Kontaktpersonen gab." Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes könne somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden.

11.40 Uhr: Laschet: Länder müssen sich auf neue Corona-Wellen vorbereiten

Die Bundesländer müssen sich dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet zufolge auf neue Corona-Wellen vorbereiten. Die Länder müssten sich im Falle einer neuen Situation im Oktober, November oder Dezember abstimmen, um gezielter agieren zu können, sagt Laschet. Die Außengrenzen Deutschlands müssten etwa offen bleiben. Pauschale Abriegelungen solle es möglichst nicht geben. Deutschland werde mit der Pandemie leben müssen, bis ein Impfstoff oder ein Medikament gefunden sei.

In NRW soll nach dem Willen von Laschet die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Masken verlängert werden. "Das wird (...) über den 15. Juli hinaus bleiben", sagt Laschet. Dann läuft die aktuelle Corona-Schutzverordnung im bevölkerungsreichsten Bundesland aus. In NRW gilt unter anderem eine Maskenpflicht für den Handel und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Flächendeckende Corona-Tests nach bayerischem Vorbild will Nordrhein-Westfalen zunächst nicht einführen.

11.39 Uhr: Müller stellt in Berlin Corona-Tests für alle in Aussicht

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat kostenfreie Corona-Tests für alle in Aussicht gestellt - zumindest mittelfristig. "Es geht. Und ich glaube, wir werden auch sehr bald diesen bayerischen Weg einschlagen", sagte der SPD-Politiker am Montagabend in einem ntv-Interview. Er verwies auf das schrittweise Vorgehen des Senats, zunächst würden die begonnenen Tests für Beschäftigte an Kitas und Schulen in den Sommermonaten ausgeweitet. "Wenn ein Bundesland anfängt und andere Bundesländer so wie wir eine Teststrategie haben, dann wird das eine Welle. Und die Tests werden günstiger, sie werden einfacher, es wird dann sowieso für viele Menschen ganz unproblematisch sein, sich testen lassen zu können.", so Müller.

10.32 Uhr: Melbourne: Ausgangsbeschränkungen für Randbezirke

Für mehrere Randbezirke Melbournes sind wegen der Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen angekündigt worden. Der Ministerpräsident des australischen Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, sagte am Dienstag, seit Donnerstag seien bei Tests 233 Covid-19-Fälle festgestellt worden, was inakzeptabel viele seien. Die Bewohner von zehn Postleitzahl-Bezirken dürften von Mittwochabend bis zum 29. Juli nur aus bestimmten Gründen ihre Wohnungen verlassen. Zulässige Gründe seien gepflegt zu werden oder andere Menschen zu pflegen, Sport zu treiben, notwendige Güter zu kaufen oder zur Arbeit oder zur Schule zu gehen.

10.30 Uhr: Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,2 Prozent

Angesichts der andauernden Corona-Krise haben Wirtschaftsforscher der Hans-Böckler-Stiftung ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr noch einmal gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2020 voraussichtlich um 6,2 Prozent sinken, schreiben die Konjunkturexperten des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Stiftung in einer am Dienstag vorgestellten Prognose. Im April waren die Forscher noch von vier Prozent Rückgang ausgegangen. Dafür hoben sie die Prognose für das Jahr 2021 leicht an und rechnen für das kommende Jahr nun mit einem BIP-Wachstum von 3,8 Prozent.

Trotz des wirksamen Instruments der Kurzarbeit, um Arbeitsplätze zu sichern, ist der Studie zufolge eine zunehmende Arbeitslosigkeit nicht zu vermeiden. Im Jahresdurchschnitt dürften 500.000 Arbeitslose hinzukommen, im kommenden Jahr noch einmal 130.000 weitere.

10.02 Uhr: Im Mai fast 20 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit

Im Mai waren rund 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in Kurzarbeit, wie das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) mitteilt. Im Durchschnitt fielen bei den Betroffenen 58 Prozent der Arbeitszeit aus und bei knapp der Hälfte der Kurzarbeiter stockte der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld auf. Laut Befragungen waren Männer (22 Prozent) häufiger von Kurzarbeit betroffen als Frauen (19 Prozent). Der Arbeitsausfall war dagegen bei den betroffenen Frauen mit 62 Prozent der Arbeitszeit höher als bei den Männern mit 55 Prozent. 24 Prozent der Kurzarbeiter hatten einen Arbeitsausfall von 100 Prozent ("Kurzarbeit Null"). Auch bei ihnen stockte bei fast jedem zweiten Betroffenen der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld auf.

09.53 Uhr: WHO: Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei

Sechs Monate nach ersten Meldungen über das neue Coronavirus im chinesischen Wuhan - und weltweit inzwischen mehr als 10 Millionen Infektionen - ist die Pandemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch lange nicht beendet. "Wir alle wollen, dass dies vorbei ist, wir alle wollen mit unserem Leben weitermachen. Aber die harte Realität ist: Es ist noch nicht einmal annähernd vorbei", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz am Montagabend. Mit Blick auf das Ausmaß der Pandemie mit inzwischen mehr als 500.000 Todesfällen sagte er: "Dies hätte mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden können". Tedros forderte die Länder auf zu testen, soziale Kontakte zurückzuverfolgen und Quarantäneregeln zu verhängen.

09.48 Uhr: Fast 650.000 Infektionsfälle in Russland

In Russland haben sich fast 650.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden sei die Zahl der Infektionen um 6.693 auf 647.849 gestiegen, teilt das Krisenzentrum mit. Am Vortag waren es 6.719 Neuinfektionen. 154 weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben, die Gesamtzahl steigt damit auf 9.320. Am Vortag wurden 93 weitere Todesfälle gemeldet. Russland hat nach den USA und Brasilien die höchste Infektionszahl weltweit, verzeichnet aber im Verhältnis deutlich weniger Todesfälle.

08.58 Uhr: Schulden bei Bund und Ländern steigen in Corona-Krise

Die Virus-Pandemie erhöht den Schuldenberg der öffentlichen Hand in Deutschland. Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung waren Ende des ersten Quartals mit 1,955 Billionen Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Der Schuldenstand stieg damit im Vergleich zum Schlussquartal 2019 um 3,0 Prozent oder 56,2 Milliarden Euro. Binnen Jahresfrist wuchs das Schuldenniveau um 1,5 Prozent. "Die Coronakrise zeigte erste Auswirkungen auf die Finanzlage der öffentlichen Haushalte", erklärten die Statistiker.

08.51 Uhr: Gesetzliche Regelungen für Lockdown in Leicester

Über die Stadt Leicester in Mittelengland wird wegen eines Corona-Ausbruchs ein Lockdown verhängt. Dazu kündigt der britische Gesundheitsminister Matt Hancock entsprechende gesetzliche Regelungen an. Es handelt sich um die erste lokal begrenzte derartige Maßnahme im Vereinigten Königreich, nachdem die Regierung zuletzt mit einer Lockerung der landesweiten Beschränkungen begonnen hatte. In der 340.000-Einwohner-Stadt Leicester wurden nach Behördenangaben in den vergangenen zwei Wochen 866 weitere Coronavirus-Infektionsfälle registriert. Insgesamt wurden in der Stadt seit Ausbreitung des neuen Erregers nach Großbritannien rund 3.000 Ansteckungsfälle verzeichnet.

08.30 Uhr: Pflegende Angehörige in Corona-Krise häufig überfordert

Laut einer neuen Studie fühlen sich pflegende Angehörige in der Corona-Krise häufig überfordert. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und beruft sich dabei auf eine Untersuchung des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Berliner Charite. Demnach gaben 32 Prozent der Befragten an, dass sich die Pflegesituation wegen Corona verschlechtert habe. Von zunehmender Hilflosigkeit berichteten 29 Prozent, von steigender Verzweiflung 22 Prozent. Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Krise trieb laut der Studie fast jeden Vierten die Sorge um, dass die häusliche Pflege nicht mehr zu schaffen sei. Die Forscher hatten zur Zeit des bundesweiten Lockdowns 1.000 pflegende Angehörige befragt.

