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Mitglieder des Asow-Regiments in Charkiw am 11. März 2022 bei einer taktischen Übung. Asow wurde 2014 gegründet und kämpfte damals im Donbass - im aktuellen Krieg verteidigen sie angeblich Mariupol.

Mitglieder des Asow-Regiments in Charkiw am 11. März 2022. Asow kämpfte 2014 im Donbass - im aktuellen Krieg verteidigen sie angeblich Mariupol.

Bildrechte: SERGEY BOBOK / AFP
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    Asow-Regiment: Ukrainische Helden oder Extremisten?

    Auf TikTok verbreiten sich Videos, in denen das ukrainische Asow-Regiment gefeiert wird. Russland sieht das als Beleg für Rechtsextreme im Militär. Helden oder Nazis: Wer ist Asow - und welche Kontakte gibt es nach Deutschland? Ein #Faktenfuchs

    Von
    Jonas MillerJonas MillerElisabeth KagermeierElisabeth Kagermeier
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    Kämpfer in Militärkleidung, die mit Sturmgewehr und Sonnenbrille posieren, durch Schützengräben laufen, zwischendurch aber auch Hunde streicheln oder tanzen: Auf TikTok verbreiten sich derzeit zahlreiche Propaganda-Videos zum Asow-Regiment, das auf der Seite der Ukraine kämpft, und der daraus entstandenen Bewegung, die gemeinhin als rechtsextrem eingestuft wird.

    Die Videos wurden hunderttausende Male aufgerufen, unterlegt sind sie zum Beispiel mit russischsprachiger Rapmusik oder dem Nirvana-Song "Smells Like Teen Spirit". In den Kommentaren heißt es "Asov forever" und "Asov sind die Besten", Hakenkreuze finden sich dort mehrfach, werden von der Plattform offensichtlich nicht gelöscht. Auch auf Profilen, deren Angaben nahelegen, dass deutsche Jugendliche dahinter stecken, äußern sich User so.

    In sozialen Medien wie TikTok gibt es derzeit viel Propaganda zum Russland-Ukraine-Krieg - von beiden Seiten. Einerseits feiern Rechte die Asow-Kämpfer als Helden. Andererseits äußern sich in den BR24-Kommentaren zum Beispiel auf TikTok solche, die der russischen Behauptung glauben, dass das Massaker in Butscha - angeblich auch mit Beteiligung von Asow - inszeniert wurde. Warum diese Behauptung der angeblichen Inszenierung von Butscha falsch ist, und die Bilder der Toten auf den Straßen authentisch, hat der #Faktenfuchs bereits hier gezeigt.

    Russische Staatsmedien und prorussische Aktivisten nutzen das Asow-Regiment immer wieder als angeblichen Beleg für die Behauptung, dass die ukrainische Armee von Nazis unterwandert sei und rechtsextreme, ultranationale Kräfte in der Ukraine das Sagen hätten. Die angestrebte "Entnazifizierung" der Ukraine ist einer der Gründe, die Putin für den Einmarsch Ende Februar nennt. Doch welche Bedeutung hat Asow in der Ukraine wirklich? Der #Faktenfuchs klärt, was man über Truppenstärke, Unterstützung in der Bevölkerung und Kontakte nach Deutschland von Asow weiß.

    TikTok-Videos stellen Asow heroisch dar. Die Kämpfer zeigen sich bei Militärübungen, posieren mit Waffen oder streicheln Kampfhunde.

    Bildrechte: Collage: BR / Bilder: TikTok (Screenshots: BR)

    Was ist Asow überhaupt?

    Weil die ukrainische Armee den russischen Separatisten 2014 im Krieg um den Donbass wenig entgegenzusetzen hatte, gründeten sich in der Ukraine Freiwilligen-Bataillone, in der sich Bürgerinnen und Bürger mit und ohne militärische Erfahrung zusammenschlossen. Ziel war die Selbstverteidigung der Ukraine gegen russische Separatisten. Eines dieser Bataillone nannte sich Asow, nach dem Asowschen Meer, das östlich der Krim die Ukraine und Russland trennt.

