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Corona-Ticker: Österreich garantiert "perfektes Urlaubserlebnis" | BR24

© stock.adobe.com/Patrick Daxenbichler

In Österreich wähnt man sich gerüstet für Sommerurlauber.

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    Corona-Ticker: Österreich garantiert "perfektes Urlaubserlebnis"

    Die österreichische Tourismusministerin ist überzeugt, dass ihr Land die Lage im Griff hat. 28 Millionen Menschen wollen laut einer Umfrage die Corona-Warn-App auf Dauer nutzen. Alle News im Ticker.

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    16:33 Uhr: Bayerische Kneipen und Bars dürfen Räume vermieten

    Für bayerische Bars und Tanzlokale gibt es eine kleine Erleichterung der coronabedingten Schließungen: Die Wirte von Schankwirtschaften und Diskotheken dürfen ihre Räume für private und kulturelle Veranstaltungen vermieten, wie das Wirtschaftsministerium in München den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga informiert hat.

    Das gilt auch für Livemusik und Konzerte. Allerdings ist nicht jede Form von Livemusik laut ministeriellem Schreiben eine kulturelle Veranstaltung. Reine "Musikbegleitung in der Gastronomie" ist nicht erlaubt. Eine "Untermalung eines Barbetriebs" reiche nicht aus.

    16:15 Uhr: Frankfurter Buchmesse wegen Corona-Beschränkungen größtenteils digital

    Die Frankfurter Buchmesse soll 2020 zum großen Teil digital stattfinden. Neben der Präsenzveranstaltung werde ein virtuelles Programm angeboten, wie die Organisatoren am Freitag mitteilten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) kündigte an, dass die Buchmesse mit vier Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm "Neustart Kultur" gefördert werde. Damit werde die kostenlose Nutzung der digitalen Angebote finanziert. Zudem sollen Verlage Zuschüsse für die Standgebühren erhalten.

    Die Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr vom 14. bis zum 18. Oktober statt. Im vergangenen Jahr hatten sie mehr als 300.000 Menschen besucht, die Aussteller kamen aus 104 Ländern. Die Veranstaltung ist die weltweit größte Bücherschau.

    15:23 Uhr: Australien schränkt Einreise der eigenen Bürger ein

    Wegen steigender Corona-Infektionszahlen beschränkt Australien die tägliche Zahl seiner Bürger, die aus dem Ausland einreisen dürfen. Ab Montag dürften pro Tag nur noch 4000 Australier oder Bürger mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht in Australien einreisen, teilte Premierminister Scott Morrison am Freitag mit. Bislang lag die Höchstgrenze bei rund 8000 Einreisen täglich. Australien verpflichtet alle Einreisenden zu einer Quarantäne unter Aufsicht in Hotels.

    Dieser Schritt sei notwendig, um Ressourcen freizumachen für die Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus in Melbourne, sagte der Regierungschef. Für die fünf Millionen Einwohner von Australiens zweitgrößter Stadt war am Donnerstag eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Menschen dürfen mindestens sechs Wochen lang ihre Häuser nur noch für ihre Arbeit, Arztbesuche, unabdingbare Einkäufe und Sport im Freien verlassen. Am Freitag waren binnen 24 Stunden 288 weitere Ansteckungen registriert worden, teilten die Behörden mit.

    14:59 Uhr: Griechenland verlangt Corona-Test bei Autoreisenden

    Wer mit dem Auto auf dem Landweg nach Griechenland einreist, muss künftig mit einem Corona-Test nachweisen, dass er oder sie nicht infiziert ist. Die griechische Regierung hat diese Regelung beschlossen, weil die Zahl der Corona-Fälle bei Touristen aus Balkan-Ländern in den vergangenen Tagen gestiegen ist. Touristen, die mit dem Flugzeug kommen, müssen auch weiterhin keinen Corona-Test vorweisen. Sie müssen sich allerdings 24 Stunden vor der Ankunft online bei der griechischen Zivilschutzbehörde anmelden.

    14:20 Uhr: Erste Adventsmärkte wegen Corona abgesagt

    Das Dominikus-Ringeisen-Werk, eine kirchliche Stiftung, die Menschen mit Behinderung begleitet, hat bereits jetzt alle Adventsmärkte für dieses Jahr abgesagt. Betroffen sind unter anderem die Märkte des Ringeisen-Werks in Ursberg, im Kloster Holzen in Pfaffenhausen (beide Schwaben) und der Weihnachtsbasar im Kloster Maria Bildhausen (Unterfranken). Grund für die Absage ist laut dem Ringeisen-Werk die Unsicherheit in der Planung bezüglich der Corona-Pandemie.

    „Die Umstände und die Dynamik, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, machen für den November und Dezember diesen Jahres eine sichere Planung nahezu unmöglich“, so Dominic Huber, der die Corona-Maßnahmen im Dominikus-Ringeisen-Werk koordiniert, in einer Mitteilung. Die Adventsmärkte seien mit einer sehr frühen Planung verbunden. Weil es aber weder eine organisatorische noch finanzielle Sicherheit gebe, müsse man bereits jetzt absagen.

    13:53 Uhr: Österreichische Tourismusministerin garantiert "wunderbares Urlaubserlebnis"

    Die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ist überzeugt, dass ihr Land gut für Urlaub in Corona-Zeiten gerüstet ist. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte sie: "Wir haben Vorkehrungsmaßnahmen gesetzt, damit es keinesfalls zu größeren Infektionen und Infektionsclustern im Tourismusbereich kommt." Deshalb ist sie überzeugt, dass man "ein perfektes, wunderbares Urlaubserlebnis in Österreich garantieren" könne. Man habe die Situation gut im Griff.

    Dabei helfen soll das flächendeckende Testprogramm für Mitarbeiter in der Tourismusbranche. Jeder der Gästekontakt habe, könne sich auf Corona testen lassen. Die Nachfrage sei sehr groß, sagte Köstinger: Mehrere tausend Personen habe man bereits jetzt pro Woche testen können. Eine generelle Maskenpflicht in der österreichischen Gastronomie ist aus Sicht von Köstinger nicht notwendig. In manchen österreichischen Bundesländern, wie zum Beispiel in Tourismus-Hotspots in Kärnten, wurde in den vergangenen Tagen allerdings eine Maskenpflicht wieder eingeführt.

    12:46 Uhr: Europaabgeordnete fordern mehr EU-Geld für die Kultur

    Abgeordnete des Europaparlaments haben angesichts der Corona-Pandemie mehr finanzielle Unterstützung für den Kultursektor gefordert. Der geplante EU-Wiederaufbaufonds müsse mehr Mittel für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Europa bereitstellen, betonten mehrere EU-Abgeordnete am Freitag in einer Debatte im Parlament mit Margaritis Schinas, Vizepräsident der EU-Kommission. Auch im mehrjährigen EU-Finanzrahmen, der kommende Woche bei einem EU-Gipfel verhandelt wird, müsste mehr Geld für die Kultur festgeschrieben werden.

    In den bisherigen Verhandlungen zum EU-Haushalt hatte die EU-Kommission für den Kulturbereich die Bewilligung von Mitteln in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für sieben Jahre vorgeschlagen. Im ursprünglichen Vorschlag von 2018 waren es 1,6 Milliarden gewesen. Schinas machte bei der Debatte keine großen Hoffnungen auf eine Erhöhung. Der Vorschlag der Kommission, der derzeit auf dem Tisch liege, sei die bestmögliche Option gewesen, so Schinas.

    12:04 Uhr: Tönnies beantragt Lohnkosten-Erstattung

    Der Schlachtbetrieb Tönnies und weitere Subunternehmer haben beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Anträge auf Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen gestellt. Hintergrund sind Quarantäne-Maßnahmen nach den vielen positiven Corona-Infektionen bei Tönnies-Arbeitern am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück.