08.14 Uhr: Mieterbund fordert Verlängerung des Mieterschutzes

Der Deutsche Mieterbund fordert, Mieter länger als bis Ende Juni vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise zu schützen. Die Krise sei noch lange nicht vorbei, immer mehr Mieter hätten Schwierigkeiten, ihre Miete zu zahlen, sagte Verbandspräsident Lukas Siebenkotten dem "Handelsblatt". Deshalb sei es "absolut widersinnig", wenn jetzt wieder in den "Normalmodus" übergegangen werden solle und Mieter, die unverschuldet Einkommenseinbußen erlitten, dem Kündigungsrisiko auszusetzen. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sollte daher ein Ende dieses Monats auslaufendes Moratorium für die Zahlung von Miete, Strom, Gas, Telefon und laufenden Krediten um mindestens drei Monate bis Ende September verlängern, forderte Siebenkotten.

08.07 Uhr: Corona-Richtwert im Kreis Gütersloh nicht mehr dreistellig

Im Kreis Gütersloh ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage erneut deutlich zurückgegangen. Nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die sogenannte Sieben Tage-Inzidenz nunmehr 86,0. Damit ist der Wert erstmals seit den hohen Zahlen durch den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück nicht mehr dreistellig. Er liegt aber noch weiter deutlich über dem Grenzwert von 50, der bundesweit in der Diskussion um zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielt.

07.32 Uhr: Haiti öffnet Grenzen wieder

Haiti öffnet mitten in der Corona-Krise seine Grenzen wieder. Das gelte bereits ab Dienstag für die Landgrenze zur Dominikanischen Republik wie auch für die Flughäfen, teilte Präsident Jovenel Moïse am Montag (Ortszeit) in einer Ansprache mit. Ab 6. Juli könnten außerdem Fabriken den vollen Betrieb wieder aufnehmen, sagte der Staatschef des Karibikstaates. Für andere Institutionen wie Schulen, Universitäten und Kirchen werde noch an einer Lösung gearbeitet. Diese sind seit dem 19 März geschlossen. Vor rund drei Wochen warnte die Organisation Ärzte ohne Grenzen vor einer besorgniserregend schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Haiti.

06.35 Uhr: US-Notenbank-Chef: Entwicklung der Wirtschaft unsicher

US-Notenbankchef Jerome Powell schätzt die Entwicklung der US-Wirtschaft wegen des Coronavirus als "außerordentlich unsicher" ein. "Eine volle Erholung ist so lange unwahrscheinlich, bis die Leute überzeugt sind, dass es sicher ist, wieder an einer Reihe von Aktivitäten teilnehmen zu können", sollte Powell am Dienstag vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses aussagen. Seine Einschätzung wurde am Montag vorab von der Notenbank Fed veröffentlicht.

06.23 Uhr: Bayern: Künftig keine Maskenpflicht mehr bei Kulturveranstaltungen

Bei Kulturveranstaltungen in Bayern soll die Maskenpflicht fallen. Im Saal dürfe die Maske auf dem festgelegten Sitzplatz künftig abgenommen werden, kündigte Ministerpräsident Markus Söder in der "Augsburger Allgemeinen" an. Demnach solle die neue Regelung heute im Kabinett beschlossen werden. Der CSU-Chef argumentierte: "Die Kulturveranstaltungen verlaufen sehr seriös und sehr gut, deswegen werden wir so agieren." Beim Hineingehen und im Umfeld etwa im Garderobenbereich gelte die Maskenpflicht weiter und sei sinnvoll. Auf den Sitzen in den Veranstaltungsräumen werde sie gelockert, hieß es in der Zeitung.

Die Staatsregierung will zudem beschließen, dass sich in Bayern jeder auf das Coronavirus testen lassen kann - kostenlos und auch ohne vorliegende Symptome. Geplant ist zudem eine Testoffensive in Pflege- und Altenheimen, in der Kinderbetreuung und in der Fleischindustrie.

06.01 Uhr: UN befürchten wegen Corona mehr Genitalverstümmelungen

Die Coronakrise wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen auch den Kampf gegen Genitalverstümmelung und Kinderehen zurückwerfen. Angesichts der heruntergeschraubten nationalen und internationalen Präventions-Programme wegen der Pandemie sei davon auszugehen, dass bis 2030 zusätzlich rund zwei Millionen Mädchen eine Genitalverstümmelung erleiden würden, sagte die Chefin des Genfer Büros des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), Monica Ferro. Allein in diesem Jahr sind demnach 4,1 Millionen Mädchen dem Risiko einer Genitalverstümnmelung ausgesetzt. Auch die Praxis von Kinderehen steige in Zeiten von Not und Krise, sagte Ferro. Die UN-Organisation gehe wegen der Folgen der Coronakrise von 13 Millionen zusätzlichen Kinderehen bis 2030 aus.

05.45 Uhr: Fußball-Gewerkschaft erwartet mehr arbeitslose Profis

Die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) rechnet mit weitreichenden Folgen der Corona-Krise für die bevorstehende Transferperiode. "Es ist davon auszugehen, dass durch Corona mehr Spieler arbeitslos werden als in den letzten Sommern. Viele Clubs müssen den Gürtel enger schnallen und ihre Kader verkleinern", sagte VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur.

04.48 Uhr: 498 Neuinfektionen und zwölf weitere Todesfälle

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 498 auf 194.259, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um zwölf auf 8.973.

02.04 Uhr: Auch Arizona zieht Lockerungen zurück

Nach Florida und Texas nimmt Arizona als ein weiterer US-Bundesstaat des "Sonnengürtels" Lockerungen zurück. Bars, Nachtclubs, Fitness-Studios, Kinos und Wasserparks müssen wieder schließen, gibt Gouverneur Doug Ducey bekannt. Die Schulen sollen erst am 17. August wieder öffnen. "Die Zeit für weitere Maßnahmen ist gekommen", sagt Ducey. "Wir werden so bald nicht zur Normalität zurückkehren." Arizona mit etwa 7,3 Millionen Einwohnern hatte am Sonntag einen Tagesrekord bei der Zahl neuer Infektionen gemeldet.

01.21 Uhr: Los Angeles: Alarmierender Anstieg von Neuinfektionen

Der Landkreis Los Angeles mit rund zehn Millionen Einwohnern meldet einen "alarmierenden Anstieg neuer Fälle, positiver (Test-)Ergebnisse und Einlieferungen ins Krankenhaus", wie die für öffentliche Gesundheit zuständige Direktorin Barbara Ferrer mitteilt. Am Montag seien 2.903 neue Infektionen - ein Rekord - und 22 Todesfälle verzeichnet worden. Benötigt würden sofortige Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

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Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2020

Aufgrund der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen haben einige Bundesstaaten in den USA ihre Corona-Lockerung zurück genommen. Dazu zählen Florida, Arizona und Texas.