    Gründer des Bataillons waren Andrij Biletzki, Oleh Ljaschko und Dmytro Kortschynskyj. Bei allen dreien handelt es sich laut Rechtsextremismus-Expertin Lara Schultz um extrem rechte und nationalistische Akteure. Die Politikwissenschaftlerin arbeitet für die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V. und beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit der extremen Rechten in Mittel- und Osteuropa.

    Das Asowsche Meer, nach dem sich das Asow-Regiment benannt hat, grenzt an die Krim, die ukrainische Küste vor Mariupol und die russische Küste.

    Bildrechte: BR

    Wenige Monate nach der Gründung des Bataillons wurde Asow zum Regiment, also zu einem größeren militärischen Verband, erläutert Schultz im Gespräch mit dem #Faktenfuchs. "Gleichzeitig gab der damalige ukrainische Innenminister Arsen Avakov die Eingliederung dieses neuen Asow-Regiments in die Nationalgarde bekannt.

    Die Nationalgarde besteht hauptsächlich aus Freiwilligen und ist nicht Teil der Streitkräfte. Die dort organisierten Nationalgardisten sollen die Grenzen sichern, den Kampf gegen den Terrorismus übernehmen und die innere Sicherheit aufrechterhalten.

    Asow ist vor allem durch die Verteidigung von Mariupol 2014 und die Befreiung der Stadt von prorussischen Separatisten bekannt und wird in der Ukraine auch heute noch dafür gefeiert. Zum fünfjährigen Jubiläum 2019 marschierten Asow-Kämpfer mit anderen Mitgliedern der Nationalgarde durch die Stadt. Derzeit kämpft das Asow-Regiment als Teil der Nationalgarde an der Seite der ukrainischen Armee gegen die russischen Soldaten.

    Asow-Kämpfer (rechts) und andere Mitglieder der Nationalgarde feiern im Juni 2019 in Mariupol fünf Jahre Befreiung von prorussischen Separatisten

    Bildrechte: VGENIYA MAKSYMOVA / AFP

    Unterschied Asow-Regiment und Bewegung

    Andrij Biletzki war laut Lara Schultz schon zur Gründungszeit des Asow-Bataillons 2014 in rechtsextremen Kreisen unterwegs und führte neonazistische Organisationen an. Im Oktober 2016 gründete Biletzki eine Asow-nahe Partei: "National Corps". Biletzki konzentrierte sich laut Schultz damit auf die politische Arbeit innerhalb der Asow-Bewegung und war kein Teil des Regiments mehr.

    In einem Video des Auslandssenders Deutsche Welle ist Biletzki 2017 im ukrainischen Parlament zu sehen. Damals war er als formal unabhängiger Abgeordneter ins Parlament gewählt worden. Dort drohte er den Parlamentariern unverhohlen mit einem Umsturz: "Wir werden genügend Mut, Kraft und Entschlossenheit aufbringen können, um dieses Parlament aufzulösen (..). Wir haben uns hier versammelt, um den Kampf um die Macht zu beginnen".

    Bei der Betrachtung, wie extrem die Überzeugungen von Asow sind, muss man unterscheiden zwischen dem Asow-Regiment als militärischem Ableger und der Asow-Bewegung um die Partei "National Corps", die der politische Arm ist.

    Von Asow selbst wird diese Unterscheidung propagiert: Regiment und Partei (Bewegung) seien unabhängig voneinander. Es seien zwei Seiten einer Medaille, sagt Stephan Kramer, Verfassungsschutz-Chef von Thüringen, der ARD. Laut Lara Schultz besteht auch ein "Unvereinbarkeitsbeschluss": Aktive Kämpfer könnten nicht Parteimitglied werden. Auch eine Mitarbeiterin einer deutschen Sicherheitsbehörde untermauert diese Einschätzung: Beim Regiment spiele eine rechtsextreme Ideologie "eher eine untergeordnete Rolle", sagt sie im Gespräch mit dem #Faktenfuchs; sie möchte namentlich nicht genannt werden. Das Regiment gebe sich aber nur gemäßigter.