    Nach Angaben eines Sprechers des LWL werden die Anträge jetzt nach Eingang abgearbeitet. Um welche Summen es sich handelt und wann die Anträge bearbeitet werden, sei völlig offen, sagte Sprecher Markus Fischer der Deutschen Presse-Agentur. Das Infektionsschutzgesetz sieht die Erstattung vor, wenn Gesundheitsämter einen Betrieb schließen und Quarantäne anordnen.

    Über die Anträge von Tönnies hatte zuvor die «Neue Westfälische» online berichtet. Die Löhne müssen vorerst von den Unternehmen bezahlt werden und können mit bis zu einem Jahr rückwirkend erstattet werden.

    11:44 Uhr: Hongkong schließt Schulen und Kindergärten

    Als Reaktion auf einen neuen Coronavirus-Ausbruch werden Schulen und Kindergärten in Hongkong wieder geschlossen. Die Sommerferien beginnen damit am Montag eine Woche früher als geplant. Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungsregion kündigten die Maßnahme am Freitag an, nachdem am Donnerstag 34 lokale Erkrankungen gemeldet wurden - so viele wie noch nie an einem Tag. Weitere 32 Infektionen kamen am Freitag hinzu. Auch Abstands- und Hygieneregeln etwa in Bars, Restaurants und Fitnessstudios wurden wieder verschärft.

    Die Metropole mit ihren mehr als sieben Millionen Einwohnern gilt bislang als äußerst erfolgreich im Kampf gegen das Virus: Seit Januar gab es 1404 Infektionen und sieben Todesfälle. Zuletzt war über einen Zeitraum von drei Wochen keine lokale Infektion mehr gemeldet worden.

    11:40 Uhr: 28 Millionen wollen Corona-App nutzen

    In Deutschland will mehr als jeder zweite Besitzer eines Smartphones über 16 Jahren die Corona-Warn-App zur Kontaktverfolgung Infizierter dauerhaft nutzen. Dies geht aus einer Umfrage des IT-Bundesverbandes Bitkom hervor. Damit könnten rund 28 Millionen Menschen letztlich das Angebot installieren. Inzwischen ist die im Auftrag der Bundesregierung entwickelte Anwendung 15,4 Millionen Mal heruntergeladen worden. Die App, die den Ausbruch einer zweiten Covid-19-Welle verhindern soll, ist auch in den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in Großbritannien, Norwegen und der Schweiz verfügbar.

    • Was Sie über die Corona-Warn-App wissen müssen, finden Sie hier.

    11.25 Uhr: Scholz: Krise könnte Anfang 2022 überwunden sein

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hält ein Ende der wirtschaftlichen Corona-Krise in rund eineinhalb Jahren für möglich. Wenn es gut laufe, "können wir vielleicht schon Anfang 2022 oder etwas früher in diese Situation kommen, dass wir an die Wirtschaftsleistung vor der Krise anknüpfen können", sagte er am Freitag im SWR-"Interview der Woche". Er erwarte von den Unternehmen, dass sie nach der Krise die staatliche Hilfe nicht vergessen. Das sei nach der Bankenkrise der Fall gewesen.

    11.15 Uhr: Kalifornien klagt gegen drohende Ausweisung ausländischer Studenten

    Wegen der angedrohten Ausweisung von ausländischen Studenten in den USA im Zuge der Corona-Pandemie will der Bundesstaat Kalifornien die Regierung von Präsident Donald Trump verklagen. "Die rechtswidrige Politik der Trump-Regierung droht Hunderttausende von College-Studenten, die in den USA studieren, ins Exil zu verbannen", hieß es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft am Donnerstag (Ortszeit). Die Regierung hatte angekündigt, Studenten das Visum zu entziehen, die wegen der Corona-Krise vorerst an ihren Universitäten nur noch an Online-Kursen teilnehmen. Betroffene Studenten müssten nach Angaben der US-Einwanderungsbehörde ICE entweder die USA verlassen oder sich an einer Hochschule einschreiben, an der Präsenz-Unterricht stattfindet. Den Studenten drohe andernfalls ein Abschiebeverfahren.

    11.09 Uhr: Deutsche befürchten Corona-Ausbreitung durch Urlaubsreisen

    Die Mehrheit der Bürger in Deutschland befürchtet, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellen ZDF-"Politbarometer" hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben. Allerdings halten nur 40 Prozent, also zwei von fünf Bürgern, ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet. 64 Prozent aller Befragten nannten Corona als das wichtigste politische Problem für Deutschland, auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand die wirtschaftliche Lage (17 Prozent).

    10.50 Uhr: Mehr als jeder vierte Erwerbstätige hat Einbußen wegen Corona-Krise

    Mehr als jeder vierte Erwerbstätige hat in der Corona-Krise laut einer Umfrage Einkommenseinbußen erlitten. Von April bis Juni stieg die Zahl der Betroffenen von 20 auf 26 Prozent, wie die Hans-Böckler-Stiftung am Freitag mitteilte. Dagegen ist die Quote der Menschen, die sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft oder ihren Job machen, etwas zurückgegangen. Im April hatten noch 70 Prozent der Erwerbstätigen Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation geäußert. Im Juni sagten dies 58 Prozent. Rückläufig war vor allem der Anteil mit "großen" Sorgen - er sank von 24 auf 15 Prozent.

    10.46 Uhr: Kardinal Marx warnt vor größeren Ungleichheiten

    Kardinal Reinhard Marx warnt vor einer Verschärfung sozialer Spannungen in der Gesellschaft durch die Corona-Krise. "Die Ungleichheiten werden nicht kleiner werden, sie werden größer werden - sie waren vorher schon groß", sagte der Erzbischof von München und Freising laut Mitteilung vom Freitag am Vorabend bei einer Veranstaltung in München. Ihm bereite Sorgen, dass Chancen zunehmend ungleich verteilt seien. "Im Bildungsbereich ist das ja offensichtlich", betonte der Erzbischof: "Die Unterschiede werden größer zwischen den Kindern, die zuhause Hilfe haben, und sei es nur, was die technischen Dinge angeht, und denen, bei denen das so nicht der Fall ist, durch die sozialen Verhältnisse oder die Bildungssituation."

    10.28 Uhr: 26.000 Dollar Strafe wegen Fastfood-Party

    Ein Fastfood-Snack für eine Geburtstagsparty in Australien ist die Gäste teuer zu stehen gekommen. Weil sie gegen die Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie verstießen, mussten die Partygäste in Melbourne insgesamt etwa 26.000 australische Dollar (etwa 16.000 Euro) an Strafe zahlen, wie die Polizei am Freitag bekanntgab. Medizinisches Personal hatte beim Essen in einem Fastfood-Restaurant zwei Personen gesehen, die dort in der Nacht 20 Portionen bestellten - und daraufhin die Polizei informiert. Anhand des Nummernschilds fanden die Beamten den Ort der Geburtstagsparty heraus.

    Melbourne, die mit rund fünf Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Australiens, befindet sich wegen eines rasanten Anstiegs der Infektionszahlen seit Mittwoch dieser Woche erneut in einem sechswöchigen Lockdown.

    10.00 Uhr: Zahl der Toten in Russland steigt auf über 11.000

    In Russland ist die Zahl der Corona-Toten auf über 11.000 gestiegen. Die Gesundheitsbehörden melden 174 Tote in den vergangenen 24 Stunden und damit insgesamt 11.017. Die Zahl der Neuinfektionen beziffern sie auf 6.635, womit sich nach amtlichen Angaben insgesamt 713.936 Menschen in Russland infiziert haben, der weltweit vierthöchste Wert. 489.068 davon seien genesen.