01.21 Uhr: Los Angeles: Alarmierender Anstieg von Neuinfektionen

Der Landkreis Los Angeles mit rund zehn Millionen Einwohnern meldet einen "alarmierenden Anstieg neuer Fälle, positiver (Test-)Ergebnisse und Einlieferungen ins Krankenhaus", wie die für öffentliche Gesundheit zuständige Direktorin Barbara Ferrer mitteilt. Am Montag seien 2.903 neue Infektionen - ein Rekord - und 22 Todesfälle verzeichnet worden. Benötigt würden sofortige Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

00.40 Uhr: Weitere US-Staaten verlängern Beschränkungen

Angesichts steigender Infektionszahlen setzen weitere US-Bundesstaaten und -Unternehmen geplante Lockerungsmaßnahmen aus. In New Jersey werden ab Donnerstag doch keine Restaurantbesuche wieder erlaubt sein, erklärt Gouverneur Phil Murphy. Zwei weitere Landkreise in Florida kündigen an, ihre Strände doch über das kommende Wochenende - und damit zum Nationalfeiertag am 4. Juli - geschlossen zu lassen. Der größte US-Kinobetreiber AMC lässt seine Spielhäuser bis zum 30. Juli zu statt wie bislang geplant bis zum 15. Juli.

00.02 Uhr: Bisher mehr als 58.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 24.052 neue Infektionen und 692 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,37 Millionen bekannte Fälle und 58.314 Todesfälle.

Montag, 29. Juni 2020

22.45 Uhr: WHO-Team sucht nach Virus-Ursprung in China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will nächste Woche ein Team nach China entsenden, um den Ursprung des Coronavirus festzustellen. "Wir können das Virus besser bekämpfen, wenn wir alles über es wissen, inklusive wie alles angefangen hat", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Video-Pressekonferenz.

Die Organisation drängt China seit Anfang Mai dazu, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Mit der Entsendung eines Teams hoffe die WHO, die Entstehungsgeschichte des Virus besser nachvollziehen zu können. Wie das Team zusammengesetzt sein wird und was konkret seine Aufgabe vor Ort ist, sagte Tedros nicht.

22.21 Uhr: Cirque du Soleil entlässt 3.480 Mitarbeiter

Das kanadische Live-Unterhaltungs-Unternehmen Cirque du Soleil beantragt Insolvenzschutz und entlässt vorerst rund 3.480 Mitarbeiter. Der Schritt sei eine Folge der "immensen Störungen und aufgezwungenen Einstellungen von Shows" in der Folge der Corona-Pandemie, teilte das Unternehmen in Montréal mit.

Der Entertainment-Konzern will seine Schulden mit Hilfe der kanadischen Regierung und von bisherigen Beteiligungsgesellschaften umschichten. Die aktuellen Pläne sehen vor, dass diese Institutionen 300 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln bereitstellen und dafür die Vermögensgegenstände des Unternehmens übernehmen. 

21.44 Uhr: Huml: "Senioren wieder mehr ermöglichen"

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hält es für verantwortbar, dass die Bewohner von Pflegeheimen nun wieder mehr Besuch empfangen dürfen. "Wenn man sich die Zahlen der letzten Wochen und Monate anschaut, ist es uns gelungen, dass wir stabil niedrige Zahlen in Bayern haben. Und deswegen wollten wir auch für die Senioren wieder mehr ermöglichen", sagte Huml im BR-Rundschau-Magazin. Es sei "sicherlich eine Gratwanderung von Schutz und Vorsicht". Es bedeute aber auch, "etwas zu tun gegen die Vereinsamung" von Betroffenen.

Das Ministerium gibt jedoch nur eine Art Rahmenrichtlinie. Konkret müssten sie von den Heimen selbst ausgearbeitet werden. Dabei gehe es nicht darum, die Verantwortung auf die Heime abzuschieben. "Das Wichtige dabei ist, dass jedes Heim unterschiedlich ist. Die räumlichen Gegebenheiten sind unterschiedlich. Deswegen haben wir eine Handlungsempfehlung, ein Rahmenkonzept vorgegeben", erklärte die Ministerin.

20.45 Uhr: 44 Infizierte bei Starnberger Caterer

In einem am Samstag geschlossenen Catering-Unternehmen im Landkreis Starnberg haben sich mindestens 44 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das haben die Tests bislang ergeben, teilte das Landratsamt mit. Unter den bislang nachweislich Infizierten seien zehn Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft Hechendorf. Sie arbeiten bei der Firma. Auf den Virus-Ausbruch bei dem Caterer war das Landratsamt durch Fälle in der Asylunterkunft aufmerksam geworden.

Die Behörde hatte die Schließung des Catering-Standorts am Samstag aus Infektionsschutzgründen angeordnet - für 14 Tage. Am Sonntag gab es eine große Testaktion bei den Mitarbeitern. Die komplette Asylbewerber-Unterkunft ist unter Quarantäne gestellt worden. Die infizierten Bewohner wurden in eine Isoliereinrichtung in Wackersberg (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) verlegt.

Das betroffene Catering-Unternehmen beliefert das Klinikum der LMU in Großhadern als auch die LMU Kliniken in der Münchner Innenstadt. Das bestätigte das LMU Klinikum auf BR-Anfrage. Laut Pressestelle findet dort derzeit von dem betroffenen Unternehmen keine Versorgung mit Speisen für Mitarbeiter und Patienten statt. Auf BR-Anfrage teilte das betroffene Catering Unternehmen zudem mit, dass eine alternative Belieferung organisiert sei. Eine Speisenversorgung von Patienten und Mitarbeitern sei an allen Klinikstandorten durchgängig sichergestellt.

20.34 Uhr: Hersteller setzt Preis für Corona-Mittel fest

Das US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences hat den Preis für den Wirkstoff Remdesivir für den US-Markt festgelegt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O'Day in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

19.12 Uhr: Merkel: Deutsch-französische Einigkeit wichtig für Wiederaufbau

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Einigkeit von Deutschland und Frankreich als Schlüssel für eine europäische Lösung beim geplanten EU-Wiederaufbaupaket in der Corona-Krise betont. "Wenn Deutschland und Frankreich einig sind, ist nicht Europa sich einig. Aber wenn Deutschland und Frankreich sich uneinig sind, dann ist es mit der Einigkeit Europas nicht besonders gut bestellt", sagte Merkel nach einem Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron im Schloss Meseberg nördlich von Berlin.

"Die Erwartungen sind hoch", sagte Merkel mit Blick auf die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Deutschland am 1. Juli. Berlin und Paris könnten in den Debatten über die Corona-Wiederaufbauhilfen einen Beitrag dazu leisten, "dass wir einen positiven Impuls in die richtige Richtung für die europäische Zukunft geben". Die Kanzlerin betonte: "Wir leben in einer ernsten Zeit."

Berlin und Paris wollten in den nächsten Monaten gemeinsam eine Rolle spielen, die deutlich mache: "Europa ist unsere Zukunft."

18.45 Uhr: Quarantäne für fast 100 Menschen im Landkreis Neu-Ulm

In drei Grundschulklassen und einer Kindergartengruppe im Landkreis Neu-Ulm sind Coronavirus-Infektionen festgestellt worden. Deswegen seien nun 98 Kinder und Erwachsene in Quarantäne geschickt worden, berichtete eine Sprecherin des Landratsamtes.

Neben den Schülern müssen vorläufig auch die Eltern und Lehrer zu Hause bleiben. Erstmals seitdem die Schulen wieder geöffnet wurden, wird in dem schwäbischen Landkreis nun zu dieser Maßnahme gegriffen - vor dem landesweiten Lockdown gab es solche Fälle häufiger. In der vergangenen Woche war die Zahl der Covid-19-Erkrankungen im Kreis Neu-Ulm leicht gestiegen.

Die Corona-Zahlen in Bayerns Landkreisen finden Sie hier.

18.34 Uhr: New Yorker Broadway-Theater bis 2021 geschlossen

Im berühmtesten Theaterviertel der Welt bleiben wegen des Coronavirus in diesem Jahr die Lichter aus: Am New Yorker Broadway wurden am Montag alle Vorstellungen für den Rest des Jahres abgesagt. Bereits gekaufte Tickets bis zum 2. Januar würden erstattet oder umgetauscht, teilte der Branchenverband "The Broadway League" mit. Wegen der Pandemie waren von 12. März an alle Vorstellungen abgesagt worden.