    Extremismusforscher Alexander Ritzmann vom "Counter Extremism Project" sagte der ARD im März 2022, dass das Regiment auch in der Symbolik abgerüstet habe. Die Wolfsangel - ein Symbol, das von Rechtsextremisten genutzt wird - sei zwar noch im Asow-Emblem, andere extremistische Symbole seien aber entfernt worden. Die Wolfsangel bedeute im Ukrainischen so viel wie "Unsere Nation".

    Die politische Asow-Bewegung ist laut Sicherheitsbehörden dagegen viel ideologisierter. Informationen aus Sicherheitskreisen besagen, dass "politisch motivierte Personen das Regiment verlassen haben, um sich eher in der Asow-Bewegung zu engagieren."

    In ihrem Parteiprogramm benennt die aus Asow entstandene Partei "National Corps" eine Vorstellung des Ukrainozentrismus, einen Vorrang der nationalen Interessen, eine deutliche Beschränkung der Zuwanderung. "Diese Ideologie beruht auf dem spezifisch ukrainischen Faschismus, der Natiokratie, mit einem Staat als optimaler Existenzform der Nation, in der alle Gesellschaftsmitglieder sich um eine gemeinsame Idee vereinen, es somit keiner Parteien mehr bedarf, sondern lediglich 'Führer' auf allen Ebenen", erklärt Rechtsextremismus-Expertin Lara Schultz. Ihr zufolge geht auf die "National Corps"-Partei auch die Idee zurück, dass "militarisierte Strukturen parallel zu den staatlichen aufgebaut werden sollten, damit es keine Notwendigkeit gebe, Aktionen mit den offiziellen Streitkräften zu organisieren."

    Asow-Veteranen mit Wolfsangel-Fahnen bei Demo "Keine Kapitulation" 2020 in Kiew mit 15.000 Teilnehmern, die den Rücktritt von Selenskyj forderten

    Bildrechte: SERGEI SUPINSKY / AFP

    Wie groß ist das Asow-Regiment?

    Zur Gruppenstärke des Asow-Regiments liegen unterschiedliche Zahlen vor. Nach Informationen des #Faktenfuchs schätzen Mitarbeiter einer deutschen Sicherheitsbehörde den Anteil auf "zwischen 900 und 1.500 Personen", verweisen aber darauf, dass die Mitgliederzahl 2017 noch bei 2.500 lag.

    Auch die Politikwissenschaftlerin Lara Schultz kann keine genauen Zahlen nennen. Sie verweist auf die ukrainische NGO "Far-right Violence Monitoring Group". Diese geht davon aus, dass bis 2016 rund 5.000 Asow-Mitglieder im Donbass im Einsatz waren. Aktuell sollen Asow-Kämpfer vor allem die Hafenstadt Mariupol verteidigen, Fotos einer Nachrichtenagentur zeigten Teile des Regiments im März auch in Charkiw.

    Der “Washington Post” gegenüber behauptete der ehemalige Asow-Kommandant Andrij Biletzki Anfang April, dass dem Regiment insgesamt mehr als 10.000 Kräfte angehörten - eine Schätzung, die sonst aber kein Experte äußert. Auf Anfragen des #Faktenfuchs zur Größe und Rolle von Asow reagierten weder Asow noch die ukrainische Botschaft.

    Welche Rolle spielt Asow im derzeitigen Krieg?

    Auch wenn die Angaben zwischen 900 und 10.000 Anhängern schwanken: So oder so bildet das Asow-Regiment nur einen kleinen Teil der ukrainischen Kämpfer insgesamt. Denn laut Angaben des ukrainischen Generalkonsulats in München beträgt die Personenzahl der regulären Armee insgesamt rund 250.000 Personen. "Weil das Asow-Regiment in die Nationalgarde eingegliedert ist, darf Asow im Falle eines bewaffneten Konflikts oder eines Angriffs auch an Kampfhandlungen teilnehmen", erklärt Lara Schultz.

    Welche Unterstützung erfährt Asow in der Bevölkerung?

    Hier unterscheiden die Experten aus den Sicherheitsbehörden und Politikwissenschaftlerin Schultz wieder zwischen dem Regiment und der politischen Bewegung. "Als Regiment ist Asow dasjenige, das am meisten in der Bevölkerung wahrgenommen wird, dem die Verteidigung von Mariupol 2014 zugutegehalten und dessen Kampfkraft geschätzt wird", sagte Schultz dem #Faktenfuchs.