    09.31 Uhr: Studie: Vor allem Frauen übernehmen Betreuungsarbeit

    Kinderbetreuung bleibt in der Corona-Krise offenbar weiter eine Domäne der Frauen. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf scheint im Vergleich zu einer Vorgängerbefragung vom April der Anteil der Männer in diesem Bereich sogar wieder leicht rückläufig zu sein."Die Befürchtung bleibt, dass sich Mütter und Väter unter dem Druck der Krise wieder an traditionellere Rollenmuster gewöhnen. Wir können da keine Entwarnung geben, und wir sehen spürbare Effekte bei der Arbeitszeit", sagte die Paderborner Soziologieprofessorin Bettina Kohlrausch.

    09.30 Uhr: Gutverdiener bewerten Krisenpolitik besser als Geringverdiener

    Gutverdiener sind einer Studie zufolge mit der Krisenpolitik im Schnitt zufriedener als solche mit weniger Einkommen. Das geht aus einer repräsentativen Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, die dafür mehr als 6300 Beschäftigte befragen ließ. So gab unter jenen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1500 Euro pro Monat nur knapp die Hälfte an, mit der Anti-Krisenpolitik von Bund und Ländern zufrieden zu sein. Bei Menschen mit einem Haushaltsnetto von mehr als 3200 Euro lag die Zustimmung hingegen bei 72 Prozent. Rechnet man alle zusammen, sind immerhin zwei Drittel mit dem Corona-Management ihrer Regierenden eher oder voll zufrieden. Allerdings halten es auch knapp 40 Prozent für möglich, dass die Pandemie "benutzt wird, um die Interessen von Reichen und Mächtigen durchzusetzen".

    09.28 Uhr: Europaparlament besorgt über Lage in Venezuela

    Das Europaparlament hat sich angesichts der Coronavirus-Pandemie besorgt über die Lage in Venezuela geäußert und ein härteres Vorgehen gegen die dortige Regierung gefordert. Die EU müsse die Sanktionen gegen Unterstützer des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro verstärken und auf weitere Personen ausweiten, erklärten die Europaabgeordneten in einer Resolution am Freitag. Die Migrationskrise in Südamerika, der Karibik und einigen EU-Mitgliedstaaten habe sich durch die Corona-Pandemie noch weiter verschärft, warnte das EU-Parlament. Die EU-Politiker forderten die venezolanische Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit sich die humanitäre Krise nicht weiter zuspitze. Besonders gefährdete Gruppen wie Kinder, Kranke und Frauen müssten vor Mangelernährung bewahrt werden.

    09.20 Uhr: Frankreichs Industrieproduktion erholt sich

    In Frankreich hat sich die Produktion in der Industrie kräftig vom Einbruch in der Corona-Krise erholt. Im Mai sei die Fertigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Monatsvergleich um 19,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das französische Statistikamt am Freitag in Paris mit. Volkswirte hatten zwar mit einer deutlichen Besserung gerechnet, waren aber im Schnitt nur von einem Plus von 15,4 Prozent ausgegangen. Im März und April war Frankreichs Industrieproduktion wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie noch stark gesunken.

    08.53 Uhr: Grüne fordern Unterstützung der Bahn durch Bundesverkehrsministerium

    Die von der Corona-Krise schwer getroffene Deutsche Bahn soll nach Ansicht der Grünen mit einer massiven Bahnreform von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unterstützt werden. "Die Corona-Krise hat den Bahnsektor und die Deutsche Bahn härter getroffen als alle Unwetter und Stürme der letzten Jahre zusammen", schreiben die Grünen-Politiker Sven-Christian Kindler und Matthias Gastel in einem Brief an Scheuer, der dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND/Freitagsausgaben) vorliegt.

    In seiner Verantwortung als Eigentümer müsse der Bund die Deutsche Bahn bei der Bewältigung der Corona-Folgen unterstützen, forderten die Politiker.

    08.39 Uhr: Grütters will Auflagen für Kinos und Theater prüfen

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will sich nach eigenen Worten für eine Lockerung der Corona-Auflagen für Kinos und Theater einsetzen. Wenn Menschen nebeneinandersitzen, in dieselbe Richtung schauen, einen Mundschutz tragen und nicht sprechen, sei vielleicht weniger als 1,50 Meter Abstand möglich, sagte Grütters am Freitag in der Sendung "Frühstart" bei RTL und ntv. In anderen Ländern werde es auch anders probiert. "Wir gucken drauf, wie dort die Erfahrungen sind", sagte Grütters.

    08.34 Uhr: Coronakrise bremst Preisauftrieb bei Wohngebäude-Bau

    Die Coronakrise bremst den Anstieg der Baupreise in Deutschland. Der Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude kostete im Mai 3,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der niedrigste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit Mai 2017. Im Februar - also dem Monat vor Einführung größerer Maßnahmen gegen die Pandemie - hatten die Preise zum Vorjahr noch um 3,4 Prozent angezogen. Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr rechnet die deutsche Bauindustrie wegen der Corona-Krise für das laufende Jahr nur noch mit stagnierenden Geschäften.

    08.29 Uhr: Neue Ausgangsbeschränkungen in Israel

    Die israelische Regierung hat im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus weitere Ausgangsbeschränkungen verhängt. Betroffen waren Viertel in den fünf Städten Jerusalem, Beit Schemesch, Lod, Ramle und Kirjat Mal'achi, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das Gesundheitsministerium mitteilten. Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete und auch die Bewegungsfreiheit darin wird eingeschränkt. Die Maßnahme sollte am Freitagmittag in Kraft treten und sieben Tage dauern.

    08.16 Uhr: Mehr als 26.000 neue Coronavirus-Fälle in Indien

    Indien hat mit 26.506 neuen Coronavirus-Fällen einen weiteren Tagesrekord in der Pandemie verzeichnet. Die Gesamtzahl der Covid-19-Erkrankungen stieg auf 793.802, die Zahl der mit dem Virus gestorbenen Menschen um 475 auf 21.604, teilte das Gesundheitsministerium mit. Einige Unionsländer verhängten deswegen wieder umfassende Sperrmaßnahmen. In Bihar wurde für die Hauptstadt Patna und vier weitere Bezirke ein einwöchiger Lockdown angeordnet, in Uttar Pradesh, dem mit 230 Millionen Einwohnern bevölkerreichsten indischen Staat, für das Wochenende.

    07.36 Uhr: Hongkong schließt alle Schulen

    Hongkong wird einem Medienbericht zufolge wegen eines Anstiegs der Neuinfektionen alle Schulen schließen. Mindestens 30 weitere Menschen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, berichtet die "South China Morning Post" unter Berufung auf Gesundheitsexperten. Die Menschen hätten sich vor Ort angesteckt. Am Donnerstag wurden bereits 42 Neuinfektionen registriert, in 34 Fällen handelt es sich um eine lokale Übertragung. Insgesamt sind 1366 Infektionsfälle nachgewiesen, sieben Menschen starben den Angaben zufolge im Zusammenhang mit dem Virus.

    06.28 Uhr: UN: Lateinamerika und Karibik neuer Coronavirus-Hotspot

    Lateinamerika und die Karibik sind laut den Vereinten Nationen zum neuen Hotspot der Coronavirus-Pandemie geworden und müssen mit einer tiefen Rezession rechnen. Mehrere Länder in der Region hätten mittlerweile die höchsten Infektionsraten, gemessen an der Bevölkerung und in absoluten Zahlen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. "Covid-19 repräsentiert eine massiven gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Schock mit einem immensen menschlichen Tribut für die Länder Lateinamerikas und der Karibik", hieß es in dem UN-Bericht. "Es wird erwartet, dass es zur tiefsten Rezession seit Menschengedenken führen wird." In dem Bericht wurde ein Anstieg der Arbeitslosigkeit von 8,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 13,5 Prozent prognostiziert, mehr als 44 Millionen Menschen wären davon betroffen. Die Armutsrate könnte dem Bericht zufolge von 30,2 Prozent auf 37,2 Prozent steigen, was 230 Millionen Menschen treffen würde.