18.10 Uhr: Israel will Annektionen des Westjordanlandes verschieben

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz will wegen der Coronavirus-Pandemie Pläne für eine Annexion von Teilen des Westjordanlandes verschieben. "Alles, was nicht mit dem Kampf gegen das Coronavirus zu tun hat, wird warten", sagte Gantz. Oberste Priorität habe für ihn, Israel zu helfen, die Gesundheits- und wirtschaftliche Krise wegen der Pandemie zu bewältigen, sagte Gantz seiner Blau-Weiß-Partei.

17.50 Uhr: Zahl der Hungernden steigt durch Corona massiv an

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat vor einem drastischen Anstieg des weltweiten Hungers infolge der Coronavirus-Pandemie gewarnt. In Lateinamerika als am stärksten betroffenen Kontinent habe sich die Zahl der Menschen, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen seien, fast verdreifacht, teilte die UN-Organisation in Rom mit. Das WFP rechnet für die 83 Länder, in denen es aktiv ist, bis Jahresende mit einem Anstieg der Zahl der Hungernden um rund achtzig Prozent auf 270 Millionen. "Die Frontlinie im Kampf gegen das Coronavirus verschiebt sich zusehends von den reichen in die armen Länder", warnte WFP-Exekutivdirektor David Beasley. In den kommenden sechs Monaten benötigt die UN-Organisation den Angaben zufolge 4,9 Milliarden US-Dollar, um die nötigen Hilfen gewähren zu können.

17.42 Uhr: BND sieht Corona-Krise als Stresstest für Weltpolitik

Der Bundesnachrichtendienst (BND) sieht in der Corona-Krise einen Stresstest für die Weltpolitik: "Sie beschädigt die Weltwirtschaft, verschärft bestehende Konflikte und bedroht das geopolitische Kräfteverhältnis", erklärte BND-Präsident Bruno Kahl vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) des Bundestags. Autoritäre Staaten versuchten, „im Schatten der Corona-Krise ihre Einflusssphären auszubauen", so Kahl.

17.27 Uhr: Corona-Infektionen bei Caterer - Betrieb beliefert LMU-Klinikum

Das Catering-Unternehmen im Landkreis Starnberg, das am Wochenende von den Behörden wegen der Corona-Infektionen von zehn Mitarbeitern geschlossen wurde, beliefert normalerweise sowohl das Klinikum der LMU in Großhadern, als auch die LMU-Kliniken in der Münchner Innenstadt. Das bestätigte das LMU-Klinikum auf BR-Anfrage. Demnach liefert das betroffene Unternehmen derzeit kein Essen mehr für Mitarbeiter und Patienten. Das Catering-Unternehmen teilte zudem mit, dass eine alternative Belieferung organisiert sei. Die Versorgung von Patienten und Mitarbeitern sei an allen Klinikstandorten sichergestellt.

17.00 Uhr: Corona-Tests am Flughafen München

Am Flughafen München können sich Passagiere künftig auf das Coronavirus testen lassen. Eine Tochtergesellschaft der Flughafen München GmbH bietet entsprechende Tests im medizinischen Zentrum des Airports an. Die Kosten in Höhe von jeweils 190 Euro müssen die Passagiere selbst tragen. Interessenten müssen sich auch vorab telefonisch über die Notfallambulanz des Airports anmelden. Vier Stunden nach dem Abstrich liegt dann das Testergebnis vor.

16.54 Uhr: Lufthansa will ihre halbe Flotte wieder fliegen lassen

Die Lufthansa fährt ihren Flugbetrieb verstärkt hoch und will bis Ende Oktober mehr als 380 Flugzeuge einsetzen. "Damit ist wieder die Hälfte der Flotte der Lufthansa Group in der Luft", erklärte der Konzern. Dies seien 200 Flugzeuge mehr als noch im Juni. "Nach und nach öffnen sich die Grenzen wieder. Die Nachfrage steigt, kurz- und auch langfristig", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister.

Wegen der Corona-Pandemie lag der Flugbetrieb der Airline weitgehend brach. Die Lufthansa musste mit bis zu neun Milliarden Euro Staatshilfe gerettet werden.

16.34 Uhr: Einreisebeschränkungen für US-Amerikaner sollen offenbar bleiben

Die EU will die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Menschen aus den USA und zahlreichen anderen Drittstaaten vorerst wohl aufrechterhalten. Lediglich Personen aus 14 Ländern sollen vom 1. Juli an wieder normal in einreisen dürfen, wie die dpa von EU-Diplomaten erfuhr. Konkret sind das Algerien, Australien, Georgien, Japan, Kanada, Marokko, Montenegro, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. China soll demnach nur dann berücksichtigt werden, wenn es im Gegenzug Einreisebeschränkungen für Europäer aufhebt.

Mit der offiziellen Bekanntgabe des Beschlusses wird für morgen gerechnet. Dass die erforderliche Mehrheit der EU-Staaten zusammenkommt, gilt als sicher. Entscheidend für die Lockerung der Einreisebeschränkungen ist nach der Beschlussvorlage künftig vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in den zwei Wochen zuvor.

16.27 Uhr: Bundesrat billigt Konjunkturpaket einstimmig

Das Konjunkturpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Corona-Folgen ist unter Dach und Fach. Nach dem Bundestag billigte auch der Bundesrat das Maßnahmenpaket, zu dem die Senkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr sowie der Kinderbonus von 300 Euro gehören. Die Länderkammer votierte einstimmig für das Paket.

16.18 Uhr: Noch kein Termin für Wiedereröffnung des Tönnies-Betriebs

Ein Termin für die Wiedereröffnung des Tönnies-Schlachthofs im Landkreis Gütersloh ist noch nicht absehbar. Das machte der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) deutlich. Man werde den Betrieb erst wieder erlauben, wenn keine Gefährdung für die Bevölkerung mehr ausgehe. Die Firma Tönnies habe bis dahin noch "viele Hausaufgaben zu erledigen", sagte Adenauer in Düsseldorf.

16.12 Uhr: Corona-Testzentrum am Frankfurter Flughafen eröffnet

Ein Diagnostik-Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit der Lufthansa und dem Flughafenbetreiber Fraport auf dem Frankfurter Flughafen ein Corona-Testzentrum eröffnet. In dem Zentrum könnten sich Passagiere auf das Coronavirus testen lassen und erhielten innerhalb kürzester Zeit das Ergebnis, teilten die drei Partner mit. Immer mehr Länder verlangten bei der Einreise einen negativen Test, das erste "Walk-in"-Corona-Testzentrum in Deutschland solle somit als "Blaupause" für die Öffnung des internationalen Reiseverkehrs dienen. Abreisende und ankommende Passagiere können voraussichtlich bis Ende Juli 2021 das Testcenter aufsuchen. Die derzeitige Kapazität betrage etwa 300 Tests pro Stunde. Tests könnten entweder am Vortag oder am Tag der Abreise vorgenommen werden. Beim normalen Test dauere es fünf bis sechs Stunden bis zum Ergebnis, in der schnellen Variante bis zu drei Stunden.

16.04 Uhr: Remdesivir-Behandlung gegen Covid-19 soll 2.340 Dollar kosten

Der US-Biotechkonzern Gilead hat die Kosten für sein Medikament Remdesivir zur Behandlung von Corona-Patienten festgelegt. Der Preis für eine fünftägige Behandlung mit dem Mittel, das Gilead ursprünglich gegen Ebolainfektionen entwickelt hatte, soll in den USA und anderen Industrieländern demnach 2.340 Dollar pro Patient betragen. Für Privatpatienten sollen es 3.120 Dollar sein.

