BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
Chemische Schädlingsbekämpfung im Intensiv-Obstanbau in Südtirol (Archivbild)

Chemische Schädlingsbekämpfung im Intensiv-Obstanbau in Südtirol (Archivbild)

Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/M. Henning | M. Henning
22
Per Mail sharen

    Südtiroler Apfelstreit: Teilerfolg für Pestizid-Kritiker

    Der Pestizideinsatz in den Apfelplantagen Südtirols ist zu hoch, dachte Karl Bär vom Umweltinstitut München, verfremdete ein Werbeplakat und machte aus "Südtirol" "Pestizidtirol". Es hagelte Anzeigen – die letzte wurde am Freitag zurückgezogen.

    Von
    Tobias BetzTobias BetzMatthias LauerMatthias Lauer
    22
    Per Mail sharen

    Im Südtiroler Pestizidprozess ist der Vorwurf der üblen Nachrede gegen den Holzkirchner Karl Bär so gut wie vom Tisch: Am fünften Verhandlungstag in Bozen zog nun auch der letzte verbliebene Kläger seine Anzeige gegen Karl Bär zurück, teilte die Umweltschutzorganisation "Umweltinstitut München" am Freitag mit.

    Bär bekommt Anzeigen aus Südtirol

    Karl Bär, mittlerweile Bundestagsabgeordneter für die Grünen, war 2017 wegen seiner Kritik am aus seiner Sicht hohen Pestizideinsatz in den Apfelplantagen der Urlaubsregion Südtirol vom dortigen Landesrat sowie von mehr als 1.370 Landwirten wegen übler Nachrede und Markenfälschung angezeigt worden. Damals war Bär Mitarbeiter des Umweltinstituts – wegen seines Mandats ist er derzeit freigestellt.

    Plakataktion in München verfremdet Werbekampagne

    Konkret ging es um die Aktion „Pestizidtirol“ im Sommer 2017. In deren Rahmen platzierte die Münchner Umweltschutzorganisation ein Plakat in der bayerischen Landeshauptstadt, das eine Tourismus-Marketing-Kampagne für Südtirol sowie die Südtiroler Dachmarke verfremdete (“Pestizidtirol” statt “Südtirol”).

    Letzte Anzeige wurde fallengelassen

    Im Verlauf des Verfahrens zogen fast alle Landwirte ihre Anzeigen zurück – außer Einem. Doch am Freitag zog auch der letzte Kläger die Anzeige zurück. Karl Bär sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Ich freue mich sehr! Nach eineinhalb Prozessjahren ist es endlich soweit und die Südtiroler Obstwirtschaft sucht den Dialog, statt an unhaltbaren Klagen festzuhalten."

    Urteil zur Markenfälschung im Mai erwartet

    Offen ist nach wie vor der Vorwurf einer mutmaßlichen Markenfälschung. Das abschließende Urteil in dem seit September 2020 andauernden Prozess gegen Bär wird am nächsten Verhandlungstag, dem 6. Mai 2022, erwartet.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Sendung

    Regionalnachrichten aus Oberbayern

    Schlagwörter