    Auch aktuell spiele das Regiment eine "große Rolle bei der Verteidigung von Mariupol", heißt es aus den Sicherheitsbehörden. Der militärische Arm von Asow erhalte "relativ große Unterstützung" aus der ukrainischen Bevölkerung. Daher gebe es viele Spenden für das Regiment. Auch auf sozialen Medien wie TikTok werden die Kampfhandlungen von Asow in Mariupol von Ukrainern gefeiert.

    Die Bewegung allerdings, die laut Schultz und deutschen Sicherheitsbehörden offen rechtsextrem agiert, genieße wenig Rückhalt in der Bevölkerung. Als Partei "National Corps" konnte sie bei den Parlamentswahlen 2019 keine großen Erfolge verzeichnen: Sie kam auf gut zwei Prozent der Stimmen, ist damit an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und nicht im Parlament vertreten.

    Generell verloren rechtsextreme und ultra-nationalistische Parteien bei den Wahlen 2019 in der Ukraine deutlich an Stimmen. Putins Vorwand der "Entnazifizierung der Ukraine" passt also nicht zur parlamentarischen Realität.

    Welche Verbindungen gibt es von Asow nach Deutschland und Bayern?

    Welche Verbindungen der politische Arm von Asow auf andere Länder und auch Deutschland hat, beobachten Nachrichtendienste und der Verfassungsschutz. Vor allem die rechtsextreme Kleinstpartei "Der Dritte Weg" pflegt Verbindungen zur Asow-Bewegung in der Ukraine, zeigen #Faktenfuchs-Recherchen.

    "Über die Jahre konnten mehrere persönliche Kontakte festgestellt werden", teilte René Rieger, Sprecher des Bayerischen Verfassungsschutzes, dem #Faktenfuchs auf Anfrage mit. "So nahm beispielsweise am 14. Oktober 2018 wie bereits 2017 eine Delegation des "Dritten Weg" mit bayerischer Beteiligung am "Marsch der Nation" in Kiew teil, der u. a. von einer zur Asow-Bewegung gehörenden Organisation veranstaltet wurde", erläutert Rieger.

    Bilder, die dem #Faktenfuchs vorliegen, zeigen Neonazis der Partei bei einem Treffen der rechtsextremen Szene Anfang 2020 in Ungarn. Dort tragen sie Schlauchschals mit dem Logo der Asow-Partei "National Corps". Laut Lara Schultz handelte es sich um "gut zwei Dutzend deutsche Neonazis vom Dritten Weg", die bei dem Treffen in Ungarn dabei waren. Zudem hatten Bamberger Neonazis laut Angaben des Bayerischen Verfassungsschutzes im Rahmen einer Solidaritätsveranstaltung einer ukrainischen Gemeinde mit Mitgliedern des ukrainischen Asow-Regiments Kontakt.

    Über Telegram äußerte sich der rechtsextreme "Dritte Weg" solidarisch mit der Ukraine beziehungsweise ukrainischen Nationalisten. Mehrere deutsche rechtsextreme Kanäle, darunter der eines ehemaligen NPD-Politikers, werben dafür, in die Ukraine zu reisen, um mutmaßlich dort zu kämpfen. Sicherheitsbehörden verhinderten in den ersten Kriegswochen mehrmals Ausreisen bekannter Rechtsextremer aus Deutschland in die Ukraine.

    Die Partei behauptet auch, dass sie Anfang April mehrere Ausrüstungsgegenstände wie schusssichere Platten, Kampfwesten, Magazintaschen und Sturmhauben in die Ukraine an Asow-Kämpfer gespendet habe.

    Gibt es auch auf russischer Seite rechtsradikale Kämpfer?

    Auch für russische Interessen haben sich in der Vergangenheit immer wieder private Söldnertruppen eingesetzt, die als rechtsextrem gelten. Zum Beispiel soll die Söldnertruppe "Gruppe Wagner" laut Informationen des ARD-Europamagazins in der Ukraine aufseiten der russischen Streitkräfte kämpfen. Sie gelte als sehr brutal und begehe weltweit Verbrechen, um russische Interessen durchzusetzen, heißt es in dem Bericht. 2014 gehörte sie zu den Einheiten ohne Hoheitsabzeichen, die die Krim einnahmen und danach auf Seiten der russischen Separatisten im Donbass kämpften.