Der Preis war Gegenstand hitziger Debatten, seit die US-Gesundheitsbehörde FDA im Mai den Einsatz des Mittels in Notfällen bei Covid-19-Patienten genehmigt hatte. Experten hatten gefordert, Gilead dürfe die Pandemie nicht für Profit-Zwecke ausnutzen. Der nun festgelegte Preis liegt unter den 5.080 Dollar, die die US-Forschungsgruppe für Arzneimittelpreise (ICER) empfohlen hat. Analysten gehen gleichwohl davon aus, dass Gilead mit Remdesivir Einnahmen in Milliardenhöhe erzielen könnte.

15.50 Uhr: Indien baut Krankenhaus mit 10.000 Betten aus Karton

10.000 Betten aus Karton sollen Indien helfen, mit den rasch zunehmenden Corona-Infektionen zurecht zu kommen. Sie stehen in einem ungenutzten Gebäude in der Hauptstadt Neu Delhi. Von der zuständigen Behörde hieß es, dass Kartonbetten leicht seien, man sie schnell aufbauen könne und sie jeweils umgerechnet nur 14 Euro kosteten.

  • Um mehr Platz für Kranke bereitzustellen, stattet Indien auch Züge, Hotels und Stadien mit Betten aus. Kürzlich sagte der Regierungschef von Neu Delhi, Arvind Kejriwal, dass die Todeszahlen Anfang Juni in der Hauptstadt gestiegen seien. Inzwischen sei die Lage besser, aber es sei unklar, wie lange das so bleibe. Auch Krematorien in der Hauptstadt rüsten auf und bauen mehr Öfen, berichteten Medien.

Indien ist auf Platz vier der am meisten von Corona betroffenen Länder der Welt - nach Russland, Brasilien und den USA. Inzwischen gibt es dort mehr als eine halbe Million Corona-Fälle, und mehr als 16.000 Menschen sind mit dem Virus gestorben.

15.21 Uhr: Einschränkungen im Kreis Gütersloh werden verlängert

Die am 23. Juni verkündete zweite Stufe des Lockdowns in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf, die zunächst bis zum 30. Juni galt, wird im Kreis Gütersloh "aus Vorsicht um eine Woche verlängert", im Kreis Warendorf hingegen nicht. Das erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Düsseldorf. Im Landkreis Gütersloh seien von bisher 14.321 ausgewerteten Tests nur "ganz wenige positiv" gewesen, so Laschet, im Kreis Warendorf bestehe nach Experteneinschätzung "kein erhöhtes Infektionsrisiko", das Geschehen gehe eindeutig auf die Fälle bei der Firma Tönnies zurück. "Die Ergebnisse stimmen zuversichtlich", sagte Laschet, das Infektionsgeschehen sei durch die Maßnahmen erfolgreich begrenzt worden.

15.02 Uhr: 160 Tote im Iran an einem Tag

Im Iran sind alleine innerhalb von 24 Stunden über 160 Corona-Patienten gestorben, das ist eine Rekordzahl Damit liege die Zahl der Toten aktuell bei 10.670 und die der Infizierten bei 225,205, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums Sima Lari im Staatsfernsehen.

Der erneute Anstieg der Fallzahlen geschah nach Ansicht von Experten wegen der Lockerungen in den letzten Wochen. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Infektionswelle Ende Mai, hatte die Regierung von Hassan Ruhani die Anti-Corona-Maßnahmen gelockert und fast allen Branchen die Arbeit wieder erlaubt. Mit den Lockerungen wurden auch die Menschen immer unvorsichtiger. Laut Gesundheitsministerium nehmen nur noch zehn Prozent der 82 Millionen Iraner die Hygienevorschriften ernst.14.35 Uhr: Keine neuen Todesfälle in Bayern

In Bayern sind im Vergleich zu gestern keine neuen Corona-Todesfälle gemeldet worden. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldet aber 51 neue Infektionsfälle. Damit steigt die Zahl der Personen, die sich seit Beginn der Pandemie mit dem Virus infizierten auf 48.341, die Zahl der Todesfälle bleibt bei 2.589. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt im Freistaat bei 5,91. Am geringsten ist dieser Wert in Unterfranken (1,37), am höchsten in Oberbayern (3,54). Als genesen gelten aktuell 45.110 Menschen in Bayern.

14.11 Uhr: München nimmt Corona-Bürgertelefon vom Netz

Nach knapp vier Monaten geht das Corona-Bürgertelefon der Stadt München heute Abend vom Netz. Seit 2. März hatten Mitarbeiter dort täglich von acht bis 20 Uhr alle Fragen rund um die Pandemie sowie die damit verbundenen Regelungen und Vorschriften beantwortet. Rund 83.000 Anrufe wurden entgegengenommen. Zu Spitzenzeiten waren pro Schicht rund 26 Mitarbeiter gleichzeitig anwesend, dazu zwei Ärztinnen und Ärzte für Fachfragen sowie ein Koordinationsteam des Kreisverwaltungsreferats. Mittlerweile ist die Zahl der Anrufer zurückgegangen, so dass das Angebot eingestellt wird. Sollte der Bedarf wieder steigen, könne man das Bürgertelefon sofort wieder aktivieren, hieß es.

14.05 Uhr: Gericht bestätigt Einschränkungen im Kreis Gütersloh

Der derzeit eingeschränkt geltende Lockdown im Kreis Gütersloh ist rechtmäßig. Das hat das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen in Münster entschieden. Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock hatte die Überprüfung der Verordnung verlangt. Erkritisierte, dass auch Städte wie sein Wohnort und Versmold, Borgholz oder Halle in Westfalen betroffen sind, obwohl es dort keine oder kaum Infizierte gibt.

Diese Ansicht teilte das OVG nicht. Wegen der Vielzahl der positiven Corona-Tests unter Mitarbeitern im Schlachtbetrieb bei Tönnies bestehe eine hinreichend konkrete Gefahr des Überspringens auf die übrige Bevölkerung. Das Land habe daher seinen Ermessensspielraum mit Schutzmaßnahmen für den gesamten Kreis nicht überschritten.

13.48 Uhr: Türkische Minister kommen wegen Reisewarnung nach Berlin

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy wollen in dieser Woche nach Deutschland kommen, um mit der Bundesregierung über die Reisewarnung für die Türkei zu sprechen. Nach einem Bericht der Zeitung "Milliyet" sind für Donnerstag Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geplant.

Das Auswärtige Amt wollte den Besuch noch nicht bestätigen, signalisierte aber, dass der Bericht zutreffen könnte.

Die Bundesregierung hat die im März wegen der Corona-Pandemie verhängte weltweite Reisewarnung inzwischen für 28 europäische Länder aufgehoben. Für alle Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raumes gilt sie - mit Ausnahme von Großbritannien - aber bis zum 31. August weiter.

13.32 Uhr: SPD mahnt rasche Einigung auf EU-Corona-Programm an

Die SPD hat die rasche Verabschiedung eines europäischen Hilfsprogramms gegen die Folgen der Corona-Pandemie angemahnt. Es gehe zum Auftakt der deutschen Ratspräsidentschaft darum, "die finanzielle Stabilität Europas zu gewährleisten", sagte Parteichef Norbert Walter-Borjans in Berlin. Das von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgelegte Wiederaufbaupaket sei "ein starkes Signal, dass wir Europa anders sehen, anders denken als das 2007 der Fall war", sagte Walter-Borjans mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise. Deutschland habe nun ein "anderes Rollenverständnis": Die Bundesregierung lege "großen Wert" darauf, dass Deutschland "nicht als Zuchtmeister" auftritt, sondern als "respektierter und respektierender Partner in der EU".