    05.00 Uhr: Abermals Rekordhoch bei Coronavirus-Neuinfektionen in USA

    In den USA ist die Zahl der täglich festgestellten Neuinfektionen mit dem Coronavirus abermals auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt, wie die Johns-Hopkins-Universität bekannt gab. Der vorherige 24-Stunden-Rekord lag bei 60.209 Infektionsfällen und war am Dienstag verzeichnet worden. US-Immunologe Anthony Fauci hat das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit als "schlimmsten Alptraum" für Gesundheitsexperten bezeichnet. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei "wirklich bemerkenswert", sagte Fauci, der auch das Weiße Haus berät. Er forderte auch, den Kampf gegen das Virus nicht politisch zu instrumentalisieren. "Wir sitzen hier alle im gleichen Boot." Vergangene Woche hatte Fauci bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100.000 steigen.

    Betroffen sind in den USA vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Universität zufolge inzwischen bei 3,1 Millionen. Auch wurden demnach seit Mittwoch weitere 1.000 Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle durch die Infektion stieg damit auf 133.195.

    05.00 Uhr: Giffey gegen erneute bundesweite Maßnahmen bei zweiter Corona-Welle

    Bundesfamilienministerin Giffey hat sich dagegen ausgesprochen, das öffentliche Leben im Fall einer zweiten Corona-Welle wieder lahmzulegen. "Stattdessen müssen wir punktuell und regional auf die jeweilige Entwicklung reagieren", sagte die SPD-Politikerin dem "Focus". Zugleich bezeichnete die SPD-Politikerin die Kita- und Schulschließungen der vergangenen Monate als erfolgreiche Maßnahme. Diese Schließungen hätten dazu beigetragen, "ein Szenario wie in Italien" und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

    04.56 Uhr: RKI: 395 Neuansteckungen und sechs weitere Todesfälle

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt einen Anstieg um 395 auf 198.178 festgestellte Infektionen bekannt. Die Zahl der Todesfälle wächst um sechs auf 9.054.

    03.04 Uhr: Johnson startet Kampf gegen Fettleibigkeit

    Der britische Premierminister Boris Johnson wird laut "Times" noch in diesem Monat mit ersten Schritten im Kampf gegen Fettleibigkeit beginnen. So sollen etwa besondere Werbeaktionen und Präsentationsformen für ungesunde Produkte in Supermärkten verboten werden, wie das Blatt berichtet. Johnson will gegen Fettleibigkeit vorgehen, um sein Land besser für künftige Gesundheitskrisen zu rüsten. In Großbritannien ist nach Daten der Industriestaatenorganisation OECD fast jeder dritte Erwachsene übergewichtig. Das ist eine der höchsten Raten weltweit.

    02.50 Uhr: Rekord bei Neuinfektionen in Mexiko

    In Mexiko steigt die Zahl der festgestellten Ansteckungen um 7280 auf 282.283, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Der Zuwachs bedeutet einen Rekordwert bei den täglichen Neuinfektionen. Die Zahl der registrierten Todesfälle legt um 730 auf 33.526 zu.

    00.53 Uhr: Großbritannien schließt sich EU-Impfstoffprogramm nicht an

    Großbritannien wird sich laut "Telegraph" dem EU-Impfstoffprogramm nicht anschließen. Das habe die Regierung in London beschlossen, weil sie kostspielige Verzögerungen in der Versorgung mit dem Impfstoff befürchte, berichtet die Zeitung. Die EU-Kommission solle darüber an diesem Freitag informiert werden.

    00.46 Uhr: Boliviens Präsidentin teilt Ansteckung mit Coronavirus mit

    Boliviens Präsidentin Jeanine Anez gibt via Twitter ihre Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus bekannt. Ein entsprechender Test sei positiv ausgefallen, erklärt sie und betont, dass es ihr "gut" gehe.

    00.01 Uhr: Großbritannien lockert ab heute Einreisebestimmungen

    Zum Sommerurlaub hat England seine wegen der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende gelockert. Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich von Freitag (10. Juli) an bei ihrer Ankunft nicht mehr für 14 Tage isolieren. Die neue Regelung gilt für insgesamt mehr als 70 Länder und Überseegebiete, die nach Auffassung der britischen Regierung die Corona-Krise im Griff haben. Ein Formular muss trotzdem vor der Einreise ausgefüllt werden. Große Vorsicht ist beim Urlaub dennoch angebracht: Großbritannien hat die meisten Covid-19-Todesfälle in Europa und jeder Landesteil seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

    Freitag, 10. Juli 2020

    21.55 Uhr: Corona-Fall in Idlib

    In der nordsyrischen Rebellenhochburg Idlib ist nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden ein erster Corona-Fall aufgetreten. Hilfsorganisationen berichteten, ein Krankenhausarzt sei nach einem Aufenthalt in der Türkei positiv auf die Krankheit Covid-19 getestet worden. Der Mediziner und Beschäftigte und Patienten des Krankenhauses seien in Quarantäne, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Corona-Tests seien im Gange. Die syrische Regierung hat bisher aus ihrem Herrschaftsgebiet 372 Corona-Infektionen und 14 Todesfälle gemeldet.

    19.55 Uhr: FC Bayern bestreitet Champions-League-Spiel in München

    Der FC Bayern München schaut am Freitag (12.00 Uhr) gespannt auf die Auslosung der Champions League. In Nyon in der Schweiz werden die Gegner ausgelost, auf die der deutsche Fußball-Rekordmeister im Falle des Weiterkommens in Viertelfinale und Halbfinale treffen würden. Viertelfinale, Halbfinale und das Endspiel werden als einfaches K.o.-Turnier in Lissabon ausgetragen. Das Final-Acht-Turnier findet dort vom 12. bis 23. August statt.

    Die Münchner müssen allerdings erst noch den Viertelfinal-Einzug perfekt machen. Nach dem 3:0 im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Chelsea sind die Chancen bestens. Nun hat die Uefa entschieden, dass das Rückspiel in München am 7. oder 8. August stattfinden wird - vor leeren Rängen.

    19.40 Uhr: Österreich führt Corona-Ampel als Warnstufe ein

    Österreich will ein landesweites Ampelsystem zur Darstellung der aktuellen Corona-Warnstufe einführen. In vier Farben von Grün bis Rot soll darin die Infektionslage auf Ebene der Bezirke eingestuft werden. Neben den Ansteckungszahlen sollen auch die Nachverfolgbarkeit der Fälle, die Testzahlen und die örtlichen Kapazitäten der Krankenhäuser in die Bewertung einfließen. Ziel sei ein einheitliches Vorgehen, das trotzdem regionalen Handlungsspielraum zulasse, erklärte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Zudem sollen die Screening-Programme etwa in Risikobetrieben oder dem Tourismus verstärkt werden. In Österreich gibt es aktuell rund 1150 aktiv an Covid-19 Erkrankte, mit Abstand die meisten von ihnen in Oberösterreich und in Wien. 78 Patienten liegen in Krankenhäusern, zwölf von ihnen auf der Intensivstation.

    18.10 Uhr: EU fordert von G20 mehr Kooperation in Corona-Krise

    Die EU-Finanzminister fordern von den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern mehr Kooperation in der Geldpolitik und Finanzpolitik zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise. Ein Zurückdrehen geplanter und laufender Reformen in der Finanzbranche solle vermieden werden, heißt es nach Angaben von Reuters. Die Nachrichtenagentur konnte die entsprechenden EU-Unterlagen einsehen. Der Kampf gegen die Geldwäsche habe zudem weiter Vorrang. Das Dokument soll die offizielle Position der Europäischen Union im Vorfeld einer Konferenz der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs widerspiegeln, die für den 18. Juli geplant ist. Die EU fordert in dem Schriftstück außerdem die G20-Staaten dazu auf, eine internationale Vereinbarung zur Digitalsteuer in diesem Jahr anzustreben.