    Laut Lara Schultz wurde die "Gruppe Wagner" vom russischen Unternehmer und Neonazi Dmitri Utkin gegründet. Dessen Militärunternehmen sei allerdings in Argentinien registriert. "Obwohl in Russland bis 2017 der Einsatz privater Militärunternehmen verboten war, kämpfte die 'Gruppe Wagner' bereits seit 2015 in Syrien und aktuell unter anderem in Libyen und Mali", sagt die Politikwissenschaftlerin und ergänzt: "Zumindest in Libyen machte die 'Gruppe Wagner' mit ihren Graffiti und Parolen keinen Hehl aus ihrer Gesinnung".

    Dort sollen Wagner-Kämpfer eine Moschee demoliert und Graffitis mit den Worten "Ich sehe Moscheen auf russischem Boden, aber ich würde sie lieber im Höllenfeuer sehen", sowie rechtsextreme Zahlenkombinationen hinterlassen haben.

    Laut der britischen Zeitung "The Times" sollen Ende Februar insgesamt zwischen 2.000 und 4.000 Mitglieder der "Gruppe Wagner" in der Ukraine gewesen sein, die aufseiten Russlands kämpfen. Auch die Amadeu Antonio Stiftung, die Rechtsextremismus in Deutschland und darüber hinaus im Blick hat, beobachtet, dass russische Söldner der "Gruppe Wagner" in die Ukraine geflogen sein sollen.

    Der Kreml leugnet Verbindungen zur "Gruppe Wagner". Putin verlieh Dmitri Utkin aber im Dezember 2016 einen Orden zum "Tag der Helden des Vaterlands". Auf Bildern der Veranstaltung sind Putin und Utkin gemeinsam zu sehen. Ihren Namen soll die "Gruppe Wagner" auch Gründer Utkin verdanken, der wie Adolf Hitler eine Vorliebe für den Komponisten Richard Wagner haben soll.

    Darüber hinaus gibt es weitere rechtsextreme private Militärs, die 2014 in der Ostukraine gekämpft haben sollen. Inwieweit sie aktuell wieder in der Ukraine im Einsatz sind, darüber gibt es derzeit noch keine gesicherten Informationen.

    Fazit

    Asow wurde 2014 als Freiwilligen-Bataillon gegründet, wurde dann zum Regiment und ist mittlerweile Teil der ukrainischen Nationalgarde. Das Asow-Regiment bildet aber nur einen kleinen Teil aller derzeitigen ukrainischen Kämpfer. Die genaue Zahl der Mitglieder ist nicht bekannt, Angaben schwanken zwischen 900 (Schätzung einer deutschen Sicherheitsbehörde) und 10.000 (Angaben eines Asow-Gründers, die Experten aber nicht teilen). Insgesamt bestehen die ukrainischen Streitkräfte laut eigenen Informationen aus rund 250.000 Personen.

    Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Asow-Regiment und der Asow-Bewegung. Letztere ist der politische Arm, das Regiment der militärische. Laut Informationen aus Sicherheitsbehörden spielt beim Regiment eine rechtsextreme Ideologie "eher eine untergeordnete Rolle" – auch wenn zum Beispiel auf deren Flagge noch immer rechtsextreme Symbole zu sehen sind. Rechte Extremisten feiern sie als Helden.

    Die Asow-Bewegung, die offen rechtsextrem agiert, hat laut Experten wenig Rückhalt in der ukrainischen Bevölkerung. Die daraus entstandene Partei kam bei den Wahlen auf gut zwei Prozent und schaffte es nicht ins Parlament. Aus Deutschland pflegt vor allem die rechtsextreme Kleinstpartei "Der Dritte Weg" Verbindungen zur Asow-Bewegung in der Ukraine. Kämpfer rechtsextremer Gruppen gibt es in diesem Krieg auch auf russischer Seite.

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