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Bundesgesundheitsminister Spahn sieht kein Ende des Lockdowns in greifbarer Nähe.

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Spahn geht von Lockdown-Verlängerung aus

Weiterhin deutet alles auf eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns hin. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte, er sehe nicht, wie man in der aktuellen Corona-Lage in den Modus vor dem Lockdown zurückkehren könne.

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Von
  • Georg Wolf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht angesichts der hohen Corona-Todes- und Infektionszahlen keine Möglichkeit, den aktuellen Lockdown zu beenden. "1.129 Familien werden diesen Jahreswechsel in Trauer erleben", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die aktuell gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Corona.

"Diese Zahlen belegen, wie brutal dieses Virus immer noch zuschlägt." Von einer Normalität sei man noch sehr weit entfernt. "Ich sehe also nicht, wie wir in dieser Situation zurückkehren können in den Modus vor dem Lockdown."

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Kurz vor dem Jahreswechsel meldet das Robert Koch-Institut einen neuen Höchststand bei den Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Bundesgesundheitsminister Spahn sieht kein Ende des Lockdowns in greifbarer Nähe.

Spahn: Kontaktbeschränkungen auch nach 10. Januar

Auch nach dem 10. Januar brauche es in jedem Fall eine starke Reduzierung der Kontakte, sagte Spahn. Zur Frage nach einer Öffnung von Schulen und Kindertagesstätten verwies er auf die für den 5. Januar geplanten Bund-Länder-Beratungen, denen er nicht vorgreifen wolle.

Im Zweifel sei er dafür, "lieber jetzt am Stück eine Woche zu lang als ein Woche zu wenig". Ziel sei es, im Anschluss über einen längeren Zeitraum mit dem Infektionsgeschehen umgehen zu können.

Hinsichtlich des Jahreswechsels mahnte Spahn die Bevölkerung erneut zur Vorsicht: "Es ist notwendig, dass dieses das wahrscheinlich ruhigste Silvester werden wird, an das sich Deutschland erinnern kann."

Corona-Impfungen: Spahn mahnt zur Geduld

Spahn mahnte nach dem Start der Corona-Schutzimpfungen zu Geduld. "Der Impfstoff ist auf der ganzen Welt knapp", sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Er verstehe, dass viele Menschen gerade ungeduldig würden und so schnell wie möglich geimpft werden wollten. Zug um Zug würden mehr Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer und weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Über 60.000 Deutsche bislang geimpft

"Der Impfstart ist gelungen", bilanzierte Spahn, nachdem am Sonntag EU-weit die Impfungen begonnen hatten. Mehr als 1,3 Millionen Dosen würden allein in Deutschland noch in diesem Jahr ausgeliefert, über 60.000 Deutsche vor allem in Pflegeheimen seien bereits geimpft.

Spahn räumte aber auch ein, dass es zum Start der Kampagne vereinzelt Probleme gegeben habe: "Ja, es ruckelt an der einen oder anderen Stelle", sagte er. Insgesamt aber sei die "größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands erfolgreich angelaufen", sagte Spahn.

"Lassen wir jetzt denjenigen den Vortritt, die die Impfung am dringendsten brauchen, weil sie sie am besten schützt", sagte Spahn und nannte Hochbetagte, Pflegebedürftige und jene, die sie betreuen. Explizit rief der Minister Mediziner und Pflegekräfte auf, sich impfen zu lassen. Sie hätten eine "doppelte Verantwortung". "Sie sind Vorbild für viele, und sie schützen sich und andere", sagte Spahn.

Spahn verteidigt gemeinsames europäisches Vorgehen

Auf Kritik angesprochen, Deutschland habe im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien oder Israel bislang zu wenig Impfstoffdosen zur Verfügung, antwortete Spahn eindringlich, man habe sich in erster Linie für den gemeinsamen europäischen Weg entschieden. Nichts desto trotz gebe es nun - im Anschluss an die europäische Lösung - auch einen bilateralen Vertrag mit Biontech über weitere Impfdosen. Neben der europäischen Union gebe es nur eine geringe Zahl von einzelnen Ländern, die überhaupt über Impfstoff verfügen würden. Einige andere Nationen würden voraussichtlich auch noch Monate lang ohne Impfstoff auskommen müssen, sagte Spahn.

Cichutek wirbt für Impfstoff

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, warb auf der Pressekonferenz nochmals eindringlich für die Wirksamkeit des Impfstoffes von Biontech/Pfizer: "Wir haben einen sehr wirksamen Impfstoff, der nach allen Regeln der Kunst geprüft wurde."

Zulassung von Moderna-Impfstoff bereits Anfang Januar

Spahn erwartet Anfang Januar die Zulassung eines weiteren Impfstoffs, den des US-Biotechkonzern Moderna. "Wir dürfen - Stand heute - für nächste Woche die Zulassung eines weiteren Impfstoffs erwarten - von Moderna", kündigt er an. Man sei im Gespräch mit Moderna, um zügig eine Belieferung sicherstellen zu können. Er gehe davon aus, dass im ersten Quartal anderthalb bis zwei Millionen Dosen Moderna-Impfstoff zur Verfügung stünden. "Wenn es am 6. Januar zur Zulassung käme, sehe ich noch nicht, dass wir direkt am 7. Januar werden starten können", räumt er ein. Es werde aber alles getan, um möglichst schnell auch den Impfstoff verfügbar zu machen.

Die gesamte Pressekonferenz zum Nachschauen auf dem Facebook-Channel von BR24:

Gesundheitsämter melden RKI erstmals über 1.000 Corona-Todesfälle

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat am Mittwoch zum ersten Mal die Marke von 1.000 überschritten und damit einen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem RKI 1.129 neue Todesfälle. Außerdem wurden 22.459 Neuinfektionen gemeldet. Am Mittwoch der Vorwoche (23.12.) waren 24.740 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 962 Todesfällen gemeldet worden. Allerdings seien die aktuellen Zahlen wegen der Weihnachtsfeiertage nicht so aussagekräftig wie sonst, sagte RKI-Chef Lothar Wieler. Denn an diesen Tagen würden weniger Menschen zur Ärztin oder zum Arzt gehen.

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