    17.50 Uhr: Israels Militärchef und Tausende Soldaten in Quarantäne

    Das Coronavirus breitet sich auch in der israelischen Armee aus. Generalstabschef Aviv Kochavi und andere Offiziere müssten sich in Quarantäne begeben, teilte die Armee mit. Der ranghöchste Militär sei vor etwa einer Woche mit einem Soldaten in Kontakt gekommen, der inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Am Mittwoch hatte sich bereits Verteidigungsminister Benny Gantz nach einem möglichen Kontakt mit einem Corona-Infizierten in Quarantäne begeben. Eine israelische Armeesprecherin erklärte, 316 Soldaten seien gegenwärtig mit dem Virus infiziert. Rund 9100 Soldaten und Armee-Mitarbeiter befänden sich in Quarantäne.

    17.30 Uhr: Aschaffenburg - 82 Personen in Quarantäne

    Im Stadtgebiet Aschaffenburg sind mehrere Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. Wie die Stadt Aschaffenburg mitteilt, befinden sich aktuell 82 Personen in Quarantäne. Eine Kindergartengruppe in Leider und ein Hort in Schweinheim wurden geschlossen. Auch in einer der dezentralen Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt gelten für alle Bewohner Ausgangsbeschränkungen. "Sowohl die Kontaktpersonen in Kindergarten und Hort als auch die Bewohner der betroffenen Flüchtlingsunterkunft befinden sich in Quarantäne", sagt Jürgen Herzing, Aschaffenburgs Oberbürgermeister, auf BR-Nachfrage. Vier Erwachsene und zwei Kinder hätten sich auf einer Hochzeitsfeier in Memmingen mit dem Corona-Virus infiziert. Angeblich sind mehrere Landkreise in Bayern von den Nachwehen der Hochzeit betroffen.

    Zehn Menschen sind laut den Angaben des Gesundheitsamts aktuell im Stadtgebiet Aschaffenburg mit dem Corona-Virus infiziert, fünf sind es im Landkreis Aschaffenburg. Zwei Menschen werden intensivmedizinisch versorgt. Insgesamt ist die Zahl der Personen, die sich in Stadt und Kreis Aschaffenburg in Quarantäne befinden, von 18 am Montag auf 106 am heutigen Donnerstag angestiegen.

    16.45 Uhr: Erste Bilanz aus Coronavirus-Pandemie im November

    Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen erstmals im November Bilanz über den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie und die Arbeit der WHO ziehen. Die WHO kündigte eine unabhängige Kommission an, die von der früheren Premierministerin Neuseelands, Helen Cark, und der früheren Präsidentin Liberias, Ellen Johnson Sirleaf, geleitet wird. Die Untersuchung hatten die 194 Mitgliedstaaten bei der virtuellen Gesundheitsversammlung im Mai in Genf bereits beschlossen. Nach dem Zwischenbericht im November soll bis zur Gesundheitsversammlung im Mai nächsten Jahres der Abschlussbericht präsentiert werden.

    Clark und Sirleaf sollen mit anderen Teilnehmern der "Unabhängigen Kommission für Pandemie-Vorsorge und Reaktion (IPPR)" unter anderem untersuchen, wie es zu der Pandemie kam und was zu tun ist, um eine ähnliche Ausbreitung in Zukunft zu verhindern. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Länder seien trotz zahlreicher Warnungen vor einer Pandemie nicht richtig vorbereitet gewesen. Bei der Untersuchung geht es nicht nur um die Rolle der WHO, sondern um die Leistungen und Fehlleistungen aller Länder.

    16.40 Uhr: In Italien zehn Millionen Touristen weniger im Juni

    Trotz deutlicher Lockerungen der Corona-Schutzvorschriften verzeichnet Italien für den Monat Juni einen spürbaren Einbruch im Tourismussektor. Insgesamt seien zehn Millionen Touristen weniger als gewöhnlich gezählt worden, berichtet der Informationsdienst SIR unter Berufung auf Daten des Verbandes Coldiretti. Dies habe "dramatische Folgen" für die Branche, die in Italien 2,7 Millionen Menschen beschäftige. Auch die Aussichten für den Juli sind den Angaben zufolge trübe. Viele Italiener hätten ihre Reisepläne angesichts der mit der Pandemie verbundenen Unsicherheiten aufgegeben. Und die Zahl der ausländischen Touristen, die ihren Sommerurlaub in Italien verbringen wollten, sei "fast auf Null" gesunken.

    15.12 Uhr: In Bayern bisher 49.003 Menschen positiv getestet

    In Bayern wurden bisher 49.003 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Das teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf seiner Website mit (Stand 9.00 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2.606 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen gelten rund 45.500 Menschen.

    14.53 Uhr: Sterberate durch Corona in Österreich kaum gestiegen

    In der Coronakrise ist die Sterberate in Österreich laut Statistik bezogen auf zwei Monate nur geringfügig gestiegen. Wie die Behörde Statistik Austria mitteilte, ist im März und April die altersstandardisierte Sterberate nur ein Prozent höher gewesen als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019. Im März und April habe die Sterblichkeit mit einem Wert von 167,1 auf 100.000 Personen zwar etwas über dem Jahr 2019 gelegen (162,4 auf 100.000 Personen), aber unter den Zahlen der Jahre 2015 und 2018. Die altersstandardisierte Sterberate berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerungsstruktur, zum Beispiel indem sie den wachsenden Anteil der älteren Menschen einberechnet.

    Die Steigerung war den Angaben zufolge nur ein kurzzeitiger Effekt. Zwar sei die Sterblichkeit mit Ausbruch der Covid-19-Krise Mitte März in Österreich spürbar angestiegen, so Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. Nach einem Höhepunkt in der ersten April-Hälfte mit rund 16 Prozent mehr Sterbefällen als im Durchschnitt sei die Sterblichkeit aber wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen. Statistik Austria zufolge wurde im März und April bei 3,9 Prozent aller Todesfälle Covid-19 als Todesursache angegeben. Die Sterblichkeit der an Covid-19 erkrankten Männer war laut Behörde fast doppelt so hoch wie die der Frauen.

    14.40 Uhr: EU-Kommission setzt auf Blutplasma von Genesenen

    Die Europäische Union will zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie Blutplasma von Genesenen einsetzen und hat deshalb die Mitgliedsstaaten um Unterstützung gebeten. Die Behörden der 27 Mitgliedsstaaten sollen ihre Plasma-Bestände von Rekonvaleszenten aufstocken. Die Behandlung mit diesem Plasma hat oftmals positive Ergebnisse gezeigt, aber dieser Therapieansatz wird noch erforscht. Nach den Plänen der EU-Kommission soll die Maßnahme finanziell gefördert werden.

    14.28 Uhr: Bulgarien nimmt Lockerungen zurück

    Bulgarien hat bereits aufgehobene Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie wieder eingeführt. Gesundheitsminister Ananiew begründete diesen Schritt mit den steigenden Neuinfektionen und der schlechten Corona-Disziplin der Bevölkerung. Vom 10. Juli an dürfen nun Diskotheken, Bars und Nachtclubs ihre Gäste nicht mehr in geschlossenen Räume bewirten. Diese Lokale sollen nur noch im Freien bei 50 Prozent ihrer Kapazität geöffnet bleiben. Im Sportbereich müssen Fußballspiele und andere Turniere ohne Publikum stattfinden. An Festen wie etwa Hochzeiten dürfen jetzt nur noch höchstens 30 Menschen bei Einhaltung von Abstandsregeln teilnehmen. Die Corona-Zahlen hätten mit einem Tagesrekord von 240 neuen Fällen, die am Donnerstag verzeichnet wurden, die vom Gesundheitsminister als kritisch bezeichnete Marke von 200 Fällen pro Tag übertroffen.