13.12 Uhr: Russland meldet Fortschritte bei Impfstoff-Entwicklung

Russland macht nach eigener Darstellung Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Eine zweite Gruppe Soldaten sei bereits getestet worden, berichtete die Armeezeitung "Krasnaja Swesda". Alle fühlten sich gut, und es seien bislang keine Nebenwirkungen aufgetreten. Ob bereits eine Immunreaktion ausgelöst wurde, teilten die behandelnden Ärzte nicht mit.

Mitte Juni wurde die erste Gruppe Soldaten geimpft. Der zweiten Gruppe wurde der Stoff kurz darauf mit einer zusätzlichen Komponente verabreicht, hieß es. Die klinischen Tests sollen demnach bis Ende Juli abgeschlossen werden. Eine Studie zu dem anscheinend in Rekordzeit entwickelten Impfstoff wurde nicht vorgelegt. Es gibt deshalb keine unabhängige Bewertung der Aussagen.

12.54 Uhr: Bundestag stimmt für Mehrwertsteuersenkung ab Juli

Der Bundestag hat ersten Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket der Regierung zugestimmt. Damit fehlt nur noch grünes Licht vom Bundesrat, das noch heute erwartet wird. Dann kann die Mehrwertsteuer befristet auf das zweite Halbjahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt werden. Unternehmen können zudem Verluste künftig besser mit Gewinnen aus der Vergangenheit verrechnen und Investitionen sollen mit besseren Abschreibungsmöglichkeiten angeregt werden.

In einer Sondersitzung des Bundestags stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD für das Gesetz, AfD und FDP dagegen. Grüne und Linke enthielten sich.

12.50 Uhr: Bundestag beschließt weitere Corona-Hilfen für Familien

Der Bundestag hat weitere Hilfen für Familien in der Corona-Krise beschlossen. Pro Kind wird es in diesem Jahr einen sogenannten Kinderbonus in Höhe von 300 Euro geben. Zudem wird der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in etwa verdoppelt. Beides ist Teil der coronabedingten Steuerentlastungen und damit des 130 Milliarden Euro teuren Konjunkturpakets. Der Kinderbonus soll an das Kindergeld gekoppelt und in zwei Teilen im September (200 Euro) und Oktober (100 Euro) ausgezahlt werden. Auch für später in diesem Jahr geborene Kinder soll der Bonus fließen. Die Bundesregierung rechnet mit Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro.

Mehr zum Kinderbonus und wer davon profitiert finden Sie hier.

12.32 Uhr: Höchster Stand bei Neuinfektionen in Tschechien seit April

Tschechien hat die höchste tägliche Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen seit Anfang April registriert. Am Sonntag wurden 305 bestätigte Erkrankungsfälle gemeldet, während es am Samstag noch 260 gewesen waren. Nach Einschätzung von Gesundheitsminister Adam Vojtech handelt es sich jedoch nicht um eine zweite Welle. Grund für den sprunghaften Anstieg sei ein lokaler Infektionsherd in der Industrieregion Mährisch-Schlesien. Dort finden derzeit Reihenuntersuchungen unter Bergleuten des staatlichen Steinkohleförderers OKD statt.

Während die Corona-Maßnahmen im Rest des Landes weiter gelockert werden, kommt es in der östlichen Region zu Verschärfungen. Unter anderem sind dort nur Versammlungen von bis zu 100 Menschen zulässig. Zudem gilt die Mundschutzpflicht weiter, die im Rest des Landes ab dem 1. Juli bis auf Ausnahmen entfällt. Als stabil schätzt das Gesundheitsministerium die Entwicklung in der Hauptstadt Prag ein, die bei Touristen beliebt ist. In Tschechien wurden bisher 348 Todesfälle mit der Lungenkrankheit Covid-19 in Verbindung gebracht.

12.16 Uhr: Söder verteidigt Corona-Massentests

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Kritik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an den geplanten Corona-Tests für jedermann in Bayern zurückgewiesen. "Das ist die einzige ernsthafte Option, es wird sonst zu wenig getestet", sagte der CSU-Chef in München. Der Freistaat Bayern erweitere das Testangebot jetzt, "wir warten nicht auf endlose Gespräche zwischen einzelnen Kostenträgern, sondern wir gehen in Vorleistung, weil wir glauben, dass neben Abstand halten Testen die einzige ernsthafte Chance ist, Infektionsketten zu unterbrechen".

Die Kritik Spahns, viele Corona-Tests ohne systematisches Vorgehen seien nicht zielführend, treffe auf Bayern zudem nicht zu. "Wir haben ja genau ein System entwickelt", betonte Söder.

Bayern hatte angekündigt, als erstes Bundesland Corona-Tests für alle zu ermöglichen - auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernimmt das Land Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Mehr zum Streit um Corona-Tests zwischen Söder und Spahn für Jedermann, finden Sie hier.

11.51 Uhr: Starker Rückgang der Krankenhaus-Fallzahlen durch Coronavirus-Lockdown

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat die Fallzahl-Rückgänge bei den Krankenhaus-Behandlungen aufgrund des Coronavirus-Lockdowns erstmals auf einer validen bundesweiten Datenbasis untersucht. Die Auswertung der Krankenhausfälle der 27 Millionen AOK-Versicherten zeigt, dass es während der Lockdown-Phase im März und April 2020 insgesamt deutliche Fallzahl-Rückgänge von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum gab. Besonders hohe Rückgänge sind bei planbaren, nicht dringlichen Eingriffen wie Operationen zum Arthrose-bedingten Hüftersatz (minus 79 Prozent) zu verzeichnen. Allerdings zeigen sich auch starke Rückgänge bei der Behandlung von lebensbedrohlichen Notfällen wie Herzinfarkten (minus 31 Prozent) und Schlaganfällen (minus 18 Prozent).

11.44 Uhr: Wirtschaftsstimmung in der Eurozone erholt sich stark

Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im Juni deutlich von ihrem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg zum Vormonat um 8,2 Punkte auf 75,7 Zähler. Das sei der stärkste jemals gemessene Anstieg, erklärte die Behörde am Montag in Brüssel. Die Erwartungen von Analysten wurden jedoch verfehlt, sie hatten im Schnitt mit 80 Punkten gerechnet. In der Europäischen Union verbesserte sich der Indikator ebenfalls erheblich. Mit den jüngsten Zuwächsen seien die Einbrüche vom März und April um etwa 30 Prozent aufgeholt worden, teilte die Kommission mit.

11.26 Uhr: Johnson: Riesensummen für britische Wirtschaft

Großbritannien will der heimischen Wirtschaft mit riesigen Summen zusätzlicher Staatsgelder aus der Coronakrise helfen. "Ich bin überzeugt, die Investitionen werden sich auszahlen, weil dies eine sehr, sehr dynamische, sehr produktive Wirtschaft ist", sagte Premierminister Boris Johnson am Montag dem Sender Times Radio. Zu den Reformen gehörten damals etwa kostspielige öffentliche Projekte zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Regierung in London hat bereits Nothilfen und Steuererleichterungen im Wert von schätzungsweise 133 Milliarden Pfund (147 Milliarden Euro) angekündigt. Nun teilte die britische Schuldenagentur mit, zwischen April und August Staatsanleihen im Rekordvolumen von 275 Milliarden Pfund zu begeben. Das ist mehr als doppelt so viel wie im gesamten vergangenen Fiskaljahr.