    14.19 Uhr: Regensburg erwartet wieder Flusskreuzfahrtschiffe

    In Regensburg werden ab Mitte Juli wieder Flusskreuzfahrtschiffe anlegen. Wie das Stadtwerk Regensburg mitteilt, wird in wenigen Tagen das erste Flusskreuzfahrtschiff an der städtischen Personenschiffahrtslände Halt machen. Möglich machen dies die neuen Corona-Lockerungen, die am Dienstag von der Bayerischen Staatsregierung beschlossen wurden. Insgesamt können am Donauufer bis zu acht Schiffe gleichzeitig ankern, derzeit allerdings nur maximal vier.

    Das Stadtwerk Regensburg geht nicht davon aus, dass diese Kapazitäten in diesem Jahr ausgeschöpft werden. Derzeit würden zwar einige Alt-Reservierungen im Buchungskalender stehen. Einige könnten aber noch von den Reedereien storniert werden, da viele ausländische Gäste nach wie vor nicht nach Deutschland reisen können, heißt es in einer Pressemitteilung.

    13.58 Uhr: Tokio bietet Prämie für Schließung von Nachtclubs

    Die Regierung der japanischen Hauptstadt Tokio will Prämien für die vorläufige Schließung von Nachtclubs zahlen. Damit soll eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vermieden werden. Wie örtliche Medien berichten, sollen Nachtclubs und andere Lokale wie etwa sogenannte Hostess-Bars 500.000 Yen (4.100 Euro) erhalten, wenn sie mehr als zehn Tage lang schließen.

    Damit reagiert Tokios Regierung offenbar auf eine neue Rekordzahl bei den täglichen Corona-Neuansteckungen, von denen viele auf die Vergnügungsviertel der Stadt zurückgeführt werden. Binnen 24 Stunden seien 224 Neuansteckungen nachgewiesen worden, teilten die Behörden am Donnerstag mit.

    Hostess-Bars sind Lokale, die Flirtgelegenheiten mit attraktiven Männern und Frauen ebenso wie hochpreisige Getränke anbieten. Vielfach werden sie von Geschäftsleuten genutzt, um Geschäftspartner zu unterhalten.

    13.47 Uhr: Auf Mallorca auch im Freien Maskenpflicht

    Auf spanischen Mittelmeerinseln werden Gesichtsmasken ab dem Wochenende zur Pflicht. Dies gelte auch im Freien, teilten die Behörden auf den Balearen mit. Dies gilt damit für die beliebten Touristeninseln Mallorca, Ibiza und Menorca. Möglicherweise werde auch die Zahl der Menschen begrenzt, die sich im Freien treffen dürfen, sagte die Chefin der örtlichen Gesundheitsbehörde, Patricia Gómez. Ausnahmen könne es für Strände, Bäder und Sporteinrichtungen geben.

    Zuvor waren auf Mallorca und Ibiza neue Ausbrüche des Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet worden. Im übrigen Spanien gilt eine Maskenpflicht im Freien nur dann, wenn die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten werden können.

    13.36 Uhr: WHO kündigt Prüfausschuss zu Corona-Pandemie an

    Nach Kritik an ihrer Reaktion auf die Corona-Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt angekündigt, einen Prüfausschuss zum Umgang mit dem neuartigen Erreger einzusetzen. Das Mandat des unabhängigen Expertengremiums werde in Abstimmung mit den WHO-Mitgliedstaaten ausgearbeitet, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf mit. Den Vorsitz sollen demnach die frühere neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark und Liberias Ex-Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf übernehmen.

    Ghebreyesus kündigte bei dem virtuellen Treffen der Mitgliedsstaaten eine "unabhängige und umfassende Evaluierung der gelernten Lektionen" an. "Es ist eine Zeit der Selbstreflexion", erklärte er. Ziel sei, aus der Vergangenheit zu lernen, um solche Tragödien in der Zukunft zu verhindern, und die Zusammenarbeit zu stärken, um Leben zu retten. Es werde keinen Standard-Bericht geben, "der ins Regal wandert und verstaubt", versicherte der WHO-Chef.

    13.22 Uhr: Airlines beklagen "Flickenteppich" bei Einreiseverboten aus Drittstaaten in EU

    Der Luftfahrtsektor hat eine Vielzahl unterschiedlicher Regeln der EU-Länder für die Einreise aus Drittstaaten beklagt. In der EU gebe es momentan einen "Flickenteppich von Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen", erklärten die Airlineverbände Airlines for Europe und ACI Europe. "Infolgedessen gibt es sehr wenig Klarheit und erhebliche Unsicherheit darüber, welche Bürger wohin reisen können."

    Die EU-Länder hatten sich Ende Juni auf eine Liste von 15 Drittstaaten geeinigt, für die ab Juli die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote aufgehoben werden können. Der Empfehlung folgten die Länder dann aber auf sehr unterschiedliche Weise. Deutschland etwa erlaubte die Einreise aus elf der 15 Länder mit zusätzlichen Bedingungen für Japan, China und Südkorea. Belgien hingegen hält seine Grenzen für Reisende aus Drittstaaten weiter geschlossen. Ungarn öffnete lediglich seine Grenze zu Serbien.

    13.10 Uhr: Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag

    Der Iran hat eine neue Rekordzahl an Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien 221 Patienten an dem Virus gestorben, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 12.305. Im gleichen Zeitraum wurden über 2.000 Neuinfektionen erfasst. Somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Ansteckungen auf 250.458, so Sprecherin Sima Lari. Der Anstieg sei nach Einschätzung von Experten auf die Lockerungen in den vergangenen Wochen zurückzuführen. Sie hätten dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften nicht mehr ernst nehme.

    12.58 Uhr: Keine Anträge auf Corona-Kredite aus EU-Rettungsschirm

    Fast zwei Monate nach seinem Start hat noch kein Eurostaat einen Kredit aus dem europäischen Hilfsprogramm zur Corona-Krise beantragt. Das geht aus der Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der FDP im Bundestag hervor. Die Beantragung einer Stabilitätshilfe aus dem Rettungsschirm ESM sei "eine autonome Entscheidung" der Länder, betont das Ministerium darin. Seit Mitte Mai stehen 240 Milliarden Euro Kreditlinien aus dem ESM zum Kampf gegen die Folgen der Pandemie bereit. Die EU-Staaten hatten lange und hart um ein Paket zur Krisenhilfe gerungen.

    Länder wie Italien und Spanien, die hart von der Corona-Krise getroffen sind, zögern, die Kredite der EU zu beantragen, obwohl sie so Geld zu deutlich günstigeren Konditionen aufnehmen könnten. Ein Grund könnte der geplante europäische Wiederaufbaufonds sein. Der von Deutschland und Frankreich unterstützte Plan sieht vor, den Staaten mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen unter die Arme zu greifen, statt nur Kredite zu gewähren. Vor allem Schweden, Dänemark, die Niederlande und Österreich sträuben sich allerdings bisher dagegen.

    11.15 Uhr: Jugendliche nur bedingt zufrieden mit Homeschooling

    Jugendliche Schüler haben ihren Schulen ein uneinheitliches Zeugnis für die digitalen Lernangebote in der Corona-Krise ausgestellt. Rund ein Drittel (34 Prozent) der 16- bis 18-Jährigen sind mit den Lernangeboten fürs Homeschooling unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden, wie aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Postbank hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. Demgegenüber gaben 46 Prozent der Befragten an, eher zufrieden mit den Angeboten zu sein. Nur dreizehn Prozent sagten, sie seien sehr zufrieden mit den während der Schulschließungen als schnelle Lösung für den Unterricht zu Hause angebotenen Möglichkeiten. Sieben Prozent der jugendlichen Schüler nutzen keine Online-Lernprogramme.

    11.12 Uhr: Beratungen über Corona-Hygienekonzept von Tönnies

    Nach der corona-bedingten Schließung des Fleischwerks von Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück beraten Vertreter von Behörden und Unternehmen über eine Wiederaufnahme der Produktion. Tönnies hatte dazu ein Hygienekonzept vorgelegt, das in der nicht-öffentlichen Sitzung nun genau unter die Lupe genommen werde, sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh am Donnerstag zu Beginn der Runde. Mit einer endgültigen Entscheidung sei in dem Arbeitstreffen noch nicht zu rechnen, eher mit einem Zwischenergebnis. "Es ist nicht zu erwarten, dass der Knoten heute durchschlagen wird." Der Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück im westfälischen Kreis Gütersloh war am 17. Juni gestoppt worden. Rund 1.400 Arbeiter hatten sich nachweislich mit dem Virus infiziert.

    10.41 Uhr: Viele Maschinenbauer erwarten 2021 bessere Geschäfte

    Die Stimmung im deutschen Maschinenbau hat sich trotz der anhaltenden Auftragsflaute etwas aufgehellt. Die Mehrheit der Unternehmen erwartet im kommenden Jahr wieder steigende Erlöse, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Branchenverbandes VDMA hervorgeht. "60 Prozent unserer Mitglieder rechnen damit, 2021 nominale Umsatzsteigerungen zu erzielen", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Bis das Umsatzniveau von 2019 wieder erreicht sei, sei es aber noch ein langer und steiniger Weg. Mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet in diesem Jahr infolge der Corona-Krise Umsatzeinbußen von 10 bis 30 Prozent.

    10.32 Uhr: Wegen Corona: 23 Prozent weniger Kriminalität in NRW

    Weniger Kriminalität in Nordrhein-Westfalen: Seit Beginn der Corona-Pandemie liegt die Zahl der Delikte deutlich unter den Werten des Vorjahres. Zwischen Anfang März und Ende Juni dieses Jahres gab es insgesamt 365.676 Strafanzeigen. Das sind 107.954 Anzeigen weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Das ist ein Rückgang um knapp 23 Prozent. "Wenn das öffentliche Leben zurückgefahren wird, passiert auch weniger. Weniger Strafanzeigen, das ist eine erfreuliche Entwicklung. Auch wenn es nur vorläufige Zahlen sind, können wir schon erste Trends erkennen. Der Rückgang gilt für fast alle Arten von Delikten", sagte Innenminister Herbert Reul in einer "Corona-Zwischenbilanz".

    10.17 Uhr: Steigender Lkw-Verkehr signalisiert Konjunkturerholung

    In Deutschland gibt es immer mehr Hinweise auf eine Konjunkturerholung nach dem heftigen Einbruch in der Corona-Krise. Im Juni ist die Aktivität auf deutschen Autobahnen weiter gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Die Statistiker meldeten im Monatsvergleich einen saisonbereinigten Zuwachs der Lkw-Maut-Fahrleistung um 4,7 Prozent. Bereits im Mai war die Fahrleistung der mautpflichtigen Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen um 6,2 Prozent gestiegen. Die Lkw-Fahrleistung steht in engem Zusammenhang mit der Industrieproduktion in Deutschland. Der Index gibt daher frühe Hinweise zur Konjunkturentwicklung im Juni.

    10.03 Uhr: Prüfung weiterer Corona-Hilfen nach Sommerpause

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will nach der Sommerpause überprüfen, ob neue staatliche Hilfen in der Corona-Krise nötig sind. "Da wir nicht genau wissen, wann der Wendepunkt erreicht ist, ab dem es wieder aufwärts geht, müssen wir unser staatliches Handeln immer wieder neu überprüfen und anpassen", sagte Altmaier der "Augsburger Allgemeinen". Die derzeitigen Überbrückungshilfen würden vielen Unternehmen das Überleben sichern. "Es wäre jedoch im höchsten Maße unseriös, wenn jemand behaupten würde, jetzt schon zu wissen, wie sich die Situation im Herbst darstellt", sagte Altmaier. Die meisten der bestehenden Finanzhilfen für Unternehmen und Selbständige laufen im September und Oktober aus, auch die Verlängerung der Anzeigepflicht für Insolvenzen endet.

    10.00 Uhr: Unternehmen planen nach Corona mit mehr Homeoffice

    Das Homeoffice dürfte einer Studie zufolge auch über das Ende der Corona-Zeit hinaus an Bedeutung gewinnen und in vielen Unternehmen neue Normalität werden. Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung haben für ein Lagebild die Stimmung in rund 500 Unternehmen abgefragt. Ergebnis: Fast die Hälfte (42 Prozent) hat schon beschlossen, die Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten, nach der Corona-Krise noch auszuweiten. Ein ebenso großer Anteil ist zwar noch unentschlossen, zurück zu weniger Homeoffice will aber kaum ein Unternehmen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie.

    09.42 Uhr: Südafrikas Gauteng-Provinz plant Zehntausende Gräber

    Angesichts der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen bereitet Südafrikas Wirtschaftszentrum um Johannesburg Zehntausende Gräber vor. Die Gauteng-Provinz - zu der neben Johannesburg auch noch die Hauptstadt Pretoria gehört - wolle auf plötzlichen Bedarf reagieren können, sagte der regionale Gesundheitsminister Bandile Masuku. Am Vortag hatte er einen neuen Friedhof besucht und vor laufender Kamera auf die Frage nach der Zahl der künftigen Grabstätten dort erklärt: "Die Zahl liegt bei rund 24.000, mit einer möglichen Aufstockung auf 36.000." Es sei eine unangenehme Aufgabe. Auch in anderen Kommunen würden Plätze gesucht und Land angekauft. Die Provinz Gauteng hat nach den letzten verfügbaren Zahlen mit 75.015 ein Drittel aller landesweiten Corona-Infektionen.

    09.41 Uhr: Mexiko: Neuer Höchststand bei täglichen Infektionen

    In Mexiko hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekordstand erreicht. In den vergangenen 24 Stunden seien 6.995 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf 275.003, die Zahl Todesopfer in dem lateinamerikanischen Land beträgt 32.796. Damit ist Mexiko weltweit das am fünftstärksten von der Pandemie betroffene Land.

    Im südamerikanischen Peru stieg die Zahl der Corona-Toten derweil auf über 11.000. Nachdem binnen 24 Stunden weitere 181 Infizierte gestorben seien, belaufe sich die landesweite Opferzahl nun auf 11.133, teilte das Gesundheitsministerium in Lima mit. Die Zahl der Infektionen stieg um 3.633 auf 312.911. Damit ist das 33-Millionen-Einwohner-Land nach Brasilien das Land mit den höchsten Infektionszahlen in Lateinamerika.

    09.41 Uhr: Kein Sonderrecht mehr für Mieter in der Corona-Krise

    Das sogenannte Miet-Moratorium, das der Bundestag zum Schutz von Mietern im März verabschiedet hatte, soll säumige Mieter vor dem Rauswurf bewahren. Denn das Gesetz verbietet Kündigungen, wenn Mieter aufgrund von coronabedingten Einkommensverlusten ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Allerdings müssen sie nach dem Gesetz "glaubhaft machen", dass die Corona-Krise die Ursache für ihre Zahlungsunfähigkeit ist. Mieterschützer fürchten, dass sich Wohnungskündigungen in den kommenden Wochen und Monaten häufen werden. Grund: Das gesetzliche Mietmoratorium ist am 1. Juli ausgelaufen. Coronabedingte Einnahmenausfälle sind aber nach den Prognosen der einschlägigen Wirtschaftsinstitute weiter zu erwarten.

    08.53 Uhr: Gemeldete Insolvenzen trotz Krise im April rückläufig

    Trotz Corona-Krise ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland zuletzt gesunken. Im April haben die Amtsgerichte 1.465 Unternehmensinsolvenzen gemeldet, wie das Statistische Bundesamtes (Destatis) am Donnerstag mitteilte. Das sind 13,3 Prozent weniger als im April 2019. "Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider", erklärten die Statistiker. Ein Grund dafür sei, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März ausgesetzt ist.