11.23 Uhr: Corona-Testzentrum am Frankfurter Flughafen eröffnet

Am Frankfurter Flughafen ist ein "Walk-in"-Corona-Testzentrum eröffnet worden. Passagiere, die von Deutschlands größtem Flughafen abfliegen oder dort landen, könnten dort ab sofort einen Corona-Schnelltest machen, teilte das Diagnostikunternehmen Centogene am Montag mit. Den Angaben zufolge ist es die erste derartige Einrichtung in Deutschland. Die Lufthansa sei die erste Fluggesellschaft, die ihren Kunden diese Schnelltests ermögliche, die bei der Einreise in Ländern mit Einreisebestimmungen helfen würden. Der Test kann in einem Proben-Entnahmezentrum in unmittelbarere Nähe des Hauptterminals des Flughafens entweder am Vortag oder aber am Tag des Abflugs gemacht werden.

11.13 Uhr: Bundespräsident: Coronavirus Testfall für die Demokratie

Steinmeier bezeichnete die Corona-Pandemie in seiner Ansprache zum Auftakt einer Diskussionsrunde in seinem Berliner Amtssitz als "Testfall für die Demokratie". In einem "Zwischenfazit" würdigte er die Erfolge bei der Bekämpfung der Pandemie. "Es ist uns in einem gesellschaftlichen Kraftakt gelungen, die Infektionskurve abzuflachen und diejenigen zu unterstützen, die die Krise am härtesten getroffen hat", sagte er. "Diesen Kraftakt haben wir nicht geleistet, weil eine starke Hand uns dazu gezwungen hat, sondern weil wir ihn leisten wollten, aus Solidarität und Verantwortungsbewusstsein." Zugleich zeigte er sich besorgt über einige gesellschaftliche Entwicklungen, die durch die Krise erkennbar geworden seien. "Wir erleben in dieser Krise aber auch, wie brüchig der Glaube an Vernunft und Diskurs in manchen Teilen unserer Gesellschaft geworden ist", sagte er. "Wo Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angefeindet und bedroht werden, wo Erkenntnisse geleugnet, Verschwörungstheorien verbreitet, Aluhüte für Heilmittel gehalten werden - überall da ist unser Widerspruch gefragt."

10.26 Uhr: Brasilien: Neuinfektionen steigen rasant im Landesinnern

In Brasilien breiten sich die Corona-Infektionen von den Metropolen immer mehr ins Landesinnere mit oftmals schlechter Gesundheitsversorgung aus. Mit den Lockerungen von Quarantänemaßnahmen sei die Zahl der Todesfälle im Bundesstaat São Paulo überproportional angestiegen, berichtete die Zeitung "Folha de São Paulo" am Sonntagabend (Ortszeit). Eine ähnliche Entwicklung gibt es in den Bundesstaaten Rio de Janeiro, Minas Gerais und Pará im Amazonasgebiet. Da viele Orte über keine Hospitäler verfügen, gehen Gesundheitsexperten zudem von einer hohen Dunkelziffer aus. Bestätigt wurden in Brasilien bislang an die 60.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona und mehr als 1,3 Millionen Infektionen.

10.16 Uhr: Spahn kritisiert Bayerns Pläne zu Corona-Tests für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das geplante Angebot von Corona-Tests für jedermann in Bayern kritisiert. "Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend", schrieb er am Montag bei Twitter. "Denn es wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität." Bayern hatte angekündigt, als erstes Bundesland Corona-Tests für alle zu ermöglichen - auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernimmt das Land Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

09.53 Uhr: Johnson: Corona war Katastrophe für Großbritannien

Die Corona-Krise sei für Großbritannien eine Katastrophe gewesen, sagt der britische Premierminister Boris Johnson. "Das war ein absoluter Albtraum für das Land, und das Land hat einen tiefen Schock erlitten", sagt der konservative Politiker "Times Radio". Die Regierung schulde all jenen, die gestorben seien und gelitten hätten, eine genaue Prüfung dessen, was schiefgelaufen sei. Jetzt sei aber nicht die richtige Zeit, um Fehltritte zu untersuchen.

09.44 Uhr: Neuinfektionen in Russland so niedrig wie seit Ende April nicht mehr

In Russland melden die Behörden 6.719 festgestellte Neuinfektionen. Das ist der geringste tägliche Zuwachs seit dem 29. April. Insgesamt liegt die Zahl der ermittelten Ansteckungen nun bei 641.156. Die Zahl der Todesfälle steigt in den vergangenen 24 Stunden um 93 auf 9.166.

09.10 Uhr: EU legt bis Dienstag Liste mit sicheren Ländern vor

Die EU legt nach spanischen Angaben bis spätestens Dienstag eine Liste der Covid-19-sicheren Länder vor. Die Liste werde 15 Staaten umfassen, in die man nach epidemiologischen Kriterien sicher reisen könne, sagt die spanische Außenministerin Arancha Gonzalez Laya dem Hörfunksender Cadena SER. Die Coronavirus-Pandemie lasse im größten Teil Europas nach.

08.39 Uhr: Söder: Mehr Sicherheit ist wichtigster Konjunkturimpuls

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt vor zu viel Lässigkeit im Umgang mit dem Coronavirus. "Testen ist das eine, weiter Abstand halten das andere", sagt der CSU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. "Da tun sich ja einige schwer." Man dürfe nicht glauben, dass alles wieder normal sei. Beim Konjunkturpaket, das im Bundestag beraten wird, lobt Söder die Fülle der Maßnahmen. Die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer sei ein Instrument, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. "Ich glaube allerdings, dass der wichtigste Konjunkturimpuls am Ende mehr Sicherheit ist."

08.08 Uhr: Arme Staaten benötigen womöglich Schuldenschnitte

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt sich angesichts der Corona-Pandemie auf neue Schuldenkrisen ein. Ärmere Länder würden "mehr Schuldenstundungen brauchen, in einigen Fällen vielleicht auch Schuldenschnitte", sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Um den wachsenden Schuldenstand Deutschlands sorge sie sich nicht. "Deutschland hat den nötigen finanziellen Spielraum – auch weil die Politik den Schuldenstand in der Vergangenheit niedrig gehalten hat", sagt Gopinath. Im Streit über das geplante 750-Milliarden-Hilfspaket der EU plädiert sie dafür, den Krisenländern nicht nur Kredite, sondern auch direkte Transfers zukommen zu lassen. "Es ist wichtig, dass ein erheblicher Teil des Pakets aus Zuschüssen besteht statt aus Krediten, sonst fördert es die wirtschaftliche Erholung nicht."

08.04 Uhr: Produktion von Toyota im Mai eingebrochen

Bei Japans größtem Autobauer Toyota sind die globale Produktion und der Absatz im Mai wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Wie der Volkswagen-Rivale bekanntgab, sank der Ausstoß weltweit um 54,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 365 909 Fahrzeuge. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erfassung vergleichbarer Daten 2004. Damit ist Toyotas Produktion seit nunmehr fünf Monaten in Folge rückläufig. Der weltweite Absatz sank im Berichtsmonat zugleich um 31,8 Prozent auf 576 508 Fahrzeuge, wie der Konzern weiter bekanntgab. Im Vormonat war der globale Absatz bei Toyota allerdings noch stärker um 46,3 Prozent eingebrochen.

07.42 Uhr: Corona-Fälle ohne Tönnies-Bezug im Kreis Gütersloh weiter gestiegen

Im Kreis Gütersloh wächst die Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen von Menschen ohne direkten Bezug zu den Beschäftigten der Fleischfirma Tönnies. Binnen sieben Tagen einschließlich Samstag (21. bis 27. Juni) habe sich die Zahl dieser Fälle auf 107 erhöht, teilte der Kreis am Sonntagabend mit. Das sind 32 mehr als für den Vergleichszeitraum am Vortag (20. bis 26. Juni). Weiterhin zeige aber die Mehrzahl der Betroffenen keine Krankheitssymptome und es sei auch nach wie vor kein Anstieg der Zahl von Erkrankungen zu verzeichnen, erklärte der Kreis in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut (RKI). Die Zunahme bestätigter Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 liege vermutlich an der starken Ausweitung der Tests von Menschen ohne Symptome. Viele lassen sich derzeit testen, weil sie hoffen, mit einem negativen Corona-Test in ihrem Urlaubsdomizil nicht abgewiesen zu werden.

07.24 Uhr: Seoul erwägt wieder strengere Anti-Corona-Maßnahmen

Die Behörden in Südkoreas Hauptstadt erwägen strengere Maßnahmen gegen das neue Coronavirus. Die Regierung sei bereit, stärkere Einschränkungsmaßnahmen in Seoul durchzusetzen, wenn der Ausbruch noch größer werde, kündigte Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Sonntagnachmittag an. Das Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention berichtete am Montag, es seien 42 neue Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden. Damit stieg die Zahl der Infektionen auf 12 757, 282 Menschen starben mit dem Virus. 24 der neuen Infektionen sind dem Zentrum zufolge in Seoul und Umgebung registriert worden. Mindestens zwölf Fälle stünden in Verbindung mit Einreisen aus dem Ausland.

06.25 Uhr: Australien führt Speicheltest ein - Trefferquote unklar

Auf das Coronavirus wird in Australien zum ersten Mal auch mit Speichelproben getestet. Der Speicheltest werde im Bundesstaat Victoria beginnen, sagte der stellvertretende leitende Gesundheitsbeamte Nick Coatsworth der Rundfunkgesellschaft ABC am Montag. Die Trefferquote muss demnach noch untersucht werden. Die unbequemere Entnahme von Proben in der Nase bleibe die bevorzugte Option und sei womöglich auch genauer, doch der Speicheltest "wird großartig, insbesondere für Kinder".

05.40 Uhr: Antikörperstudie im Fußball soll bei Virus-"Dunkelziffer" helfen

Eine Antikörperstudie bei den Bundesliga-Profis soll zu einer Beantwortung der Dunkelziffer bei den Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland beitragen. Die Studie soll nach dem Abschluss der Bundesliga- und Zweitligasaison am Wochenende möglichst rasch ausgewertet werden. "Die Ergebnisse sollen danach schnell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir haben da eine Stichprobe von mehr als 1000 Menschen, die sich bundesweit verteilen", berichtet Tim Meyer (52), Chefmediziner des Deutschen Fußball-Bundes und Leiter der Taskforce, die das Hygienekonzept für den Geisterspielbetrieb der Deutschen Fußball Liga erarbeitete, im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

05.00 Uhr: Viel Kurzarbeit an Autostandorten und in Tourismusregionen

Kurzarbeit durch die Corona-Krise hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete getroffen. Das hat eine Analyse für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Gerade Städte und Kreise in Deutschland mit starker Automobilwirtschaft wiesen hohe Quoten bei der angezeigten Kurzarbeit auf, heißt es in der Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung. So seien im März und im April an den VW-Standorten Emden (56,0 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) für mehr als die Hälfte aller dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt worden. Überdurchschnittlich viel Kurzarbeit sei auch in Fremdenverkehrsregionen angemeldet worden. So wiesen die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald (41,4 Prozent), Oberallgäu (40,4 Prozent) und Garmisch-Partenkirchen (35,1 Prozent) hohe Quoten auf. An der Nord- und Ostseeküste treffe dies unter anderem auf Wittmund (35,6 Prozent), Ostholstein (34,7 Prozent) und Vorpommern-Rügen (35,5 Prozent) zu.

04.55 Uhr: 262 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 262 auf 193.761, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um vier auf 8.961.

04.46 Uhr: Airbus will tausende Stellen streichen

Wegen der Corona-Krise wird der europäische Flugzeugbauer Airbus tausende Stellen streichen. Dabei gehe es um die "notwendige Anpassung an die massiv gesunkenen Produktionszahlen", sagte Konzernchef Guillaume Faury der Zeitung "Die Welt". Nach seinen Angaben wird Airbus für zwei Jahre die Produktion und die Auslieferungen um 40 reduzieren. Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stünden, sagte Faury. Den genauen Umfang des Stellenabbaus will er nach Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite bis Ende Juli verkünden.

04.22 Uhr: Größter Anstieg der Fälle in Australien seit Mitte April

Australien verzeichnet den größten Anstieg neuer Fälle seit etwa zwei Monaten. Der Bundesstaat Victoria gibt 75 neue Infektionen in den vergangenen 24 Stunden bekannt. Zwar fehlen zunächst Zahlen aus mehreren anderen Landesteilen. Der Anstieg ist jedoch schon jetzt der größte in Australien seit dem 11. April. Victoria erwägt nun die Wiedereinführung von Beschränkungen wie ein Abstandsgebot, sagen Gesundheitsbehörden. Die Maßnahmen waren ab Mai gelockert worden.

03.34 Uhr: Peking testet acht Millionen Menschen auf Coronavirus

Infolge des neuen Coronavirus-Ausbruchs in Peking hat die chinesische Hauptstadt millionenfach Coronatests durchgeführt. Wie die Lokalbehörden mitteilten, wurden bis Sonntag 8,3 Millionen Proben gesammelt und 7,7 Millionen Tests in der 20-Millionen-Metropole abgeschlossen. Als Reaktion auf den Ausbruch auf einem Pekinger Großmarkt hatten die Behörden vor zwei Wochen die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit die chinesische Stadt teilweise abgeriegelt wurde. Wer Peking verlassen will, muss einen negativen Coronatest vorweisen und darf nicht in einem der Risikogebiete leben. Seit dem neuen Ausbruch wurden über 300 Infektionen in Peking festgestellt. Wie Chinas Gesundheitskommission mitteilte, kamen bis Montag sieben weitere Infizierte in der Stadt hinzu. Landesweit wurden zwölf neue Infektionen gemeldet.

03.21 Uhr: Kalifornien schließt wieder Bars in einigen Landkreisen

Angesichts weiter steigender Infektionszahlen nimmt Kalifornien einige Lockerungen zurück. Gouverneur Gavin Newsom ordnete für sieben Landkreise - darunter Los Angeles - die Schließung von Bars an. Dies gelten in den USA als häufige Infektionsherde. Am Freitag schlossen Texas und Florida gleich alle Bars. Kalifornien ist mit fast 40 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat.

00.54 Uhr: Brasilien meldet 30.476 neue Infektionen

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 30.476 neue Infektionen und 552 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,34 Millionen bekannte Fälle und 57.622 Todesfälle.

00.30 Uhr: Österreich hebt Reisewarnung für NRW auf

Österreich hebt seine Reisewarnung für das Bundesland Nordrhein-Westfalen auf, die nach dem Corona-Ausbruch in der Region Gütersloh erlassen worden war. Die für Tourismus zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger erklärte in der Sendung "Bild live – Die richtigen Fragen": "Mit heute 00.00 Uhr wird die allgemeine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen aufgehoben, sie wird nurmehr für den Kreis Gütersloh gelten." Aber auch für Bewohner der betroffenen Region um die Großschlachterei Tönnies gelte: Wer einen negativen Corona-Test vorweise, werde "seinen Urlaub in Österreich antreten können".

00.10 Uhr: Reuters-Zählung: Weltweit mehr als 500.000 Tote

Nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters hat die weltweite Zahl der bekannten Todesfälle durch die Pandemie die Schwelle von 500.000 überschritten. Demnach sterben gegenwärtig mehr als 4.700 Menschen pro Tag an Covid-19, wie aus den Daten vom 01. bis zum 27. Juni hervorgeht.

Alle bisherigen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie hier.

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