    08.41 Uhr: Corona-Ausgangssperre für Melbourne in Kraft getreten

    Wegen eines starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen gilt für die Einwohner der australischen Metropole Melbourne seit Donnerstag erneut eine Ausgangssperre. Die mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes dürfen seit Mitternacht ihre Häuser nur noch aus wichtigen Gründen verlassen. Die Ausgangssperre gilt für mindestens sechs Wochen. Für Teile von Melbourne galt, unter anderem wegen neuer Infektionsherde in mehreren Hochhäusern, bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Nun wurde die Maßnahme auf die gesamte Metropolregion ausgeweitet.

    08.36 Uhr: Deutsche Exporte im Mai um fast 30 Prozent eingebrochen

    Die deutschen Exporte sind im Mai wegen der Corona-Pandemie weiter deutlich hinter den Vorjahreswerten zurückgeblieben: Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden aufgrund vorläufiger Ergebnisse mitteilte, lagen die Ausfuhren um 29,7 Prozent niedriger als im Mai 2019. Zugleich wuchsen die Exporte im Vergleich zum April kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat April 2020 um neun Prozent.

    08.09 Uhr: Indien verzeichnet Rückgang der Corona-Ansteckungsrate

    Indien meldet trotz täglich Tausender Neuinfektionen einen Erfolg im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Die Ansteckungsrate sei in der ersten Juliwoche auf 1,19 gesunken, teilte das mathematische Institut in Chennai mit. Der Wert sei seit dem Höhepunkt mit 1,83 im März ständig zurückgegangen. Die Ansteckungsrate gibt an, wie viele Menschen ein Erkrankter mit dem Virus ansteckt. Ziel sind Werte von weniger als 1. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag knapp 25.000 Neuinfektionen an einem Tag. Die Gesamtzahl lag damit bei 767.296 Infektionen.

    08.05 Uhr: Minus von 74,8% bei Gästeübernachtungen im Mai 2020

    Im Mai 2020 ging die Zahl der Gästeübernachtungen mit einem Minus von 74,8 % im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut außergewöhnlich stark zurück. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, gab es aufgrund der Corona-Krise in den Beherbergungsbetrieben nur noch 11,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Besonders deutlich war der Einbruch bei den Gästen aus dem Ausland: Hier konnten die heimischen Beherbergungsbetriebe im Mai nur 0,7 Millionen Übernachtungen registrieren. Dies entspricht einem Rückgang von 90,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Zugleich verbuchten die Betriebe 10,5 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste (-71,5 %). Ursache des Rückgangs ist wie schon im April das seit Mitte März geltende Verbot zur Beherbergung privatreisender Gäste

    07.53 Uhr: Tokio: Höchste Tageszahl an Corona-Fällen seit Ausbruch

    Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 224 neue Infektionsfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schürt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle.

    07.35 Uhr: Nach Trump-Kritik: US-Gesundheitsbehörde will Leitlinien für Schulöffnungen weniger streng machen

    Nach scharfer Kritik von Präsident Donald Trump will die US-Gesundheitsbehörde CDC ihren Leitfaden für die Wiedereröffnung von Schulen in der Corona-Krise überarbeiten. "Der Präsident hat heute gesagt, dass wir einfach nicht wollen, dass die Leitlinien zu streng sind. Deshalb wird CDC nächste Woche einen neuen Satz an Maßnahmen herausgeben", sagte Vizepräsident Mike Pence bei einer Pressekonferenz der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses am Mittwoch (Ortszeit). Entscheidungen sollten weiterhin von Bundesstaaten und Gemeinden getroffen werden. Trotz rapide steigender Fallzahlen dringt Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, auf eine Öffnung der Schulen im Land nach den Sommerferien

    06.30 Uhr: Südkorea nimmt Sektenmitglieder fest

    Wegen des Coronavirus haben südkoreanische Behörden mehrere Sektenmitglieder festgenommen. Sie werden für einen massenhaften Anstieg von Infektionen zu Beginn der Pandemie verantwortlich gemacht und sollen Viruskontrollen absichtlich behindert haben.

    05.30 Uhr: Verbraucher rechnen mit anhaltenden Corona-Einschränkungen

    Die Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) rechnet damit, dass die coronabedingten Einschränkungen noch mindestens sechs Monate den eigenen Alltag prägen werden. Jeder vierte befürchtet sogar, dass das Leben auch in mehr als einem Jahr noch nicht wieder "normal" verlaufen wird. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor, für die mehr als 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt wurden. Rund 47 Prozent der Befragten erwarten dagegen innerhalb der nächsten sechs Monate eine Rückkehr zur Normalität.

    05.25 Uhr: 442 Neuinfektionen und zwölf weitere Todesfälle

    Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt binnen 24 Stunden um 442 auf 197.783, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um zwölf auf 9.048.

    05.03 Uhr: Corona-Infektionszahlen in Tulsa seit Trump-Auftritt deutlich gestiegen

    Rund zweieinhalb Wochen nach der umstrittenen Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ist in der Stadt eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurde zuletzt eine Zunahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen.

    Der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, wollte zwar nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Er nannte es jedoch "mehr als wahrscheinlich", dass der Anstieg der Zahlen mit "mehreren Großereignissen vor etwas mehr als zwei Wochen" in Verbindung stehe.

    03.27 Uhr: 59.000 Neuinfektionen in den USA

    Die Vereinigten Staaten melden nach offiziellen Angaben mehr als 59.000 Neuinfektionen. Wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, entspricht dies dem größten Anstieg an Coronavirus-Fällen, der bislang innerhalb eines Tages von einem Land verzeichnet wurde. Es ist der zweite Tag in Folge, an dem die Zahl der Todesopfer binnen 24 Stunden um mehr als 900 steigt. Die Vereinigten Staaten verzeichnen insgesamt über drei Millionen Infizierte und 132.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Coronavirus-Fälle in den USA steigen laut den Reuters-Daten in 42 der 50 Bundesstaaten.

    02.22 Uhr: Weltweit mehr als 12 Millionen infiziert

    Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters sind weltweit mehr als zwölf Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Fälle ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation dreimal so hoch wie die jährlichen Grippeinfektionen. Seit dem Ausbruch vor sieben Monaten sind mehr als eine halbe Millionen Menschen an den Folgen der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Dies ist vergleichbar mit der jährlichen Zahl der Grippe-Toten. Der erste Coronavirus-Fall wurde Anfang Januar in Wuhan gemeldet und innerhalb von 149 Tagen stieg die Zahl auf offiziell 6 Millionen bestätigte Fälle. In weniger als einem Drittel dieser Zeit – in 39 Tagen – verdoppelte sich die Zahl der infizierten Personen auf 12 Millionen. Die Reuters-Zählung, die auf Regierungsdaten basiert, zeigt, dass sich die Krankheit derzeit am schnellsten in Lateinamerika ausbreitet. Auf Amerika entfallen mehr als die Hälfte der weltweiten Infektionen und fast die Hälfte der Todesfälle. Brasilien und die Vereinigten Staaten zeichnen sich seit Anfang Juli für rund 45 Prozent aller neuauftretenden Fälle verantwortlich.

    00.38 Uhr: Tausende protestieren gegen serbischen Staatschef

    In der serbischen Hauptstadt Belgrad ist es infolge der Ankündigung verschärfter Coronavirus-Beschränkungen erneut zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. Einige regierungsfeindliche Demonstranten warfen vor dem Parlamentsgebäude Steine und brennende Gegenstände auf Polizisten. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas und Fernsehaufnahmen zeigten, wie Polizisten auf Demonstranten einprügelten. Innenminister Nebojsa Stefanovic sagte, zehn Polizisten seien verletzt worden. Er machte keine Angaben zu verletzten Demonstranten.

    Donnerstag, 9. Juli 2020

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